“Von Statistik halte ich nicht viel. Wenn du glaubst, es geht von alleine, verlierst du“

Dadurch, dass die Hinrunde zwar zu Ende ist, aber Union noch ein Spiel in Aue zu spielen hat, fühlen sich die Rückblicke in den Medien etwas merkwürdig an. Aber andererseits gibt diese Hinrunde so viel Anlass zur Freude, dass sie nicht genug gelobt und gefeiert werden kann. Ungeschlagen. Eine ganze Halbserie lang. Wann hat es das zuletzt gegeben? Und so wird diagnostiziert, dass Union sich Selbstvertrauen und auch Spielglück erarbeitet habe (Berliner Zeitung). Und der Kurier lässt Sebastian Polter davon erzählen, wie der Trainer ihn immer integriert habe, selbst zu einer Zeit, als er noch nicht mit dem Team trainieren konnte. Der Himmel hängt wirklich voll rosa Wolken gerade bei Union.

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#356 – Unter den Fittichen von Robert Zulj

Union gewinnt 2:0 gegen Bochum und bleibt damit die gesamte Hinrunde ungeschlagen. Wir diskutieren den Elfer an Sebastian Polter, verschiedene aber gleichzeitig angestimmte Fangesänge und fordern mehr alkoholfreie warme Getränke.

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Keiner wird es wagen …

“Ich will nach Hause! Mir ist kalt”, machte mir der Jungunioner unmissverständlich klar. Das war in der 35. Minute. Ich vermute, dass das vielen Eltern gestern so ging. Denn im Gegensatz zu meinem großen Teenager-Kind, das mit Sommerschuhen und geöffneter Jacke im Stadion stand, spüren die Kleinen im Stehen die Kälte sofort. Von der Mannschaft kam in der ersten Halbzeit allerdings auch wenig, was den Junior abgelenkt hätte. Also schnappte ich mir das Kind und stellte ihn für die Halbzeit an die Heizung, die im Toilettencontainer bollerte. Und die Darbietung von Urs Fischers Team in der zweiten Hälfte führte dazu, dass wir doch ohne Probleme das ganze Spiel sehen konnten.

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Auch Micha Parensen kann nur ein Problem lösen

Der ein oder andere hat sich trotz Unions Ungeschlagen-Serie ja darüber beschwert, dass in dieser Serie zu wenige Siege vorgekommen sind. Aber es gibt auch so etwas wie zu viel gewinnen.

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Teve330 – Manchmal reicht es auch, etwas ganz doll zu wollen

Union gewinnt 3:1 gegen den VfL Bochum in einer wahnsinnig intensiven Partie und macht endlich den Klassenerhalt sicher. Wir reden viel über Mentalität, sind aber vor allem endlich mal gut gelaunt und erleichtert.

Kenny Prince Redondo jubelt nach seinem Treffer zum 1:0, Foto: Stefanie Fiebrig

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Haken dran, und zurück auf Los!

Ich weiß, da ist noch ein Spiel übrig. Aber zum Glück keines mehr, auf das es ankommt. Und gleichzeitig mache ich mir klar, dass es in Hamburg Fußballvereine gibt, für die das ein normaler Saisonverlauf ist. Es scheint also alles eine Frage der Gewohnheit zu sein. Was man der zweiten Liga jedenfalls nicht vorwerfen kann: Langeweile.

Ich würde jetzt trotzdem am liebsten das Dresden-Spiel überspringen und wissen, wie Union vorhat, die nächste Spielzeit zu gestalten.

Erleichtert. Aber das tolle Spiel gegen Bochum täuscht nicht über die Saison hinweg

Erleichterung. Das war das Wort, das vielleicht am häufigsten gefallen ist nach dem 3:1 gegen Bochum. Erleichterung, dass der größte anzunehmende Unfall in dieser Saison nicht Wirklichkeit geworden ist. Erleichterung, dass es kein Abstiegs-Endspiel in Dresden geben wird. Erleichterung, dass die Mannschaft eines der besten Spiele der Saison gezeigt hat. Mit Kampf, Willen, Einsatzbereitschaft. Erleichterung darüber, dass der Geist der Choreo zum 50-jährigen Jubiläum des Pokalsiegs von der Mannschaft auf dem Rasen mit Leben erfüllt wurde. Wir waren alle so erleichtert, dass wir gar nicht mehr weg wollten nach dem Spiel. Lieber im Biergarten sitzen und zusammen bleiben. Gemeinsam erleichtert sein.

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Drei Punkte. Sonst nichts.

Heute braucht es nicht viele Worte. Es geht um 15.30 Uhr gegen Bochum nur um den Sieg. Drei Punkte, sonst nichts. Dazu die Choreo zum 50-jährigen Jubiläum des FDGB-Pokalsiegs. Wem das nicht reicht, dem ist nicht zu helfen.

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Union streicht den Saisonabschied, weil es nichts zu feiern gibt

Es steht nun tatsächlich fest. Der Saison-Abschied wird dieses Jahr komplett ausfallen. Es wird keinen Abschied geben von Spielern. Weder vor dem Spiel, noch in der Halbzeitpause und auch nicht bei eventuellem guten Ende (also gesicherten Klassenerhalt) nach dem Spiel, Die neuen Trikots werden auch nicht präsentiert. Volle Konzentration und voller Fokus auf das Spiel. Die liebgewonnene Autogrammstunde zum Saisonabschied fällt auch aus. Aber die gab es schon letztes Jahr nicht, weil sich das wie ein Abschenken des letzten Spiels, das auswärts stattfindet, anfühlen würde. Es geht also nur um eine Sache: Klassenerhalt, sonst nichts.

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Michael Parensen kann und muss Union alleine nicht retten

Lasst uns mal mental langsam in Richtung Spiel gegen Bochum am Sonntag gehen. Eine Partie, bei der wir wohl erstmals seit vielen Jahren auf die liebgewonnene Tradition der Spielerabschiede vor dem Anpfiff verzichten müssen. Denn es geht darum, endlich den Klassenerhalt sicher zu machen. Da dürften Blumen, Bilder und warmer Applaus vor Anpfiff wie ein Abschenken wirken und nicht dazu beitragen, sich auf Bochum zu fokussieren. Aber vielleicht gibt es bei passenden Ausgang den Abschied zumindest nach dem Spiel. Die Autogrammstunde danach und die Präsentation der neuen Trikots kann sich Union aus meiner Sicht aber gerne schenken. Mit aller Gewalt Klassenerhalt.

Michael Parensen jubelt beim Heimsieg gegen Sandhausen im Februar, Foto: Matze Koch

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