Ein Bilderbuchsieg.

Zum Spiel wurde bereits viel im Podcast gesagt. Deshalb an dieser Stelle nur ein Bilderbuch vom 2:1 Sieg gegen Rot-Weiß Oberhausen.

Bilder: Stefanie Lamm

Teve045 – Gewinner. Verlierer.

Nach dem Spiel gegen Oberhausen ziehen wir ein Saisonzwischenfazit und stellen Spielerpaare zusammen, auf die die Beschreibung "Gewinner. Verlierer." passt. Ganz prominent dabei natürlich die Torhüterposition. Das gleiche findet man aber auch im Sturm oder auf der rechten Außenbahn. Zum Schluss überlegen wir, wer Union vielleicht zur nächsten Saison verlassen könnte.

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Teve 018 – Was ein echtes Expertenteam von einem unechten unterscheidet

Manchmal ist es so, dass man von einem Spiel gar nichts sieht. Und die einzige Informationsquelle ist das Radio. Und die Menschen im Radio erzählen von einem Spiel wie gegen Oberhausen, in dem nicht viel passiert. Im Fernsehen kann der Kommentator dann das Spiel einfach so wirken lassen. Im Radio wird weitergeredet. Und es wird jede Statistik gewälzt, die Opta anbietet. Und gerechnet. In Minuten, Stunden, Wochen, Monaten und manchmal auch in Jahren und Jahrzehnten. Man kann allerdings auch im Stadion sein und wenig sehen. Weil der Junior eine Bratwurst oder "nein doch lieber eine Brezel", noch Kinderpunsch und natürlich danach die Toilette besuchen möchte. Und erzählen möchte er. Und alle Aufmerksamkeit gehört natürlich dem Nachwuchs. Der Podcast zum Spiel gegen Oberhausen wird also bestritten von zwei Personen, die das Spiel gar nicht oder nur teilweise gesehen haben. Aber echte Experten können sich auch so eine Meinung bilden. Neu im Podcast sind mit Beginn der Rückrunde O-Töne von Spielern und Trainer. Feedback dazu gerne in den Kommentaren.

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Alles für den Verein, nur der Verein (Update)

Es muss so um die siebzigste Minute gewesen sein, als den anwesenden Polizisten beim Gastspiel von Oberhausen ein paar Schweißperlen über die Stirn rannten. Hektischer Funkkontakt. Am Ausgang der Waldseite sammelten sich immer mehr Fahnenträger und Mitglieder des Wuhlesyndikats. Eilig kamen die Uniformierten mit ihren Videokameras. Am Ende standen da um die 150 Ultras und verließen das Stadion.

Es sollte ein Protest sein. Schon vorher sangen sie gegen Stadionverbote. Nach den Vorfällen in Bielefeld hat es ein Mitglied des Wuhlesyndikats erwischt. Ob er zunächst nur Hausverbot bei Union oder ein bundesweites Stadionverbot erhalten hat, war nicht zu erfahren. Er erhielt vom 1. FC Union Berlin zunächst ein Hausverbot. Aus Solidarisierung mit diesem Mitglied zogen also die Ultras aus dem Stadion und entzogen der Mannschaft ihre Unterstützung. Auf der Tribüne hinter dem Zuckertor klaffte danach ein kleines Loch. Aber im Stadion herrschte trotzdem hervorragende Stimmung. Die Mannschaft wurde unterstützt. Es wurde gesungen. Und es war laut.

Dem Anspruch der Ultras, für die Stimmung im Stadion verantwortlich sein zu wollen und den Support unabhängig vom Spielgeschehen zu gestalten, konnte ich noch nie etwas abgewinnen. Auch scheue ich mich, einem Vorsänger bedingungslos hinterherzusingen, zumal er noch Capo gerufen wird. Aus diesem Grunde war es mir eine klammheimliche Freude, zu sehen, dass beim 1. FC Wundervoll auch ohne die Ultras Feuer unterm Dach ist. Wenn man sich ihr Motto “Alles für den Verein, nur der Verein” zu Gemüte führt, war die Aktion eher ein Schlag ins Wasser.

Anmerkung: Ich bin persönlich in jedem Fall gegen Stadionverbote ohne rechtskräftige Verurteilung, da sie die Unschuldsvermutung aushebelt bei einem gleichzeitig komplett asymmetrischen Kräfteverhältnis (Polizei und Verbände zusammen auf der einen Seite und Besucher von Fußballspielen auf der anderen).

Aktualisierung (18.01. 12:05 h): In der Mitteilung des Wuhlesyndikats zum Spiel wird die Situation anders dargestellt. Später mehr dazu.

Schulter. Brust. Hand. Sieg.

Ohne eigentliche Winterpause ging es wieder los. Ungewohnter Zeitpunkt: 15. Januar. Ungewohnter Anblick: Marco Gebhardt auf der Tribüne. Auch Michael Bemben nicht einmal mehr im Kader, in den er sich kurz vor Jahresende erst wieder hineingespielt hatte. Dafür nahm der neun Jahre jüngere Paul Thomik auf der rechten Verteidigerseite seine Position ein. Ede hatte aufgrund einer Nagelentzündung am Fuß noch Rückstand und saß auf der Bank. Das ging in den letzten zwei Wochen sehr schnell. Thomik und Ede sind dabei und Gebhardt und Bemben raus. “Menschlich schwierig”, hört man so im Stadion. Auf der anderen Seite die für die zweite Liga notwendige Verjüngung angegangen. Und allemal ehrlicher als der Umgang mit Tom Persich.

Nachdem sich Oberhausen im Trainingslager im Süden größtenteils auf den sanitären Anlagen aufgehalten hatte, kamen Sie gestern mit Betonmischer in das Stadion an der Alten Försterei. Das wäre letztes Jahr sicherlich mit Begeisterung aufgenommen wurden. So aber wurde der Ball, kam er mal in Strafraumnähe, weggeköpft oder rausgeschlagen. Schön ist anders. Mehr als die vage Hoffnung auf einen Konter hatte die Mannschaft nicht im Gepäck. Ein Presschlag, der seinen Weg an das Lattenkreuz des 1. FC Wundervoll fand, war so ziemlich das einzige, was nach vorne gefährlich war.

Union versuchte zwar ein konstruktives Spiel aufzuziehen, blieb aber zu oft in den Abwehrreihen hängen. Auf ein allzu starkes Aufrücken wurde verzichtet. Lieber die Null hinten halten, als einem 0:1 hinterherzurennen. Am Ende hatten die Guten 64% Ballbesitz. Häufig wurde der Ball hinten herum gespielt, was aus der Quote der gelungenen Pässe (80%) abzulesen ist. In der gegnerischen Hälfte sinkt der Wert der gelungenen Zuspiele auf 60%. Brunnemann bemühte sich und rieb sich, oft hart angegangen, auf. Ansonsten war es schön, zu sehen, wie souverän zum Beispiel Göhlert und Rauw als Innenverteidigerduo oder Peitz im defensiven Mittelfeld ihren Dienst versahen. Wenn es kritisch wurde, waren sie auf den Posten.

Das Tor. Bei nur fünf Schüssen auf das Tor (drei durch Union) während des gesamten Spiels, verdient der entscheidenden Spielzug etwas mehr Beachtung. Pappas schießt Mosquera an, der den Ball unhaltbar abfälscht. Sah schön aus. Und entfachte Jubelstürme an den heimischen Empfangsgeräten. Nur mit welchem Körperteil hat er den Ball abgefälscht? Oberhausens Trainer Luginger monierte in der Pressekonferenz, jemand sage, dass es im Fernsehen nach Handspiel ausgesehen hätte. Was der Trainer wohl damit sagen wollte? Mosquera selbst sprach davon, dass der Ball von der Schulter abgelenkt wurde. Der Zentralorgan der deutschen Fußballberichterstattung bestimmte die Brust als das entscheidende Körperteil.

Egal, wie Mosquera sein siebtes Saisontor schoß. Union beendete die Serie von sechs sieglosen Spielen in Folge und blieb seit langer Zeit mal wieder ohne Gegentor. Um das ganze endgültig positiv zu sehen: Der 1. FC Wundervoll ist bereits seit vier Spielen ungeschlagen. Hammerserie! Wird Zeit, dass wieder vom Durchmarsch geschrieben wird…

1. FC Union Berlin – Rot-Weiß Oberhausen 1:0 (0:0)

1:0 Mosquera (60. Min)

Karten: Razic, Stoppelkamp (beide Oberhausen)

Zuschauer: 9.118

Noten_18a

http://twitter.com/rudelbildung/status/7796665032

Von Tuschi, Stuffi und Göhli

Das ist also der professionelle Fußball, den die DFL meint. Wir müssen Kneipen unseres Vertrauens anrufen und sie bitten, doch schon 18 h die Pforten zu öffnen. Weil wir spielen.

Eine dunkle Höhle im Prenzlauer Berg, aus der Rufe auf die Straße dringen. Rufe der Verzweiflung, ob schönster Nichttore in Halbzeit eins. Großfressige Sprüche, die sich der Nichthörbarkeit des Oberhausener Anhangs widmeten. Lachen, als der Reporter von Sky anbiedernd erst von Tuschi, dann von Stuffi und letztlich von Göhli spricht. Erleichterter Jubel, als Mosquera einen Steilpass von Benyamina endlich verwertet. Verwunderung, ob der mannschaftlichen Geschlossenheit und Abgeklärtheit, mit der die Tore zwei und drei folgten. Schlußendlich macht sich Größenwahn breit, als es aus der Höhle schallt: “Zweite Liga, nie mehr, nie mehr!”

Wir sind gerne wieder da.