Teve060 – Unions Jugend und die gläserne Decke

Nullnull in Aue. Wir sparen uns sämtliche Witze mit Ortsnamen. Außerdem reden wir nur sehr kurz über das Spiel des 1.FC Wundervoll im Erzgebirge. Der Grund ist unser Gast. Schon lange wollten wir mit Sven, der eine Website zur Unionjugend betrieben hat, gemeinsam einen Podcast machen. Thema: Nachwuchsarbeit bei Union. Und die beste Verbindung zwischen Spieltagspodcast und Nachwuchs-Schwerpunkt hat uns Sven gleich mitgebracht: Mit Jan Hochscheidt spielte der einzige Nachwuchsspieler von Union an diesem Spieltag ausgerechnet beim FC Erzgebirge Aue. Erste Details und Vereinssicht zum Thema Nachwuchsarbeit hat uns bereits Christian Beeck in einem Interview dargestellt. Nun wollten wir mehr den Schwerpunkt auf das Thema Ausbildung legen. Gemeinsam mit Sven und Robert versuchen wir herauszufinden, welche Philosophie der 1.FC Union beim Thema Nachwuchs verfolgt. Außerdem interessiert uns, warum so wenige Spieler den Weg zu den Profis schaffen. Themenliste:
  • 00:00 Minute Spielanalyse. Nullnull in Aue. Lag es am Rasen?
  • 21:00 Nachwuchsarbeit bei Union.


Bild: unveu.de

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Trainingseinheit: Selbstbewusstsein durch Torerfolg.

Etwas überraschend hatte der 1. FC Union nach dem Testspiel am Freitag gegen den eigenen Nachwuchs für diesen Dienstag einen weiteren Test anberaumt. Um die Belastung vor dem Ligaspiel in drei Tagen gegen Aue nicht allzu hoch werden zu lassen, wurde bis auf die Torhüterposition zur Halbzeit komplett durchgewechselt.

Ziel des Spiels war es sicherlich, den Stürmern nach dem Ausfall von Santi Kolk, die Möglichkeit zu geben, sich für die Startelf zu empfehlen. Mit der Auswahl des Gegners, des in dieser Saison sieglosen Landesligisten SSV Köpenick-Oberspree, war auch die zweite Intention der sportlichen Leitung klar. Die bisher nicht besonders treffsicheren Stürmer sollten sich Selbstbewusstsein durch Tore holen. Dem 10:0 Ergebnis nach scheint dies auch funktioniert zu haben.

In der ersten Halbzeit gelang dem Duo Savran/Skrzybski vor dem Tor nicht viel. Beide trafen zum Anfang des Spiels zunächst den Pfosten und machten danach jeweils ein Tor. Savran war eindeutig bemühter und bissiger, aber vor dem Tor manches Mal ein bißchen zu eigensinnig. Mit etwas Glück hätte Köpenick-Oberspree kurz vor der Halbzeit sogar einen Treffer erzielen können. Aber der ehemalige Unioner Gert Müller verpasste die Hereingabe.

Trainer Uwe Neuhaus scheint mit einer schwierigeren ersten Hälfte gerechnet zu haben und brachte seine nominell stärksten Stürmer erst für die zweite Halbzeit, als der Gegner sturmreif war. Doch das erste Tor in der 47. Minute zum 4:0 machte Hofmann, der für einige Verwirrung sorgte. Denn es war nicht der auf dem Spielplan stehende Maximilian Hoffmann, der als offensiver Mittelfeldspieler auf dem Platz stand, sondern der A-Jugendspieler Oliver Hofmann. Nicht die einzige Anekdote, die für Heiterkeit sorgte. So trug der Nachwuchsspieler Kiminu Mayoungou kurzerhand das Trikot mit der Nummer 25, auf dem Malinowski stand.

Das Kalkül von Neuhaus ging auch auf. Karim Benyamina holte sich mit drei Treffern Selbstvertrauen für die anstehenden Partien. Sorgenkind Mosquera hatte gute Szenen, bei denen jeweils wenig zu einem Treffer fehlte. Mitte der zweiten Halbzeit startete er aus dem Mittelfeld, lief den Gegenspielern davon und schob im eins gegen eins am ansonsten sehr gut haltenden SSV-Torhüter vorbei ein. Ob dieser Treffer das allseits und lang herbeigesehnte Platzen des Knotens bei Unions Sorgenstürmer war, wird sich zeigen.

Bilder: Stefanie Lamm