Die Verletzten kosteten eine bessere Plazierung.

Die Saison ist fast zu Ende. Jetzt könnten Trainer oder Spieler ein Fazit ziehen. Wir haben uns aber gedacht, wir überlassen das den Journalisten, die Union das ganze Jahr über verfolgt haben. Bis zum letzten Spieltag am 15.Mai in Karlsruhe wird jeden Tag ein Berliner Sportjournalist beim Textilvergehen sein Saisonfazit ziehen. Bereits zu Wort gekommen sind Mathias Bunkus (Berliner Kurier) und Sebastian Stier (Tagesspiegel).

Jürgen Schulz (freier Autor für Taz und BZ) verfolgt Union seit 1992

Ich fand den Anfang spielerisch nicht einmal schlecht, aber mitunter hatte Union doch ziemliche Durchhänger. Da hat mich die Mannschaft nicht mehr überzeugt. Ich glaube, dass sich da bemerkbar gemacht hat, dass Santi Kolk gefehlt hat. In der Phase ist das spielerische Element einfach zu kurz gekommen. Auch Michael Parensen hat lange gefehlt, von dem ich sehr viel halte. Mir waren dann einfach zu viele hohe Bälle im Spiel. Wenn man das Mittelfeldspiel mit Fürth oder Aachen vergleicht, dann läuft dort der Ball einfach besser durch die Reihen. Bei Union ist mir mitunter noch zuviel Hauruck dabei gewesen.

Insgesamt muss man aber sagen, dass das zweite Jahr überhaupt nicht schwierig war. Ich hätte erwartet, dass Union bis zum letzten Spieltag in Karlsruhe braucht, um eine Entscheidung im Kampf um den Klassenerhalt herbeizuführen. Aber das liegt meiner Meinung nach auch daran, dass vier Mannschaften im Keller stehen, die so schwache Auftritte geliefert haben, dass es fast ein Armutszeugnis für die zweite Liga ist. Da hat Union auch Glück gehabt, dass ein Quartett so nach unten weggebrochen ist. Sonst wäre es bestimmt härter geworden.

Aber der Klassenerhalt ist völlig okay und zudem wurde er vorzeitig geschafft. Auch wenn ich gehofft hatte, dass Union vielleicht einen einstelligen Tabellenplatz schafft. Der wäre auch drin gewesen. Aber die vielen Verletzten hat man dann doch schon gemerkt. Im nächsten Jahr wird es deutlich schwieriger, die Klasse zu halten. Union weiß das aber auch und führt jetzt einen Umbruch herbei mit acht Spielern, die gehen. Ich bin mir sicher, dass sie die Chance nutzen, um eine entsprechende Mannschaft zusammenzustellen.