Jedes Zweitligajahr ist ein gewonnenes Jahr.

Die Saison ist fast zu Ende. Jetzt könnten Trainer oder Spieler ein Fazit ziehen. Wir haben uns aber gedacht, wir überlassen das den Journalisten, die Union das ganze Jahr über verfolgt haben. Bis zum letzten Spieltag am 15.Mai in Karlsruhe wird jeden Tag ein Berliner Sportjournalist beim Textilvergehen sein Saisonfazit ziehen. Bereits zu Wort gekommen ist Mathias Bunkus (Berliner Kurier).


Sebastian Stier (Tagesspiegel) verfolgt Union seit 2010.

Ich denke, dass Union mehr als das Saisonziel erreicht hat. Wenn man im Winter gedacht hätte, dass die Mannschaft sich im April schon aller Abstiegssorgen entledigt hätte, dann hätte man hier wahrscheinlich jeden für verrückt erklärt. Die Rückrunde war dagegen absolut überzeugend. Ich denke, dass es für einen Verein wie Union nur gegen den Abstieg gehen kann. Alles andere wäre Träumerei. Und genau das hat die Mannschaft, der gesamte Verein in diesem Jahr extrem souverän erledigt. Sie haben eine super Rückrunde gespielt und sind völlig verdient in der Klasse geblieben.

Die Frage nach der Entwicklung der Mannschaft ist schwierig. In Berlin ist das natürlich immer so, dass die Erwartungshaltung an die Mannschaft immer ein bisschen höher ist als woanders. Dass nach einer starken Debütsaison auf eine Mannschaftsentwicklung gehofft wird, halte ich für normal. Ich denke, dass Spieler im Verein sind, die noch Entwicklungspotential haben und das wahrscheinlich Zukunft auch abrufen können. Aber mit dem Kader, wie er im Sommer zusammengestellt wurde und wie er sich präsentiert hat, ist eben nur diese Art von Fußball möglich. Das muss nicht immer etwas schlechtes sein. Es wäre ja völlig vermessen zu glauben, dass jeder Verein Fußball spielen lassen kann wie der FC Barcelona oder die Spitzenteams der Bundesliga. Da sollte man schon bei den Sachen bleiben, die die Spieler auszeichnen und stark machen. Ich denke, da hat Union schon sein Optimum herausgeholt.

Für die nächste Saison erwarte ich normale Veränderungen im Kader. Zwar gibt man acht Spieler ab. Das klingt nach einer ganzen Menge. Letztendlich sind das aber auch Spieler, die außer Dominic Peitz sportlich nicht mehr die größte Rolle gespielt haben. Dafür werden neue Spieler kommen. Die muss man integrieren, was nicht immer so einfach ist, wie der Verein in der Hinrunde selbst erfahren durfte. Das wird ein bisschen Zeit brauchen. Aber für Union wird es nie eine Rolle spielen, wie sich die zweite Liga zusammensetzt. Denn für den Verein wird es immer gegen den Abstieg gehen und jedes Jahr in der zweiten Liga ist ein gewonnenes Jahr für den 1.FC Union.