Relegation: 1-1 zuhause.

Auswärtsspiel in der Relegation , man liegt zurück, zeigt eine gute Leistung und kommt tatsächlich zum Ausgleich, den man mit in die entscheidende Partie nimmt. Kommt Union irgendwie bekannt vor? Ja, passierte am Sonntagnachmittag in Adlershof aber andersrum. Denn hier lag Union gegen die SG Andernach (19)99 mit 1-0 in Führung und kassierte dann den Ausgleich mit dem wortwörtlich letztem Ballkontakt in einem gerade technisch sehr ansprechendem Fußballspiel.

Union Frauen.

Eisern Union. Steht da immer. Top Platzwart.

In den ersten zwanzig Minuten hatte noch Union das Spiel bestimmt und war nach zehn Minuten verdient in Führung gegangen. Marta Stodulska (mit 24 Toren Unions erfolgreichste Stürmerin) hatte sich mit einem Dribbling durchgesetzt, bevor Josephine Ahlswede das Tor erzielte. “In der Phase war ich mit unserem Postionsspiel sehr zufrieden,” sagte Unions Trainer Falko Grothe: “Wie wir uns in den freien Räumen angeboten haben, Ballsicherheit hatten, präzise Pässe mit wenigen Kontakten in die Tiefe gespielt haben. Was wir in da gut gemacht haben, die Bälle auch mal von einem auf den anderen Flügel zu verlagern, fehlte in der zweiten Halbzeit fast völlig.”

So unglücklich der Spielverlauf in Form des späten Gegentors für die Union Frauen war, so schmeichelhaft war dann nach der zweiten Halbzeit trotzdem das Ergebnis. Denn während Union zu Beginn gut ins Spiel gekommen war, kam in der zweiten Halbzeit nur noch Andernach (das liegt übrigens bei Koblenz und der Verein hat den Claim: Fußball in der Bäckerjungenstadt) vor und nach vorne.

Union Frauen

Lätizia Radloff und Maren Weingarz im Duell

“Es hat ein bisschen die Kraft gefehlt, und wir hatten keinen Zugriff mehr,” sagte nach dem Spiel Unions Rechtsverteidigerin Lätizia Radloff. “Wir haben uns dann zu weit hinten reingestellt. Trotzdem ist natürlich echt schade, dass das Gegentor dann in der letzten Sekunde passiert.” Den fehlenden Zugriff bemängelte auch ihr Trainer Falko Grothe: “Andernach hat sich dann zu oft im Mittelfeld die Bälle vorlegen und reinspielen können.”

Gerade Andernachs rechte Flügelspielerin Sarah Krumscheid gewann in der zweiten Halbzeit viele Dribblings. Etwas, das Union nicht unvorbereitet traf, aber trotzdem effektiv war: “Wir wussten, dass auf den Außenpositionen sehr schnelle und dribbelstarke Spielerinnen sind,” sagte darüber Falko Grothe. Woher man so etwas über Teams aus anderen Frauen-Regionalligen weiß? “Man hat da ja Kontakte zu Trainern und Trainerinnen, die vielleicht auch Videomaterial haben.”

Union Frauen

Torhüterin Monique Eichhorn kurz nach Abpfiff

Dass die Gästinnen nicht früher zum Ausgleich kamen oder das Spiel gewannen lag lediglich daran, dass die Restverteidigung der am besten funktionieren Teil von Unions Spiel war. Und daran, dass ein Tor wegen Abseits nicht zählte und Torhüterin Monique Eichhorn zweimal in hoher Not hielt – einmal nach einem an ihr vorbei versprungenen Ball im Sprung zurück auf die Linie. Trotzdem war es kein Wunder, dass die Andenacherinnen offenkundig zuversichtlich aus dem Hinspiel gingen. Wie Mittelfeldspielerin Maren Weingarz sagte: “Wir haben uns eine gute Ausgangslage geschaffen und werden auf Sieg spielen.”

Bitter für Union war, dass die Angreiferin Josephine Bonsu (mit 9 Saisontoren Unions drittbeste Schützin) kurz vor der Halbzeit verletzt ausgewechselt werden musste. “Der Oberschenkel hat da zu gemacht,” sagte Trainer Falko Grothe nach dem Spiel. AnRelegation: 1-1 zuhause. ihrer Situation an diesem Sonntag zeigte sich auch, in welcher Lage sich Fußballerinnen auf diesem Niveau befinden: Sie hatte einen Tag zuvor eine Aufnahmeprüfung für ein Sportstudium (die sie bestanden hat – herzlichen Glückwunsch dazu!). Diese Doppelbelastung war ihr anzumerken, und zwar nicht nur in ihrer Verletzung. Sondern auch darin, dass es ihr zuvor schwer fiel, mit eigenen Läufen freie Räume in Andernachs Defensive zu nutzen. Im Rückspiel in einer Woche sollte Bonsu aber wieder fit sein. “Die kämpft sich immer durch, die wird nächste Woche wieder auf dem Platz stehen,” war auch Lätizia Radloff mit Blick auf Bonsus Einsatz im Rückspiel zuversichtlich.

Union Frauen

Josephine Bonsu

Schaute man während dieses Spiels auf die zugegeben schöne Hügel-Tribüne der Fritz-Lesch-Sportanlage, gewann man einen gemischten Eindruck davon, wie ernst Union den Saison-Höhepunkt seiner Frauen nimmt. Einerseits stand dort mit Dirk Zingler, Oskar Kosche, Dirk Thieme und Lutz Munack ein nicht kleiner Teil der Vereinsführung. Andererseits waren da gut 250 Zuschauer, inklusive eines beachtlichen Kontingents aus dem Rheinland. Da geht mehr. Selbst in Adlershof.

Union Frauen

Den Unionerinnen um Lätizia Radloff war ob der zweiten Halbzeit und des späten Ausgleichs die Enttäuschung anzusehen.

Mit einem Aufstieg käme Union zum ersten Mal in einer bundesweiten Liga an. Nach den vorigen Aufstiegen in die zweite Liga (2007, 2014 und 2016) spielte man noch in einer zweiten Liga, die mit mehreren Staffeln eher den Charakter einer Regionalliga verströmte. Da das Niveau in dieser Liga gestiegen ist, und es bisher schon nicht gelang, sich dort zu behaupten, würde das eine große sportliche Herausforderung. Sich in dieser Liga zu etablieren würde von Union verlangen, Frauenfußball als Leistungssport ernst zu nehmen.

Aber erstmal braucht Union dafür ein gutes Resultat in Andernach.

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Union Stuttgart

Union jubelt über das 1-1 und kommt kann sich dabei kaum auf den Beienn halten, Photo: Matthias Koch

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Urs Fischer

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Rafal Gikiewicz

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