Hedlund, Redondo und Schösswendter: Drei Spieler, die nie richtig ankamen, verlassen Union

Dass der Wechsel von Simon Hedlund (zu Brøndby) gestern bestätigt wurde, kam nach allem, was man von Hedlund in den letzten Wochen gehört hat, wenig überraschend. Aber damit, dass Union vor dem Aufbruch ins Trainingslager noch zwei andere Abgänge vermeldet, konnte man nicht unbedingt rechnen.

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Simon Hedlund und Kenny Prince Redondo verabschieden sich, Foto: Matze Koch

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Union gewinnt gegen Barcelona (quasi)

Das Turnier in der Max-Schmeling-Halle, bei dem das Wort ‘Altherrenfußball’ wirklich nicht beleidigend gemeint ist, hat gestern angefangen. Die Namen der Mannschaften, die dabei antreten, sind in diesem Jahr ziemlich klangvoll.

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Der Saisonauftakt gegen Aue hatte alles, was Union ausmacht: Wiedersehen, Trauer und pure Freude

“Es gibt nichts Schöneres als das erste Spiel nach der Sommerpause”, sagte gestern eine Freundin, als wir ungefähr eine Stunde vor Anpfiff des Spiels gegen Aue schon auf der Tribüne standen. Und sie hatte recht, denn das ist der einzige Spieltag, in den alle ohne Ballast hineingehen. Die Hoffnungen gehen noch steil, und es wurden noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Das einzige ist die Ungewissheit. Als Union noch nicht die Haupttribüne hatte und die Wege der sportlich Verantwortlichen noch etwas sichtbarer waren als heute, saß Nico Schäfer vor dem ersten Spiel mal rauchend auf der Treppe des Mannschaftscontainers. Nicht weil er kein Zutrauen in die neuen Spieler hatte, sondern weil er nicht wusste, ob das alles so gut passt wie es sich in der Vorbereitung anfühlt. Denn mit dem ersten Spieltag ist das alles weg. Jeder Eindruck aus der Vorbereitung zählt nicht mehr.

Trainer Urs Fischer vor Anpfiff, Foto: Stefanie Fiebrig

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Ein halbwegs versöhnlicher Abschluss einer verkorksten, katastrophalen Saison

Natürlich konnten die letzten beiden Siege die Saison nicht retten, sondern nur das Schlimmste verhindern. Und es ist nicht, als hätte man nicht auch gestern in Dresden gesehen, dass die Mannschaft sportliche Baustellen hat. Aber trotzdem hilft ein 1-0 in Dresden, mit einem etwas besserer Gefühl in die Sommerpause und die Aufarbeitung der Saison zu gehen. Diese Aufarbeitung darf deswegen aber natürlich nicht weniger stringent ausfallen.

Update von 15:30 Uhr: Diese Aufarbeitung hat im ersten Schritt ergeben, dass André Hofschneider nicht über das Saisonende hinaus Trainer sein wird, Lutz Munack in Zukunft nicht mehr für die Profiabteilung, sondern das Nachwuchsleistungszentrum und den Amateurfußball zuständig ist und die Position von Helmut Schulte als ‘Leiter der Lizenzspielerabteilung’ neu besetzt wird.

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Das ist der Geist, den die Mannschaft jetzt braucht

Wer Gerüchte will, wird aktuell gut bei Sport1 bedient. Ob und welche Substanz das hat, muss jeder für sich entscheiden. Mir ist ehrlich gesagt egal, ob Torsten Lieberknecht sein Kind im Kindergarten abmeldet oder nicht. Und für einen sich abzeichnenden Trainerwechsel ist das bestenfalls ein Indiz, aber kein Beleg.

Dass bei Union nicht tatenlos gewartet wird, bis die Saison beendet ist, dürfte allen klar sein. Aber was tatsächlich beschlossen und unternommen wird, ist aktuell nicht bekannt und bestätigt.

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Warum eigentlich pfeifen?

Morgen wird Marvin Friedrich sein erstes Pflichtspiel für Union machen. Was mich dabei irritiert ist die Bezeichnung “Friedrich der Große”, die in den Berliner Medien auftaucht (wie heute in der Morgenpost und gestern im Kurier). Denn ob der Verteidiger neben diesem einen Spiel noch weitere machen wird, wissen wir überhaupt noch nicht. Und dann ist “Friedrich der Große” für meinen Geschmack vielleicht auch die falsche Bezeichnung. Bei uns zu Hause fällt der Name nur, wenn der Jungunioner sich in den Kopf setzt, mal wieder nach Potsdam fahren zu wollen, um Kartoffeln auf das Grab des alten Fritz zu legen. Ich wünsche Marvin Friedrich für morgen also ein gutes Debüt mit einem Sieg für Union und dass er bei seinem richtigen Namen genannt wird, so wie das die BZ heute macht.

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“Wir haben Sieg nicht verdient mit der Leistung, die wir gebracht haben”

Ehrlich gesagt beschäftigte uns gestern hier im Harz der Sturm zunächst mehr als das Spiel von Union in Duisburg. Irgendwann sorgte ein Stromausfall im gesamten Ort dafür, dass hier gar nichts mehr ging. Doch gegen 12 Uhr kamen der Strom und kurze Zeit später auch der Mobilfunk wieder zurück.

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Wie polizeiliche Betretungsverbote für Fußballfans das Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit erschüttern

Gestern war die Haupttribüne gut gefüllt, weil die HTW ihre Immatrikulationsfeier im Stadion durchführte. Ich finde das vor allem gut, weil es zwei regional starke Magneten wie die Hochschule für Technik und Wirtschaft und den 1. FC Union miteinander verknüpft. Und es sah gut aus. Hier der Beitrag der Abendschau vom RBB:

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Bei Union brennt der … äh Papierkorb

Da Union erst am Sonntag spielt, fehlen so ein bisschen die Geschichten. Spieltagspressekonferenz ist erst morgen und da Union den DFB-Pokal immer boykottiert so früh verlässt, fehlen die besonderen Flutlichtspiele unter der Woche im Februar/März. Ich habe sehr, sehr neidisch gestern nach Bielefeld und Offenbach geschaut. Das sind sportliche Momente, die das kollektive Fangedächtnis prägen können. Ich sage nur Daniel Ernemann und Viertelfinale.

Um euch den fehlenden Nachrichtendruck zu demonstrieren, werfe ich eine Meldung aus dem Kurier-Newsticker hier hinein

Vor der Haupttribüne an der Alten Försterei brannte ein Abfall-Eimer wegen einer Zigaretten-Kippe. Aber bevor etwas schlimmeres passierte, löschte Unions Medienbeauftragter Matthias Marek den Behälter mit einer Tasse voll Wasser.

Letztlich sind die weiterhin vorherrschenden Themen die Kadergröße (zu klein) und die Gegentore (zu früh). Der Kurier schaut sich jetzt die Gesamtzahl der kassierten Treffer an und findet, dass der Zeitpunkt gar nicht so entscheidend in der Diskussion sei. 37 Gegentore seien einfach viel zu viele. Kaum vorstellbar, dass Union in dieser Saison mal dreckig 1:0 gewinnen könnte. Und diese Vermutung wird bestätigt, wenn ihr euch alle Punktspielergebnisse von Union anseht. Kein einziges Mal 1:0. Was nicht heißt, dass die Mannschaft nicht knapp gewinnen kann. Aber sie muss dann eben immer mindestens zwei Tore schießen. Der Arbeitsaufwand für die Angreifer ist einfach sehr hoch. Das sagten Spieler auch nach der Partie in Leipzig. Und ihr kennt den Spruch: Offense gewinnt Spiele, Defense gewinnt Titel.

Foto: Koch

Nicht helfen im Angriff darf Sören Brandy, der wegen seiner Schulterverletzung nächste Woche Montag operiert wird. Ich bin sehr glücklich, in der Bild/BZ zu lesen, dass ihm danach seine zweijährige Tochter beim Anziehen helfen kann. Ganz im Ernst: Wenigstens hat er damit etwas Ablenkung während der Reha. Nicht das schlechteste.

Und wer sich wie ich fragt, wann Mario Eggimann außer mit Motivationsbotschaften auf Facebook dem Team auch auf dem Platz helfen kann, der sollte diese Nachricht zur Kenntnis nehmen: Der Verteidiger knickte mit dem linken Sprunggelenk im Training um und musste in die Kabine humpeln. Gute Besserung.

Die Alte Försterei ist auch als Lernort eine gute Location, wie die gestrige Aktion im Rahmen der Reihe “Zeig Rassismus die Rote Karte” gezeigt hat. Dabei war auch die Staatsbeauftragte für Integration, Aydan Özoguz:

 

Etwas weiter weg aus Köpenick: Unions ehemaliger Torhüter Jan Glinker hat sich in Magdeburg ein Hobby zugelegt. Er fotografiert. Seine Bilder findet ihr auf einer extra Seite bei Facebook.