2013: Christian Arbeit wird rasiert.

Daniel Stolpe (ehemaliger Hertha-Reporter bei der Berliner Morgenpost) hat drüben im hochgeschätzten Blog immerhertha.de eine wirklich großartige Jahresvorschau für 2013 geschrieben. Monat für Monat eine gnadenlose Vorhersage der Zukunft von Hertha BSC inklusive der Demission von Erfolgstrainer Jos Luhukay. Schön und gut. Aber was hat das mit dem 1. FC Union zu tun? Eine ganze Menge. Denn laut der Glaskugel von Daniel Stolpe schnappt sich der in die Bundesliga aufsteigende Rivale nicht nur einen ehemaligen Union-Sponsor (ich sage nur: Orange macht Putz!), sondern auch gleich noch Presse- und Stadionsprecher Christian Arbeit. Und zwar schon im April:

Bei Hertha wird die Nachfolge für den scheidenden Klubsprecher Peter Bohmbach vorgestellt. Auf dem Podium im Medienraum sitzt ein auffällig glatt rasierter Mann mit modischer Kurzhaarfrisur – es handelt sich, und das ist kaum zu glauben, um Christian Arbeit, bislang in gleicher Funktion beim 1. FC Union tätig. “Wir haben ihn und sein professionelles und zugleich sympathisches Wirken schon lange verfolgt und waren davon sehr angetan”, erklärt Präsident Werner Gegenbauer. “Als nun die Chance bestand, ihn für Hertha BSC zu gewinnen, war er unsere erste und einzige Wahl.”

Die ganze Jahresvorschau “Orange Revolution bei Hertha oder Die wunderbare Welt der erstklassigen Saubermänner”

Herthas neue Bescheidenheit.

Es gibt diese Veranstaltungen, bei denen schon vorher klar ist, was passieren wird. Wenn ein Verein wie Hertha BSC die Verlängerung mit seinem Hauptsponsor verkündet, werden beide Seiten vor vielen klickenden Kameras betonen, welch wichtigen Partner sie haben. Doch sie verlief anders und der millionenschwere Top-Manager Rüdiger Grube sprach von Demut und zitierte aus seiner Hochzeitsanzeige.

Bei der Vorstellung des Engagements begründete Grube den erneuten Vertrag: “Das ist wie in einer Ehe. Wir stehen auch in schlechten Zeiten und hoffen gemeinsam auf bessere. Wir wollen den Aufstieg von Hertha und die Etablierung in der Bundesliga.” Beim ersten Vertrag zwischen Dieter Hoeneß und Hartmut Mehdorn war das Ziel noch Champions League. Herthas Präsident fasste sich in einfache Worte: “Ich möchte einfach nur Danke sagen. Für Hertha ist das eine schwierige Situation, in der das Bekenntnis viel wert ist.”

Und so war weniger der für Herthas momentanen Stand sehr gute Vertrag das Thema der Veranstaltung sondern Bescheidenheit. Der Bahnchef betonte immer wieder, wie sehr er Herthas Präsidenten schätze. Auch weil sie sich beide von unten hochgearbeitet hätten. Beide sprächen die gleiche Sprache. Es entstand der Eindruck, dass diese Männerfreundschaft überhaupt erst die Grundlage des Vertrages ist. Ganz nebenbei bestätigte Rüdiger Grube das Gerücht, dass Herthas Präsident Hertha auch mit eigenem Geld unterstützt: “Er ist da mit seinem persönlichen Vermögen reingegangen. Wo gibt es das noch?”

Im Nachgespräch antwortete der Bahnchef auf die Zweitligaexistenz von Hertha angesprochen: “Ich habe gelernt, dass Demut etwas sehr wichtiges ist. Dass man auch mal runtergeht und merkt, wie es dort ist. Dann weiß man den Erfolg viel mehr zu schätzen.” Bescheidenheit. Demut. Zwei Worte, die Fußballfans bisher nicht zwangsläufig mit Hertha in Verbindung brachten. Doch das ist Grubes Thema, und er spielt diese Melodie gerne. “Wissen sie was in meiner Hochzeitsanzeige stand?” fragte er einen Reporter direkt. “Ein Motto, dass ich allen jungen Menschen ans Herz legen möchte: Wenn man glücklich ist, soll man nicht noch glücklicher sein wollen.”