Wenigstens ein Unioner gewinnt gegen Ingolstadt

Das schöne am gestrigen Dienstag war die Erkenntnis, dass zumindest ein Unioner gegen Ingolstadt gewinnen kann:

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Wir sollten alle viel deutlicher machen, welchen Fußball wir wollen

Es wäre jetzt billig, den geplanten Protest beim Auswärtsspiel in Leipzig (der Kurier bezeichnet den Protest schon als Tradition) als “bringt ja eh nichts” einfach abzutun. 15 Minuten sollen die Ränge des Gästeblocks im Zentralstadion zu Anpfiff leer bleiben. 15 Minuten, die zeigen sollen, was passiert, wenn das Projekt Red Bull in Deutschland Vorbild für eine ganze Bewegung an Klubs wird, und die Liga zu einer seelenlosen Veranstaltung verkommt. Wobei wir in Deutschland vielleicht auch ohne Red Bull schon auf einen Weg dorthin sind, wenn ich die “Zukünftige strategische Ausrichtung der Bundesliga” zur Erhöhung ihrer Einnahmen und zur Minimierung ihrer Risiken richtig deute. Initiiert vom sich selbst als Malocherklub bezeichnenden FC Schalke 04.


Foto: Matze Koch

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Teve246 – Hongkong-Gero ist zurück

Bevor es mit den Punktspielen wieder los geht, fassen wir zusammen, was in der Winterpause bei Union alles passiert ist: Zugänge, Abgänge, neuer Sportdirektor, die Jubiläumswochen und ein sehr umstrittener Polizei-Einsatz.

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Foto: Tobi/unveu.de

Video der Choreo zum 50-jährigen Vereinsjubiläum

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Helmut Schulte wird neuer Sportdirektor, aber Nico Schäfer erledigt noch die Wintertransfers

Eigentlich war gestern einfach nur der erste Arbeitstag des Jahres, aber das hielt Union nicht davon ab, gleich richtig loszulegen: Der bisherige Manager Nico Schäfer (der diesen Titel aber nicht tragen durfte) verlässt auf eigenem Wunsch den Verein (so sagt es zumindest die offizielle Mitteilung) und dafür bekommt Union mit Helmut Schulte erstmalig seit 2011 wieder einen Sportdirektor.

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Verlässt Nico Schäfer den 1. FC Union?

Der Kurier schreibt heute über das Gerücht, dass Nico Schäfer von sich aus seinen Job als kaufmännisch-organisatorischer Leiter der Lizenzspielerabteilung bei Union beenden würde. Zu den möglichen Gründen schweigt sich der Kurier aus. Einzig eine mögliche Verschlechterung im Arbeitsklima mit dem Präsidenten wird genannt:

In vier Jahren entstehen auch Reibungspunkte. Und die Zusammenarbeit mit einem so absoluten Alphatier wie Präsident Dirk Zingler ist auch nicht immer unkompliziert.


Foto: Matze Koch

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I love you. You love me. We’re a happy family.

Es gibt manchmal sehr besondere Momente. Bei der Vorstellung von Stürmer Bobby Wood im Mannschaftskreis gab es einen solchen. Wie bei anderen Klubs üblich müssen neue Spieler bei Union ein Lied singen. Der Amerikaner wählte sich das von Dinosaurier Barney:

Die Wahl des Liedes ist witzig und verstörend zugleich. Weil der Angreifer erst jetzt ins Training eingestiegen ist, muss er konditionell aufholen. Deshalb darf er einige Runden extra um den Platz drehen.

Da alle Berliner Medien mit Bobby Wood gesprochen haben, hier kurzerhand die Auswahl:

  • Bobby Wood singt Kinderlied zum Einstand (Tagesspiegel)
  • Stürmische Zeiten bei Union (Morgenpost)
  • „Mein Bauchgefühl war, dass Union für mich das Beste ist” (Berliner Zeitung)
  • Bobby im Union-Glück – bis er Barney sang … (Berliner Kurier)
  • Bobby Wood: “Mein Bauchgefühl sagte, ich muss zu Union” (BZ/Bild)

Der 22-Jährige wird sicher etwas Zeit benötigen, um ins Team zu finden. Dann wird sich zeigen, ob er mental und spielerisch zu Union passt.

Ein Dankeschön von Sebastian Polter

Der Kurier schaut sich Torhüter Mo Amsif und dessen Umgang mit dem Konkurrenzkampf im Tor genau an. Meine Prognose aus der Distanz: Es wird wieder eine knappe Entscheidung werden, die der Trainer zwischen Amsif und Daniel Haas treffen muss.

Ein letztes Mal Sebastian Polter hat die Bild/BZ für uns: Ein kurzes Gespräch mit dem Stürmer nach seinem Wechsel nach England. Für ihn prima, Unionfans verstehen das. So weit so erwartbar. Und doch finde ich den letzten Satz bemerkenswert: “Und danke Nico Schäfer, dass du so hartnäckig warst, mich nach Berlin zu holen …”

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Unions Manager (oder “kaufmännisch-organisatorischer Leiter der Lizenzspielerabteilung” wie es offiziell so liebevoll heißt) steht ja immer etwas im Schatten des sportlichen Bereiches. Das ist auch vollkommen in Ordnung so. Aber die Fähigkeiten von Nico Schäfer werden etwas zu wenig gewürdigt. Wir schließen uns also dem Applaus von Sebastian Polter an und sagen: Danke Nico!

Zum Thema Zusammenhalt in der Mannschaft lasse ich einfach mal einen kurzen Dialog zwischen Sebastian Polter und Oliver Oschkenat hier:

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Screenshot: Instagram/Oliver Oschkenat

Und zum Abschluss noch etwas Lustiges aus der Region, die der MDR gerne Mitteldeutschland nennt:

Das wird bei den Fans dort sicher gut ankommen …

Sebastian Polter: Jetzt ist Zeit für Unions Plan B

Alle schreiben: Sebastian Polter wird für 2,3 Millionen Euro zum englischen Fahrstuhlteam Queens Park Rangers wechseln (aufgedröselt vom Kurier). Woher diese genaue Summe kommt, die auch der Kicker zitiert? Wahrscheinlich aus der gleichen Quelle, die in den letzten Wochen immer wieder echtes und vermeintliches Interesse an dem Stürmer medial platziert hat. Aber wie immer in der Transferzeit gilt: Es ist nicht vorbei, so lange nichts unterschrieben ist. Das dürfte aber dann heute passieren.

 

Die Lektion für Union: Eine konkurrenzfähige Ablöse kann der 1. FC Union nur zahlen, wenn er mal Erstligist sein sollte. Selbst mit englischen Zweitligisten können die Köpenicker nicht konkurrieren. Zwar bekommen Zweitligisten in England weniger TV-Geld als in Deutschland.

Dafür erhalten die Premier-League-Absteiger aber eine Fallschirm-Finanzierung, damit der Aufprall im harten Zweitliga-Alltag nicht so hart ist. In der ersten Saison gibt es zusätzlich zu den rund 2 Millionen Pfund Fernsehgeldern noch 25 Millionen (!) Pfund aus dem Soli-Fonds der Premier League. Im zweiten Jahr gibt es noch 20 Millionen extra und im dritten und vierten Jahr zehn Millionen. Deutschland kennt diese Fallschirm-Finanzierung (noch) nicht.

Der Umschlag mit der Aufschrift “Plan B” wird geöffnet

Spätestens seit gestern also dürfte Nico Schäfer ein paar Nummern aus seinem Umschlag mit der Aufschrift “Plan B” (“Nur öffnen, wenn Polter nicht kommt”) abtelefoniert haben, um den Angriff bei Union neben Collin Quaner und Steven Skrzybski zu verstärken.

Foto: Matze Koch

Einen so kompletten Angreifer wie Polter wird es wahrscheinlich für das bei Union vorhandene Geld nicht geben (zum Vergleich: Freiburg zahlte gerade ungefähr 2,5 Millionen Euro Ablöse für Nils Petersen). Zumal Sebastian Polter auch als Typ im Team und im Verein in der vergangenen Saison schnell sehr wichtig wurde. Mich würde nicht wundern, wenn statt einem Polter zwei Stürmer kommen.

Laut Bild/BZ gab für Adrian Nikci vor allem die Personalie Norbert Düwel den Ausschlag für einen Wechsel zu Union. Das glaube ich nach Nikcis Krankheitsgeschichte und dem schwierigen Wiedereinstieg in den Profi-Fußball sehr gerne.

Sebastian Polter auf Trabi-Safari

Erst einmal die niedrig hängenden Früchte pflücken. Das könnte die Strategie von Union in Person von Manager Nico Schäfer sein, wenn er an die vom Trainer gewünschte Kaderzusammenstellung für die nächste Saison geht. Am ehesten klarzumachen sind dabei die Verlängerungen auslaufender Verträge (Beispiel Christopher Quirings neuer Vertrag bis 2017 aus der vergangenen Woche) und das Ziehen von Kauf-Optionen in Leihverträgen (das wären Martin Kobylanski und Maxi Thiel). Währenddessen geht es auch darum, ablösefreie Spieler anzusprechen und nicht nur finanziell von Union zu überzeugen. Für Vorort-Führungen bietet sich die aktuelle Länderspielpause an. Checkt als die Webcams im Stadion. Vielleicht war der neue Sechser gestern schon zu Besuch und hat sich alles angeschaut …

Union - St. Pauli 2014/15Foto: Matze Koch

Als letztes oder vorletztes steht Sebastian Polter auf dem Programm. Dass sein sportlicher Ehrgeiz und seine Karriereziele für ihn Vorrang haben, ist klar. Die Frage ist, ob Union ihm Bundesliga wird bieten können. Im lesenswerten Interview mit der BZ/Bild macht der Angreifer das auch deutlich:

Einerseits will ich mich sportlich weiterentwickeln und irgendwann vielleicht in der Nationalelf oder in internationalen Wettbewerben spielen. Da ist es sinnvoller in der 1. Bundesliga zu spielen. Als Zweitligaspieler kann man nicht Nationalspieler werden. Andererseits weiß ich es zu schätzen, was ich an Union habe.

 

Ich werde am Ende der Saison alles abwägen und mit dem engsten Familien- und Berater-Kreis eine Entscheidung fällen. Ich hoffe, dass es die richtige ist. Die sportliche Zukunft ist mir am wichtigsten.

Am besten gefällt mir das Bild mir Sebastian Polter vor dem himmelblauen Trabant und sein Vorhaben, sich im Sommer eventuell mit seiner Frau ein Trabi-Cabrio auszuleihen. Vielleicht sollte sich die gesamte Mannschaft als Event zum Teambuilding für eine Trabi-Safari (hier oder hier) anmelden. Zweitakter gibt es in Mitte genug.

Union endlich auch einmal von der Länderspielpause betroffen

Martin Kobylanski spielt mit Polens U21 und Christopher Trimmel ist für Österreich auf Abruf. Bajram Nebihi, Eroll Zejnullahu und Valmir Sulejmani sind für den Kosovo im Einsatz. Über das kosovarische Trio berichten Kurier und Morgenpost. Das Land ist nicht komplett anerkannt, weil der Weg zur Unabhängigkeit umstritten war. Details bitte woanders nachlesen, dafür reicht hier der Platz nicht. Aber ein Amselfeld spielt eine nicht ganz unwichtige Rolle darin.

Steffi hat übrigens gestern beim 11mm-Fußballfilm-Festival Torsten Mattuschka in der Kurzfilmjury getroffen:

https://twitter.com/rudelbildung/status/580073977260978176/

 

Das Drama um die Allianz-Arena.

Der Löwen-Fluch genießt bei Unions Chef-Trainer Uwe Neuhaus höchste Priorität. Denn die Bilanz gegen den säumigsten Mieter der Allianz-Arena ist miserabel. Dreimal hingefahren und nicht einen mickrigen Punkt mitgenommen. Deshalb lud Neuhaus heute Co-Trainer Hofschneider und U23-Trainer Engin Yanova zum großen Krisengipfel ins Forsthaus.

(Uwe Neuhaus sitzt am Schreibtisch seines Büros unter dem Dach und raucht. Das Fenster ist angeklappt.)
Hofschneider: Zu Friedenszeiten hatten wir das Problem mit 1860 bei Union noch nicht.
Neuhaus (rollt die Augen): Zum Punkt, André. Wir machen uns doch total lächerlich, wenn das so weitergeht. Ständig ruft der Wolf von der Berliner Zeitung an und fragt, ob man nicht sagen könne, dass wir ein Problem mit der Abwehr haben. Ich traue mich schon gar nicht mehr, die Zeitung aufzuschlagen.
Hofschneider: Mit der Presse hatten wir zu Friedenszeiten auch keine Probleme.
Yanova (hustet): Trainer, ich mache mal das Fenster weiter auf.
Neuhaus (schließt das Fenster): Wer hier das Fenster öffnet, entscheide immer noch ich.
Hofschneider: Zu Friedenszeiten hatten wir hier überhaupt keine Fenster.
Neuhaus (zündet sich erneut eine Zigarette an): Ich brauche eine kreative Lösung. Los, Leute! Denkt nach!
(Hofschneider holt eine Packung Karo aus dem Campingbeutel und fängt auch an zu rauchen)
Yanova: Wenn wir gegen die im Grünwalder Stadion spielen würden, klappt es bestimmt. Wir müssen die nur aus der Allianz-Arena rausbekommen.
Neuhaus: Jungs, ich habe eine Idee. Wenn wir die aus der Allianz-Arena rauswerfen, können die dort nicht mehr spielen und müssen ins Grünwalder. Das alte Ding liegt uns bestimmt. (Er springt auf, öffnet die Tür und ruft Nico Schäfer, den kaufmännisch-organisatorischen Leiter der Lizenzabteilung.)
Schäfer (betritt energisch den Raum und ruft): Uwe, Du bist gefeuert!
Neuhaus: Was?
Schäfer: Scheeeeerz! Weißt Du noch damals in Essen? Das waren noch Zeiten!
Neuhaus (zündet sich wieder eine Zigarette an): Nico, wir brauchen Anteile an der Stadiongesellschaft in München, damit wir 1860 den Mietvertrag kündigen können.
Schäfer: Der Wurst-Uli entlässt keine solventen Mieter. Seit 1860 den Scheich hat, brauchen wir mit unseren Alu-Chips gar nicht erst nach München zu trampen.
Neuhaus (zündet sich wieder eine Zigarette an): War halt so eine Schnapsidee von dem Yanova. Okay, Nico. Kannst Dich weiter um den Verkauf von Jérôme Polenz kümmern.
(Schäfer geht ab.)
Hofschneider: Zu Friedenszeiten gab es Scheichs nur beim Kinderfasching der BSG Turbine EKB Treptow.
Neuhaus (zündet sich wieder eine Zigarette an und redet mit sich selbst): Vielleicht hat der Wolf doch Recht und ich sollte mir die Gegner mal vorher persönlich ansehen. Vielleicht klappt es ja dann bei den Löwen…
Yanova (röchelnd): Vielleicht einfach nicht mehr mit der besten Mannschaft antreten und stattdessen eine teambildende Maßnahme durchführen.
Neuhaus (bläst Yanova den Rauch ins Gesicht): Ich hab es! Wir treten einfach nicht mehr mit der besten Mannschaft an.
Hofschneider: Zu Friedenszeiten hätte es das nicht gegeben.
Neuhaus (zündet die komplette Zigarettenschachtel an): Ich verfüge hiermit. Ab jetzt spielt gegen 1860 nur noch unsere U23. (Zu Yanova) Ihr werdet zwar dadurch nicht Tabellenführer in der Oberliga bleiben, aber Du sollst ja auch ausbilden und nicht erfolgreich sein. Den Rest erklärt Dir unser Zonen-Scout.
Alle Profis fahren mit dem Co-Trainer nach Ahlbeck. André, Du kennst den Weg ja noch aus Friedenszeiten. Ich komme mit einem Modell der Allianz-Arena nach, die Tusche als teambildende Maßnahme alleine maßstabsgetreu am Strand nachbaut. Nee, doch ohne Modell. Zeit zum Ansehen des Stadions hatte er beim letzten Spiel ja genug. (Welterobererlachen. Vorhang.)

Reste-Essen.

Noch in der letzten Spielzeit wurde bei jeder Neuverpflichtung gründlich wie die Steuerfahndung nach einem Berlinbezug gesucht. In nächster Zeit empfiehlt man sich dem 1.FC Union Berlin aber wohl eher dadurch, dass man schon mal über´s Ruhrgebiet geflogen ist.

Ich mag Michael Parensen, ich schätze Patrick Kohlmann sehr, ich kann Ahmed Madouni viel abgewinnen – trotzdem möchte ich keine Außenstelle von Borussia Dortmund oder Rot-Weiss Essen werden. Es ist dieses Schöneiche-Gefühl, das Nico Schäfers Untervertragnahme umweht. Sachlich ist gegen einen Kaufmann in einem kaufmännisch geprägten Ressort zunächst einmal nichts einzuwenden.

Man bedenke allerdings: Ich bin Fußballfan. Ich kann jederzeit fordern „Es muss endlich etwas passieren“. Wenn etwas passiert, empöre ich mich unmittelbar „Aber doch nicht das – das war nicht mit mir abgesprochen!“ Die Entlassung von Christian Beeck ist für mich mit genau dieser Art von Empörung verbunden. Aus persönlicher Sympathie für Christian Beeck als Typen, als Charakter. Aber auch aus Unwissenheit. Ich kenne das Anforderungsprofil des kaufmännischen Leiters nicht. Ich vermag die Arbeit von Christian Beeck nicht daran zu messen. Ich weiß wenig über Auseinandersetzungen auf anderer Ebene.

Das schafft Unbehagen. Keine gute Grundlage für Vertrauen.