#370 – Die Pfanne ist eingerollt

Nach dem 1:1 in Fürth und dem aktuell 4. Platz ist die Stimmung am Arsch. Was gibt es da Besseres, als mit Henry vom Hertha-Podcast Damenwahl gemeinsam die Misserfolgsserien beider Vereine zu betrachten und etwas Gesprächstherapie zu betreiben?

Links:

Hinweis: Im Gegensatz zu dem Quatsch, den wir im Podcast erzählen, hat Fürth tatsächlich eine U-Bahn. Alles darüber könnt ihr hier nachlesen.

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Die Local-Player-Regelung der DFL ist Homöopathie für die Nachwuchs-Förderung

Leo Koch (20) hat seinen ersten Profivertrag bei Union unterschrieben. Der defensive Mittelfeldspieler bleibt damit wahrscheinlich bis 2017 bei Union und hat jetzt zwei Spielzeiten, um sich im Profifußball durchzusetzen. Viel Erfolg!

Kurze Meldungen dazu gibt es auch bei Bild/BZ.

Foto: Matze Koch

Das ist vielleicht der passende Moment, um auf die “Local-Player-Regelung” der DFL aufmerksam zu machen. (Nachzulesen in der Lizenzordnung Spieler)

Es müssen mindestens acht lokal ausgebildete Spieler bei dem Club als Lizenzspieler unter Vertrag stehen, wovon mindestens vier vom Club ausgebildet sein müssen.

Ein vom Club ausgebildeter Spieler ist ein Spieler, der in drei Spielzeiten/Jahren im Alter zwischen 15 und 21 Jahren für den Club spielberechtigt war. Ein vom Verband ausgebildeter Spieler ist ein Spieler, der in drei Spielzeiten/Jahren im Alter zwischen 15 und 21 Jahren für einen Club im Bereich des DFB spielberechtigt war.

Halten wir fest: 4 müssen mindestens drei Jahre bei Union gespielt haben und 4 müssen mindestens drei Jahre bei einem DFB-Klub gespielt haben: Bisher waren nach meiner Zählung als Local Player dabei (ich nehme gerne Korrekturen an): Oliver Oschkenat, Björn Jopek, Eroll Zejnullahu, Leonard Koch, Ahmed Razeek und vielleicht auch Martin Kobylanski, Maxi Thiel (wurde in dieser Saison 22) und Valmir Sulejmani.

Die Vorschrift ist so weich gefasst, dass ich nicht glaube, dass sie irgendeinen Effekt zur Nachwuchsförderung hat. Zumal es für Lizenzspielerkader keine Maximalgröße gibt. Auch verliehene Spieler können als Local Player für ihren Klub, bei dem sie ursprünglich angestellt sind, gelten. Oder im Nachhinein kann der Verpflichtung auch nachgekommen werden.

Erhält ein Spieler bis zum 31.07. eines Jahres für den Club eine Spielberechtigung für Freundschaftsspiele, wird das betreffende Spieljahr als volle Spielzeit im Sinne dieser Vorschrift angerechnet.

Die Vorschrift, ein Nachwuchsleistungszentrum besitzen zu müssen, hat sicher deutlich mehr Effekt gehabt.

Mehr Stehplätze im Stadion

Weil die Sitzplätze im Gästeblock abgebaut wurden, steigt die Kapazität des Stadions an der Alten Försterei von 21.717 auf 22.012. Das hat zwar keinen spürbaren Einfluss auf den Heimbereich, aber mehr Stehplätze sind mehr Stehplätze.

21 Dinge, die niemand über Michael Preetz gesagt hat

Erinnert ihr euch noch an das Interview, das Hertha-Manager Michael Preetz mit sich selbst geführt hat? In die gleiche Kategorie fällt die Gegendarstellung, die er heute im Tagesspiegel hat abdrucken lassen. Spricht meiner Meinung nach für ein gutes Binnenklima bei den “engsten Mitarbeitern” von Michael Preetz, wenn der Hertha-Manager feststellen lassen muss: “Keiner meiner “engsten Mitarbeiter” hat sich wie zitiert geäußert.” (Herrlich übrigens die Verwendung der Anführungszeichen)

Als Medium würde ich auch lieber diese Gegendarstellung abdrucken, als meine Quellen öffentlich zu machen.

Das war übrigens der ursprüngliche Artikel: Wohin führt der Weg mit Michael Preetz?

Teve107 – Halbleer, halbvoll, Hertha BSC.

Halbleer: Die Einstellung des 1. FC Union Berlin bei der 0:2 Niederlage beim Abstiegskandidaten Karlsruher SC. Halbvoll: Das Stadion des FC St. Pauli beim Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock. Jedenfalls wenn es nach der Hamburger Polizei geht. Hertha BSC: Erst wird nicht geredet, dann mit sich selbst und am Ende ganz viel. Irgendwie kann es der Berliner Bundesligist keinem Recht machen. Und der Abstieg droht immer noch.

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Der Karlsruher Wildpark, ein Stadion der 80er JahreFanfreundschaften sind auch so 80erStadionheft mit Grußwort von Ingo WellenreutherKüngel in KarlsruheJürgen Klopp sieht die Journalisten als Teil des BVBSimons Lattentreffer als Wachmacher11 Unioner auf dem Platz, die Einstellung war noch in der KabineKein Konkurrenzkampf im KaderEin Michael Parensen für alle FälleDerby oder nicht, auf jeden Fall ist Aue ein HeimspielTijani Belaid polarisiert unter den FansEntschuldigung bei Markus KarlDie Polizei verbietet St. Pauli den Verkauf von Karten an den FC Hansa RostockMagischer FC Blog über das VerbotDie Polizei verfolgt durchaus eigene politische InteressenHertha im Kommunikations-Chaos: Niemand spricht nach dem SpielDann spricht Michael PreetzDer Pressesprecher veröffentlicht ein Arbeitsprotokoll des ManagersDas hat alles etwas von Stefan Raabs GegendarstellungBier trinken für den Klassenerhalt.

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“Ich denke immer positiv!” – Ein fiktives Gespräch in schweren Zeiten

Hinweis: Dieses fiktive Gespräch hat nichts, aber überhaupt gar nichts mit der Realität zu tun.

Liebe Pressevertreter, ich wende mich nach der Freude von Mainz sowie der Enttäuschung gegen Wolfsburg an Sie. Aus diesem Satz sind viele Worte nebensächlich. Wichtig, sehr, sehr wichtig, sind genau drei: Enttäuschung, Pressevertreter, nebensächlich!

Foto: Koch

Pressearbeit ist unser Leben. Meines seit nunmehr 16 Minuten in voller Intensität.

Fans, das ist die Macht, die uns antreibt. Auch wenn dieser Satz grammatikalisch abenteuerlich ist, sind uns die Einnahmen aus Ostkurve, Haupt- und Gegengerade bis hin zum Marathontor wichtig.

Bundesliga, das ist unsere Spielklasse… jedenfalls zunächst noch. Mein festes, unser festes Ziel für die kommende Saison ist, neben der Anschaffung einer Deutschen Grammatik, ist weiterhin die gute Zusammenarbeit mit der Presse für kommende Saison, ganz egal, wie schwer die Lage momentan ist.

Ja, die Gesprächsbereitschaft nach dem Spiel gegen Wolfsburg war ein herber Rückschlag. Vor allem, weil die phasenweise toll formulierten Plattitüden und Durchhalteparolen, die ich mir zurechtgelegt hatte, ungenutzt blieben und am Ende in Ihren Augen ein bitteres, dem Geschehen vollkommen gerecht werdendes Ergebnis, aufleuchtete.

Aber genau deswegen will ich Ihnen, liebe Pressevertreter, die brennendsten Fragen nach dem 28. Spieltag beantworten – jedenfalls das, was ich dafür halte. Weil ich sie mir selbst stelle, und auch beantworte, werde ich nichts von Ihren Rückfragen spüren und kann weiterhin für unsere Hertha kämpfen.

Die Medienvertreter fragen (…glaube ich zumindest):

Ist Hertha jetzt schon abgestiegen, wie gehen Sie mir dieser Situation um?

Ich danke mir selbst, dass ich mein Interview mit dieser Frage beginne, denn so sind die Durchhalteparolen und leeren Versprechungen, die ich mir bereits nach dem unglücklichen Eigentor zurechtgelegt hatte, doch nicht für die Katz gewesen.

„Hertha BSC, unser Verein, ist noch lange nicht abgestiegen! Wir haben noch sechs Partien und somit noch mindestens 18 Punkte zu holen … Wir sind auf dem richtigen Weg, Pech im Abschluss, guter Trainer…“ – bitte vervollständigen Sie selbst den Rest, sie machen diesen Unsinn schließlich schon länger als ich … Wenn Sie eventuell noch etwas von „nicht beirren lassen“ hier einfügen würden, dann muss ich mich nicht darum kümmern.

Reden Sie sich die Hoffnung nicht nur ein? Der Trend ist doch ganz deutlich und führt direkt in die Zweite Liga?

Diese Unterstellung weise ich entschieden zurück, auch wenn ich sie mir selbst ausgedacht habe. Otto Rehhagel, Rene Tretschok und Ante Covic haben die mentale und kämpferische Trendwende geschafft. Zumindest steht dieser Satz so in dem Buch „Wie rede ich mir meine eigenen Entscheidungen schön? Tausendundein hilfreicher Tipp für mittelständige Abteilungsleiter“, welches ich mir kurz nach dem Spiel gegen Wolfsburg auf meinen Kindle lud. Diese Kindlegeschichte wird sich durchsetzen und in Sachen Lesen das Glück zurückerobern. Davon bin ich überzeugt.

Wie können Sie verhindern, dass die Mannschaft sich aufgibt?

Lassen Sie mich diese selbstausgedachte Frage mit ebenso selbstausgedachter Küchentischphilosophie beantworten. Nachdem wir durch eigene Dummheit und spielerischer Überlegenheit des Gegners gegen Wolfsburg 1:2 zurücklagen, habe ich eine Mannschaft gesehen, die sich Chance um Chance erspielte und die sich niemals aufgab. Das im gleichen Spiel noch Hertha mitspielte, können Sie mir nun wirklich nicht zum Vorwurf machen – Fragen, die den Spielplan betreffen, beantwortet ausschließlich die DFL.

Gibt es Konsequenzen nach der Niederlage gegen Wolfsburg? Die Trainer haben Montag frei gegeben…

Nein. Wir werden weiterhin die gleiche offene und faire Kommunikationsstrategie mit den Vertretern der Presse und unseren Fans an den Tag legen, die wir auch vor dem Spiel zu hundert Prozent verfolgt haben. Nach dem Verlauf der Pressekonferenz waren Sie total enttäuscht. Deshalb war es richtig von mir, dass ich die Hoheit über Ihre Arbeit zunächst an mich nahm und Ihnen den Montag quasi freigegeben habe. Sie sollen diese Enttäuschung verarbeiten und die mentale Frische zurückbekommen, die ab Dienstag eine voll und ganz unkritische Berichterstattung erlaubt.

Und was, wenn der Abstieg trotzdem passiert?

Darauf werde ich keine Antwort geben – auch wenn ich mir die Frage selbst gestellt habe. Für Hertha, für unsere Fans, für Ehre, das Vaterland… wie war die Frage nochmal?

Lassen Sie mich am Abschluss bitte noch meine Mutti grüßen. Hallo Mutti, ich bin im Internet!