Gleiche Antworten auf ungleiche Fragen

Union konnte bekanntermaßen das befürchtete Ausscheidungsspiel in Dresden vermeiden, während es Dynamo noch nicht gelungen ist, den Klassenerhalt zu sichern. Auch wenn es eher unwahrscheinlich ist, dass Dresden auf Platz 16 oder 17 fällt, sind die Ausgangsbedingungen für beide also durchaus sehr verschieden.

hofneukoch

Eins der zentralen Themen des Spiels gegen Dresden: Neuhaus, Hofschneider und ihre gemeinsame Vergangenheit bei Union, Photo: Matze Koch

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Teve288 – Fürstners Wichtigkeit kennt keine Grenzen

In einer reduzierten Besetzung reden Hans-Martin, Gero und Robert über die zurückliegende 2:0 Niederlage in Hannover, wundern sich über Anfeindungen aus Hannover und verlieren sich in städteplanerischen Luftschlössern aus Charlottenburg.

Was sind eigentlich Expected Goals?

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Die U23 feiert und Unioner reisten zum Transnistrien-Derby

Sebastian Polter setzte gestern mit dem Mannschaftstraining aus und trainierte nach offizieller Verlautbarung individuell, schreibt der Kurier. Ich hoffe, dass der Stürmer die Zeit des “individuellen Trainings” hat nutzen können, um ein paar Pfeiler für seine nächste Zukunft einzuschlagen. Wenn das dazu führt, dass er dann weiter bei Union spielt, umso besser. Dann kann er ruhig weiter ab und zu “individuell trainieren”.

Gehen wir weg vom Training zum Wettkampf. Gestern hat die U23 ein Nachholspiel in Auerbach mit 1:0 gewonnen und ist jetzt seit sechs Spielen ungeschlagen. Heißt Platz 7 in der Regionalliga Nordost. Das nenne ich mal befreit aufspielen.

 

Respekt auch an die Verrückten, die das Team beim letzten großen Auswärtsspiel begleitet haben. Das ist wirklich Wahnsinn. Am Samstag um 13.30 Uhr ist bei freiem Eintritt gegen Nordhausen das letzte Heimspiel an der Alten Försterei. Das wird sicher noch einmal schön. Das allerletzte Spiel einer U23 bei Union gibt es dann beim BAK.

 

Erinnerung: Heute um 11 Uhr (C-Junioren) und 13.15 Uhr (B-Junioren) spielt Unions Nachwuchs in den Finals um den Berliner Pokal im Poststadion. Falls ihr also heute nicht biertrinkend um den Müggelsee wandert (ich weiß, wovon ich spreche), geht nach Moabit und unterstützt die Unionjugend. Eintritt: 3 Euro.

Union engagiert sich schon länger für Vielfalt im Sport. So auch am Sonntag, wenn der 1. FC Union am U-Bahnhof Wittenbergplatz zum “Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie” auftritt und die Kampagne “Berliner Fußball liebt Vielfalt” präsentiert. Los geht es ab 11 Uhr. Außerdem ist Maskottchen Ritter Keule bei den Respect Gaymes am 6. Juni dabei.

keuleFoto: Facebook/Respect Gaymes

Unions mögliche Gegner DFB-Pokal

Gestern war “Journalistenfeiertag”. So wird der Tag vor einem Feiertag bezeichnet, weil keine Zeitung produziert wird. Dann sind auch für online keine Artikel gefragt, so dass die Kollegen die Zeit für Ausflüge nutzen können. Matze Koch düste nach Meuselwitz zum Thüringenpokalfinale des ZFC gegen Jena, das der FC Carl Zeiss mit 2:1 nach Verlängerung gewinnt.

 

Gute Entscheidung von Matze. Ich habe mir das dramatische Spiel (Jena schießt den Ausgleich erst in der 90. Minute) im Livestream angesehen, wobei ich wieder Abbitte beim MDR leisten möchte, über den ich mich gerne lustig mache. Aber der Sender bot gestern zu den parallel stattfindenden Pokalfinals in Sachsen (Chemnitz gewinnt 2:0 gegen Zwickau), Sachsen-Anhalt (Hallescher FC gewinnt 6:0 gegen VfL Halle) und Thüringen drei separate Livestreams an. Jena, Chemnitz, HFC und auch Hansa Rostock oder Energie Cottbus sind damit im DFB-Pokal dabei. Aus Unionsicht bin ich geneigt zu sagen: Gegen die kann man schon mal rausfliegen … 😜

Lese-Empfehlungen für den Feiertag

Ich möchte euch noch zwei Geschichten ans Herz legen. Die erste handelt von einer Gruppe Union-Fans, die gerne an außergewöhnliche Orte zum Fußball fährt. Dieses Mal hat es sie zum Transnistrien-Derby zwischen Sherif Tiraspol und FK Tiraspol verschlagen. Sehr lesenswert. Bei Sherif war der junge John-Jairo Mosquera von einem Sklavenhändler Berater mal untergebracht worden.

Wer die Reise wagt, der wird eine spannende Zeit erleben. So wie der Spielbeobachter in Jenseits des Dnjestr.

Deutsche Fußballfans im Jahr 2002 vor dem Vereinsgebäude von Sherif Tiraspol
Foto: Sebastian Fiebrig

Die zweite Geschichte handelt davon, wie ihr alle, die ihr Berliner seid (ich auch) eine Party bezahlt, ohne eingeladen zu sein. Es geht um das Champions League-Finale, das am 6. Juni zwischen Turin und Barcelona im Olympiastadion ausgerichtet wird. Über fünf Millionen zahlt das Land aus Steuermitteln dafür. Wofür die ganze Kohle draufgeht, hat Jonathan Sachse aus Dokumenten des Senats rekonstruiert: Fünf Millionen Euro für die Champions League

Teve056 – Hertha gewinnt Union das Derby


Bild: Robert Schmidl

Das Derby zwischen Hertha und Union war ein besonderes Spiel. Deshalb gibt es auch einen besonderen Podcast. Wir freuen uns, Uwe Bremer von der Berliner Morgenpost und Blogger auf immerhertha.de in unserer Runde begrüßen zu dürfen.

Themenliste:

Es geht 90 Minuten ums Derby. Viel Union. Viel Hertha.
O-Töne von Andre Mijatovic, Christian Lell, Dominic Peitz, Paul Thomik und Patrick Kohlmann ab Minute 60:00
Ungefähr vier Mal gibt es für fünf bis zehn Sekunden Störgeräusche durch Mobiltelefone. Wir bitten das zu entschuldigen.

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Hertha lebt auf

Egal, ob es stürmt oder schneit. Der Weg vom U- oder S-Bahnhof zum Olympiastadion eignet sich vor dem Spiel von Hertha BSC gegen Aue bei Temperaturen unter null Grad für die Untermalung durch pathetische Vereinshymnen. Aber bis auf das Stapfen von Winterstiefeln durch den berühmten Berliner Schneematsch und das regelmäßige Ploppen von Kronkorkenverschlüssen war nichts zu hören.

Überhaupt scheint von Selbstbewusstsein und Euphorie nichts mehr zu spüren zu sein. Sprach eine Mitarbeiterin der Presseabteilung von Hertha noch am Freitag sichtlich angestrengt vom bevorstehenden Spitzenspiel, so sah die Realität aus, wie man landläufig die zweite Liga beschreibt. Pässe, die beim Gegner ankommen, Einzelaktionen und viel Gebolze. Dazu das Vertändeln einer erstklassigen Chance durch Ramos. Anstatt den Ball am Torhüter vorbei ins Tor zu schieben, stolpert er ihn an den Pfosten. Erst durch den Elfmeter in der 37. Minute, den Kobiashvili verwandelt, gewinnt Hertha Sicherheit im Spiel.

In der zweiten Halbzeit hat Hertha den Vorteil, dass Aue die Kontertaktik lösen muss. Die Berliner haben mehr Aktionen, die bei konsequenterer Nutzung schneller zum 2:0 hätten führen müssen. Wiederum war es Ramos, der anstatt einige Meter zu gehen, unbedrängt aus 16 Metern abzog. Der kolumbianische Stürmer machte insgesamt eine unglückliche Figur im gesamten Spiel. Nach Lasoggas 2:0 wäre mehr möglich gewesen.

Das Weihnachtsgeschenk für die Fans war die Einwechslung von Andreas Neuendorf, der sein 150. Spiel für Hertha machen durfte. Damit sprang dann letztendlich der Funke über. Auch wenn Babbel in der Pressekonferenz die sportlichen Qualitäten von Neuendorf hervorhob. Das Leuchten in den Augen des Spielers nach dem Abpfiff sprach eine eigene Sprache. “Ich glaube, als ich mein erstes Bundesligaspiel hatte, hatte ich ähnliche Aufregung in mir gespürt. Und ich bin froh, dass ich nicht auf dem Platz gestolpert bin.”

Erleichterung stand auch dem Präsidenten Werner Gegenbauer ins Gesicht geschrieben, der nur einmal auf der Pressekonferenz zusammenzuckte als ein Journalist aus Aue fragte, mit wievielen “Omnibussen und Lastwagen” die sächsischen Fans nach Berlin gekommen waren. So hatte der Spieltag, der für den Verein ganz im Zeichen der Trauer um den verstorbenen Präsidenten stand, einen glücklichen Ausgang genommen.

O-Ton von Andreas “Zecke” Neuendorf

[audio:http://textilvergehen.de/wordpress/audio/2010_12_12_hertha_aue_zecke.mp3]

O-Ton von Andre Mijatovic

[audio:http://textilvergehen.de/wordpress/audio/2010_12_12_hertha_aue_mijatovic.mp3]

Klischee, Klischee.

Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt im Berliner Olympiastadion gegen die türkische Auswahl 3:0. Die Quintessenz des Spiels wurde an der Strandpromenade von Ahlbeck auf Usedom wie folgt zusammengefasst.

Ein Mann in den 50ern: “Gib mir mal die Zeitung, ich möchte noch einmal die Tore lesen.”

Seine Frau: “Welche Tore?”

“Die von gestern Abend. Das 3:0.”

Die Frau offensichtlich desinteressiert: “Ach Fußball!”

Der Mann liest die Agenturmeldung im Hotelblatt, als seine Frau ihn unterbricht: “Und? Gab’s Randale?”

Teve035 – Ich gehe ja nicht zum Spaß zu Union!

Wir stellen die Trainerfrage: Was tun? Oder was kann oder sollte Uwe Neuhaus jetzt tun, um den Erfolg wieder zu Union zu holen? Und wo sind die Typen bei Union in der Mannschaft? Außerdem fragen wir uns, ob es eigentlich anrüchig ist, wenn man feststellt, dass Union eine Saison Abstiegskampf bevorsteht? Denn wie sagte ein User auf Facebook: "Ich geh' ja nicht zum Spaß zu Union! Wir diskutieren das Verhalten der Anhänger von Union in Paderborn und beim Oberligaspiel bei Tennis Borussia. Wie kann man sich bestimmten Entwicklungen entgegenstellen und was unternimmt der Verein in diese Richtung? Und was ist eigentlich mit dem Neubau der Haupttribüne? Zum Schluss widmen wir uns kurz der Mietstundung für die Hertha und dem nächsten Ligaspiel, dem ersten Punktspielaufeinandertreffen des 1. FC Union Berlin und Hertha BSC seit 60 Jahren.

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VEB Hertha BSC

Hertha BSC hätte die Lizenz für die zweite Bundesliga vermutlich nicht erhalten, wenn das Land Berlin nicht mit einer verzinsten Mietstundung eingegriffen hätte. Das berichtet die Berliner Morgenpost. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Vereinbarung zwischen der landeseigenen Olympiastadion Berlin GmbH und Hertha ist sicher nicht zufällig gewählt. In weniger als einer Woche treffen Union und Hertha das erste Mal seit 60 Jahren wieder im Kampf um Punkte aufeinander. Auf den Punkt gebracht wird das Vorgehen im verlagseigenen Hertha-Blog, wo plakativ die Frage gestellt wird: Wie ist das dem 1. FC Union Berlin zu erklären?

Zugang zum Olympiastadion vom U-Bahnhof

Die Antwort darauf ist einfach: Gar nicht! Aber das muss es auch nicht, denn es handelt sich um komplett verschiedene Vorgänge und ein Problem des Landes Berlin. Ein Engagement des Senats von Berlin für die Spielstätte an der Alten Försterei gab es de facto nicht. Formal zog man sich letzten Endes darauf zurück, dass die Kommune Träger sei, also der Bezirk Treptow-Köpenick eine Lösung finden sollte. Das Ende ist bekannt: Ein Erbpachtvertrag mit dem Bezirk, Sanierung aus eigenen Mitteln. Hertha hingegen spielt in einem Stadion, das vom Land Berlin betrieben wird und dessen Sanierung sich das Land erst durch Stimmenkauf im Bundesrat bei der rot-grünen Steuerreform leisten konnte.

Hertha hat sich mangels Alternativen in der Stadt langfristig mit einem Mietvertrag bis 2017 an das Olympiastadion gebunden. In der Bundesliga liegt die Miete bei kolportierten 4,5 Mio €. In der zweiten Liga sinkt der Betrag pro Spieltag um 25.000 € und die Prämie von zusätzlichen 75.000 € bei erreichten 50.000 sind nur bei entsprechendem sportlichen Erfolg denkbar. Das erwartete Minus der Betreibergesellschaft für den Zweitligafall liegt bei 700.000 bis 2,5 Mio €. Läuft es so, wie die Saison angefangen hat, müsste die Hertha in der zweiten Liga eine Stadionmiete in einer Höhe bezahlen, die beim 1. FC Union ca. 50% des Lizenzspieleretats ausmacht. Das Problem der Hertha ist also ein selbst für Erstligaverhältnisse exorbitanter Mietvertrag, aus dem der Verein erst in sieben Jahren ausscheiden kann.

Das eigentliche Problem liegt aber beim Land Berlin. Das betreibt mit einer Stadionbetreibergesellschaft eine Spielstätte, die mit dem Wegfall eines nicht zu ersetzenden Hauptmieters sofort Insolvenz anmelden müsste. Das erklärt auch, warum die Betreibergesellschaft nicht von privater Hand betrieben wird. Denn wirtschaftlich gesund ist etwas anderes. Hier rächt es sich, auf den Denkmalschutz des Olympiastadions und seiner Laufbahn bestanden zu haben. Würde die Betreibergesellschaft zahlungsunfähig werden, springt als Eigner wohl das Land Berlin, ergo der Steuerzahler ein. Um dieses Potential weiß seit langem auch Hertha BSC. Die Lizenz hätte man im unwahrscheinlichsten Fall auch mit einem preiswerten und kurzfristigen Mietvertrag im Stadion an der Alten Försterei erhalten können. So kann Hertha mit einer weichen Budgetschranke arbeiten wie ein sozialistischer Betrieb im Ostblock in dem Wissen, dass er gar nicht pleite gehen kann. Es können fix 2,5 bis 4,5 Mio € im laufenden Etat umgeschichtet werden.

Das Land Berlin hat also bis 2017 und eigentlich auch darüber hinaus nun einen VEB Hertha BSC am Hals. Und den blau-weißen Anhängern steht eine Saison bevor, über der die Überschrift steht: “Aufstieg oder Tod!”