Union wollte einen lauten Keeper. Und Rafal Gikiewicz ist genau das.

Der Augenblick, in dem Rafal Gikiewicz am Sonntag nach dem enttäuschenden 1:1 in Regensburg vor den Kollegen der Berliner Medien nicht an sich halten konnte, beherrscht heute noch einmal die Tageszeitungen (Kurier, Bild/BZ, Berliner Zeitung, Morgenpost, Tagesspiegel). Wir erinnern uns, dass der Keeper sagte: “Ich bin nicht zufrieden, wir haben heute nicht gut gespielt. Regensburg war die bessere Mannschaft. Und wir verlieren die nächsten zwei Punkte. Ich bin nicht zufrieden. Normalerweise müssten wir Erster sein mit fünf, sechs Punkten mehr. Ich schaue nur nach vorne. Ich habe hohe Ziele, will nicht Zweiter, Dritter oder Vierter sein. Ich will Platz eins und aufsteigen in dieser Saison.”

Rafal Gikiewicz nach Abpfiff mit Torwarttrainer Michael Gspurning, Foto: Matze Koch

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Rafal Gikiewicz hat recht: “Wir verlieren jede Woche zu viele Punkte.”

Es war gestern ein bisschen so, als hätten wir doch schon den Videobeweis in der Zweiten Liga. Gemeinsam mit dem Fanklub Ziegenunioner war ich beim Eisbeinessen und Union schauen. Als Ken Reichel zum 2:1 für Union traf, gab es die kollektive Ausflippung und ich rief: “Endlich trifft er auch mal für uns.” Mitten in den Jubel machte Schiedsrichter Sascha Stegemann zwar nicht die viereckige Geste für den Videobeweis, sondern lief rüber zu seinem Assistenten. Auch ein Zeichen, das nichts Gutes vermuten ließ. Und dann gab der Referee das Tor nicht. Warum der Assistent so ewig brauchte? Keine Ahnung. Denn die Fahne hob er zu keinem Moment, bis das Tor fiel. Hartel stand in der Situation im passiven Abseits. Wie der Assistent das so genau gesehen haben will, wenn er nicht auf Höhe der Abseitslinie stand, während wir das nur mit Standbild erkennen? Keine Ahnung. Und ich gebe zu, dass ich nicht regelfest genug bin, um zu erklären, ob es danach eine neue Spielsituation gibt oder ob Hartels passives Abseits nicht doch zum aktiven wird. Wenn letzteres der Fall ist, war es sicher korrekt, den Treffer nicht zu geben.

Screenshot: AFTV

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Jens Keller muss sich jetzt für einen Stammtorhüter entscheiden

Für Stephan Fürstner hat das Testspiel beim SV Babelsberg vom Dienstag sehr negative Auswirkungen. Der defensive Mittelfeldspieler muss wegen einer Sprunggelenksverletzung aus dem Babelsbergspiel für die Generalprobe gegen die Queens Park Rangers am Samstag um 15.30 Uhr passen (Kurier). Umgekehrt gibt das Grischa Prömel die Chance, sich am Samstag auf der Sechserposition zu präsentieren. Für Simon Hedlund und Lukas Lämmel gab es hingegen Entwarnung.

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Union ist endlich wieder beim “Tor des Monats” dabei

Die Unionkeeper ließen sich gestern mal ihre Trainingseinheit von den Füchsekeepern gestalten. Dafür ging es in die Turnhalle der Handballer. Bei Snapchat konnte man ganz gut dabei sein (die Filme und Bilder sind da noch bis 12.10 Uhr online, einfach Union mit dem Nutzernamen “fcunion66” hinzufügen oder per Snapcode adden).

Hier sind alle Artikel zum Handballtraining der Union-Keeper:

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Wie Sascha Lewandowski trotz Vereinsjubiläum die Konzentration im Team hochhält

Dieser Dienstag fühlt sich wie ein kurzes Luftholen an. Denn ich bin in Gedanken noch komplett beim Jubiläumsspiel gegen den BVB, das bei mir sehr viel Lust auf die Rückrunde geweckt hat. Aber es ist wirklich nur eine kurze Verschnaufpause. Denn morgen steht das nächste Testspiel an, das überraschenderweise sogar mit der S-Bahn erreichbar ist. Freitag wird dann in der Volksbühne noch einmal gefeiert (unter anderem mit Westbam) und am Samstag geht es gegen Salzburg inklusive erneuter Party.


Foto: Jo Gerber via Die Eisernen

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Der Kampf um die Nummer 1 im Tor ist noch völlig offen

Heute um 17 Uhr kommt Borussia Dortmund an die Alte Försterei. Ich kann gar nicht sagen, was ich vom Spiel erwarte außer etwas Freude, die Mannschaft wieder spielen zu sehen. Die BZ hilft mir etwas auf die Sprünge, indem sie die Kaderknackpunkte knapp zwei Wochen vor dem Punktspielstart auflistet.


Foto: Matze Koch

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Liebe Mama

Ich kann mich nicht erinnern, wann die Luxusprobleme beim 1. FC Union Berlin je so zahlreich gewesen wären. Vor allem im Tor hatten wir seit den Zeiten von Sven Beuckert und Robert Wulnikowski wohl nie zwei Torhüter, die so nahe beieinander in Sachen Nummer 1 waren wie zur Zeit.

Mit der Verpflichtung von Daniel Haas, der vom Verein explizit als Nummer 1 geholt wurde, fand sich Jan Glinker zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre im direkten Konkurrenzkampf um die Vorherrschaft zwischen den Pfosten bei Union. Die Weichen, die der Verein, nicht nur aber nicht zuletzt auch mit der Verpflichtung von Haas, stellt, führen klar in Richtung erste Liga und Jan Glinker steht bei Uwe Neuhaus klar in den Top 5 der Spieler, die sich immer wieder beweisen müssen, ob sie diesen Weg mitgehen können.

In den Herzen seiner Fans ist Glinker sowieso gesetzt und die symbolische Vergabe der Nummer 1 an Daniel Haas ist für sie mehr als eine nüchterne Umstrukturierung. Wer mich kennt, weiß, dass ich all diesen Dingen eher nüchtern gegenüber stehe und die Vergabe von Rückennummern reichlich unaufgeregt hinnehme. Ich bin in erster Linie Unionfan, und auch wenn ich Namen wie Teixera, Beuckert, Baumgart und Vidolov nicht ungerührt hören kann, sind sie doch immer in erster Linie mit Union verbunden und nicht als Einzelspielerübermenschen in meine Erinnerungen gebrannt.

Und dann gibt es sie doch. Diese Momente, in denen selbst ein zynischer “Kein Spieler ist größer als der Verein”-Idealist wie ich milde lächelnd vor dem reinsten aller Fanboy-Bilder sitzt und sich freut, dass es da draußen Menschen gibt, die in Jan Glinker eben mehr sehen als den besten Uniontorhüter seit langem. Und das ist ok.

Jannes Arnold, 7 Jahre

Und wenn wir schon dabei sind, uns verfrühte Weihnachtsgeschenke zu wünschen: Ich hätte gerne eine problemlose, schnelle Genesung von Daniel Haas und eine Saison voll fruchtbarem Konkurrenzkampf im Uniontor zwischen Jan Glinker Fußballgott und Daniel Haas “Fußballgott to be”. Nur bitte keine Torwartrotation, ok Uwe?

Pole-Position: Kilian Pruschke.

Seit Uwe Neuhaus ist einer der spannendsten Momente im Pressecontainer der, in dem der Zettel mit der Aufstellung aus dem Kopierer läuft. Soviel “hä?” und “wie jetze?” hört man unter Fachleuten sonst selten, und es kommt vor, dass die vom Fernsehen mit denen vom Print gemeinsam mutmaßen, wie man das Blatt zu deuten habe, um es anschließend denen vom Radio zu erklären.

Kilian Pruschke

Nachdem klar war, dass Marcel Höttecke und Jan Glinker im Testspiel gegen den FK Teplice nicht spielen können, erschien es als folgerichtig, dass die etatmäßige Nummer 3, Christoph Haker, das Tor hüten würde. Mit Kilian Pruschke, der sonst in der U19 spielt, hatte niemand ernsthaft gerechnet. Auch nicht, dass er über die vollen 90 Minuten auf dem Platz bleibt.

Christoph Haker

Was also bedeutet es? Der Vertrag von Christoph Haker wird im Sommer nicht verlängert. Kilian Pruschke ist 18 Jahre alt. Er hat Zeit, den Sprung von der A-Jugend über die U23 in die erste Herrenmannschaft zu schaffen. Er ist vom Typ her Jan Glinker nicht unähnlich, großartig auf der Linie, aber kein Riese, der durch schiere Körperlichkeit besticht. Er strahlt Gelassenheit aus, ohne überheblich zu wirken. Das Spiel gegen Teplice war seine erste große Bewährungsprobe, und er hat sie gemeistert.