Gastfreundlichkeit

Das letzte Spiel des Jahres führt den 1. FC Wundervoll in ein Stadion, dass noch nie einen richtigen Namen besaß und auch nie Stadion genannt wurde. Wie bei einigen anderen Spielstätten, die nicht mehr Stadion sondern Arena heißen wollen, hat sich auch die Betreibergesellschaft in München für ein Kartensystem zur Bezahlung entschieden: Die Arena-Card. Der Vorteil für den Betreiber liegt auf der Hand. Die gesamte Abrechnung muss nicht mehr mit Bargeld durchgeführt werden, sondern kann durch elektronische Kassensysteme erfolgen. Ein Vorteil für den Besucher ist nicht zu erkennen. Für den Gästeanhänger erst recht nicht. Der darf sich vorher die Karte holen und muss es nach dem Spiel so organisieren, dass er die Karte wieder zurückgeben kann.

Um die Gästefans allerdings nicht allzusehr gegen sich und sein Kartensystem aufzubringen hat der Betreiber folgenden Hinweis veröffentlicht:

Hinweis für Gästefans: Speisen und Getränke dürfen im Gästesektor nicht in den Block mitgenommen werden.

Das erinnert an die sowjetische Variante des Verkaufs von Kwas oder Bier aus Kübeln auf Rädern. Damals hing am Kübel ein Becher, aus dem jeder das Getränk in einem Zug leerte. Der Becher wurde ausgewischt und danach war der nächste dran.

Bild: hanszinli

Zusätzlich kam als Information vom gastgebenden Verein, dem TSV 1860 München, noch folgende Verbotsliste:

Folgende Fanutensilien sind in der Allianz ARENA nicht erlaubt:
• Große Schwenkfahnen (auch nicht mit Fahnenpass) über 150 cm
• Doppelhalter, Megaphone
• Blockfahnen
• Rucksäcke, Obst
(Rucksäcke können am Gäste-Eingang abgegeben werden, sind während des Spiels beaufsichtigt und können nach Spielende wieder abgeholt werden.)

Es ist nicht davon auszugehen, dass kein Obst mitgebracht werden darf, damit im Stadion Obstsalatbecher verkauft werden können. Zynisch könnte von einer Lex Oliver Kahn gesprochen werden. Was auch immer der Hintergrund ist: Gastfreundschaft sieht in jedem Fall anders aus.