Of Demons and Tigers. The people of Union Berlin and their 2016-17 season.

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Jens Keller looked out at the packed stands of the Alte Försterei for the first time, they were in fine voice this evening. He had expected it to be loud, and he’d managed in the Champions League after all, but this was really something. The Dynamo Dresden fans in yellow and black buzzed malevolently to his right, a thousand and some ugly Saxon hornets. The Unioner were in red and white and black everywhere else, the old fashioned terraces of the Alte Försterei were filled to bursting with fans stood cheek by jowl, from the tops of the stands where people used to only have to turn around 180 degrees to piss off the back down the steep dirt slope, to the very edge of the pitch, separated from it only by a brutal red steel fence undermining everything the German football authorities say about treating fans like people.

Die Waldseite vor dem Anpfiff des Heimspiels gegen Dresden, Foto: Tobi/unveu.de

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Jetzt sind wir wieder unter uns

Seit gestern Abend mit Abpfiff des Halbfinales sind wir wieder unter uns. Keine Plastikblumenketten und Außenspiegelkondome mehr. Keine Flaggendichte mehr, die es früher sonst nur am 1. Mai oder 7. Oktober gegeben hätte. Nur noch wir und der Fußball. Wir, die wir im November und Dezember trotzdem im Stadion stehen. Wir, die wir wissen, dass eine unglückliche Aktion uns ein Spiel verlieren lassen kann. Und die wir den Trainer nicht nach einer Niederlage in der K.o.-Runde in Frage stellen (das wäre ja auch komisch angesichts von Unions “Erfolgen” in den vergangenen DFB-Pokalspielen). Kurz: Ich freue mich jetzt auf Union.

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Graue Mäuse sind auch was feines.

Die Saison ist fast zu Ende. Jetzt könnten Trainer oder Spieler ein Fazit ziehen. Wir haben uns aber gedacht, wir überlassen das den Journalisten, die Union das ganze Jahr über verfolgt haben. Bis zum letzten Spieltag am 15.Mai in Karlsruhe wird jeden Tag ein Berliner Sportjournalist beim Textilvergehen sein Saisonfazit ziehen.

Mathias Bunkus (Berliner Kurier) verfolgt Union seit 1999.

Es ist schwer, etwas nach einem so packenden Derby gegen Cottbus zu sagen, das im Prinzip vieles von dem  übertüncht hat, was in dieser Saison dürftig war. Wenn man den Verein als im unteren finanziellen Drittel angesiedelt betrachtet, dann muss man sagen: Klasse gehalten am 31. Spieltag, einen Spieltag früher als im Vorjahr – sehr zufriedenstellend. Wenn man die ganzen Verletzten sieht und deshalb nie, wie Team-Manager Beeck auch sagte, sechs Wochen am Stück mit der kompletten Mannschaft arbeiten konnte, dann muss man sagen: À la bonne heure.

Wenn man allerdings sieht, wie statisch die Mannschaft teilweise spielt und wie der sichere Ball nach hinten gespielt wird, anstatt schnell nach vorne zu spielen, dann fehlt etwas, das den modernen Fußball ausmacht. Die Mannschaft hat sich stabilisiert. Eine Weiterentwicklung, die der Verein sieht, sehe ich nicht. Der Verjüngungsversuch ist zum Teil gelungen, aber eben nicht ganz. Mit Menz wurde ein Youngster eingebaut, der sich wirklich gut entwickelt hat. Außerdem haben wir Christopher Quiring gesehen, der wahrscheinlich selbst nicht weiß, wie schnell er ist. Da sage ich: Geil, das brauchen wir! Das erklärt auch, warum Thomik auf der Position das Nachsehen hatte. Beide haben ein ähnliches Spiel. Aber Quiring ist einfach billiger.

Ich sehe viele Ansätze, aber auch viele Baustellen. Nächste Saison wird die zweite Liga noch enger. Das wird noch einmal so ein Jahr, wo Union kämpfen und hängen wird. Vielleicht darf man einfach nicht zuviel erwarten. Grundsätzlich kann man aber zufrieden sein. Union hatte seine Highlights, ist Stadtmeister und auch Spreemeister geworden, weil ja mit Hertha und Cottbus, sämtliche Vereine, die an der Spree liegen in den direkten Duellen nicht siegen konnten. Aber ich kann auch die unsäglichen Spiele wie in Paderborn oder Düsseldorf nicht vergessen. Positiv ist aber, dass der Verein am Anfang der Saison nicht in Hektik oder gar Panik verfallen ist, als man kurzzeitig unter dem Strich stand.

Ich weiß, dass Union auch in der nächsten Saison ein schweres Jahr haben wird und man zufrieden sein muss, dass der Verein in dieser 2.Liga ist. Ich selber träume aber davon, dass Union mal aus Versehen aufsteigt und wir ein Jahr das Abenteuer Bundesliga erleben dürfen. Aber im Ernst: Eine Weiterentwicklung wäre es, wenn Union für die zweite Liga den Status einer grauen Maus erlangen würde. Das ist nicht abwertend gemeint. Union sollte ein Synonym für die zweite Liga werden. Das ist für mich in der Sportstadt Berlin auch kein Problem, weil Union konkurrenzlos ist. Union ist eine Marke für sich. Und wer Fußball pur erleben möchte, der kann eben nur zu Union gehen.