Dass bei Union nicht viel mehr über die Offensive gesprochen wird, liegt an der verdammt guten Defensive

Die Frage nach der offensiven Durchschlagskraft bestimmt weiter die Themen der Berliner Medien. Kein Wunder nach einem 0:0 in Paderborn, bei dem Union drei wirklich gute Torchancen nicht nutzte. Trainer Urs Fischer setzt da an, in dem er sagt, dass durchaus genug Chancen da waren, das Spiel zu entscheiden (Tagesspiegel). Außerdem müsse im Angriffsdrittel präziser gespielt werden. Wer noch vor Augen hat, wie Bälle zu häufig in den Rücken der startenden Spieler gespielt wurden, weiß wovon Urs Fischer spricht.

Joshua Mees und Suleiman Abdullahi nach einem Einsatz im Baltic Sea Cup, Foto: Matze Koch

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#349 – Geil und Graupen

Union spielt 0:0 in Paderborn. Wir machen zwar auch die Offensive als den Ort aus, wo sich das Team noch verbessern kann, sind aber ganz glücklich mit einer starken Defensive. Außerdem ist Gero zurück. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.

Anzeigetafel in Paderborn, Foto: Matze Koch

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Ungeschlagen, aber langweilig? 7 Dinge, die uns nach dem 0:0 in Paderborn froh machen

“Von daher nervt’s mich auch ein bisschen”, sagte Urs Fischer auf der Pressekonferenz, als er das 0:0 in Paderborn einschätzen sollte und über die verpassten Torchancen sprach. Es war eine höfliche Untertreibung. Wie so oft, wenn der Union-Trainer öffentlich spricht. Er selbst dürfte sich sehr ärgern über ein erneutes Unentschieden, das Union zwar die unglaubliche Serie von 10 Liga-Spielen in Folge ohne Niederlage einbringt (der Kurier freut sich zurecht darüber), aber gleichzeitig sich nicht im gleichen Maße in Punkten niederschlägt. Ein zweites Mal brach es für Fischers Verhältnisse aus ihm heraus, als er über den ausgebliebenen Elfmeterpfiff an Joshua Mees sagte: “Es regt mich schon ein bisschen auf.” Der Offensivspieler war von Christian Strohdiek am Nachschuss gehindert worden, nachdem zuvor Sebastian Andersson die Latte traf.

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Das Spiel gegen Paderborn ist mit ganz schön viel Bedeutung aufgeladen

Machen wir es kurz: Das Spiel nachher in Paderborn (Anpfiff 13.30 Uhr) ist schon aufgeladen genug. Zweitbeste Offensive gegen beste Defensive, Union gegen einen seiner Sehnsuchts-Fußballer und das alles zehn Jahre nach diesem legendären 3:2 über Paderborn, das damals das Zeichen für den Aufstiegswillen war. Ist euch alles zu sehr aufgeladen? Mir auch. Denn eigentlich hätte ich mir einfach gerne angeschaut, wie Union sich in der Spieleröffnung besser aufstellt, wenn der Gegner Manuel Schmiedebach zustellt oder ihn dort so attackiert, dass er nicht das spielauslösende Moment sein kann. Aber ich sehe schon ein, dass das nicht die große Geschichte ist. Auch wenn sie für Unions zukünftigen Erfolg durchaus entscheidend sein kann.

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Ein hungriger Florian Hübner und ein unvergessenes Spiel gegen Paderborn

Florian Hübner hatte offensichtlich Hunger, als er zuletzt von den Kollegen der Berliner Medien(Kurier, Bild/BZ) zur Strategie gegen Paderborn befragt wurde. “Wir wollen sie gar nicht hinten rauskommen lassen und auffressen.” Aber beim Gegner aus Ostwestfalen muss keine Angst aufkommen, der Verteidiger will nur spielen. Mehr zur Strategie gegen die Offensivpower aus Paderborn gibt es heute vielleicht in der Pressekonferenz mit Union-Trainer Urs Fischer (live auf AFTV und Facebook). Aber auf jeden Fall könnt ihr eine Vorausschau aus Paderborner Sicht im Blog Schwarzundblau lesen.

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Wenn die beste Defensive der Liga auf eine der besten Offensiven trifft

Union trainiert seit Dienstag wieder und bereitet sich auf die Partie am Sonntag gegen Paderborn vor. Ich finde das Aufeinandertreffen beider Teams sehr reizvoll. Gar nicht unbedingt wegen Steffen Baumgart und seiner Beziehung zu Union. Die ist aus meiner Sicht sowieso da und ich freue mich einfach für ihn, dass die Trainer-Karriere in Paderborn solch einen Aufschwung genommen hat. Mehr dazu könnt ihr in der Bild lesen. Auch der Kurier hatte diese Woche schon einen Text über Steffen Baumgart im Angebot.

Steffen Baumgart beim Hallenturnier der Traditionsmannschaften 2017, Foto: Matze Koch

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Wenigstens ein Unioner gewinnt gegen Ingolstadt

Das schöne am gestrigen Dienstag war die Erkenntnis, dass zumindest ein Unioner gegen Ingolstadt gewinnen kann:

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Fürstner als Innenverteidiger: Lewandowskis Idee und Hofschneiders Umsetzung

Das Schöne an Freitagsspielen bei Union ist im Moment, dass wir das ganze Wochenende über lächeln dürfen. Das überstrahlt für mich auch die Tatsache, dass ich die ersten 60 Minuten auf Arbeit gesehen habe und das Tor fiel, als ich der U-Bahn saß. Genau diese Art Spiele wie das 1:0 gegen Bochum macht mir extrem viel Mut für die nächste Saison, wenn die Mannschaft in großen Teilen zusammen bleibt. Denn selbst wenn aus dem Spiel heraus die Chancen nicht zustande kommen oder genutzt werden, bleiben Standards, die von Damir Kreilach, Toni Leistner, Bobby Wood oder eben Benjamin Kessel verwandelt werden.

Fürstner als Mittel gegen Terodde

Überraschenderweise bot André Hofschneider in der Innenverteidigung weder Roberto Puncec noch Emanuel Pogatetz auf, sondern zog Stephan Fürstner aus dem defensiven Mittelfeld zurück. Begründet hat der Trainer in der Pressekonferenz nach dem Spiel diesen Schritt so: “Der Gedanke war, dass wir die Anspiele auf Simon Terodde, der wie kein Zweiter in der Liga als Wandspieler fungiert, durch einen offensiver denkenden Abwehrspieler besser antizipieren können und hinten im Spielaufbau den Ballbesitz etwas erhöhen. Ich glaube, dass Stephan Fürstner seine Rolle sehr, sehr gut ausgefüllt hat.”

Damit hat André Hofschneider eine Idee umgesetzt, die Sascha Lewandowski im September/Oktober aus einer großen Personalnot heraus entwickelt hat, um die Abwehr zu stabilisieren. Allerdings hat er sie aus verschiedenen Gründen nie auf dem Feld umgesetzt. Es spricht sehr für André Hofschneider, dass er das jetzt getan hat. Mich hat er damit sehr überrascht, weil ich immer den Eindruck hatte, dass Hofschneider als Trainer eher zu sicheren Aufstellungsvarianten greift. Aber es ist auch wirklich sehr schwer, Hofschneider auszurechnen und zu verstehen. Dafür gibt er zu sehr den spröden Kerl mit trockenem Humor.

André Hofschneider beim 1:0 gegen Bochum (Foto: Matze Koch)

Union hat noch Ziele in dieser Saison

“Dieser Sieg führt jetzt dazu, dass das Gerede aufhört, wir könnten nicht gegen Top5-Mannschaften gewinnen. Aber wahrscheinlich sind es dann ab morgen Top4-Teams”, sagte Hofschneider nach der Partie. Ich habe das Gefühl, dass der Trainer ein bisschen angefressen ist, weil das 2:6 in Nürnberg nicht als Freakspiel gewertet wurde, sondern vielleicht als Zeichen für ein zu erwartendes schlimmes Saison-Ende. Überhaupt steht Hofschneider, dem Präsident Dirk Zingler eine “ausgezeichnete Pressearbeit” bescheinigte, etwas zwischen den Fronten.

Intern geht es darum, Platz 6 vor Fürth zu sichern (allein das macht ein Mehr von über 300.000 Euro bei der Fernsehgeldverteilung aus) und vielleicht auf Platz 5 zu schielen und damit die beste Zweitligaplatzierung für Union überhaupt zu erreichen. Das sind große und auch harte Ziele für den Saisonausklang. Ich glaube aber nicht, dass diese Ziele draußen groß interessieren, wo es vielleicht heißt, dass Union um die goldene Ananas spielt, weil die Mannschaft weder mit Aufstieg noch mit Abstieg noch etwas zu tun hat.

André Hofschneider in der Pressekonferenz nach dem 1:0 gegen Bochum (Screenshot: AFTV)

Fußball ist natürlich auch Medientheater

Die Spannung im Team hochzuhalten vor einem extrem schweren Auswärtsspiel in Bielefeld (dort ist vergangene Woche Fürth mit 1:4 untergegangen und Leipzig hat gestern nur 1:1 gegen die Arminia gespielt), ist sicher die schwerste Aufgabe für Hofschneider. Und angesichts der erfolgreichen Spiele, die er als Trainer abgeliefert hat, kann ich verstehen, dass es ihm sauer aufstößt, wenn plötzlich Achim der Eckfahnenaufsteller als Erfolgsgarant präsentiert wird und weniger über den Weg, der zu diesem Erfolg führte.

Vielleicht sollte die Leistung von Hofschneider als Trainer wirklich mehr gewürdigt werden (und zwar jenseits von Plattitüden wie “Der unerschütterliche Glaube an die eigenen Fähigkeiten wurde unter Hofschneider zum Credo”). Aber auch André Hofschneider muss lernen, dass im Profifußball nicht das Geld steckt, weil die sportlichen Leistungen so hervorragend sind. Sondern weil die Geschichten so gut sind, dass täglich über Fußball geredet wird, obwohl gar kein Spiel ist, war oder sein wird.

Dieses Blog hier mit seinem täglichen Blick auf Union ist ein gutes Beispiel dafür. Ansonsten könnte ich es wie die Berliner Zeitung machen und nur einmal vor dem Spiel und nach dem Spiel etwas schreiben. Durch diese Geschichten zieht Fußball sehr erfolgreich das Interesse von anderen Sportarten ab. Und nur dadurch wird Fußball für Sponsoring und TV-Vermarktung interessant.

Hier sind alle Spielberichte zum 1:0 über Bochum:

Hier die Fotos vom Spiel:

Im Moment des Triumphs Sportsgeist bewahrt

Eine Sache liegt mir noch auf dem Herzen, und das ist die Pressekonferenz nach dem Spiel Paderborn-Freiburg (1:2). Freiburg ist damit aufgestiegen und Paderborn findet sich auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Wer Zeit hat, sollte sich die ganze Pressekonferenz ansehen, die ein Zeichen für Sportsgeist ist, wie ich ihn selten gesehen habe (und wie er vielleicht in der Bundesliga auch nicht mehr möglich ist, weil dort die Geschichten längst viel größer als die sportlichen Leistungen sind).

Eine Kurzfassung gibt es in diesen Tweets:

Tweets von Kevin Bublitz, @kevinbublitz

Hier das vollständige Video:

Ich mochte übrigens auch den Gruß, den André Hofschneider an Bochums Patrick Fabian nach dessen 4. Kreuzbandriss (!) geschickt hatte. Beim Spieler kam das auch gut an:

Tweet von Patrick Fabian, @pfabian87

Teve256 – Fußballcub Union Berlin in Weiß und Rot, Schlalalalalaaaa

Union gewinnt 4:0 in Paderborn. Wir freuen uns sehr darüber. Unser Allesfahrer Tim war nicht nur in Paderborn, sondern auch auf Schalke. Und prompt wird Ex-Schalke-Coach Jens Keller neuer Trainer ab der nächsten Saison.


Foto: Matze Koch

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