Das 300.000 Euro-Spiel für Union ohne Union

Heute ab 19 Uhr (ARD/Sky) spielen der KSC und der HSV den letzten Platz für die nächste Bundesliga-Saison aus. So weit so unspektakulär. Das Hinspiel endete 1:1. Jenseits aller Sympathien oder Unsympathien hat die Partie Auswirkungen auf den Union-Etat der nächsten Saison. Steigt der KSC auf (befindet sich aktuell in der Fernsehgeld-Tabelle noch hinter Union), landen die Badenser in der nächsten Saison im Bundesliga-Topf und der HSV kommt runter zu den Zweitliga-Fernsehgeldern. Union würde einen Platz abrutschen, da die Hamburger mehr Punkte in der Fernsehgeldrechnung gesammelt haben. Macht 334.000 Euro weniger.

Da ich zu beiden Vereinen kein besonders emotionales Verhältnis habe, bekomme ich dieses Geld einfach nicht aus dem Kopf. Ein Sponsor, der so viel Kohle pro Saison für Union zahlt, findet sich jedenfalls nicht so leicht.

Bei Union wird das Spiel aus der sitzenden Perspektive sicher gespannter betrachtet, als es diese drei Herren vermuten lassen ;)

Benny Köhler kämpft auf offener Bühne

Ich habe so unendlich viel Respekt vor Leuten wie Benny Köhler, die so offen mit Krankheiten umgehen. Das sorgt dafür, dass so etwas als normal im Sinne “es kann jeden treffen” und “es gibt so viele, die davon betroffen sind” in unseren Alltag kommt. Es hilft Initiativen zur Bekämpfung von Krankheiten wie der DKMS (ihr bekommt die Schweißbänder immer noch zu kaufen) und vor allem kann es den Erkrankten selbst helfen. Sie bleiben in ihrem sozialen Umfeld und ziehen sich nicht zurück.

Für mich hatte es gestern den Effekt, dass ich mir in Schöneberg erstmals in meinem Leben die Bild am Sonntag gekauft und ein Interview gelesen habe, das mich sehr bewegt hat. Ihr könnt es aktuell hinter der Bezahlschranke bei der Bild online lesen. Da es Leute gibt, die das nicht wollen, verschicke ich meine Doppelseite aus der Bild am Sonntag per Brief an die ersten oder den ersten, der uns eine Mail an redaktion@textilvergehen.de schreibt. Gratulation an Heiko, der von uns den Original-Papierartikel per Brief zugeschickt bekommt.

Die Berliner Zeitung hatte die Tage auch ein Interview mit dem Mittelfeldspieler. Außerdem gibt es in der BZ noch etwas zu Stephan Fürstner zu lesen. Wer also mag.

Für Liebhaber von Wasserstandsmeldungen gibt es im Kurier ein Update zum Fall Sebastian Polter. Ich bleibe dabei, dass ich mich erst wieder länger dazu äußere, wenn Klarheit herrscht, denn: Nie wird soviel gelogen und geblufft wie in der Transferzeit.

Ostdeutschland wird drittklassig

Mit dem 3:1 im Aufstiegsspiel bei Offenbach ist der 1. FC Magdeburg nach 25 Jahren endlich im bezahlten Fußball angekommen, wenn auch zunächst im drittklassigen. Aber die Domstädter (die Synonyme kenne ich jetzt alle aus der MDR-Übertragung) sind damit durch den schmalen Flaschenhals geschlüpft, der in Deutschland unterhalb der 3. Liga installiert wurde. Einmal in der Regionalliga gelandet, reicht eben auch kein erster Platz für den Aufstieg. Party bei den Bördeländern (auch so ein Synonym für Magdeburg, das im MDR benutzt wird).

Die 3. Liga bekommt so zumindest für die nächste Saison so langsam den Status, den lange die NOFV-Regionalliga hatte: Sie ist eine verkappte DDR-Oberlliga mit dem Halleschen FC, Energie Cottbus, Rot-Weiß Erfurt, Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue, Chemnitzer FC, Hansa Rostock und eben dem 1. FC Magdeburg. Das ist einerseits sehr reizvoll. Ich bin aber auch gespannt, wie sich die Begegnungen tatsächlich entwickeln werden. Ich bin nicht traurig, dass Union nicht in der Liga mitspielt. In jederlei Hinsicht.

Damals war’s: Vor 15 Jahren bei Union

Weil in der Sommerpause so viel Zeit ist und ich auch im Stadionheft so gerne die Rubrik “Damals war’s” lese, hier ein Hinweis auf die DSF-Reportage über Union aus dem Jahr 2000. Wenn ich mir das ansehe, wird die riesige Entwicklung bei Union in den letzten mehr als zehn Jahren erst richtig klar, wenn man noch schaut, wo der Verein herkommt:

Update: 8.10 Uhr Der Artikel über Sebastian Polter aus dem Berliner Kurier wurde nachträglich hinzugefügt.

Martin Kobylanski kommt nicht richtig in Fahrt

Am Sonnabend war Benny Köhler wieder im Stadion. Und es gibt wohl keinen, der sich nicht gefreut hat, ihn wiederzusehen.

Beim RBB hat er ein paar Minuten über seinen Alltag mit der Krankheit und der Chemotherapie gesprochen. Nach diesem Interview kann ich überhaupt nicht mehr ausdrücken, für wie stark ich Benny Köhler und all diejenigen halte, die den Kampf gegen den Krebs aufnehmen.

Die Bild hat Benny Köhler auch zum Thema gemacht. Ich finde es gut, dass er sich das Ziel Rückkehr in den Profikader gesetzt hat. Denn ich kann mir schwer vorstellen, wie man den eintönigen kräftezehrenden Therapie-Alltag durchsteht, ohne sich ein großes Ziel für die Zeit danach zu setzen.

Kobylanskis Zukunft ist ungewiss

Martin Kobylanski hat am Sonnabend beim 1:2 gegen Aue noch einmal für Hoffnung gesorgt, als er per Traumtor den Anschlusstreffer erzielte. Jetzt wird thematisiert, was mit dem Jungen passiert. Die Fakten: Sein Leihvertrag läuft aus. Er kehrt nach Bremen zurück, wo er noch einen Vertrag besitzt. Allerdings hat er sich im Gegensatz zu Maxi Thiel und Sebastian Polter weder für Bundesliga-Einsätze noch für weitere Zweitliga-Einsätze empfohlen. Daran ändern auch die beiden Traumtore nicht, die er in dieser Saison für Union erzielt hat. Mir persönlich ist er bei allem Talent zu sehr Mitläufer im Team. Und wenn ich bedenke, mit welchen Vorschusslorbeeren er nach Berlin kam, so war die Saison für ihn sicher enttäuschend.

Foto: Matze Koch

Bei der Neigung von Zweitligisten (außer RB Leipzig), möglichst kein Geld für Ablösen auszugeben, sehe ich wenig Chancen für Bremen, den Mittelfeldspieler im Sommer zu verkaufen. Vielleicht ablösefrei und mit einer möglichen Gewinnbeteiligung bei Weiterverkauf. Die Zukunft von Kobylanski wird auch im Tagesspiegel, BZ und kurz auch in der Berliner Zeitung betrachtet.

Die Morgenpost zieht ein Fazit und hält Union für die Schießbude der Liga. Das ist von den Zahlen der Gegentore her betrachtet absolut richtig. Die meisten der vier schon bekannten Neuverpflichtungen gehen in die Richtung, an diesen neuralgischen Punkten (Innenverteidigung/Außenbahn/defensives Mittelfeld) Qualität und Konstanz hineinzubekommen. Jetzt noch jemand für die linke Verteidigerposition und alles wird gut. Hoffentlich.

Der Kurier sieht Union in dieser Saison als Mannschaft mit zwei Gesichtern. Darüber gibt es sicher keine zwei Meinungen.

Podcast und Fantreffen

Wir haben uns im Podcast vor allem mit dem Spiel gegen Aue und der Frage beschäftigt, für welchen Sektor wir uns eine Dauerkarte holen. Das war sehr unterhaltsam.

Wenn ihr mit jemandem reden wollt, der Spiele richtig auswertet und seine Schlüsse daraus zieht, dann geht morgen zum Fantreffen mit Norbert Düwel und Nico Schäfer. Dort gibt es eine Video-Analyse eines Unionspiels und sicher ein paar Sachen, die ihr sonst nicht vom Trainer hört. Los geht es ab 19 Uhr in der Haupttribüne. Ab 18 Uhr könnt ihr rein und euch die besten Plätze sichern.

Die Lizenz ist da und Wuhlesyndikat und Union sammeln Spenden für den Kampf gegen Krebs

Die Lizenz für die Zweite Liga ist nun ohne Bedingungen da. Etwas überraschend, da Union ursprünglich von der DFL aufgefordert wurde, bis zum 3. Juni nicht näher genannte Bedingungen zu erfüllen. Die Mitteilung des Vereins ist etwas kryptisch. Aber damit hält Union in diesem Lizenzierungsverfahren seine Linie weiter ein, nichts weiter zu sagen.

Gegen diese Entscheidung hatte der Verein frist- und formgerecht Beschwerde eingelegt. Im Beschwerdeverfahren konnte der 1. FC Union Berlin neue Tatsachen vortragen, die von der DFL bei ihrer zweiten Entscheidung berücksichtigt wurden.

Welche neuen Tatsachen vorgelegt wurden erfahren wir ebenso wenig wie Details, ob die Lizenz Auflagen beinhaltet. So sehr ich mich über die Lizenz freue, wüsste ich gerne, woran sich die DFL ursprünglich gestoßen hat und was Union in der Zwischenzeit unternommen hat.

Trotzdem an dieser Stelle vielen Dank an Geschäftsführer Oskar Kosche (Symbolbild, wie er die Lizenz erhält) und das ganze Team, dass an der Lizenzierung beteiligt war.

Foto: Matze Koch

Tagesspiegel und Morgenpost können auch nicht mit mehr Details aufwarten. Lediglich der Kurier spricht von Auflagen.

Noch eine Kolonne

Gleich starten die Oranienburger Frösche ihre Rad-Tour zum Stadion und die Nachtwölfe haben sicher schon sämtliche Blumenläden rings um Treptow leer gekauft, um nachher Kränze und Gestecke am sowjetischen Ehrenmal niederzulegen. Auch aus Aue sind Biker unterwegs (BZ). Bin gespannt, ob sie zum Stadion finden oder im Treptower Park landen.

Unioner gegen Krebs – Unioner für’s Leben

Beim Wuhlesyndikat könnt ihr zum Heimspiel gegen Braunschweig LG6/BK7-Schweißbänder für 5 Euro (oder mehr, wenn ihr wollt) kaufen. Der Erlös geht zu hundert Prozent an die Deutsche Knochenmarkspenderdatei. Ein Zeichen für die beiden Unionspieler Lisa Görsdorf und Benny Köhler, die beide an Krebs erkrankt sind.

Und sonst so?

Die BZ macht einen Bayer-Vorurteils-Check mit Maxi Thiel.

Der Kurier sieht Norbert Düwel aus dem Schatten von Uwe Neuhaus treten. Seit Unions Ex-Trainer in Dresden ist, wirft er auch nicht mehr so lange Schatten bis nach Berlin :)

Und die Bild will wissen, dass Sebastian Polter für das Spiel fit ist. Das ist schön für den Stürmer. Aber auch ohne ihn möchte ich heute gegen Aue einen Sieg sehen.

Bis gleich im Stadion!

Update: 9.01 Uhr In einer früheren Version stand, dass es die Schweißbänder schon heute zu kaufen gibt. Ihr könnt sie beim nächsten Heimspiel gegen Braunschweig kaufen.

Die Suche nach dem Polter-Ersatz im Sturm läuft weiter

Es gibt heute kein richtig großes Nachrichtenthema. Und vor allem gibt es keine weiteren Informationen zum Thema Lizenzbedingungen oder Umbau des Vereins. Das ist schade. Denn das sind die Themen, die gerade brennend interessieren.

Dafür spricht Christopher Quiring in Bild und Kurier über Benny Köhler, der am Sonntag wieder im Stadion sein wird. Mich freut es jedes Mal, wenn er zu Spielen kommt. Gerade damit Benny mitbekommt, wie sehr ihn alle vermissen.

Wer ersetzt denn nun Sebastian Polter?

Wir nähern uns dem Ende des Aprils und damit der Zeit, in der Sebastian Polter die Entscheidung über seine Zukunft bekanntgeben will. Laut Bild hat Nick Proschwitz bereits als Ersatz abgesagt und Union steht in Verhandlungen mit Stefan Kutschke. So weit so normal. Ich persönlich bin die Wasserstandsmeldungen gerade satt und bereit für Vollzugsmeldungen.

1.FC Union Berlin - 1.FC Kaiserslautern 0:0Foto: Stefanie Fiebrig

Köpenick ist dicht

Wer sich etwas mit dem Gegner und der Statistik zu Ingolstadt-Spielen auseinandersetzen möchte, wird in der BZ fündig. Ich lege euch vor der Partie allerdings die Lektüre des Bezirksamts Köpenicks ans Herz: Die Bahnhofstraße wird nämlich am Wochenende gesperrt sein und damit ist auch der Straßenbahn-, Bus- und Autoverkehr betroffen.

sperrung
Foto: Fußballförsterin

Programm für heute

Heute 13 Uhr gibt es die Pressekonferenz wie immer live bei AFTV.