Teve193 [WM-Spezial] – Schwarz-Rot-Goldene Blumenkinder in Full Effect

Deutschland steht nach dem 1:0 gegen Frankreich im Viertelfinale. Wir begeistern uns an dem Moment, in dem Superheld Manuel Neuer die Stahlhand ausfährt. Tim Krul von den Niederlande hat diese Fähigkeit nicht und muss sich mit Trash Talk behelfen. Und natürlich finden wir Fouls schlimm und schlimmere Fouls noch schlimmer. Schade für Neymar. Wir denken dabei natürlich an unser schlimmstes Live-Foul, den Schienbeinbruch von Matias Concha im Stadion an der Alten Försterei. Für das Halbfinale gilt: Deutschland siegt im Sambastil.

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Teve192 [WM-Spezial] – Schmerzhaftes Ausscheiden

Wir stolpern durch das Achtelfinale wie Thomas Müller beim Freistoß. Schonungsloses Schönreden der deutschen Leistung. Sagenhaft unkritisches Anhimmeln von Trainergott Jürgen Klinsmann. Wir sind noch lange nicht fertig.

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Teve191 [WM-Spezial] – Bock auf den Kack

Suarez beißt. Herrera hüpft. Klose trifft. Die Weltmeisterschaft in Brasilien ist perfektes Entertainment. Wir können aber auch ernst und haben noch ein paar Tipps für Jogi Löw für das letzte Gruppenspiel gegen Ghana.

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Teve190 [WM-Spezial] – Entspannter Patriotismus: Public Viewing mit der Antifa

Der erste WM-Spieltag ist vorbei und wir sind wieder in das Studio der Mikrodilettanten gestürmt wie Angela Merkel in die Kabine der Nationalmannschaft. Unsere Analyse des Turniers ist dabei härter als die Kopfnuss von Pepe.

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WM Live: Deutschland gegen Portugal im nicht ganz so Public Viewing

Heute wird geliefert. Deutschland gegen Portugal. Kein sanftes Eingrooven in die Weltmeisterschaft wie für Uruguay bei der ersten Partie gegen Costa Rica. Nein, Joachim Löw und seine Jungs müssen gleich gegen Portugal ran. So wie vor zwei Jahren in Lviv. Statt Fanmeile, WM-Wohnzimmer oder Sportredaktion habe ich mich für geballte Fußballkompetenz entschieden und schaue die Partie mit meinem Nachbarn Lutz und meinem Hausmeister Daniel. Ab 17 Uhr geht es hier los. Vorschläge für Trinkspiele nehme ich gerne entgegen.

19.57 Uhr Ich verabschiede mich an dieser Stelle und widme mich dem Schnaps. Rinjehaun!

So erlebte unser Gero das Spiel in der Alten Försterei:

19.55 Uhr Ich persönlich bin noch ganz baff. Vor allem von der Defensivleistung. Viele Chancen gab es nicht für die Portugiesen. Und das ist meiner Meinung nach viel entscheidender als die gnadenlose Effizienz vor dem Tor.

19.52 Uhr In der zweiten Halbzeit war es eine sauclever heruntergespielte Partie. Besser kann man nicht in ein Turnier starten. “Und wieder ist ein Block frei”, kommentiert Lutz die Kanonenschläge in Pankow.

90. Min Abpfiff. Und es rummst wieder.

90. Min So sieht es bei uns aus.

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Weltmeisterschaft in Brasilien: Stoff für die Ohren


Foto von Kevin Lawver unter CC-Lizenz: CC BY-SA 2.0

Tag 3 der Weltmeisterschaft und ich habe immer noch keine perfekte Strategie entwickeln können, wie ich gleichzeitig alle Spiele sehen kann, genug Schlaf bekomme und meinen familiären Pflichten nachkomme. Aktuell schaffe ich die Partien um 18 und 21 Uhr. Den Rest sehe ich dann morgens aus der Konserve. Wie von Zauberhand ist es den Sendern bei diesem Turnier dann doch möglich, komplette Spielmitschnitte online zu stellen (ZDF-Mediathek und ARD-Mediathek).

Auch bei Podcasts hat sich etwas getan. Ich habe in den vergangenen Tagen in verschiedene Formate hineingehört. Eine kleine persönliche Auswahl.

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WM-Wohnzimmer: Noch nie habe ich mich so auf Bela Rethy gefreut

Nils war am Donnerstag zum ersten Spiel der Weltmeisterschaft zwischen Brasilien und Kroatien beim Public Viewing im Stadion an der Alten Försterei. Für uns hat er aufgeschrieben, wie er das WM-Wohnzimmer erlebte.

Vorab: Mit Public Viewing kann ich normalerweise nicht viel anfangen. Als 2006 zum ersten Mal im großen Stil Fußballspiele auf den Straßen und Plätzen dieses Landes gezeigt wurden, studierte ich im beschaulichen Bamberg. Auf dem zentralen Platz der Stadt standen die Grüppchen mit den Reichskriegsflaggen friedlich neben dem schwarz-rot-geilen Feierpulk – das war nicht meine Party. Wir verfolgten die Spiele mit 15, 20 Leuten auf einem alten Röhrenfernseher in einer Altstadtgasse, auf Bierkästen, wackligen Stühlen und alten Sofas sitzend, und so war das sehr schön.

Foto: Koch

Für viele Jahre sollte das die größte Gruppe bleiben, mit der ich Fußball geschaut habe. Dann kam der Umzug nach Berlin und in der Spielzeit 2012/13 die ersten Besuche in der Alten Försterei. Mittlerweile bin ich Vereinsmitglied, Dauerkarteninhaber auf der Waldseite und mit schöner Regelmäßigkeit alle zwei Wochen heiser und glücklich. Glücklich, weil ich das Gefühl habe, dass der Verein, seine Fans und Mitglieder ein riesengroßes Herz haben und Lust auf Fußball, Gemeinschaft und Spaß ohne großen Schnickschnack.

Vorfreude trotz des versenkten Sofas

Als der Herzensverein zum Public Viewing ins WM-Wohnzimmer an der Alten Försterei lud und Georg sein Sofa zur Verfügung stellte, war klar: Das machen wir jetzt einfach mal.
Georgs Sofa landete zwar keine 48 Stunden, nachdem es im Stadion war, in der Wuhle, aber trotzdem habe ich mich die ganze Woche über gefreut, denn: Wohnzimmer wurde versprochen, und Wohnzimmer hatten wir erwartet.

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Teve189 [WM-Spezial] – Geheimfavoriten mit C: Chile, Costa Rica, Belgien

Mit zwei Dritteln der Mikrodilettanten reden wir uns in WM Stimmung, analysieren alles weg, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist und beweisen glorreiche Ignoranz gegenüber allem, was Fußballsachverstand auch nur ähnlich sieht.

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Zwei echte Originale.

Mit Sepp Maiers WM-Film “We are the Champions” wurde gestern das 11mm-Fußballfilmfestival eröffnet. Wo Sepp Maier ist, leuchtet das Rampenlicht am hellsten. Ein bißchen überstrahlt es sogar den Film, und die meisten Fragen, die gestellt werden, richten sich eben nicht an den Kameramann, Regissuer und Cutter Maier. Gefragt ist der Fußballer, der Bayernexperte, der Zeitzeuge. Bayern und Basel. Bayern und Hertha. Thomas Kraft. Fußball heute. Fußball früher.

Die Veranstaltung beginnt mit einer Pressekonferenz, die kurzfristig einberufen wurde, weil die Anfragen überhand nahmen. “So, wo is´n ´s Weißbier?”, fragt Maier im Hereinkommen und nimmt damit augenblicklich die anwesende Presse für sich ein. Auf das Klackklackklack, “Und jetzt hier noch einmal hinsehen! Den Kopf gerade!” reagiert er gelassen. “Ihr seid´s so viele! Stellt euch hintereinander an, dann kann jeder Fotos machen!” versucht er die unübersichtliche Situation zu ordnen. Dann soll er sich mit Heribert Faßbender vorne hinsetzen. “Ich will aber stehen, ich will nicht sitzen. Da schlaf ich immer ein.”

Den eben aus Barcelona eingeflogenen Faßbender tröstet er. Er habe auch schon mal fünf Tore von einem Spieler reinbekommen. Klaus Fischer. “Das hat´s früher auch schon gegeben.” Und dann ist man froh, dass Faßbender auch die Moderation der Pressekonferenz übernimmt, weil der Respekt vor Maier offenkundig groß ist und niemand so recht weiß, wie man geschickt zu dem Filmthema überleiten könnte.

Der Film selbst ist unspektakulär, was die filmischen Mittel anbetrifft. Sepp Maier hat im Juni 1990, beginnend mit der Ankunft der deutschen Nationalmannschaft in Italien, die Etappensiege bis zum Finale festgehalten. Der Zuschauer betritt mit der Mannschaft das Hotel, besieht sich den Trainingsplatz, sitzt mit der Mannschaft im Bus, sieht, wie unterschiedlich die Spieler ein Spiel angehen, steht an der Seitenlinie, in der Kabine, wieder im Bus, wieder im Hotel. Die Zäsuren oder Kapitel ergeben sich durch die Abfolge der Spiele. Es gibt keine Erzählspur, keine Erklärungen – der Ton läuft zwar mit, ist aber gar nicht wichtig und selten gut zu verstehen. Wirklich aufregend wird es immer dann, wenn es gelingt, die Spieler zu charakterisieren, und das gelingt oft. Pierre Littbarski war offenbar ein großes komisches Talent. Jürgen Klinsmann scheint noch reservierter als Franz Beckenbauer, und dennoch waren beide Teamplayer. Lothar Matthäus ist naja … Lothar Matthäus. Beckenbauer wiegt das Augenthaler´sche Baby nicht wie jemand, der weiß, wie man ein Kind hält. Bodo Illgner dagegen wird von seiner Frau gut festgehalten. Man bekommt einen Eindruck vom Gefüge der damaligen Nationalmannschaft. Wer geht sich aus dem Weg, wer versteht sich? Die Spiele, das Eine-Runde-Weiter-Kommen verbinden dann wieder.

Der Vergleich zu Sönke Wortmanns “Sommermärchen” ist naheliegend und wird denn auch gezogen. 2006 sei gar keins gewesen, wirft Maier ein. Da sei man ja bloß Dritter geworden. Faßbender stellt die Authentizität von Maiers Film heraus. Er formuliert das unglücklich, bei Wortmann haben die Spieler die Bäuche einziehen und auch sonst einiges aus dem Bild nehmen müssen. Dagegen wäre Maiers Film “schon reine Pornografie” – “Bist Du prüde, oder was? In der jetzigen Zeit?” entgegnet Maier darauf. Aber den Unterschied sieht er natürlich auch. Bei Wortmann hätten die Spieler viel stärker auf die Kamera reagiert, räumt er ein.

Warum soviele gekommen sind, die seinen Film sehen wollen, versteht Sepp Maier nicht. “Ich glaub die Leute sind alle verrückt.” Der Film zeige die Realität, und dass Fußball immer das Gleiche ist – Training, Stadion, Spiel, zurück ins Hotel – jahrein, jahraus. Dann sieht man sich Beckenbauer damals und heute an und denkt “Mensch, so schnell wird man alt.”

Maier ist bodennah in seiner Selbsteinschätzung. “Ich bin kein Künstler. Ich habe einfach gefilmt.” Dass er damit so viel Aufmerksamkeit erregen würde, hat er selbst nicht geglaubt. Ein Zeitdokument ist das, was dabei entstanden ist. Das und die besondere Perspektive – die Nationalmannschaft aus der Sicht der Nationalmannschaft – macht seinen Reiz aus. Wertvoll ist es, weil es unverfälscht ist.

Eine DVD oder weitere Kinovorstellungen außerhalb des Festivals wird es nicht geben.”Ich habe den Spielern versprochen, dass der Film nicht in die Öffentlichkeit kommt.” Warum er ihn jetzt trotzdem zeigt, wird Maier gefragt. Weil genug Zeit vergangen ist, findet er. Selbst lebenslänglich wären nur 15 Jahre. Von den Spielern glaubt er, habe keiner mehr etwas dagegen.

Ein richtiges Filmfest braucht Stars. Mit Sepp Maier und seinem Film hat das 11mm in dieser Hinsicht einen doppelt guten Griff getan.

Frankly FIFA, I don’t give a damn

Jacob hat nicht nur den besten Text zum Montagsspiel geschrieben, der geschrieben wurde. Nein, er hat noch davor einen Text über die Wahl der Austragungsorte für die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 geschrieben, für dessen verspätete Publikation wir uns entschuldigen möchten.
Steffi & Sebastian

In Gone With The Wind there is a scene where, having lost all her former riches, Scarlett O’Hara tears down the beautiful green drapes that are all that is left of her furnishings to make a new dress. The idea is that she will be better able to get the 300 dollars she needs to save the family home if she has all the trappings and the appearance of wealth. It is a scene not disimilar to that of the English FA in Zurich last week as they desparately tried to impress the FIFA executive commitee members of the worth of their bid to land the 2018 World Cup. In the Guardian, David Conn pointed out that as David Cameron’s government slashed school sports funding back in the home of football, he was in a five star Zurich hotel, shaking hands with some of the most odious and dictatorial scumbags in the world.

But none of this was a surprise. Germany know very well about the morals of the FA when it comes to landing the biggest fish of all, the World Cup. When England promised Germany their full support for the 2006 tournament in exchange for Germany’s for EURO ’96 it was a deal made with crossed fingers. A gentlemans agreement only works between gentlemen, and the FA were certainly not that. They went for 2006 all the same, fuck the agreement. The obvious ending being that Germany became hosts and the English slunk home with their heads in their hands wondering why everybody thought they were so arrogant.

They always said that this time was different. The moral highground was there for the taking, and the bid had received the best possible reception. It was, finally, time for football to come home. To come home to a country where sport could help to eradicate society’s evils. Where Violence in the grounds had been all but banished and where the seeds of a new football had taken root in the fertile ground of that capitalists wet dream, the Premiership (“the Greatest League on Earth” SKY TV always tell us).

But, surprise, surprise, it didn’t work. I wrote a piece before the announcement of the winners saying how I didn’t want England to win the bid. It was just too unedifying to be cosying up to these guys who could make the Catholic Church look like a progressive, morally sound organisation. Where was the shame, the humility? To what ends would we go to win the bid, to make the big money? The BBC had broadcast a documentary on the eve of the decision accusing four further members of the executive committee of accepting bribes, but what was Cameron’s response to this? It was “irresponsible” of the BBC to harm the bid so. That two voters were already suspended because of similar accusations in the English press was seen as more than unfortunate. They could have been useful for the bid. For the BBC to be called unpatriotic and unhelpful was as fucking disgraceful as it was untrue. Although the previous experiment had shown that moral bankruptcy didn’t necessarily mean winning, why change now?

But the deal had already gone down. So it was with a huge surprise that I found myself seething with rage that Russia had won. Not because I don’t think that they equally deserve to host a World Cup (they do, and have never had one before…. no problem there) but because we looked like such pitiful losers. Apparently David Beckham is still a footballer, but he is closer to a handpuppet, let out of his Gucci leather lined box when hands need shaking, when Sepp wants to feel like royalty. The presense of “Dave” Cameron and Prince William was worse. These fuckers represent everything that is wrong with modern football in England, a representation of the gormless, money and celebrity driven Premiership that thinks football was invented in 1992, and they neither like nor know anything about the national sport other than the fact that to associate oneself with it lends a certain credibility.

I don’t need to spill more bile about the choice of Qatar to host in 2022. This was a decision that could only have come from FIFA, but the very fact that our elected leaders (not you, William. Sorry mate you don’t count as such) saw fit to hang the BBC out to dry was sickening. Could we not be proud of our press and it’s pursuit of the truth? Of course every good Conservative knows the BBC is a pseudo communist agency undermining the idea that morals and ability come second to the school one attended but it was just incredibly sad that it should have come to this. To feel the need to attack the countries most internationally respected body was inevitable, but it also still didn’t work as a tactic. Cameron still came home looking like a loser, and the FIFA executives are still happy now that it has been proved that their endemic corruption is deemed as being completely irrelevant. Life in their Swiss dream factory goes on unencumbered by trivial things like taxes and responsibility. So, let them have the World Cup wherever they like. Let it become even more bloated, and hang the consequences. Fuck them. To paraphrase Rhett Butler’s payoff line to Scarlett at the end of Gone With The Wind, “Frankly FIFA, I don’t give a damn”.