Teve044 – Wider die Fluchangst

Beim Gespräch über den ersten Auswärtssieg seit Äonen setzen wir uns mit (vergangenen, kommenden, bestehenden) Flüchen auseinander, dem Auswärtsfluch, Torhüterfluch, Mosquerafluch, Benyaminafluch und Trainerfluch. Zwischendurch lernen wir, wie Journalisten wetten und Tage zwischen sieglosen Spielen zählen.

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How to get Goals.

Two people ran up to Uwe Neuhaus on Friday evening. The first was John Jairo Mosquera after his equalizer had crossed the line. He had to fight through his jubilant teammates to get to the gaffer, the man who has staked so much of his own reputation on the mercurial Colombian striker coming good. It was a touching scene, a genuine moment of release and relief and one that sent the Eisern faithful into raptures.

The second was less heartening. Mosquera had just had his second golden edged chance, one on one with the keeper, saved- just hit it, anywhere, that little round thing goes in the rectangular netted thing at the end, hit it- a fan left his seat in the stand to remonstrate with Neuhaus, presumably about his unflinching support for the profligate striker. From the look on his face the Union trainer had not taken the fans case on board. He looked like he wanted to lump him.

So what is wrong with Mosquera? He certainly wasn’t alone in missing opportunities against Aue. But again in the press conference Neuhaus was quick to defend him, and gave the impression that he is as bored of hearing the questions about him as the press are of having to ask them. The fact he’d bagged his first goal in almost fourty weeks was covered up by the other misses. The monkey, though briefly shrugged off, clambered again up on to Johns back.

So here’s a theory. He’s just not enough of a bastard. He has always come across as quiet and devout, but a striker needs to be self important and driven. Fuck your teammates, they are only there to provide YOU with the opportunities to score. They are there to be berated if they do something wrong and ignored if they do it right. There is a sparkling example of this in the wonderful Welsh Italian centre forward Georgio Chinaglia. The man who scored 24 goals in Lazio’s Championship win of 1974 remains one of the most devisive, dislikeable and disagreeable men ever to grace a pitch. According to John Foot’s masterful “Calcio. A History of Italian football” to be the standout bastard in that team full of bastards was an achievement in itself. They had a huge punch up with Arsenal in a restaurant, and another one after Ipswich had knocked them out of the Fairs cup. That Chinaglia was the peacemaker on both occasions beggars belief. When he left Swansea he told his fellow players that “One day you will all be begging me for my autograph”. He kicked a fellow player up the arse on the pitch after a misplaced pass, boasted of his always carrying a gun and declared that he would vote for the self declared neo-fascist Movimento Sociale Italiano.

Most of this was on the wind up. A psychological battle is already won if the other guy has got the red mist descending, and when you have a shot so hard that it, allegedly, broke the crossbar in his first training session in Rome then the game is over before it has begun.

Chinaglia, of course, went to the New York Cosmos. Everybody hated him, and he was the top scorer in the league every season he played. He shouted out Pele for not passing him the ball enough and told him to saty out wide and leave the scoring to him. To fucking Pele!

So Johnny, if I may be so presumptious, don’t worry about the catcalls mate. Don’t think about the one on ones, just think about how you can boost your own ego, rough up your team mates and score goals. They all go together and you will still be a hero to the fans. It’s the Robbie Savage principal, everybody hates him too, but it’s different if he’s YOUR bastard.

Teve042 – Ja. Aber.

John-Jairo Mosquera schießt ein Tor. Ja. Aber, John-Jairo Mosquera vergibt auch großartige Chancen. Union war überlegen. Ja. Aber Union hat nicht gewonnen. An einem Freitag Abend kamen knapp 17.000 Zuschauer. Ja. Aber es flogen massiv Becher auf den Platz.

Das 0:1 für Aue durch Hensel

Mosquera trifft zum 1:1

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Trainingseinheit: Selbstbewusstsein durch Torerfolg.

Etwas überraschend hatte der 1. FC Union nach dem Testspiel am Freitag gegen den eigenen Nachwuchs für diesen Dienstag einen weiteren Test anberaumt. Um die Belastung vor dem Ligaspiel in drei Tagen gegen Aue nicht allzu hoch werden zu lassen, wurde bis auf die Torhüterposition zur Halbzeit komplett durchgewechselt.

Ziel des Spiels war es sicherlich, den Stürmern nach dem Ausfall von Santi Kolk, die Möglichkeit zu geben, sich für die Startelf zu empfehlen. Mit der Auswahl des Gegners, des in dieser Saison sieglosen Landesligisten SSV Köpenick-Oberspree, war auch die zweite Intention der sportlichen Leitung klar. Die bisher nicht besonders treffsicheren Stürmer sollten sich Selbstbewusstsein durch Tore holen. Dem 10:0 Ergebnis nach scheint dies auch funktioniert zu haben.

In der ersten Halbzeit gelang dem Duo Savran/Skrzybski vor dem Tor nicht viel. Beide trafen zum Anfang des Spiels zunächst den Pfosten und machten danach jeweils ein Tor. Savran war eindeutig bemühter und bissiger, aber vor dem Tor manches Mal ein bißchen zu eigensinnig. Mit etwas Glück hätte Köpenick-Oberspree kurz vor der Halbzeit sogar einen Treffer erzielen können. Aber der ehemalige Unioner Gert Müller verpasste die Hereingabe.

Trainer Uwe Neuhaus scheint mit einer schwierigeren ersten Hälfte gerechnet zu haben und brachte seine nominell stärksten Stürmer erst für die zweite Halbzeit, als der Gegner sturmreif war. Doch das erste Tor in der 47. Minute zum 4:0 machte Hofmann, der für einige Verwirrung sorgte. Denn es war nicht der auf dem Spielplan stehende Maximilian Hoffmann, der als offensiver Mittelfeldspieler auf dem Platz stand, sondern der A-Jugendspieler Oliver Hofmann. Nicht die einzige Anekdote, die für Heiterkeit sorgte. So trug der Nachwuchsspieler Kiminu Mayoungou kurzerhand das Trikot mit der Nummer 25, auf dem Malinowski stand.

Das Kalkül von Neuhaus ging auch auf. Karim Benyamina holte sich mit drei Treffern Selbstvertrauen für die anstehenden Partien. Sorgenkind Mosquera hatte gute Szenen, bei denen jeweils wenig zu einem Treffer fehlte. Mitte der zweiten Halbzeit startete er aus dem Mittelfeld, lief den Gegenspielern davon und schob im eins gegen eins am ansonsten sehr gut haltenden SSV-Torhüter vorbei ein. Ob dieser Treffer das allseits und lang herbeigesehnte Platzen des Knotens bei Unions Sorgenstürmer war, wird sich zeigen.

Bilder: Stefanie Lamm

Rede und Antwort stehen

Der Stadtteil Oberschöneweide war einmal so etwas wie der industrielle Pulsschlag von Berlin. Wo aber einst Läden standen, finden sich nun Automatencasinos und Dönerbuden. Um die Lenkung des Wandels kümmerte sich bis 2007* ein Quartiersmanagement. Von der ursprünglich prägenden Industrie ist nicht viel geblieben. Das ehemalige Fabrikgelände von AEG und später Kabelwerk Oberspree (KWO) heißt nun Campus Wilhelminenhof der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Gegenüber in einer Kneipe lädt Moderator Tino Czerwinski zu Saisonbeginn immer Teammanager und Trainer zum Fantreffen des 1. FC Union Berlin ein.

Manager Christian Beeck, Moderator Tino Czwerwinski, Trainer Uwe Neuhaus

So, wie es für den VfL Bochum schon günstigere Momente für Jahreshauptversammlungen gegeben hat, ist auch die Situation für Teammanager Christian Beeck und Trainer Uwe Neuhaus bereits einmal rosiger gewesen. In Vereinskreisen hatte man nicht das “allerlustigste Fantreffen” erwartet. Nun ist es nicht so, dass sich die beiden Verantwortlichen für den Profibereich vor Schulterklopfen nicht mehr hätten retten können. Aber dass die Veranstaltung beinahe kuschelig verlief, war überraschend. Das lag zu einem wesentlichen Teil an der selbstkritischen Analyse des Trainers.

Dieser ordnete die erste Zweitligasaison in zwei Teile ein. Die erste Saisonhälfte sei überdurchschnittlich und die zweite unterdurchschnittlich verlaufen. Christian Beeck hingegen erklärte den Anwesenden, was richtiger Abstiegskampf sei. Und so fiel auch sein Fazit zum ersten Jahr in der zweiten Liga aus: “Das war eine schöne ruhige und gemütliche Saison.” Der Manager kam den Anhängern mit viel Witz und Verve, während Neuhaus sachlich und ruhig analysierte. Es ist genau diese Mischung, die die Anspannung von Beginn an löst und jeglichem Missfallen den Wind aus den Segeln nimmt.

Uwe Neuhaus erläuterte die Saisonvorbereitung und die Arbeitsteilung im Trainerstab. Dabei glitt er nie ab in die übliche Sprache, die Pressekonferenzen vor und nach Spielen so austauschbar macht. Zwar gab es in der Substanz nicht viel Neues zu hören, aber für die anwesenden Fans war es die Möglichkeit, sich einmal ein ungefiltertes Bild zu machen.

Die Systemfrage stellte sich Uwe Neuhaus zwar auch. Aber er machte sie für sich abhängig vom vorhandenen Spielermaterial. Entscheidend sei, wie sich die Spieler auf dem Platz bewegen und das System mit Leben erfüllen würden. Daher sei die Diskussion um Systeme für ihn überschätzt. Das Kernproblem liegt für den Trainer seit geraumer Zeit in der Verwertung der Torchancen. In der vieldiskutierten Frage nach der Aufstellung des schon lange glücklosen Stürmers John-Jairo Mosquera nahm sich Neuhaus auch selbst nicht von der Kritik aus: “Vielleicht habe ich zu lange an ihm festgehalten.” Er verwies aber auch auf die anderen Stürmer, die in der gleichen Zeit ähnlich erfolglos waren. Die Spieler im Sturm seien momentan nicht am Leistungslimit, und das sei natürlich auch die Verantwortung des Trainers. Und er fühle sich persönlich auch dafür verantwortlich.

Vereinspräsident Dirk Zingler beim Fantreffen am 5. Oktober 2010

Angesprochen auf den “Kapitänsfluch” hatte Uwe Neuhaus eine unkonventionelle Lösung parat: “Wir müssen nur irgendeinen suchen, den wir zum Kapitän machen können, aber eigentlich gar nicht brauchen.” Während an anderen Orten bei Tabellenplatz 15 und dem Beisammensein von Fans, Manager und Trainer eine explosive Stimmung herrscht, wurde in der Kneipe viel gelacht. Auch Vereinspräsident Dirk Zingler, der zwischen den Zuschauern saß, machte einen gelösten Eindruck. Vielleicht liegt das daran, dass spürbar ist, dass die Verantwortlichen im Verein daran arbeiten und die Situation nicht auf die leichte Schulter nehmen. Vielleicht hat der durchschnittliche Unionanhänger auch genug Misserfolg erlebt, so dass ein 15. Tabellenplatz keinen Angstschweiß mehr auslöst. Christian Beeck hat dazu seine persönliche Einstellung: “Wir müssen nicht in jedes Stück Holz beißen, das herumliegt. Ich habe als Spieler 15 Jahre lang Abstiegskampf mitgemacht. Wenn ich mich da jedes Mal nach einer 4:1 Niederlage in Freiburg zerfressen hätte bis Donnerstag, dann hätte ich jetzt schneeweiße Haare.”

* Der Hinweis auf das 2007 beendete Quartiersmanagement kam von Sterni Peng auf Facebook. Danke.

Teve041 – Bieder verloren

Es gibt solche Spiele, die den Betrachter ratlos zurücklassen. Das Spiel von Union bei 1860 in München war ein solches. Kein besonders gutes Spiel. Aber auch kein besonders schlechtes. Wahrscheinlich hätte man danach von einem gerechten Nullnull gesprochen. Wenn nicht Benjamin Lauth einen Konter von 1860 gegen eine sich im Aufbau befindliche Berliner Elf verwandelt hätte.

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Don’t Panic!

For a long period of my life I believed that the Zebra was closer to a dog than a horse and that they communicated with a complicated clicking language. This was proved to me as being utter nonsense whilst watching “Stripes”, a crappy film about a racing zebra that later comes on to a hot female horse. I don’t think that Disney would have sanctioned an ending to a film with inter species relationships, it would be a step too far, so I changed my scientific opinion. Anyway, all of this useless information is helpful to illustrate why a lifetime spent on the high Veldt working with the fauna wouldnt have worked. But thats the wonder of this game we love. I would never be allowed to write for well regarded zoology publications due to my glaringly obvious lack of any knowledge about the subject, whereas one quote from the Tagesspiegel describing me as a football writer, and bobs your uncle, I’m fully qualified to tell Uwe Neuhaus, a man who has managed and played professional football for his whole working life, how to set up a team to beat Duisburg. The zebras.

English tactical brain

So, with that in mind, this is what I would do for Sundays game, and it is unremittingly English. Apologies Herr Neuhaus in advance, but I think its time for 4-4-2. Simple tactics for a simple game.  In the Bundesliga both Stuttgart and Monchengladbach are playing what you would call a classic 4-4-2, and no-one would have the sheer balls to suggest that it’s working out particularly well for either, but it’s worked out okay so far for Kaiserslautern, who are playing the same fast and defined systen that made them look so much better than everybody else last year in the zweiteliga. It can work in this league, the key is a bit of pace and a bit of ball retention and movement. Union have the players for it, and it could be a cathartic process to say, “hey fuck it if they score a couple of goals, but we’ll just have to score more”, Helenio Herrera would go mental but why not try a reversal in the mindset of a team that is losing belief in the simple things that they were doing so well at the start of last season.

We’ll start at the back. All four goals Osnabruck scored on Wednesday came from defensive errors. There’s little that Herr Neuhaus can do about it, if you train all week on something and then Göhlert or Madouni simply let their marker go free in the box. So take the pressure off a bit, and try and make the opposition defenders deal with the tricky balls, both through the middle and from the wings. Dominic Peitz, while  making Terry Butcher look undermotivated, needs more time to pick a pass out than most. It’s not his job. He’s a destroyer- my friend Dave loves Peitz and has nicknamed him “the Tree”, it’s quite apt- but his inclusion already makes the back four infer that they are not up to the job and need a babysitter. Think of it as a proto-Marxist manouevre, an arm around the shoulder, “Madouni (mate), you have nothing to lose but your chains”. I like Madouni. I like the way he shouts at his colleagues, there is something very English about him as an old fashioned centre half (he would certainly fit into the stereotypes of what is required from one in the home of football), but he can pass the ball quickly and succinctly.

Michael Parensen and Torsten Mattuschka, equally, can then have the space in which to move the ball. Either forward to Benyamina’s feet, or out wide to try and get Mosquera into the box where he is at his most dangerous. For this you need Brunneman on the left and (heres the gamble) Quiring on the right. With his pace Quiring could get behind most defenses in this league, and if he can start getting the crosses in could become a real secret weapon in Köpenick. His presense would mean that behind him Christoph Menz would have to stay disciplined, but he repaid the trust Neuhaus put in him in spades against Hertha, so why not let him rise to the occasion again? Brunnemann and Kohlmann have built up a good understanding on the left, and that side should be one of Unions strongest outlets.

So, and lets be honest, that just leaves the question of the strikers and I would give a final throw of the dice to Mosquera and Benyamina. Mosquera’s first touch always was a a bit clumsy to say the least, so get him into the box where he can be a real handful. Again with Benyamina, he doesn’t like to drop back or out wide chasing the ball around. Get it to his feet where he can use his pace to run at the Duisburg defenders while Mosquera pulls them around with his gangling movement.

It’s only the 6th game of the season and, in the immortal words of the Hitchikers guide to the galaxy, Don’t panic. It needn’t be written in large friendly letters, even though they do help. After the same amount of games last year Frankfurt had just a single point too and they stayed up. Unfortunately it is the default position of the football fan. We all know what is wrong, and we all know how to win every game. Down the pub I have reconciled the bipolarities of Menotti and Billardo whilst equally being able to be pragmatic and build ateam around Roberto Baggio at the same time. The armchair is a very easy place to coach from indeed. So Uwe, if you’re reading this feel free to ignore it. Don’t panic and stick to your job mate, chances are you’re better at it than most of us.

Was tun?

Eine Frage, die beschäftigt. Wie kann der idealistische Mensch die Welt im Kleinen ändern? Auf den Fußball bezogen müsste die Frage lauten: Was kann Uwe Neuhaus im Kleinen ändern, damit die Mannschaft des 1. FC Union wieder in die Erfolgsspur findet?

Daran schließt sich für Uwe Neuhaus die Frage an: Welche Mittel verbleiben noch? Nach dem Pokal-Aus gegen den Viertligisten Hallescher FC gab es eine kritische Auswertung und Frust. Das erste Punktspiel in Aachen brachte einen glücklichen Punkt, der über ein schlechtes Spiel hinwegtäuschte. Es gäbe noch einiges zu verbessern, sagte Uwe Neuhaus auf die das Eckballverhältnis von 15:1 zugunsten der Aachener angesprochen. Nichts wurde besser im Spiel gegen Fürth. Es gab eine 1:2 Niederlage, die man noch glücklich zum Ausgleich hätte wenden können, wenn Kolk den Elfmeter getroffen hätte. Der Trainer charakterisierte die erste Halbzeit als “mit das Schlechteste, was wir in den letzten drei Jahren zu Hause geboten haben.” Daraufhin etwas angezogenere Zügel beim Training. Ein Taktikwechsel nach der Länderspielpause. Doch der brachte nichts.

In Paderborn setzte es eine Niederlage gegen einen uninspirierten und selbst auch verunsicherten Gegner. Und Uwe Neuhaus macht, was er selten tut. Er kanzelt seine Mannschaft ab: “Eigentlich nehme ich das Team in Schutz, aber das kann ich heute nicht mehr machen. Die Konter zeugen schon von Dummheit. In der zweiten Hälfte hat die Mannschaft absolut versagt.“ Danach gab es die üblichen Krisenreaktionen: Straftraining, Streichung freier Tage, Aussprache.

Nach dem Punkt im Heimspiel gegen Hertha versprach man, dort weiterzumachen, wo man aufgehört habe. Die Mannschaft hatte sich in ein Spiel zurückgekämpft, das eigentlich schon verloren aussah. Der Trainer hatte zu dem Spiel auf vier Positionen gewechselt. Doch im heute stattgefundenen Spiel konnte die Mannschaft das nicht umsetzen und verlor 4:1 in Osnabrück. Beim Halbzeitstand von 2:1 wechselt Neuhaus bereits auf zwei Positionen und kurz darauf die dritte. Die Brechstange sollte helfen und wirkte wie ein Bumerang. Vorne Chancen vergeben und hinten offen für Konter setzte es eine deutliche Klatsche.

Uwe Neuhaus hat neben der mageren Punkteausbeute zwei gravierende Probleme. Ihm bleiben kaum noch Eskalationsmöglichkeiten. Streicheleinheiten, taktische Umstellungen, offene Kritik, Straftraining, Aussprache, massive Positionswechsel und Wechsel in der Halbzeitpause sind bereits fruchtlos benutzt worden. Von diesen üblichen Mechanismen abgesehen, hat er es aber seit der Rückrunde zugelassen, dass sich der glücklose John-Jairo Mosquera immer wieder probieren durfte, obwohl andere Angreifer mit den Hufen scharrten. Mosqueras Torlosigkeit liegt nicht an ihm alleine, sondern auch an der gesamten Mannschaft, die seit dem missglückten Verjüngungsprozess in der vergangenen Rückrunde ein Problem mit der strukturierten schnellen Spieleröffnung hat. Aber das Beharren auf Mosquera führte dazu, dass sich sämtliche Kritik auf diesen Spieler konzentriert. Es ist schwierig einzuschätzen, wie die Lage in einem Team ist, wo Angreifer ständig auf der Bank sitzen oder auf andere Positionen versetzt werden, weil ihnen ein glückloser Spieler vorgezogen wird. Neuhaus hat auf Mosquera gesetzt und ist, wie es beim Poker heißt, “pot committed”. Er kommt aus dieser Sache ohne Verlust nicht mehr heraus und hofft, dass ihn Mosquera herausschießt. Beschädigt sind aber am Ende beide: Der Spieler und der Trainer.

Teve034 – Nichts reimt sich auf Paderborn

Taktische Umstellung. Wechsel auf einigen Positionen. Und am Ende bleiben null Tore. Wie immer in Paderborn. Dazu noch null Punkte.

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Teve033 – Kleeblätter bringen kein Glück

Fehlstart. Stotterstart. Das verflixte zweite Jahr. – Es gibt einige Begriffe, die momentan auf das sportliche Auftreten von Unions Profis passen. Zum ersten Pflichtspiel im heimischen Stadion herrschte eine gespannte Atmosphäre, die ganz dem Gewusel und aufgeregtem Geschnatter in den Berliner Schulen entsprach, wo am Samstag die Erstklässler eingeschult wurden. Nach dem Spiel musste enttäuscht festgestellt werden, dass auch dieses Jahr die gleichen Schwächen wie die Vorsaison bereithält. Und so bleiben zwei Wochen, um die richtige Taktik auszuknobeln, die gegen Paderborn den ersten Sieg bringen soll.

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