Sebastian Polter gewinnt bei eisigen Temperaturen den André-Hofschneider-Award

Es klingt erst einmal ziemlich harsch, wenn einem Spieler die Freigabe gegeben wird, ihm also keine Steine in den Weg gelegt werden für einen Wechsel. Aber im Fall von Marc Torrejon ist das ehrlich (Bild/BZ, noch nicht online, und Morgenpost berichten). Der Spanier, der diese Saison wegen langwieriger Muskelverletzungen noch nicht ein Pflichtspiel bestreiten konnte, hat sportlich kaum eine Chance, an Florian Hübner und Marvin Friedrich vorbeizukommen. Dazu wurde mit Nicolai Rapp noch ein weiterer junger Innenverteidiger verpflichtet. Und vielleicht gibt es für Torrejon trotz seiner Verletzungsanfälligkeit im Winter bessere Optionen als im Sommer.

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Das Knie: Michael Parensen verletzt sich im Training

Michael Parensen hat sich gestern beim Training am Knie verletzt. Das ist DAS Thema der Berliner Medien und ich würde lügen, wenn mir diese Geschichte nicht auch nahe ginge. Denn der Abwehrspieler ist mehr als nur ein Fußballspieler. Er symbolisiert all das, was Union in den vergangenen zehn Jahren erreicht hat. Als er kam, war der Stadionbau noch nicht fertig. Damals ging es mit dem Neubau der Stehplatztraversen darum, den Fußball-Standort Alte Försterei überhaupt zu erhalten. Jetzt geht es beim Stadionausbau darum, die Kapazität nahezu zu verdoppeln. Damals ging es um den Aufstieg in die Zweite Liga. Heute klopft Union an die Tür zur Bundesliga. Michael Parensen war immer dabei. Und zwar nie mit weniger als hundert Prozent. Ich wünsche ihm, dass die Knieverletzung nicht so langwierig ist, wie befürchtet wird.

Michael Parensen verletzte sich beim Training am Knie, Foto: Matze Koch

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Wie Jens Keller die Schwächephase des Teams nach der Halbzeit bekämpfen möchte

Bild und Kurier berichten vom “Psychotrick” von Jens Keller, mit dem er seine Mannschaft etwas mehr Fokus beim Start in die 2. Hälfte einer Partie geben möchte. Ursache ist, dass festgestellt wurde, dass Union in den Minuten 46 bis 60  von allen Teams der Zweiten Liga am meisten Torschüsse zulässt. Ich mag solche Datenanalysen, bei denen sich ein Fakt herauskristallisiert und man dann versuchen muss, eine Antwort darauf zu finden. Denn die Ursache dafür geben die Daten nicht her. Es gilt also: Vermutungen anstellen und diese testen. Das Trainerteam muss Dinge ausprobieren und auf ihre Tauglichkeit überprüfen. Ein Versuch: Die Spieler kommen zeitiger aus der Kabine wie gegen Prag und machen ein paar Sprints, um Adrenalin auszuschütten.

Jens Keller im Gespräch mit seinem Trainerteam, Foto: Matze Koch

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Warum sich einige Leute unter Sascha Lewandowski jetzt noch älter fühlen

Vom ersten Training unter Sascha Lewandowski gestern gibt es zu sagen, dass es viele Premieren für den neuen Coach gab. Die Bild zählte insgesamt acht Stück. Eine Knobelaufgabe gibt es für Lewandowski schon: Wer spielt nach Schönheims Verletzung eigentlich Linksverteidiger (Kurier)?

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Küstennebel.

Die Mannschaft bereitet sich auf das Spiel gegen Rostock vor. “Derby” nennt es Patrick Kohlmann im Eifer. Er habe keine Angst, dort zu spielen. Natürlich wissen Trainer und Spieler um die Ereignisse des vergangenen Wochenendes in Rostock. Ihre Arbeit beeinflusst das indes nicht. “Wir bereiten uns auf ein Fußballspiel vor, genau wie jede Woche auch, und ich erwarte da überhaupt keine Probleme” sagt Uwe Neuhaus. “Dass da eine heiße Stimmung sein wird, dass die Mannschaft von Rostock brennen wird, ist doch klar. Drittletzter. Da wird uns ein heißer Tanz erwarten.”
Daniel Göhlert ist wieder im Mannschaftstraining. Ob er in Rostock auf der Bank sitzen wird? Sein Trainer will das von der Trainingsleistung im Laufe der Woche abhängig machen. Heißt auf Deutsch: Kein Kommentar.

Wir sind alle Stürmer! (und auch Innenverteidiger)

Morgens halb zehn in Deutschland. An der Alten Försterei laufen sich zwölf Feldspieler und die beiden Torhüter Jan Glinker und Kilian Pruschke warm. Länderspielpause. Bei Bundesligisten sieht es in der Zeit auf dem Trainingsplatz ähnlich aus. Dort wird dann laut über Länderspielabstimmungen lamentiert. Bei Union nicht! Hier ist das Glas noch halbvoll. Auch wenn mit Daniel Göhlert und Halil Savran jeweils nur ein Innenverteidiger und ein Stürmer mittrainieren konnten.

Auf dem Programm stand heute Vormittag Torschusstraining. Von der Mittellinie starteten die Spieler mit Sprints und schlossen aus knapp 20 Meter Entfernung sofort ab. “Tempo hochhalten und beim Torschuss mitnehmen”, rief Uwe Neuhaus hinterher. Gerade in einer Zeit, in der die Stürmer reihenweise ausfallen, müssen eben andere übernehmen. Daniel Göhlert allerdings nicht. Der musste bei der Übung passen und das Training abbrechen. Langsam verließ der letzte gelernte Innenverteidiger den Platz. “Daniel ging es schon vor dem Training nicht gut”, erläuterte der Trainer. Da sei wohl ein Muskel fest. Nichts, was einen Einsatz beim Punktspiel in einer Woche gefährden würde.

Marcel Höttecke und John Jairo Mosquera fehlten beim Training. Doch die waren nur bei einer sportärztlichen Untersuchung. “Beide waren in letzter Zeit muskulär anfällig und sollen deshalb untersucht werden”, so Neuhaus. Positiv immerhin, dass keiner vom Placzek getragen werden musste.

(Klarstellung: Der Kalauer zum Schluss stammt nicht von mir, sondern aus wie gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen)

Bilder: Stefanie Lamm

Wipfelstürmer.

Mutter: Was ist denn hier los? Ich versteh nicht, was die ganzen Leute mit den Fotoapparaten hier machen.
Tochter: Na, fotografieren. Die Mannschaft.
Mutter: Was für´ne Mannschaft?
Tochter: Na, die da oben – die gehören alle zusammen. Union Berlin steht druff. Is´Fußball, glaub ich.
Mutter: Ach. Aber soviele Fotos?
Tochter: Na für die Zeitung. Und für´s Internet. Ey, ich bin auch im Internet! Auf youtube, hab ich erzählt? Also, neulich …

Auf der Mauer, auf der Lauer.

Die Trainingsfotos von gestern früh sehen aus wie die von vorgestern, übermorgen und in drei Wochen. Waldlauf in Köpenick bei Wetter in Köpenick. Immer fünf Grad kälter als im Rest von Berlin. Eine Gruppe von Spielern läuft durch den Wald. Gewohntes Bild für die Leute, die dort mit ihren Hunden spazierengehen.

Gestern fanden sich mehr Medienvertreter als üblich am Rande des Trainingsplatzes ein. Nachdem die Berliner Zeitung als erste darüber berichtete, dass Björn Brunnemann in den Wettskandal, der derzeit in Bochum untersucht wird, involviert sei, war das Thema in den Berliner Sportredaktionen unumgänglich. Zwar war durchaus allen Journalisten klar, dass sich in einem laufenden Verfahren niemand zur Sache äußern würde. Trotzdem hoffte man auf ein wie auch immer geartetes Statement durch den Verein. Oder darauf, dass sich jemand verplappert.

Das ist widersinnig und doch logisch. Logisch, weil ein öffentliches Interesse besteht. Man kann es an der Diskussion im Forum ablesen. Der Wunsch, den Namen des Spielers von Vorwürfen reingewaschen zu sehen, ist Ausdruck dieses Interesses. Der Widersinn liegt darin, dass eine solche entlastende Aussage gestern nicht möglich war. Wenn Ermittlungen laufen, weiß zu diesem Zeitpunkt nicht einmal die Staatsanwaltschaft selbst, ob Anklage erhoben wird. Es liegt nicht mehr als ein Verdacht vor. Ein Verdacht genügt, um zu diskreditieren. Ein Verdacht ist nicht ausreichend, um zu verurteilen. Das öffnet viel Raum für Meinung und Spekulation.

Als Uwe Neuhaus sich den Journalisten zuwandte, wusste er genau, was die ihn gleich fragen würden. Nichts mit Torhütern, leider, sondern die andere, unbeantwortbare Frage. Björn Brunnemann. Ein Trainer ersetzt nun einem Spieler vielleicht Mutter und Vater, selten aber den Rechtsbeistand. Weil das allen, die ihm gegenüber standen, bewusst war, mochte niemand derjenige sein, der die Sprache auf Brunnemann bringt. Man wird nicht gerne von des Trainers Zorn getroffen. Denn natürlich ist der Dialog “Was sagen Sie zur causa Brunnemann?” – “Dazu sage ich gar nichts.” Zeitverschwendung und für beide Seiten unbefriedigend. Und selbstverständlich wurde derjenige, der die Frage trotzdem stellte, augenblicklich von des Trainers Zorn getroffen. Ungerechter Weise insofern, als er nur formulierte, was ohnehin im Raum stand, und damit zum Blitzableiter für seine Kollegen wurde. Dass auch Journalisten hier ihrem Beruf nachgehen, kam offenbar niemandem in den Sinn. Die konnten zwischen zwei Übeln wählen. Ärger mit der Redaktion oder Ärger mit Uwe Neuhaus. Pest oder Cholera.

Die Situation ist ungemütlich für Verein und Presse, der Umgang miteinander belastet. Man steht sich gegenseitig auf den Füßen. Auch wenn Karim Benyamina anschließend entspannt in Badeschlappen zum Gespräch antrat -immerhin was für´s Auge- so macht Arbeit keinen Spaß.

Teve015 – Trainingsbeginn Rückrunde

Es war noch nicht einmal Zeit für das Aufräumen des Wohnzimmers gewesen. Überall lagen noch Papierschnipsel und Kerzenreste vom frohen Fest herum. Schon ging es jedoch wieder an die Arbeit. Auf nassem leicht vereistem Untergrund. “Guten Morgen!” ruft es den professionellen Besuchern des Trainings entgegen. Je nach Laune des Angestellten in Trainingshosen kommt es mürrisch, frotzelnd oder frohgemut herüber. In einer normalen Firma würden die Angestellten dem ersten Arbeitstag nach Weihnachten auch nicht anders begegnen.

trainingsauftakt_nach_weihnachten

Kurze Versammlung am Mittelkreis des Kunstrasenplatzes an der neuen Ballsporthalle. Dann laufen die Feldspieler um den Platz während sich alle drei Torhüter mit dem Torwarttrainer separat warmmachen. Der Schneeregen ist mittlerweile in einen Dauernieselregen übergegangen. Kein richtiger Guss. Aber so permanent, dass einem bereits nach kurzer Zeit das Gefühl beschleicht, dass es durch die Sachen regnet. Kibitze für das Rückrundenauftakttraining – keine. Ein Anflug von Normalität? Oder vielleicht auch gar nicht so schlimm. Vor einer Woche das letzte Spiel gehabt. Und in zweieinhalb Wochen geht es bereits wieder los. Wo soll da die Vorfreude herkommen?
Ein mehrfaches Durchzählen ergibt: 26 Feldspieler plus drei Torhüter. Fehlt jemand? Ja, Daniel Göhlert. Ansonsten sind alle wieder da. Auch Karim Benyamina, der sich bereits auf dem langen Weg vom Kabinencontainer zum Kunstrasenplatz mit Shergo Biran um den Ball balgt. Die Lust am Ballspiel ist bei den beiden förmlich mit den Händen zu greifen.

Die Feldspieler werden aufgeteilt in zwei Gruppen. Die Jungen und die Alten. Kurzer Protest eines “Alten”: “Ich bin jung. Ich bin jung.” Dann geht es los: Sidesteps, Dribbeln, Lauf-ABC, kurze Sprints. Wie beim Training der Kinder, muss auch hier der Trainer ermahnend eingreifen. Und so ruft Uwe Neuhaus ab und zu energisch, wenn jemand den Weg abkürzen möchte: “Um die Markierungen laufen!” Bei der Gruppe der “Jungen” fällt auf, dass es einige mehr als sonst sind. Mit Philip Grüneberg, Fabian Fritsche, Marcus Mlynikowski und Boné Uaferro trainieren vier Junioren aus dem eigenen Nachwuchs bei der ersten Mannschaft mit. Vielleicht eine Belohnung für die Länderspielnominierungen? Aufgrund der begrenzten finanziellen Möglichkeiten vielleicht aber auch ein zukunftsweisender Weg? Auf jeden Fall ein Zeichen, dass sich der Weg zu Unions zweiter Mannschaft lohnen kann, wenn diese nach einem möglichen Aufstieg in der Oberliga spielend vielleicht doch zu einem Sprungbrett in die erste Mannschaft wird.

Die Spieler machen derweil Kreisspiele. Einige dürfen zur “Belohnung” auf dem Nebenplatz sich gegenseitig Medizinbälle zuwerfen. “16 m sind drin!” Das schaffen kaum Spieler. Ihnen ist die Unlust an dieser Übung anzusehen. Sie wird jedoch stoisch ertragen. Ebenso stoisch trägt heute Björn Brunnemann das rosa Leibchen mit der Aufschrift “Bunki der Woche”.

Neben den Journalisten steht ein unbekannter Mann. Ein Spielerberater. Ein neuer Mann spielt vor. Paul Thomik. Vorher beim VfL Osnabrück. Derzeit ohne Verein. Er fällt während des Trainings nicht weiter auf. Vom Stadion her weht derweil ein kalter Wind in Richtung Kunstrasenplätze.

Zum Schluss ein Trainingsspiel. Nicht alle dürfen mitmachen. Die restlichen Spieler dürfen wieder Medizinbälle werfen. Kenan Sahin hängt sich auf dem verkürzten Platz rein und scheut keinen Zweikampf. Er grätscht, er flucht, er schimpft. Michael Parensen winkt auch im Trainingsspiel des öfteren mit der Hand, um auf eine notwendige Spielverlagerung aufmerksam zu machen. Freistoß. Eine Sache für Mattuschka. Sogar die Medizinballwerfer unterbrechen ihre Übung und schauen hinüber. “Schießt endlich ein Tor!” ruft einer. Den Freistoß lässt der Torhüter zur Ecke prallen. Während nach dem Spiel die meisten noch ihre vier Runden auslaufen, müssen die anderen sich ihr Auslaufen erst durch Lattenschießen verdienen. Das ganze Training wirkt routiniert, unaufgeregt. Eben wie die momentane Stimmung bei Union.

2009_12_28_bunki_der_woche

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