DFB-Pokal: Bis auf einen anderen Berliner Klub ist der Gegner egal

Ab heute Abend gegen 23 Uhr wird es etwas mehr Planungssicherheit für den 1. FC Union geben. Dann wird die erste Pokalrunde des DFB ausgelost. Aus Unionsicht könnte ich sagen, dass es mir egal ist, gegen wen das Team in der ersten Runde ausscheidet, aber das stimmt nicht. Weiterkommen finde ich richtig gut. Und gegen einen anderen Berliner Klub muss es in der ersten Runde auch nicht gehen. Ich bin gespannt. Um 22.50 Uhr geht es in der ARD los.

Gestern wurde auch im Sommerplan etwas festgezurrt. Der Hallesche FC empfängt am 13. Juli Union. Anpfiff ist 18.30. Und falls ihr nicht der Fraktion “Nie wieder Falkensee-Finkenkrug angehört, könnt ihr hier schon einmal die Preise für das Spiel am 23. Juni um 18 Uhr checken.

falkensee_finkenkrug

Die Bild bringt einen “Check” zwischen Uwe Neuhaus und Norbert Düwel. Der ist so aussagekräftig wie ein Testspiel im Sommer. Es werden lediglich statistische Fakten aus unterschiedlichen Spielzeiten übereinander gelegt, die beide Trainer mit jeweils unterschiedlichen Spielern im Kader erreicht haben. Daraus Schlüsse zu ziehen, halte ich für gewagt.

Die für mich interessante Frage an Norbert Düwel ist eigentlich, ob das Konterspiel nicht an seine Grenzen kommt, wenn die Mannschaft oben angreifen möchte und sich immer mehr Gegner defensiv aufstellen und selbst auf Konter hoffen? Ich sehe da aber den Trainer auch nicht zwangsläufig so festgelegt wie es dargestellt wird. Und die Mannschaft hat auch die individuelle Qualität, um Situationen spielerisch zu lösen.

Änis Ben-Hatira besucht Benny Köhler

Benny Köhler hat gestern im Krankenhaus Besuch von Änis Ben-Hatira bekommen.

 

Und falls ihr euch jemals gefragt habt, ob ihr beim Popeln im Biergarten identifiziert werden könnt, kommt hier die Antwort: Ja. Und so sieht der Arbeitsplatz im Stadion aus, der euch dabei beobachtet:

Was macht eigentlich … ?

Nico Patschinski? Der Ex-Unioner ist jetzt Paketzusteller in Hamburg. Bundesliga.de hat ihn mit Kamera bei seiner Arbeit begleitet.

Frag doch mal die Maus!

Malermario: “Warum trägt man bei UNION den Bunki der Woche, und dazu in rosa ?”

Zum Trainingsauftakt nach Weihnachten fielen neben den mittrainierenden Juniorenspielern und Testspieler Paul Thomik vor allem Björn Brunnemann und Dominic Peitz auf. Beide trugen über der Trainingskluft Leibchen, die sie von den anderen Spielern abhoben. Auf dem gelben Hemd von Peitz stand “KDV der Woche” und auf dem rosa Oberteil von Brunnemann “Bunki der Woche”.

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Beides sind “Auszeichnungen” für diejenigen, die beim Ausschießen, zum Beispiel beim Lattenschießen, als letzte übrig bleiben. Die Leibchen müssen bis zur Weitergabe an den nächsten im Training getragen werden. Mitgebracht aus Hamburg hatte diesen Brauch Nico Patschinski, der mittlerweile vom Arbeitsamt finanziert beim ehemaligen Verein des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR spielt. Bei St. Pauli ist es Brauch, dass die letzten vier beim Ausschießen für eine Woche Brösel-Shirts tragen müssen.

Als Union in der Spielzeit 2005/06 durch die Oberliga-Nord des Nordostdeutschen Fußballverbandes tingelte, hielt sich die Medienaufmerksamkeit für den am Abgrund taumelnden Verein in Grenzen. Lediglich zwei Journalisten waren beständig dabei: Mathias Bunkus vom Berliner Kurier und Klaus-Dieter Vollrath von der Bild. Wie genau die Wahl auf die beiden fiel, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Es war eine Wertschätzung der Arbeit der beiden Journalisten, die sich mal in Zuneigung und mal in Abneigung äußerte. Trotzdem Patsche nicht mehr bei Union ist, hat sich der Brauch gehalten. Und eine Ablösung der beiden Shirts ist nicht in Sicht, auch wenn heute ungleich mehr Medienberichterstatter den Verein begleiten.

Wie es zu der Farbwahl kam, ist unklar. Klar ist allerdings, dass Björn Brunnemann die Farbe rosa auch schon zu seinen Hamburger Zeiten ausgezeichnet stand.

Als wir zu träumen begonnen hatten

Es war kein gutes Wetter. Ein typischer Oktobertag im Herbst. Dazu in Berlin. Das bekommt keine Kampagne gekittet. Die Kulisse war der triste Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Der Rüpel war dieses Mal in Begleitung seines Kindergartenfreundes und dessen Mutter dabei. Kein Stadion für Kinder. Sie sind zu weit weg vom Spielgeschehen. Kein Stadion für Erwachsene, da die fest montierten lächerlich bunten Schalensitze das Stehen behindern.

Die erste Halbzeit war eine mittlere Katastrophe. Da er vom Spiel nicht allzuviel mitbekam, wollte der Rüpel ständig Aufmerksamkeit. Pokémonkarten, Hefte, Bratwurst. Das, was ich vom Spiel mitbekam, war grausam. Paderborn machte das erste Tor. Eigentlich machte das Tor Daniel Göhlert. Ein Eigentor. In der Halbzeit gingen die wenig erbauten Kinder nach Hause. Nein, ich wollte nicht mit. Vielleicht ging ja noch etwas.

Wut auf den Schiedsrichter, der Michael Bemben mit Gelb-Rot nach einem ungeschickten Zweikampf in die Kabine schickt. Ohnmächtige Wut, als Paderborn das zweite Tor schießt. Trotz auf den Rängen. Ob sich das von den Rängen auf den Platz übertrug oder umgekehrt, das kann ich nicht beurteilen. Aber bei der Mannschaft zeigte sich eine Reaktion, die in schlechten Momenten zu einem Kartenfestival führen kann. Dieses Mal nicht. 74. Minute – Benyamina schießt das 1:2. Wir laut. Vielleicht einen Punkt mitnehmen aus diesem verkorksten Spiel. 82. Minute – Patschinski trifft zum Ausgleich. Wir lauter. Schlechtes Spiel, Schlechter Schiri, schlechtes Wetter. Es war egal. Alle schienen nur ein Wort zu schreien: Jaaaaah! 86. Minute – Benyamina macht das 3:2. Ab dann habe ich nicht mehr viel mitbekommen. Es muss ein Moment völliger Losgelöstheit gewesen sein. Geschrien wurde. Und gelacht. Für Außenstehende sicherlich ein merkwürdiges Bild.

Meine Stimme erlangte ich erst zwei Tage später wieder. Aber wer bei diesem Spiel dabei war, hatte eine Mannschaft gesehen, die unbedingt aufsteigen wollte. Und Karim Benyamina habe ich nie wieder Chancentod gerufen.

Sonntag, 13.09.2009 13.30 h, Stadion an der Alten Försterei: 1. FC Union Berlin – SC Paderborn 07. Dann wahrscheinlich wieder ein ganz normales Fußballspiel.