Ein zähes Spiel, ein Punkt und trotzdem gute Stimmung

Es gab sicher schon Spiele, die schöner anzusehen waren als das 1:1 gestern gegen Heidenheim. Angesichts der Tabellenkonstellation in der Zweiten Liga fand ich es schon ambitioniert, dass einige Leute durchaus ein Spiel mit vielen Torchancen erwartet haben. Es war ein zäher Abnutzungskampf und die ausgesprochen gute Laune auf den Rängen wich mehr und mehr der Erkenntnis, dass ein langer Atem nötig sein würde, um hier was mitzunehmen. Heidenheim war jedenfalls nicht angetreten, um spielerisch zu glänzen, sondern um keine Fehler zu machen. Und so sieht Fußball dann eben aus. Erst recht nachdem Marc Schnatterer verletzungsbedingt raus musste.

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Endspiel 2/5

Ich könnte vor der Partie gegen Heidenheim heute um 13 Uhr von schlechten Vorzeichen sprechen, in dem ich wie der Tagesspiegel auf die vergangenen 3 Spiele gegen Frank Schmidts Mannschaft verweise, die Union verloren hat. Dann ist da noch die Umstellung in der Abwehr durch die Gelb-Sperre von Marvin Friedrich (der Kurier zählt auf, welche Optionen stattdessen in Frage kommen). Und zu zu allem Überfluss ist da noch die Meldung aus der Bild (nicht online), nach der Felix Kroos fraglich ist, da der Kapitän beim Abschlusstraining nicht dabei gewesen sein soll. Aber ich lasse mich davon nicht entmutigen. Probleme sind nur dornige Chancen oder so. Union hat heute die riesige Möglichkeit, den Klassenerhalt nahezu komplett klar zu machen. Und genau das ist es, wofür ich heute ins Stadion gehe.

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Norbert Düwel zieht Konsequenzen

Norbert Düwel kann sehr kurz und bestimmt antworten. Es sei kein Zufall, dass immer die gleichen Spieler Fehler machten, hatte der Union-Trainer noch am Tag nach dem 2:3 in Leipzig bei AFTV gesagt. Gestern wurde er auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen 1.FC Kaiserslautern gefragt, welche Konsequenzen das denn hätte. “Personelle”, war seine knappe und entschlossene Antwort.


Foto: AFTV

Dem Trainer war anzumerken, dass er sich Gedanken gemacht hat, wie er mit immer wiederkehrenden Fehlerquellen umzugehen gedenkt: “Das hat mit der Qualität der einzelnen Spieler zu tun. Wenn ein Spieler nicht mit der Situation im Spiel umgehen kann, ist es möglich, dass er auch mal nicht spielt.”

Die Qualitätsfrage wird sich immer wieder stellen. Wir müssen uns besser verkaufen können. Wenn das heißt, dass wir uns auf bestimmten Positionen verändern müssen, dann ist dem einfach so.

Umbruch, Bewährung oder Motivation?

In Bild/BZ wird daraus die Schlagzeile “Düwel plant den großen Umbruch” gemacht. Das ist übertrieben. Aber im Kern stimmt die Grundtendenz. Denn erstens muss sich der Trainer Gedanken machen, wie diese Saison zu Ende gespielt wird, in der Union nichts mehr gewinnen kann (selbst in der Fernsehgeldtabelle nicht). Wir kennen die Situation aus vergangenen Jahren, als noch zehn Spiele zu machen waren, aber die Mannschaft nach oben und nach unten ungefährdet war. Uwe Neuhaus hat in dem Moment häufig versucht, es aber selten geschafft, seine Mannschaft zu motivieren. Sei es über die Androhung personeller Konsequenzen für die nächste Saison oder durch das Einüben einer neuen Spielidee.

Bei Düwel sehe ich gerade eine Mischung aus beidem. Wobei ich das Gefühl habe, dass er seine personellen Konsequenzen, zumindest kurzfristig, bereits gezogen hat. Bleibt noch die Spielidee, die wieder die vom Anfang der Saison sein kann, wie der Kurier schreibt. Dazu sagte Düwel: “Es gibt personelle Alternativen in der Abwehr. Wir können umswitchen oder auch eine andere Taktik spielen.” Gemeint ist die Dreierkette, mit der laut Düwel weniger Tore kassiert wurden. Allerdings würde ich dem Trainer bei dieser Argumentation auch sagen, dass erst die Umstellung auf die Viererkette der Mannschaft ihre Balance wiedergegeben hat. Denn Tore geschossen hat sie mit der Dreierkette fast gar nicht. Jetzt funktioniert jedoch das Angriffsspiel besser, so dass ich Düwels Planspiel verstehen kann.

Personell ist noch Roberto Puncec mit Rückenproblemen angeschlagen. “So wie ich den Robo kenne, wird er auch in der Lage sein, mit Schmerzen zu spielen. Und davon gehe ich aus”, sagte der Coach dazu.


Foto: Koch

Falls ihr nicht mit der S-Bahn, Straßenbahn oder Bus zum Stadion fahren wollt, bietet Eddyline morgen eine perfekte Alternative: