Das 9:1 gegen Babelsberg zeigt, wie variabel Unions Offensive in Zukunft sein kann

Ich hatte ja beim Test gegen Babelsberg ein zähes Spiel mit einer sich mühenden Mannschaft erwartet, die nicht besonders eingespielt ist, weil vor allem Spieler mit wenig Spielpraxis zum Einsatz kommen. Stattdessen wurde es ein 9:1, bei dem Union mit voller Wucht auf Offensive ging (Spielberichte bei Union auf der Website, der BZ und dem Kurier; Fotos vom Spiel gibt es bei Union in English). Vielleicht ein Versprechen auf die Zukunft, wenn Spieler wie Joshua Mees, Suleiman Abdullahi und auch Sebastian Polter ernsthafte Optionen für die Startelf sind. Union wird dann möglicherweise offensiv noch weniger ausrechenbar. Allerdings glaube ich nicht, dass wir in der Zweiten Liga eine so offensive Ausrichtung von Beginn an sehen werden, weil das im Zweifel zu viele Räume für die gegnerische Mannschaft öffnet. Aber gespannt bin ich tatsächlich auf den Wandel der Spielweise bis Weihnachten, wenn Stück für Stück mehr Spieler zur Verfügung stehen.

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Unions Außenwahrnehmung ist immer noch die als ‘Vorzeigeverein’

Vor einem der schwereren Spiele der Saison beschäftigen sich Bild/B.Z. mit Akaki Gogia und fragen, was ihm noch fehlt, um bei Union produktiver zu spielen. Dagegen lernen wir im Kurier, dass Sebastian Andersson ein Haus in Zehlendorf gefunden und bezogen hat.

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Akaki Gogia als auch Sebastian Andersson fehlte gegen Aue etwas Glück und Präzision in ihren Aktionen; Photo: Tobi/unveu.de


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Die Stimmung ist lockerer geworden

Vor dem Spiel morgen in Aue (Anpfiff 13 Uhr) gibt es bei Union halbwegs gute Nachrichten aus dem Lazarettbereich. Christoph Schösswendter hat laut Trainer Jens Keller seine muskulären Probleme überwunden. Christopher Trimmel und Fabian Schönheim hätten zwar leichte muskuläre Probleme gehabt. Innenverteidiger Marc Torrejon ist allerdings noch kein Thema für Aue. Die gesamte Pressekonferenz mit dem Trainer, der viel lockerer als noch vergangene Woche wirkte, gibt es bei AFTV.

Screenshot: AFTV

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Fabian Schönheim und der Kurier zeigen eine beeindruckende Frühform beim Babelsberg-Test

Was mich momentan sehr verwirrt, sind die gegensätzlichen Stimmungskurven bei meinen Kindern und meinem Verein. Während bei Union die Anspannung so langsam hochgefahren wird, es am Wochenende den letzten Test gibt und es Ende der nächsten Woche wieder los geht mit Zweitligafußball, lassen meine Kinder es so langsam austrudeln mit Klassenfahrt, heute den Zeugnissen und dann 6 Wochen Ferien. Überhaupt Ferien: Ich habe einfach beschlossen, unseren Urlaub für das zweite Heimspiel zu unterbrechen. Man muss eben Prioritäten setzen …

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Christopher Quiring findet keinen neuen Verein

Union gewinnt das Testspiel gegen den SV Babelsberg mit 3:1 (Tore durch Collin Quaner, der zweimal trifft, und Raffael Korte). Der Kurier lastet Daniel Haas das 0:1 durch Onur Ulsucan an, der nach einem Ballverlust von Benjamin Köhler aus gut 30 Metern trifft. Definitiv ein haltbarer Schuss. Vielleicht war es auch ein Platzfehler, der Haas daneben greifen lässt. Auf jeden Fall sah der Keeper nicht gut aus (die Tore gibt es bei AFTV). Am Sonnabend wird gegen Austria Salzburg Jakob Busk spielen. Von einem Dreikampf ums Tor inklusive Mo Amsif kann also keine Rede sein.


Foto: Tobi/unveu.de

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“Siegen tut gut.”

Im Gegensatz zu den als Testspiel deklarierten Aufeinandertreffen in der Vorbereitung gegen hochkrätige Mannschaften war der 1:3 Sieg am Freitag im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion gegen den Drittligisten SV Babelsberg 03 ein echter Test. Während Bauarbeiter auf der Tribüne des kleinen Stadions mit den einknickbaren Flutlichtmasten bohrten und hämmerten, schraubte auch Uwe Neuhaus an seiner Startelf. Zu statisch und ausrechenbar war in den ersten drei Pflichtspielen der Saison der Spielaufbau. Und echte Spielkontrolle, wie sie der Trainer fordert, konnte auch nicht gewonnen werden. So ging es vor allem um Selbstvertrauen oder wie Neuhaus es nach dem Spiel zusammenfasste: “Siegen tut gut.”

Für den rückengeplagten Daniel Göhlert rückte Bernd Rauw in die Innenverteidigung. Auf die linke Außenverteidigerposition rückte die Allzweckwaffe Christoph Menz und auf der rechten Position spielte erstmals seit mehr als einem halben Jahr wieder Paul Thomik, der sich zuletzt bei Unions U23 in der Oberliga Wettkampfpraxis holte. Auf die Sechserposition rückte Dominic Peitz und davor standen Mattuschka, Kolk und Quiring. Im Sturm stand die von vielen geforderte Doppelspitze mit Savran und Benyamina.

Für die Spieler ging es darum, sich für einen Platz in der Startformation gegen Paderborn zu empfehlen. Aus dieser Sicht wird sich Karim Benyamina ärgern. Zu lässig wollte er den von Savran von links hineingebrachten Ball aus fünf Meter Entfernung ins Tor schieben. So konnte der Ball auf der Linie von einem Verteidiger geklärt werden. Savran hingegen nahm seine Chance an und erzielte zwei Tore. Eins aus abseitsverdächtiger Position nach einem langen Freistoß von Mattuschka, den Madouni Peitz durchließ. Das zweite nach einem schönen Pass von Kolk auf Benyamina, der zwar etwas zu sehr nach rechts abgedrängt wurde, um selbst zum Torschuss zu kommen, aber auf Savran ablegte. Das zwischenzeitliche 2:0 besorgte Ahmed Madouni wiederum nach einem langen Freistoß von Mattuschka, als er am langen Pfosten den Ball im Springen über die Torlinie bugsierte.

Vom Ergebnis abgesehen, war das Spiel auch in anderer Hinsicht ein gelungener Test. Die Abwehr stand hinten meistens sicher, was aber auch am harmlosen Angriff der Babelsberger lag. Allein bei Eckbällen und hohen Flanken geht die Orientierung verloren. Bei fast jeder Ecke kam Babelsberg zum Schuß. Interessant zu sehen, dass bei Ballbesitz Union die beiden Außenverteidiger Menz und Thomik das Mittelfeld überliefen, um vorne ein Überzahlspiel zu generieren. Hinten rückten dann Rauw und Madouni auf die Außenpositionen. Peitz ließ sich in die Mitte zurückfallen und machte dann die Dreierkette perfekt. Wie diese Verteidigung bei einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung reagiert hätte, konnte man nicht sehen, da Babelsberg Kontersituationen im Prinzip nicht ausspielte.

Zum Spielbeginn gab es Diskussionen darum, ob Neuhaus im Mittelfeld eine Raute mit Peitz als defensivem Part oder einem Dreier-Mittelfeld spielen ließ. Die Antwort lautet: sowohl als auch. In der Vorwärtsbewegung stand Kolk vor den beiden Außenspielern Mattuschka und Quiring. In der Rückwärtsbewegung war häufig der Versuch zu beobachten, die Linie zu halten. Letzten Endes ist es aufgrund der Ähnlichkeit müßig, darüber zu diskutieren, ob Neuhaus die Mannschaft mit der Formation 4-1-3-2 oder 4-4-2 auf das Feld geschickt hat. Zu sehen war, dass sich im Spielaufbau deutlich mehr Anspielpositionen anboten und die Mannschaft dieses System deutlich mehr verinnerlicht hat als das vorher so magere 4-2-3-1. Uwe Neuhaus spielte den Systemwechsel danach allerdings runter “Das hat man sofort bei den beiden Standardsituationen gesehen, dass zwei Stürmer wirkungsvoller sind. – Aber natürlich hat sich Benyamina so wohler gefühlt.”

Als Gewinner des Spiels darf sich ohne Zweifel Halil Savran sehen, der von Uwe Neuhaus danach auch für seine Robustheit in den Zweikämpfen gelobt wurde: “Da ist jeder Verteidiger auf der Hut, weil er anderen auch weh tun kann. Er hat seinen Torinstinkt bewiesen und war gerade auch hinten heraus konditionell ganz gut dabei. Das war schon ein gutes Spiel von ihm.” Neben Thomik, der konditionell nicht nicht ganz auf der Höhe ist, gab es noch einen zweiten Langzeitverletzten, der sein erstes Spiel bestritt. Michael Parensen kam in der zweiten Halbzeit für Christoph Menz. Bei den Gesprächen nach dem Spiel kam dieser nicht mehr aus dem Grinsen heraus: “Das ist schön. Dafür habe ich ein halbes Jahr alleine trainiert, war im Wald und mit dem Fitness-Coach im Kraftraum. Jetzt bin ich einfach glücklich, das ich wieder auf dem Platz stehen kann mit den anderen zusammen. Und da ist es relativ egal, wie es für mich gelaufen ist. Wichtig ist, einfach wieder dabei gewesen zu sein und den Rasen zu schnuppern.”

Bei so vielen glücklichen Gesichtern gab es auch Spieler, für die es nicht so gut gelaufen ist. Marcel Höttecke als zweiter Torhüter bekam keine erneute Chance, und der in Spielen zuvor glücklos agierende John-Jairo Mosquera wurde nicht einmal eingewechselt.

Bilder: Stefanie Lamm