Da hätte Eroll Zejnullahu auch in Berlin bleiben können

Heute um 15 Uhr ist wieder öffentliches Training. Aber was haben die Spieler eigentlich so am Wochenende gemacht?

Nicht so prall lief es für Eroll Zejnullahu, der in Krakow beim 0:3 gegen die Ukraine im WM-Qualifikationsspiel wieder nur auf der Bank saß. Das ist schade für ihn. Denn dann hätte er es mit den Testspielen gegen den BAK und Luzern sicher besser getroffen, um Spielpraxis zu holen und im Rhythmus zu bleiben. Jenseits vom Erlebnis Nationalmannschaft war das dann eher eine verlorene Woche für ihn, um sich weiter in die Mannschaft von Jens Keller zu spielen. Vor allem jetzt, da mit Dennis Daube ein Spieler fit ist, der zwar einen Tick defensiver unterwegs ist als Eroll Zejnullahu, aber potenziell auch um einen Platz im zentralen Mittelfeld kämpft.

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Flagge zeigen

Unions A-Jugend gewinnt gestern mit 2:0 das letzte Spiel der Saison und sichert damit die Relegation zur Bundesliga. Gespielt wird am 19. und 26. Juni gegen den JVF Nordwest. Die Abkürzung klingt nach einem Betriebsteil eines VEB, steht aber für Jugendförderverein, in dem der VfL Oldenburg und der VfB Oldenburg ihre Jugendarbeit bündeln.

Bilder vom Spiel gibt es bei union-foto.de

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Denis Prychynenko: Ein Spieler auf der Suche nach einer Fußball-Heimat

Als Denis Prychynenko im Juli 2013 zurück in die Ukraine kam, konnte der junge Deutsche mit ukrainischen Wurzeln nicht ahnen, dass die Stadt seines neuen Vereins acht Monate später von Russland annektiert wird. Es war aber alles andere als überraschend, dass Prychynenko auf die Krim wechselt, denn seine Familie kommt von der mittlerweile umstrittenen Halbinsel. Sein Vater Sergej wurde nicht nur in Simferopol geboren. Er spielte mit seinem Bruder Wladimir zusammen für den bekannten lokalen Verein Tawrija Simferopol – und beide wurden zu Legenden des zukünftigen ukrainischen Meisters.

Wladimir blieb jahrelang der Krim und Tawrija treu. Nach seiner Laufbahn als Spieler betreute er den Verein aus Simferopol in verschiedenen Funktionen als Trainer, sein Sohn Stanislaw spielte auch für Tawrija und ist mittlerweile russischer Staatsbürger. Sergej zog dagegen mit seiner Frau Elena nach Deutschland.


Foto: Matze Koch

Dort kam Denis Prychynenko auf die Welt, der neben der deutschen bis 2010 auch die ukrainische Staatsbürgerschaft besaß. Die hat er nicht zuletzt deswegen aufgegeben, weil er für die deutsche Nationalmannschaft spielen wollte. „Ich habe den deutschen Pass und mein Traum war es immer, für Deutschland spielen zu dürfen“, sagte Prychynenko in einem Interview vom Oktober 2011. Allerdings spielte Denis dreimal für die ukrainische U17, bis er den Pass abgab.

Ausgebildet wurde der gelernte defensiver Mittelfeldspieler bei Energie Cottbus und Tennis Borussia. Prychynenko zeigte schon damals sein Talent und war auf dem DFB-Zettel, doch Berufungen in die deutschen Jugend-Nationalmannschaften kamen nie. 2009 wechselte Prychynenko dann nach Schottland, wo er zunächst für die U19 von Hearts spielte. In seiner zweiten Saison wurde er zum besten Spieler der Saison ernannt – die U19 von Hearts wurde Zweiter hinter Celtic.


Foto: Matze Koch

Wegen vieler Verletzungen konnte sich Prychenenko aber nicht im A-Kader durchsetzen und verließ anschließend Schottland in Richtung Krim. Das Interesse des FC Sewastopol, der gerade in die höchste ukrainische Liga aufstieg, war groß. Auch Denis selbst, der sich mehr und mehr zum Innenverteidiger entwickelte, wollte zurück in die Ukraine – und insbesondere auf die geliebte Halbinsel. Der Wechsel war also von beiden Seiten gewünscht.

Als Mensch konnte sich Prychynenko in Sewastopol gut durchsetzen. Der Potsdamer war sehr kommunikativ und passte ganz gut in das ambitionierte Team, das in der näheren Zukunft fest mit einer Europapokal-Teilnahme rechnete. Doch so einfach war es nicht. Prychynenko wurde wieder vor allem als Innenverteidiger eingesetzt, spielte aber nicht immer fehlerlos und war nicht beweglich genug. Außerdem kämpfte er weiter mit Verletzungen – und dann kam der März 2014, der faktisch das Ende für den FC Sewastopol bedeutete.


Foto: Matze Koch

„Mir haben die ukrainische Liga, der FC Sewastopol und vor allem die Stadt sehr gefallen. Aber die Situation war so, dass das Team nicht mehr existierte. Und ich musste den nächsten Schritt machen“, sagte Prychynenko vor seinem Wechsel nach ZSKA Sofia. In Bulgarien war Denis erfolgreich, auch wenn er nicht viel spielte.

Prychynenko ist mittlerweile 23 und hatte sehr viel Unglück in seiner bisherigen Karriere. Doch am Talent und an der Professionalität wird Denis mit Sicherheit nicht scheitern. Die Position des Innenverteidigers ist ihm momentan viel lieber, es bleibt aber offen, ob sie Prychenenko wirklich mehr liegt als das defensive Mittelfeld. Vielleicht wird die Zeit beim 1.FC Union auch endlich den erhofften Durchbruch bringen, auf den die ganze fußballverrückte Familie von Prychynenko hofft.

Teve115 – Spanien, Widerstand ist zwecklos

I for one welcome our new Spanish overlords - Die EM ist vorbei und Spanien hat den Titel geholt. Geläutert von den Meckereien der letzten beiden Podcasts sitzen wir im Friedrichshainer Sommerabend und sinnieren über die UEFA, die EM und Fankultur bei Fußball-Großereignissen. Kurz vor der Hälfte der Zeit muss Hans-Martin uns verlassen, da wenigstens einer von uns Geld verdienen muss. Anschließend mäandern Gero und ich noch mehr als eine Stunde durch Nachwuchsarbeit, europäische Ligen und drehen am Schluß nochmal die große Runde zur EM. Am Ende standen dann 2,5 Stunden Gespräch auf der Uhr, was uns selbst überrascht hat.

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Die skandalträchtigste EM seit 2 JahrenTV Produktion der EMReLive Bilder der UEFARobert meckert über die Produktionsqualität der EMEinfluss auf die Fans vor OrtRassismus bei der EMThis is Russia Blockfahne in WarschauNationalismus in Deutschland durch Fußball?Gero ist geläutert was Cristiano Ronaldo angeht, Robert nichtSchönstes Tor der EM von Danny Welbeck?Oder doch von Zlatan IbrahimovićIker Casillas bittet im Finale um den AbpfiffDas spanische Spiel heute und in ZukunftDeutschland gegen ItalienSpielverlagerung zum 1:2Reaktionen auf die NiederlageLage der Nation(almannschaft)Anspruch und Wirklichkeit im NationalmannschaftsfußballBallack kommentiert die EM bei ESPNWie wird im deutschen Fernsehen Fußball präsentiert?.

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Teve114 – Ohne Messi fetzt Barcelona nicht

Die Vorrunde der EM ist vorbei, der spielfreie Tag will genutzt werden. In diese Lücke grätschen wir rein und reden über alles, was uns auf dem Herzen liegt nach der Gruppenphase.

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AnwesenheitslisteWieviele Spiele haben wir bisher gesehen?Berichterstattung rund um die EM im deutschen FernsehenMultimediales Komplettangebot der öffentlich rechtlichenBéla Réthy ist immer noch Béla RéthyFußball auf TwitterDas beste Spiel der VorrundeSpaniens FußballObligatorisches Christiano Ronaldo BashingEngland : SchwedenWas macht die deutsche Nationalelf?Deutschland gegen Griechenland und die EurokriseWaldis ClubTom Barthels und die irischen FansiPhone App EM StatistikenTippspieleFinale und EuropameisterLivepodcast zum Finale?.

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Prost, Herr Premierminister!

Wettschulden sind Ehrenschulden. Weil ich bei ukrainischen Politikern nicht gleich an so etwas wie Ehre denke, nahm ich es auch nur nebenbei zur Kenntnis, als Premierminister Nikolai Asarow am Montag auf der offiziellen Fanmeile in Kiew mit einem schwedischen Fan wettete. Sollte die Ukraine verlieren, würde Asarow dem Schweden ein ukrainisches Bier ausgeben. Soweit so profan. Üblicher Politikersmalltalk. Jedenfalls wenn Kameras eingeschaltet sind.

Nach dem 2:1 von Andrij Schewtschenko der Ukraine gegen Schweden war der Premier Asarow fein raus und musste sich eigentlich nicht weiter mit der Wette beschäftigen. Doch unter tätiger Mithilfe des ukrainischen Fernsehens bekam der Schwede Ola Schisteot die Möglichkeit, seine Wettschulden zu begleichen. Sechs Flaschen schwedisches Bier in eine typisch ukrainische Plastiktüte gepackt und beim Amtssitz des Premiers geklopft. Asarow ist Medienprofi genug, das ganze Spiel mitzumachen und kommt sofort zur Sache: “Und jetzt, wollen wir Bier trinken?” Das machen beide dann auch und beschenken sich noch gegenseitig mit Devotionalien.

Ich persönlich finde, dass es nichts sympathischeres gibt, als bei einem Ministerpräsidenten am Tisch zu sitzen, eine schwarze Plastiktüte hochzuheben und sechs Flaschen Bier herauszuholen.

Für das Video vom ukrainischen Sender ICTV sind eigentlich keine Sprachkenntnisse erforderlich. Die Bilder sprechen für sich.

Mehr Sprachkenntnisse sind beim Nachrichtenbeitrag des Kanals 1+1 erforderlich.

Ukraine reloaded

Im Moment muss ich immer ganz genau auf den Kalender schauen. Da steht in großen Zahlen 2012. Wenn ich mir allerdings das ukrainische Team bei der EM so anschaue, könnte es genauso gut noch 2006 sein. Oleg Blochin ist der gleiche schlechtgelaunte und in der Ukraine nicht besonders beliebte Trainer. Und das blau-gelbe Team? Das ist ohne Andriy Shevchenko, der dieses Jahr noch 36 wird (Hurra, endlich ein Spieler, der älter ist als ich) überhaupt nichts wert. Ganz ehrlich, ohne den alten Mann könnten die blau-gelben nicht einmal den Iren standhalten. Okay, beim Trinken bin ich mir nicht ganz so sicher. Da käme es wohl auf die Wahl der Getränke an.

Aber ganz ehrlich. Mir ist das egal. 2006 war toll. Die Ukraine ist damals bei der WM erst im Viertelfinale an Italien gescheitert. Spricht also alles für ein Remake. Sönke Wortmann kann schon einmal die Kamera einschalten: Ukraine reloaded. Ich bin bereit.

Gelesen: Wodka für den Torwart

Nein, auf eine umfassende Lektüre aller zur Europameisterschaft erschienenen Sonderhefte verzichte ich. Die unendlichste aller Relegationen hat einfach dafür gesorgt, dass das Aufwärmprogramm für die EM ganz hektisch vor dem Anpfiff des ersten Spiels absolviert werden musste. Wer sich trotzdem für die vielen bunten Hefte interessiert, wird bei allesaussersport.de umfassend informiert.

Nach dem EM-Podcast habe ich mir fix elf ukrainische Kurzgeschichten durchgelesen. Der Band “Wodka für den Torwart“* (12,80 EUR) wird, wie sollte es kurz vor Turnierbeginn anders sein, durch Fußball zusammengehalten. Kurzweilig, ein bisschen chaotisch, manchmal auch traurig. Genauso wie das ganze Land.

Gleich die erste Geschichte hat mich vollkommen umgehauen. Eine Story, die an Chaos und Chuzpe kaum zu überbieten ist. Maxym Kidruks “Der Transfer” beschreibt, wie ein Ukrainer aus Geldnot seinen Freund dazu überredet, die Position eines neu geholten ausländischen Spielers bei Torpedo Kiew einzunehmen. Der muss dafür natürlich von der Bildfläche verschwinden. Eine sehr unterhaltsame Mischung aus Klamauk und Wahnsinn, die mich in ihrer Durchgedrehtheit an Wiktor Pelewins “Generation P“* erinnert.

Eine zweites, sehr viel nachdenklicheres Stück von Jurij Wynnytschuk heißt nur “Die uns beobachten”. Eine beklemmende Geschichte aus Lwiw, als es noch russisch Lwow hieß. Irgendwann in der Spätzeit der Sowjetunion, als der riesige Staat fast so erstarrt war, wie seine greisen Herrscher. Alles ist dabei: KGB, fußballspielende Kinder und die Suche nach der Wahrheit hinter dem spurlosen Verschwinden von Priesterschülern kurz nach Kriegsende. Und mittendrin die zerrissene Geschichte von Lwiw, das im zwanzigsten Jahrhundert öfter die Staatszugehörigkeit gewechselt hat als Lothar Matthäus Frauen vor den Traualtar schleift.

Kurzum eine unbedingte Empfehlung, wenn man zum Turnier mehr von der Ukraine kennen möchte als nur Julia Timoschenko und Straßenhundeschicksale.

*Affiliatelink
Klarstellung: Der Erzählband wurde vom Verein translit e.V. herausgegeben. Ich habe mit Jakob Mischke, der Vorsitzender des Vereins ist, zusammen an der Freien Universität Osteuropastudien studiert.

 

Teve113 – Ein Major Runterbringer

Nach einer schier endlosen Zeit ohne Fußball™ beginnt morgen endlich die Europameisterschaft 2012™. Zur Feier des Tages haben wir uns mit den Mikrodilettanten europaweit anerkannte Fußballexperten eingeladen, die jedem ZDF Experten die Schamesröte in die ran-Datenbank treiben. Zusammen besprechen wir jetzt schon alles, was es zu dieser EM zu sagen gibt, klären jetzt schon die Titelfrage und lassen uns Effenbergsche Liebestattoos stechen denn "Real love never die". Das akustische Paninialbum zur Einstimmung auf die EM - denn manchmal dauert das Spiel 1 Stunde und 48 Minuten.

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Ukrainische Städte und deren AusspracheVerwirrung um WMs in Brasilien, Qatar und RusslandDer offizielle EM-Song: Oceana "Endless SummerAzad "Alle Mann"Roger Cicero singt den offiziellen DFB Song zur EM 2012Fandevotionalien und offizielles Merchandising zur EMdas offizielle EM BierEröffnungsspiel Polen vs. GriechenlandÜberragende Vorbereitung von FrankreichCristiano Ronaldo Pro und Contra (wenig Pro, viel Contra)Für wen sind wir international allgemein und in während der EM?Schwedisches Janteloven bzw. JantelagenDie dunkle Vergangenheit der Deutschen Nationaltrainer nach Berti VogtsMiroslav KloseNochmal Pros und Contras zu Cristiano Ronaldo (immer noch wenig Pro, viel Contra)Wie alt ist Zlatan Ibrahimović"Umstrukturierung" der Hotels in der Ukraine zur EMBBC Panorama "Stadiums of hate" Teil 1BBC Panorama "Stadiums of hate" Teil 2Sol Campbell warnt die eigenen FansVergabepraxis EM und WMWarum freuen wir uns alle nicht auf die EM?Chinesische Autobahnen in PolenPaninibilder sammeln, kleben tauschenPanini ist auch nicht mehr das was es mal warEuroSticker Panini-App für iOSFankultur der NationalmannschaftFlatrateparties beim Public ViewingReibungen zwischen Fußballfans und Nicht-Fußballfans alle zwei JahreDie Frage aller Fragen: Wer gewinnt die EM 2012?Welche Auswirkungen hat das Champions League Finale auf die EM?Schweini auf CapriReal love never dieSpielerfrauen sind auch nicht mehr das was sie mal warenDer offizielle EM-Ball TangoSlavek und Slavko, die EM MaskottchenWir legen uns mehrheitlich fest, dass Frankreich die EM 2012 gewinnen wirdDer Englische Kader und die Chancen gegen FrankreichDFB Delegation besucht AuschwitzItalienische und niederländische Spieler besuchen ebenfalls AuschwitzObamas polnische KonzentrationslagerFanmeile Berlin.

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