Sollte der Aufstiegskampf in Umfragen entschieden werden, hätte Union schlechte Karten. Aber ist ja nicht so.

Richtige News gibt es nicht vor dem Spiel gegen Braunschweig am Montag. Da aber noch ein paar Tage bis zur Partie bei der Eintracht hin sind, ließ Jens Keller seine Spieler gestern beim Training mit voller Kraft spielen (Bild).

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Teve203 – Kaiserslautern ist wie Hoyerswerda. Nur mit Betzenberg.

Die Idee lag nahe: Kaiserslautern mit der Leipzig-Taktik besiegen. Aber zack! Kommt die Realität an und streckt die Zunge heraus. Union verliert 0:1. Weil der FCK sich geschickt angestellt hat und den Jungs von Norbert Düwel offensiv nicht viel einfiel.

Foto: Matze Koch auf Instagram

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Intro

00:00:00

Das 0:1 in Kaiserslautern

00:04:40

Verabschiedung

00:26:59

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+++ EIL +++ Kein Mord in Britz! +++ EIL +++

Es ist ja kein Geheimnis, dass ich beim Berliner Kurier arbeite und dazu momentan den schönsten Draußenjob habe, den sich Unionfans vorstellen können: Beim Training zuschauen und dafür noch bezahlt werden. Ein anderer schöner Nebeneffekt ist, dass ich relativ schnell herausbekommen kann, was sich hinter so “knackigen” Schlagzeilen wie “Pyrotechnik bleibt verboten” verbirgt.

 
Bild: unveu.de

Als ich das gelesen habe, dachte ich zuerst an die schnodderige Schlagzeile “Kein Mord in Britz!” Das bekomme ich in der Redaktion zu hören, wenn eine Nachricht keinen Nachrichtenwert hat. “Pyrotechnik bleibt verboten” passt perfekt in diese Kategorie. Das war aus Agentursicht also das Ergebnis eines Hintergrundgespräches vom neuen DFB-Sicherheits-Chef Hendrik Große Lefert und DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus mit Journalisten. Nicht genug, um in den Medien aufzutauchen. Das wussten auch die Kommunikations-Strategen von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und schickten eine Pressemitteilung raus: Repräsentative Umfrage: 84 Prozent der Fans gegen Pyro-Technik – 80 Prozent fordern harte Bestrafung. Zahlen sind toll. Journalisten lieben Zahlen.

84 Prozent. In Worten: vierundachtzig. Bei soviel Zustimmung wird sogar der Genosse Putin in Moskau ganz grün vor Neid. Ich auch. Ein Anruf beim DFB schickt mich durch Warteschleifen und endet beim typischen schnellen Recherchehemmer: “Schicken Sie uns doch mal eine E-Mail!” Bei der DFL geht es fixer. Mir wird erklärt, was sich hinter der repräsentativen Umfrage von tns-infratest verbirgt.

Angerufen wurden 2000 Bundesbürger. Davon entpuppten sich nur 960 als fußballinteressiert. Und nur die 960 wurden tatsächlich zum Thema Pyro befragt. Wir wissen also nicht, wie fußballinterressiert die Befragten sind: Schauen sie nur Nationalmannschaft bei EM oder WM? Verfolgen sie die Bundesliga? Gehen sie vielleicht auch mal ins Stadion? Gar regelmäßig? Das wissen wir alles nicht.

Zu den Ergebnissen. 84,4 Prozent der Fußballinteressierten sind gegen Pyrotechnik. Wie bei jeder Umfrage bestimmt auch hier die Frage das Ergebnis. Gefragt wurde zuerst: “Das Abbrennen von Pyrotechnik im Stadion ist verboten. Soll dieses Verbot bestehen bleiben?”* Antwortoptionen: ja/nein

Zweite Frage: 79,5 Prozent sind für eine harte Bestrafung, wenn das Pyrotechnikverbot missachtet wird. Die Frage lautete: “Pyrotechnik ist gefährlich. Sie ist schädlich für den Fußball und soll deshalb hart bestraft werden. Stimmen Sie dem zu?”* Antwortoptionen: ja/nein

Bei solch suggestiver Fragestellung und begrenzter Antwortmöglichkeit hätte ich im Studium wohl Schläge kassiert. Hier soll ganz klar ein bestimmtes Ergebnis erzielt werden. Schwarz oder weiß. Ja oder nein. Um Kompromisse wie zum Beispiel der Möglichkeit des kontrollierten Abbrennens von Pyro ging es in dieser Umfrage nie. Hier soll Stimmung für die Richtung des DFB und der DFL gemacht werden. Und zwar vor dem Fankongress, der am Wochenende im Berliner Kosmos stattfindet. Dort sind sowohl der DFB-Sicherheits-Chef und der DFL-Geschäftsführer vor Ort. Warum? Um Gesprächsbereitschaft zu zeigen? Ist ja schön und gut. Aber worüber eigentlich noch?

*Ich habe die Fragen am Telefon mitgeschrieben. Es kann also sein, dass der Satzbau nicht hundertprozentig mit dem Original übereinstimmt.