Mit Mut nach vorn passieren Dinge

Wenn man das Spiel von Union gegen *Leipzig gestern als Unioner*in im Stadion gesehen hat, hat man wahrscheinlich nicht allzu genau auf Taktik geachtet. Außer vielleicht in der ersten Viertelstunde, als man nichts besseres zu tun hatte. Aber danach hat sich nicht nur das geändert, sondern erschien auch das Leistungsgefälle der beiden Mannschaften, zum Beispiel in physischer Geschwindigkeit und Handlungsschnelligkeit, so klar, dass es auf taktische Details nicht anzukommen schien. Die waren aber trotzdem interessant, und wollen wir uns hier in der Taktik-Analyse etwas genauer anschauen.

Union Verteidigung Taktik RB Leipzig

Keven Schlotterbeck und Union mussten viele überfordernde Situation verteidigen. Photo: Stefanie Fiebrig

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Urs Fischer und elf TV-Kameras

Als ich zum letzten Mal hier war – es kommt einem vor, als sei es eine Ewigkeit her –, zur Pressekonferenz vor den ersten Relegationsspiel gegen Stuttgart, wirkte Unions Trainer Urs Fischer ein wenig nervös. Eine Falte in seiner Wange zuckte ein wenig. Eine Kleinigkeit, aber eine, die man gerade so wahrnehmen kann wenn man genau genug hinschaut. Und die man versteht, wenn man etwas über Fischer liest. Er ist jemand, der besessen davon ist zu gewinnen, und er wusste, dass dieses Hinspiel die Aufstiegsspiele vorentscheiden würde.

1. FC Union Pressekonferenz

Elf Kameras und viele Journalist*innen bei der Pressekonferenz, Photo: Matze Koch

Aber jetzt, vor dem Spiel gegen Leipzig, wirkt Urs Fischer viel entspannter. Er redet ausführlich über seine Spieler, über die technischen Unterschiede zwischen den Sebastians Andersson und Polter, und lobt dabei beide in hohen Tönen. Er spricht darüber, wie hart die Mannschaft gearbeitet hat, wie gut sich die neuen Spieler einfügen, wie man den Gegner beobachtet hat. Er ist locker, leicht zugänglich und lächelt viel. Er sieht aus, als habe er Spaß daran, Witze über die vielen neuen Gesichter in der Pressekonferenz zu machen.

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Urs Fischer and eleven TV-Cameras

Diesen Text von Jacob Sweetman gibt es hier auch auf Deutsch.

When I was last here, what seems like a lifetime ago, in the press conference before the first leg of the first leg-‘Relegationsspiel’ against Stuttgart, Urs Fischer had seemed a little nervous. A muscle in his cheek kept twitching slightly. It was a small thing but ever so slightly perceptible when you looked hard enough. It’s understandable when one starts to read about him. He is a man obsessed by winning, and he knew that the first leg would be the one to define the tie.

Urs Fischer Trainer 1. FC Union

Urs Fischer appeards relaxed at the press conference, Photo: Matze Koch


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Wenn gegen Dortmund die Tickets verlost werden, ist das wohl die fairste Art der Verteilung

Union reagiert auf die Serverprobleme beim Verkauf der Tickets für das erste Bundesligaspiel gegen Rasenballsport Leipzig und wird wohl die Karten für das zweite Heimspiel verlosen. Dabei kann jedes Mitglied ein Los ziehen (für das Los gibt es 4 Tage Zeit) für einen Platz der Wahl. Dabei muss man sich also schon festlegen. Und dann wird unter denjenigen ausgelost. Das fühlt sich natürlich ungerecht an, weil die Entscheidung für eine Karte jetzt bei einer höheren, nicht greifbaren Macht liegt. Aber andererseits sind nun nicht diejenigen gekniffen, die in der Verkaufszeit arbeiten müssen oder sich an der einen oder anderen digitalen Hürde nicht vorbeimogeln konnten. Von Netzverbindungen und der Serverlast bei Union (und dessen Dienstleister) möchte ich gar nicht erst sprechen. Hier noch einmal ein Screenshot, den ich gestern noch machen konnte, bevor Union die Zeughaus-Website wieder offline genommen hat. Wahrscheinlich wird Union das Verfahren sehr zeitnah offiziell bekanntgeben. Ob das dann bei jedem Spiel zum Einsatz kommen wird, ist nicht bekannt.

Verlosung der Tickets 1. FC Union Berlin gegen Borussia Dortmund

Screenshot: Union-Zeughaus

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Was meint Dirk Zingler damit, wir sollten nicht permanent versuchen, anders zu sein?

Gestern Abend waren Manager Oliver Ruhnert und Trainer Urs Fischer beim Fantreffen  im Stadion, das wegen der warmen Temperaturen draußen auf der Tribüne stattfand. Über Inhalte des Gesagten wird wie immer nicht geredet (ich bin gespannt, ob dieses eingeübte Verhalten in der Bundesliga noch Bestand haben wird, wünsche es mir aber sehr, weil das ein tolles Format für Fans ist, bei dem sie im Mittelpunkt stehen und nicht jede Aussage der Gäste vorher in deren Köpfen auf ihre Schlagzeilentauglichkeit geprüft werden muss), weshalb ich nur das Bild des sichtlich gut aufgelegten Trainers zeigen kann:

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Die fairste Möglichkeit, Karten zu verteilen

Union hat gestern an Mitglieder kommuniziert, wie der Kartenverkauf für die ersten Bundesliga-Spiele ablaufen wird. Eine Chance, diese Karten zu bekommen, haben zuerst (nur?) Mitglieder, die keine (Auswärts-)Dauerkarten haben. Die Karten – eine pro Person – für das Spiel gegen Raba Leipzig gehen demnach am 29. Juli um 10 Uhr in den Verkauf, die für das erste Auswärtsspiel in Augsburg am 5. August.

Wie beim Pokalspiel gibt es auch für diese beiden Spiele Tickets zwei Tage lang nur online zu kaufen, und danach nur nach Verfügbarkeit auch im Zeughaus am Stadion.

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Acht Neuzugänge: Wie neu wird sich Unions Bundesliga-Mannschaft anfühlen?

Das erste Training der Bundesliga-Mannschaft des 1. FC Union gestern war natürlich auch und vor allem eine Gelegenheit, zu beginnen, die Gesichter der Neuzugänge in Köpenick kennenzulernen. Da ist es ganz praktisch, dass etwa Sheraldo Becker mit seinen blondierten Haaren immer leicht zu erkennen ist. Bis ich alle Neuen wirklich kenne, werde ich mir aber noch ein paar Mal Bilder anschauen müssen. Zum Beispiel diejenigen, die Steffi gestern gemacht hat.

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Dirk Zingler, der neue Sponsor und der Fußball-Klassenkampf

Unions Präsident Dirk Zingler hat Kurier und Berliner Zeitung ein Interview gegeben, in dem er über die Wahl von Aroundtown als neuem Hauptsponsor des 1. FC Union, die Idee des Derby am 9. November und Unions Perspektive in der Bundesliga spricht. Die Sponsorwahl rechtfertigt er dabei einerseits damit, dass auch in der sozialen Konfliktsituation um das Thema Wohnraum Unternehmen differenziert zu beurteilen seien, und andererseits damit, dass Union schon seit langem eine Beziehung zu den handelnden Personen bei Aroundtown habe.

Zingler

Dirk Zingler fomuliert Unions Position in dem Interview ziemlich deutlich. Foto: Stefanie Fiebrig

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Kommt Philipp Förster zu Union? Und Urs Fischer grüßt aus Las Vegas

Ein weiterer Schritt zum Begreifen, was da vergangene Woche bei Union passiert ist: Ich muss beim Kicker nicht mehr auf die Zweite Liga klicken, um zu schauen, was zu Union geschrieben wurde. Und die Frequenz der sinnvollen Push Notifications von Onefootball nimmt zu.

Screenshot: Kicker.de

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“Einfach geil.”

War es jemals durchgehend so laut im Stadion an der Alten Försterei? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich beim 0:0 gegen Stuttgart zur Halbzeit raus musste, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe. Weil ich gezittert habe. Weil ich meine Hände nicht mehr gespürt habe. Weil ich nicht mehr zusehen konnte, wie die Uhrzeit quälend langsam verging. Immer wieder kroch der alte fatalistische Union-Geist hoch, tippte mir auf die Schulter und lachte mich aus, weil er meine Hoffnungen auf den Bundesliga-Aufstieg zerstören wollte. Beim 1:0 für den VfB beispielsweise durch den Freistoß von Aogo, das wegen einer haarsträubenden Abseitsposition vom Videoassistenten zurückgenommen  wurde und uns zumindest über den Sommer hinaus zu Videobeweis-Befürwortern macht. Da war es für wenige Sekunden ganz leer in mir. Ebenso wie bei Abdullahis Pfostentreffern in der 2. Halbzeit als mir der alte Union-Geist einflüsterte: “Das wird sich rächen!”

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Platzsturm und Bengalos

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