Karim Benyamina: “Wir gewinnen gegen Paderborn. Wie immer.”

Montagmorgen. Es ist zehn Uhr in Köpenick. Der Himmel ist wolkenverhangen über dem Stadion an der Alten Försterei. Über den fast leeren Parkplatz vor der Haupttribüne weht ein unangenehm scharfer Wind. In der Tankstelle neben dem Stadion wird Paderborner Bier angeboten. Für 49 Cent je Flasche. Die Profis von Union, die in Fürth 1:1 gespielt haben, sind beim Auslaufen. Der Rest macht eine komplette Trainingseinheit.

2014-03-17 10.30.44Foto: Fiebrig

Ein Trio kommt aus dem Wald. Torsten Mattuschka, Benjamin Köhler und mittendrin Karim Benyamina. Unions Rekordtorschütze. Plötzlich fühlt sich alles so an wie vor fünf Jahren. Kurz nach dem Aufstieg in die Zweite Liga. Die drei gehen ruhig in Richtung Kabine, im Hintergrund stehen noch die alten Mannschaftscontainer, in denen das Team noch bis vergangenen Sommer hauste.

Und noch etwas ist gleich geblieben. Der Fotograf Matze Koch zückt den Apparat, um den zurückgekehrten Angreifer in rot-weißen Trainingssachen von Union zu fotografieren. Benyamina zieht seine Jacke hoch über den Kopf, versteckt sich wie ein kleines Kind, das nicht gefunden werden will. Die Begrüßung ist herzlich. Koch bekommt sein Bild. Ebenso wie Mathias Bunkus vom Kurier den freudigen Handschlag. Beide Journalisten haben Union auch in der Oberliga begleitet. Und damit auch Benyamina. Das wird nicht so leicht vergessen.

Doch der zweimalige algerische Nationalspieler macht keinen reinen Freundschaftsbesuch bei seinem alten Kumpel Benjamin Köhler. Er ist verletzt. Seinen Muskelfaserriss lässt er hier in Berlin von den Union-Physios behandeln. Und er hält sich noch bis zum 30. März vor Ort fit. Trotzdem wird er nur zwei Spiele seines Klubs MC El Eulma verpassen. “In Algerien wird wegen der Präsidentschaftswahl drei Wochen kein Fußball gespielt”, sagt er.

Nichts wird mehr so sein wie früher

Er hat sich daran gewöhnt, im Heimatland seines Vaters zu spielen. “Algerien ist ein bisschen anders. Viel ruhiger als hier. Da gehen abends um acht die Lichter aus.” – “Das ist ja wie zu Deiner Zeit bei Union. Da hast Du auch abends um acht zu Hause in Ruhe ein Buch gelesen.” Lachen. Es ist nicht ganz klar, wer wen vermisst. Der Spieler das Gefragtsein durch die Reporter oder die Journalisten das ungezwungene Gespräch mit dem Fußballer. Vermutlich schwelgen alle einfach gern in der Vergangenheit. Denn sie wissen, dass es so nie mehr werden wird.

So, wie bei den legendären Spielen gegen Paderborn. Beim 3:2 nach 0:2 Rückstand im Oktober 2008 schoss Benyamina in Unterzahl zwei Tore. Beim wahnwitzigen 5:4 ein Jahr später traf er auch zweimal. Den gerade etwas abschlussschwachen Offensivspielern muss er trotzdem nichts extra sagen. “Die brauchen keine Tipps von mir. Wir gewinnen gegen Paderborn. Wie immer.” Karim Benyamina sagt immer noch “wir”.

2014-03-17 10.31.46
Foto: Fiebrig

Teve090 – Scheißegal! Hauptsache, wir haben gewonnen

Angesprochen auf seinen Notenwunsch nach dem 4:0 Sieg gegen den FSV Frankfurt sagte Chinedu Ede: “Das ist mir scheißegal. Hauptsache, wir haben gewonnen.” Das drückt alles aus, was dieses Spiel ausmachte. Keine besonders gute Leistung von Union. Aber für den FSV in der derzeitigen Verfassung war das schon zuviel. An allen vier Toren war Ede beteiligt, doch zu gut erinnert er sich an vergangene Spielzeiten oder den Saisonstart dieses Jahr, als das er übermäßig in Euphorie ausbrechen würde. So wie der gesamte Verein sich zwar wohlig an 31 Punkten wärmt, aber ansonsten die Ruhe bewahrt.

In der Küche sitzen und reden: Steffi, Gero, und Hans-Martin, Robert und Sebastian.

Themen:

Mannschaftsaufstellung; Einwortzusammenfassungen des Spiels; Das erste Tor: Siehst Du Mosquera, so wird das gemacht!; Was ist eine Notbremse (Schlicke, Menz)?; Offizielles Regelwerk des DFB (PDF); Chinedu Ede setzt Prioritäten (O-Ton; 13:00 Min); Der aktuelle Status von Ede; Christian Stuff stolpert (O-Ton; 22:01 Min); Union wird variabel bei Freistößen; Simon Terodde und die Apfelschorle; FSV Frankfurt: Ein Traditionsverein ohne Fans; Buch “Eisern Union!” von Frank Willmann und Jörn Luther; Karim Benyamina ist traurig (O-Ton, 38:41 Min); FSV will drei bis vier Spieler zum Winter abgeben; Bei Union läuft es anscheinend. Unheimlich.; HSV-Friedhof ist nicht gefragt; Der Abstand zum Relegationsplatz wächst; Fürth: Da sah Union doch immer gut aus; Ein Jahr ohne ordentliche Mitgliederversammlung: Ist das satzungsgemäß?

Bilder: Stefanie Lamm

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Shownotes

Teve069 – Die Geschichten, die der Fußball immer schreibt

Als Patrick Kohlmann vom Vereinsfernsehen AFTV nach dem Spiel gegen den FSV Frankfurt (1:1) zum Ausgleichstreffer von Karim Benyamina befragt wurde, antwortete er in bester Phrasendreschmanier: “Die Geschichten, die der Fußball immer schreibt.” Wir hätten gerne auf diese Geschichte verzichten können. Es reicht schon, zu akzeptieren, dass die Nummer 22 jetzt die 9 trägt und nicht an der Alten Försterei sondern am Bornheimer Hang spielt.

Da die DFL es für eine besonders gute Idee hielt, den Zweitligastart in die Ferienzeit zu legen, wird beim Podcast alles etwas anders in den nächsten Wochen. Wir werden weniger und andere Gäste begrüßen. Dieses Mal zu Gast nur Hans-Martin, der kurz vor der Abreise in den Urlaub bei uns in der Küche vorbei schaute. Robert ist auf einem Festival und Mathias Bunkus (Berliner Kurier) hatte zwischen Arbeit (Bornheimer Hang, Frankfurt) und Arbeit (Alexanderplatz, Berlin) mit Schlaf zu tun.

Die Themen:

  • Silvio kann Elfmeter. Aufreizend lässig.
  • Der Wechsel Mosquera gegen Silvio. Ein Bruch im Spiel?
  • Babacar Gueye kann keinen Elfmeter.
  • Karim Benyamina (Aus Gewohnheit: “Ohohoho.”)
  • Zwei Halbzeiten, zwei Union-Gesichter. Bleibt das so?

O-Töne:

  • 19:54 min Uwe Neuhaus erzählt, was er bei Benyaminas Tor gedacht hat

Quellenhinweis: Der O-Ton von der Pressekonferenz wurde AFTV entnommen.

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Shownotes

Teve066 – War was?

Das Spiel gegen Cottbus war gefühlt das letzte Spiel der Saison. Robert und Mathias Bunkus (Berliner Kurier) waren zu Gast in unserer Küche und haben mit uns über Höflichkeit, Professionalität und Fantum geredet. Auch über schnelle junge Flügelflitzer (Chrissy Quiring!). Und über Abschiede (Karim! Peitzinho!).

Karlsruhe? War da was?

O-Töne im Podcast

08:06 Min – Karim Benyamina kaspert
20:22 Min – Stänkerei um Vergangenheitsfußball auf der Pressekonferenz
36:42 Min – Pfiffe bei der Spielerverabschiedung
66:42 Min – Dominic Peitz freut sich über sein Tor

Bilder: Stefanie Lamm

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Shownotes

Teve063 – Hinterher alles früher besser gewusst

Den versprochenen Podcast vom Spiel gegen Frankfurt vor zwei Wochen reichen wir nun pflichtschuldigst nach. Neben der berechtigten Befeierung von Karim Benyamina fällt uns vor allem eins auf: Alte Meinungen sind der Realitätscheck schlechthin. Im Rundfunk wird ja zurecht davon gesprochen, dass sich Meinungen versendeten, also vergessen werden. Wir äußern jedenfalls die feste Überzeugung, dass Dominic Peitz bei Union bleiben wird (bei 01:12:15 h). Diese Info kann sofort vergessen werden.

Inhaltlich beschäftigten wir uns gemeinsam mit Hans-Martin mit dem Spiel, das, wie wir heute wissen, die nötigen Punkte zum Klassenerhalt lieferte. Außerdem spielen natürch die Benyamina-Festspiele und die Kaderplanung für die nächste Saison eine Rolle. Zu dem Zeitpunkt hieß es allerdings nur: Stürmer gesucht.

O-Töne im Podcast

00:00:20 Mannschaftsaufstellung des FSV Frankfurt
00:01:56 Mannschaftsaufstellung des 1.FC Union Berlin
00:30:33 Patrick Klandt (Keeper Frankfurt)
00:32:00 Torsten Mattuschka
00:41:25 Karim Benyamina
01:20:15 Bonus: Lied für Karim Benyamina


Bilder: Stefanie Lamm

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Shownotes

Momentaufnahmen.

Wenn einer Karim Benyamina sagt, denke ich zuerst an sein Tor gegen den BFC Preussen 2006. Mir fällt die Choreografie nach dem 8:0 ein, Doppelhalter mit den Gesichtern der Spieler. Eure Namen in unseren Herzen. Von der 2. Liga träumten wir zu der Zeit eher heimlich, und Karim Benyamina wurde “Flipper” genannt – nicht immer liebevoll.

Im letzten Podcast 2010 sprachen wir über Gewinner und Verlierer der Hinrunde. Auf der Sonnenseite sahen wir ganz klar Karim Benyamina, Zweitligastürmer, der gerade in die algerische Nationalelf berufen worden war. “Flipper” sagte schon lange niemand mehr.

Sein Vertrag wird am Saisonende nicht verlängert. Der Bruch ist hart. An den Reaktionen darauf kann man die Widersprüche ablesen, die im System Profifußball stecken. Während man als Fan die Verjüngung der Mannschaft fordern kann, ohne auf verdiente Spieler zu verzichten, sortiert man als Verein kurzerhand aus. In der 2.Liga gibt es keinen “etwas anderen Verein”, was die Kaderplanung betrifft. Es gibt nur Wahrscheinlichkeit und ein begrenztes Budget.

Karim Benyamina ist viel weiter gekommen, als ihm je einer zugetraut hat. Unübersehbar sind die Parallelen zwischen seiner Karriere und dem Weg, den Union genommen hat. Sein Anteil daran ist groß. Uwe Neuhaus und Christian Beeck wären nicht die ersten, die ihn unterschätzt haben.

Teve061 – Gute Strafen, schlechte Strafen

Trainer Uwe Neuhaus hat gewarnt. Allerdings vor dem Gegner und nicht vor dem Schiedsrichter. So kam es gegen Arminia Bielefeld wieder zu einem Spiel, wie es für Union typisch ist. Leidenschaft. Kampf. Willensstärke. Alles Attribute, die in der Vorwoche nicht unbedingt mit dem neuverlegten Rasen in Verbindung gebracht wurden.

Gemeinsam mit Mathias Bunkus (Berliner Kurier), Hans-Martin und Robert reden wir über Bestrafungen von und mit dem Schiedsrichter. Und im Zusammenhang mit der Spendenaktion für die Geldstrafe für das Abbrennen von Pyro im Derby gegen Hertha diskutieren wir gute Strafen und schlechte Strafen. Aber es gibt auch schönes zu berichten. Auf wundersame Weise schossen nämlich zwei Stürmer die Tore für Union beim 2:2 gegen Bielefeld.

Themenliste:

  • 00:00 Was passiert mit dem Geld aus unserem Phrasenschwein?
  • 02:00 Union mit Schiedsrichter bestraft. Wir hadern.
  • 19:05 Gute Strafen, schlechte Strafen. Der Umgang mit den unterschiedlichen DFB-Strafen.
  • 28:00 Die Absage des Testspiels gegen RB Leipzig.
  • 40:33 Was ist mit dem Bunki-Countdown (Punkte bis Klassenerhalt)?
  • 45:32 Das Positive: Stürmertore.

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Teve059 – In der Instabilität stabil

Wieder 0:1. Dieses Mal allerdings zu Hause. Gemeinsam mit Robert und Mathias Bunkus (Berliner Kurier) unterhalten wir uns über die schwankenden Ergebnisse von Union.

Themenliste:

  • Spielanalyse (mit O-Ton vom Trainer der Löwen, Rainer Maurer)
  • Einzelkritik zu Santi Kolk, Björn Brunnemann und Karim Benyamina (mit O-Ton von Trainer Uwe Neuhaus
  • Wie wird’s Wetter? Die Aussichten für Union.

Bilder: Stefanie Lamm

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Teve057 – Okee oder oh weh?

Das Heimspiel gegen Osnabrück würde ein Union zugeneigter Fußballfreund sicher anerkennend als “paderbornesk” bezeichnen. Wir unterhalten uns mit Robert über das Auf und Ab des Spiels.

Themenliste:

  • 00:00 min Wie war das Spiel? Hoch und runter, von links nach rechts.
  • 28:08 min Marcel Höttecke: Never ending Story – Die Torhüterposition
  • 42:09 min Daniel Göhlert: Ein Fehler ist gleich ein schlechtes Spiel?
  • 51:00 min Torsten Mattuschka: Wette auf die Zukunft.
  • 69:35 min Wo steht Union eigentlich?
Fotos: Stefanie Lamm

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Teve051 – Gewinner und Verlierer

Natürlich sprechen wir im letzten Podcast des Jahres mit Mathias Bunkus (Berliner Kurier), Hans-Martin und Robert über das am Ende erfolgreiche Spiel gegen den Karlsruher SC.

Aber noch viel natürlicher ziehen wir ein Saisonfazit. Wir haben die Idee der Kollegen vom Herthablog der Berliner Morgenpost übernommen, und jeder hatte die Möglichkeit, aus seiner Sicht drei Gewinner und Verlierer aus dem Kader des 1. FC Wundervoll zu benennen. Dabei gibt es einige Überraschungen.

Zum Schluss schauen wir noch ein wenig in die Glaskugel und überlegen, was nach der Freigabe für Polenz und Sahin in der Transferperiode passieren kann.

Die Themen mit Zeitangabe:

04:34 Wie war das Spiel? Haben wir in der zweiten Hälfte ein neues Sturmduo gesehen? (mit O-Ton von Halil Savran)
53:50 Hinrundenfazit: Gewinner und Verlierer (mit O-Ton von Karim Benyamina)
101:20 An- und Verkauf. Was passiert in der Winterpause?

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