Halbleer: Die Einstellung des 1. FC Union Berlin bei der 0:2 Niederlage beim Abstiegskandidaten Karlsruher SC. Halbvoll: Das Stadion des FC St. Pauli beim Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock. Jedenfalls wenn es nach der Hamburger Polizei geht. Hertha BSC: Erst wird nicht geredet, dann mit sich selbst und am Ende ganz viel. Irgendwie kann es der Berliner Bundesligist keinem Recht machen. Und der Abstieg droht immer noch.
Alle sind sie wieder da. Naja, fast alle und so richtig hundertprozentig gesund sind sie auch nicht alle. Weil es aber trotzdem zu einem 2:0 gegen den Karlsruher SC gereicht hat, vergeben wir das größte Kompliment, das Berlin und Brandenburg zu bieten haben: “Kannste nich meckern!”
Intro; Gesamteindruck vom Spiel (Uwe Neuhaus bei der Pressekonferenz, O-Ton: 03.15 Min); Das zweite Tor kann nicht früh genug fallen; Christian Stuff hat sich wieder weh getan (O-Ton: 10:30 Min); Wenn Innenverteidigung, dann Trapp (Marc Pfertzel lobt Maurice, O-Ton: 12:42 Min); Unions erstes Tor des Monats: Danke Silvio!; Freistoßfestival; Chrissie Quiring spielt Füße schwindelig (O-Ton zum Tor: 24:43 Min); Unions Stürmer und Sebastians Bart; Savrans allervorletzte Chance; Pro Söldnermentalität; Robert lobt Markus Karl; Neuhaus weiß, wie er “Uwe, Uwe”-Rufe zu nehmen hat (O-Ton: 40:28 Min); Wie wird’s Wetter: Ausblick auf die nächsten Spiele (Stuff will immer gewinnen, O-Ton: 60:01 Min); Nächstes Ziel: Auswärtssieg, doch zu mehr lässt sich Neuhaus nicht hinreißen (O-Ton: 62:55 Min); Weil es so schön war, noch einmal: Das lustigste Union-Interview aller Zeiten (Danke an Matze Koch)
Für die Verwendung der O-Töne aus der Pressekonferenz und von Marc Pfertzel geht ein großes Dankeschön an AFTV. Außerdem auch vielen Dank an Michael Kranz (BZ) und dem unbekannten Journalisten (Namen ergänzen wir, wenn wir wissen, wer es war) für die Fragen, die in den O-Tönen auftauchen.
Natürlich sprechen wir im letzten Podcast des Jahres mit Mathias Bunkus (Berliner Kurier), Hans-Martin und Robert über das am Ende erfolgreiche Spiel gegen den Karlsruher SC.
Aber noch viel natürlicher ziehen wir ein Saisonfazit. Wir haben die Idee der Kollegen vom Herthablog der Berliner Morgenpost übernommen, und jeder hatte die Möglichkeit, aus seiner Sicht drei Gewinner und Verlierer aus dem Kader des 1. FC Wundervoll zu benennen. Dabei gibt es einige Überraschungen.
Zum Schluss schauen wir noch ein wenig in die Glaskugel und überlegen, was nach der Freigabe für Polenz und Sahin in der Transferperiode passieren kann.
Die Themen mit Zeitangabe:
04:34 Wie war das Spiel? Haben wir in der zweiten Hälfte ein neues Sturmduo gesehen? (mit O-Ton von Halil Savran)
53:50 Hinrundenfazit: Gewinner und Verlierer (mit O-Ton von Karim Benyamina)
101:20 An- und Verkauf. Was passiert in der Winterpause?
Scharren. Fegen. Hacken. Vertraute Geräusche rings um das Stadion an der Alten Försterei. Allerdings wird nicht gebaut, sondern Schnee geräumt, damit das letzte Spiel des Jahres stattfinden kann. Es ist Sonntag morgen, der vierte Advent, und das Thermometer zeigt noch minus 18 Grad an. Trotzdem allenthalben fröhliche Gesichter. Schließlich ist Weihnachten in Familie am schönsten. Und über die Unionfamilie ist schon viel gesprochen und geschrieben worden.
“Seid ihr bekloppt!”, ruft es aus der Kabine eines großen Baggers aus dem Fuhrpark der Firma des Unionpräsidenten. Ziel dieser charmanten berlinerischen Ansprache waren vier Männer, die Schnee in einem riesigen Sack zu einer Abladefläche schoben, damit er von dort wegtransportiert werden kann. “Dit is doch viel zu schwer. Haut den Schnee gleich hier hin. Ich nehme ihn mit.” Es war sofort wieder die Baustellenatmosphäre da, von der die Stadionbauer bis heute schwärmen. Dieses Gefühl hatte wohl auch Sylvia Weisheit, die ebenso wie während des Umbaus heute die Helfer koordinierte. So sprach sie in einem Interview mit dem Vereinsfernsehen AF.TV zunächst von einem “Rundgang auf der Baustelle”.
Angesichts der aktuellen Verletztenliste der Mannschaft war es vielen befragten Helfern egal, ob das Spiel gegen den Karlsruher SC stattfinden wird oder nicht. Die Sorge, die die meisten umtrieb, war, dass eventuell das traditionelle Weihnachtssingen am 23. Dezember im Stadion, an dem letztes Jahr 8.000 Fans teilnahmen, ausfallen könnte. Und Weihnachtslieder nicht im Kreise der Familie singen? Unvorstellbar.
Kaum meldet der Berliner Kurier, dass die Austragung der Montagspartie gegen Karlsruhe gefährdet sei, kommen sie wieder hoch die Erinnerungen. Im Februar 2001 war die Austragung des Halbfinales gegen Borussia Mönchengladbach gefährdet. Schnee bedeckte die noch nicht beheizte Rasenfläche. Es folgte ein Aufruf des Vereins zum Schneeschippen an die Fans, die dann auch tatkräftig mithalfen. Auch ich ließ das erste Semester an der Uni ohne mich weiterlaufen. Soviel Einsatz erweichte die Platzkommission, die Spielfläche doch freizugeben.
Was dann folgte ist Legende. Verlängerung und Elfmeterschießen. Begleitet vom großartigen Kommentar des Radioreportes des RBB: “Der Schiedsrichter zeigt dem Spieler noch einmal, wo sich ungefähr der Elfmeterpunkt befindet.” Denn die Spielfläche war ein einziger Matschhaufen. Danach: Pokalfinale. Europapokal. Woanders sind solche Namen ein Graus. Unioner bekommen aber bei den Namen Haka Valkeakovski oder Litex Lovetch immer noch Gänsehaut.
Und heute? Kein Aufruf zum Schneeschippen. Sondern angesichts der Verletztenliste ein ganz profaner Wunsch.
Nach dem Spiel gegen Karlsruhe reden wir über Gesänge im Stadion und darüber, ob man als Gast die Atmosphäre loben darf. Auch ein ganz kleines bißchen darüber, was im Spiel passierte. Wer zum Beispiel mit der Hand am Ball war.
Erik Meijer hatte nach dem Spiel von Alemannia Aachen beim 1. FC Wundervoll sein Mitleid gegenüber der Mannschaft geäußert, die auf dem RasenAcker ihre Heimspiele bestreiten muss. Aber ein Wechsel des Geläufs stand erst für Mai auf dem Plan. Und bis dahin würde es schon nicht so schlimm werden.
Beim heutigen Blick ins Stadion waren allerdings Traktoren zu sehen, die das Spielfeld beackerten. Der Rasenwechsel wurde also vorgezogen. Da die Mannschaft mit den jeweiligen Gästen bei dem ein oder anderen Subbotnik den Grund gut umgepflügt hatte, geht die Arbeit gut voran. Zum Heimspiel gegen den KSC sollten also beste Bedingungen vorherrschen.
Falls der Plan wider Erwarten nicht erfüllt wird, kann ein neues Lied in den rot-weißen Kanon aufgenommen werden. Angesichts des fehlenden Grüns dichtete Mathias Bunkus vom Berliner Kurier:
Trotzdem noch einmal der nüchterne Blick zurück auf das Spiel im Wildpark. Ein Spiel mit zwei Gesichtern der eisernen Mannschaft. Die zweite Halbzeit war jedenfalls kämpferisch und spielerisch richtig gut. Daran könnte die Mannschaft anknüpfen am Montag vor vermutlich ausverkauftem Haus gegen den 1. FC Kaiserslautern.
Karlsruher SC – 1. FC Union Berlin 3:2 (3:0)
1:0 Blum (14.)
2:0 A. Fink (24.)
3:0 A. Fink (32.)
3:1 Mattuschka (49.)
3:2 Sahin (71.)
Dogan könnte sich also eventuell im nächsten Spiel seine fünfte gelbe Karte abholen. Ansonsten zeigt die Notenvergabe, dass jegliche Diskussion um Jan Glinker ein Jammern auf hohem Niveau ist. Klar ist, vor allem im Hinblick auf seine momentanen kleinen Verletzungen, dass die Mannschaft hinter dem ersten Torhüter nicht adäquat besetzt ist und dazu weiterhin der dritte Torhüter Christoph Haker verletzungsbedingt fehlt.
Verloren. Na und. Wir sind doch Aufsteiger. Nein. Wir müssen drei Punkte holen. Und überhaupt. Unser Anspruch muss ein anderer sein. Welcher denn? Wir arbeiten Fußball. Da kann der Sahin doch nicht dauernd fallen. Schlitzohr. Aber das ist nicht unionesk. Und wie geht es der Tante? Die treffen wir nächste Saison in Liga zwo. Wollen wir aber nicht. Aber klar wollen wir Stadtderbys. Aber nicht in Liga zwo. Und was ist eigentlich mit unseren Schulden bei Michael Kölmel?