Clara Zetkin bekommt freien Eintritt

Noch zwei Tage. Dann gilt es wach zu sein. Und aufmerksam. Vergesst zum Internationalen Frauentag nicht die Blumen und vor allem eins nicht: Nämlich dass jeden Tag Frauentag ist. Der FC Carl Zeiss Jena hat sich etwas Besonderes zur Partie gegen Union II einfallen lassen. Allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob Clara Zetkin das mit ihrem Kampf für Frauenrechte im Sinne hatte …

Nachdem Mario Eggiman am Mittwoch im Training umknickte, steht seit gestern fest: Einen Einsatz gegen Kaiserslautern kann der Schweizer knicken. Damit ist es der vierte Spieler aus dem gesetzten Spieltagskader, der ausfällt. Ohne dem Verteidiger zu nahe treten zu wollen, aber ich glaube nicht, dass Norbert Düwel dieser kurzfristige Ausfall große Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Insgesamt sechs Minuten stand Eggimann in zwei Ligaspielen in dieser Saison auf dem Platz. Schön ist das trotzdem nicht, aber dann setzen sich eben Christian Stuff (wenn er eine Spielberechtigung hat) oder Niklas Wiebach bei Union auf die Bank. Weil vier nicht so dramatisch klingt wie sieben, zählt der Kurier zu den Ausfällen noch die Winterabgänge Özbek, Nemec und Dausch hinzu, obwohl die für den Spieltagskader keine Rolle mehr spielten.

Fotos: Stefanie Fiebrig/Koch

Weg vom Sport hin zu den Frisuren. Statt einen ausgebildeten Friseur an sein Haar zu lassen, hat Unions Keeper Daniel Haas augenscheinlich selbst Hand angelegt. Heraus kam die Variante “Alles ab”. Für Bild/BZ eine Kampffrisur. Das stimmt mich sehr froh. Denn jetzt muss ich mich nicht mehr für meine Fotos ohne Haare rechtfertigen, sondern kann einfach sagen: “Kampffrisur!” Und es ist alles besser, als immer nur einen Undercut auf dem Spielfeld sehen zu müssen.

In Vorbereitung der Typisierungsaktion gegen Leukämie hat der Verein am Donnerstag seine Spieler und Trainer mit Wattestäbchen ausgerüstet und diese zeigen lassen, wie das funktioniert. Hier ein wackeliger Clip der BZ:

Aber AFTV war auch dabei:

Während Bild/BZ ungefähr alles Wissenswerte zu dem Test aufschreiben, was auch auf einem Info-Flyer stehen würde, schreibt der Kurier, was Fans am Sonntag wirklich bewegt:

Und keine Bange, auch mit einem Bier intus sind da keine Probleme. Nur wer eine Wurst gegessen hat, muss sich zuvor den Mund ausspülen.

Zusammenfassung: Lasst Euch am Sonntag im Stadion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei typisieren!

Fanhaus und Internat

Eine Frage, die Fans bewegt, wurde dagegen in der medialen Berichterstattung nicht diskutiert. Dass das Fanhaus auf das ehemalige Lidl-Gelände kommt, war bereits länger klar und wurde am Donnerstag offiziell. Im Frühjahr geht es los. Das ist sehr schön. Ursprünglich war das Fanhaus neben der Haupttribüne geplant. Nicht nur mich interessiert, wie zukünftig die Fantrennung bei Pflichtsspielen erfolgen soll. Denn das Fanhaus entsteht in der Nähe des Gästeblocks. Natürlich kann eingewendet werden, dass große Gästemassen häufig über Spindlersfeld geleitet werden und nicht am Fanhaus vorbeikommen. Das müsste dann allerdings Standard werden. Falls es darauf schon Antworten gibt, würde ich mich freuen, wenn uns jemand in den Kommentaren daran teilhaben lässt. Hier ein paar Anmerkungen auf unserer Facebook-Seite zu dem Thema:


Foto: Textilvergehen/Facebook

Bei Union brennt der … äh Papierkorb

Da Union erst am Sonntag spielt, fehlen so ein bisschen die Geschichten. Spieltagspressekonferenz ist erst morgen und da Union den DFB-Pokal immer boykottiert so früh verlässt, fehlen die besonderen Flutlichtspiele unter der Woche im Februar/März. Ich habe sehr, sehr neidisch gestern nach Bielefeld und Offenbach geschaut. Das sind sportliche Momente, die das kollektive Fangedächtnis prägen können. Ich sage nur Daniel Ernemann und Viertelfinale.

Um euch den fehlenden Nachrichtendruck zu demonstrieren, werfe ich eine Meldung aus dem Kurier-Newsticker hier hinein

Vor der Haupttribüne an der Alten Försterei brannte ein Abfall-Eimer wegen einer Zigaretten-Kippe. Aber bevor etwas schlimmeres passierte, löschte Unions Medienbeauftragter Matthias Marek den Behälter mit einer Tasse voll Wasser.

Letztlich sind die weiterhin vorherrschenden Themen die Kadergröße (zu klein) und die Gegentore (zu früh). Der Kurier schaut sich jetzt die Gesamtzahl der kassierten Treffer an und findet, dass der Zeitpunkt gar nicht so entscheidend in der Diskussion sei. 37 Gegentore seien einfach viel zu viele. Kaum vorstellbar, dass Union in dieser Saison mal dreckig 1:0 gewinnen könnte. Und diese Vermutung wird bestätigt, wenn ihr euch alle Punktspielergebnisse von Union anseht. Kein einziges Mal 1:0. Was nicht heißt, dass die Mannschaft nicht knapp gewinnen kann. Aber sie muss dann eben immer mindestens zwei Tore schießen. Der Arbeitsaufwand für die Angreifer ist einfach sehr hoch. Das sagten Spieler auch nach der Partie in Leipzig. Und ihr kennt den Spruch: Offense gewinnt Spiele, Defense gewinnt Titel.

Foto: Koch

Nicht helfen im Angriff darf Sören Brandy, der wegen seiner Schulterverletzung nächste Woche Montag operiert wird. Ich bin sehr glücklich, in der Bild/BZ zu lesen, dass ihm danach seine zweijährige Tochter beim Anziehen helfen kann. Ganz im Ernst: Wenigstens hat er damit etwas Ablenkung während der Reha. Nicht das schlechteste.

Und wer sich wie ich fragt, wann Mario Eggimann außer mit Motivationsbotschaften auf Facebook dem Team auch auf dem Platz helfen kann, der sollte diese Nachricht zur Kenntnis nehmen: Der Verteidiger knickte mit dem linken Sprunggelenk im Training um und musste in die Kabine humpeln. Gute Besserung.

Die Alte Försterei ist auch als Lernort eine gute Location, wie die gestrige Aktion im Rahmen der Reihe “Zeig Rassismus die Rote Karte” gezeigt hat. Dabei war auch die Staatsbeauftragte für Integration, Aydan Özoguz:

 

Etwas weiter weg aus Köpenick: Unions ehemaliger Torhüter Jan Glinker hat sich in Magdeburg ein Hobby zugelegt. Er fotografiert. Seine Bilder findet ihr auf einer extra Seite bei Facebook.

Teve187 – Hipstertreffen an der Uniontanke

Alles war toll in Aalen: Das Treffen der Exil-Unioner, das Wetter – nur das Spiel nicht. 0:3 verliert Union. Wir sind etwas betroffen, freuen uns aber auf ein kleines Hörertreffen vor dem letzten Saisonspiel gegen 1860.

On Air:

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Intro

00:00:00

Begrüßung

00:00:21

Union verliert 0:3 in Aalen

00:00:55

Gegenwind für Mario Eggiman auf Facebook

00:07:18

Kleines Hörertreffen vor dem Spiel gegen 1860

00:08:55

Outro

00:10:01

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Eggiman-Schreck: Erst einmal Uhrenvergleich!

Trainingskiebitze kennen das. Erst ein Schrei, dann sinkt ein Spieler zu Boden. Der anwesende Physio rennt mit dem Notfallköfferchen auf den Platz. Und was machen die Journalisten? Sie spielen die wohl bekannteste Szene aus “Parker Lewis” nach: Uhrenvergleich!

uhrenvergleich

So geschehen gestern Nachmittag beim Training, als Verteidiger Mario Eggiman auf sein gebrauchtes Jahr bei Union noch ein Sahnehäubchen in Form einer Sprunggelenksverletzung bekam. Jedenfalls haben sich Bild und Kurier auf diese Zeit geeinigt. Nun kann der Schweizer Verteidiger ganz genau den Moment benennen, in dem sich seine bisher enttäuschende Spielzeit in eine absolut unglückliche verwandelte: Es war am Montag, den 14. April 2014 um 16:32 Uhr.

Update 15.45 Uhr: Union schickte vorhin eine Meldung zum Gesundheitszustand von Eggiman heraus:

Wie die MRT-Untersuchung am Dienstag ergab, zog sich der Schweizer eine Ruptur des rechten Außenbandes zu. Eggimann wird demnach für das Spiel in Karlsruhe ausfallen. Die Behandlung erfolgt konservativ, eine Operation ist nicht notwendig.

Ruptur heißt Riss. Ich bin kein Mediziner, würde aber behaupten, dass er vielleicht länger als nur für die Partie beim KSC ausfällt.

Unlucky

Die entscheidende Szene zum 1:2 des VfL Bochum in der Alten Försterei habe ich verpasst. Fünf Minuten vor Spielende lief ich um das Stadion in Richtung Haupttribüne, als ich ich plötzlich Schreie hörte. Doch es war nicht die übliche Eruption, die noch viele hundert Meter weiter die Tauben am S-Bahnhof Köpenick auffliegen und die Enten auf der Wuhle das Weite suchen lässt. Vielmehr klang es wie ein entfernter Jubel. Dabei hatte Union gerade vor 18.823 Zuschauern den Ausgleich zum 1:1 geschafft. Ein Freistoß. Direkt. Nicht Mattuschka, der heute schon gar nicht der beste Mann war, sondern durch Kreilach. Damir Kreilach.
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