Demnächst können die Offensivspieler schon froh sein, wenn sie es in den Kader schaffen

Union hat eine riesige Auswahl an Offensivspielern. Das wissen wir. Allerdings waren zu Saisonbeginn nicht alle einsetzbar. Mit Sebastian Polter, Joshua Mees und Suleiman Abdullahi sind die verletzten Spieler allerdings zurückgekehrt. Mees, der als Konkurrent zu Felix Kroos und Robert Zulj hinter den Spitzen zum Einsatz kommen kann, haben sich der Tagesspiegel und der Kurier beschäftigt. Auch wenn ich noch nicht glaube, dass die drei schon echte Optionen für die Startelf sind, so ist deren Rückkehr doch ein Zeichen an den Rest der Offensive. Denn demnächst dürfte es schon ein echter Erfolg sein, überhaupt den Weg in den Kader geschafft zu haben. Das gilt vor allem für Spieler, die noch nicht so recht in Form gekommen sind, wie Simon Hedlund (dem sich Bild/BZ widmen, noch nicht online), Kenny Prince Redondo oder auch Felix Kroos und Robert Zulj. Die nächsten Wochen werden in dieser Hinsicht echt spannend.

Joshua Mees beim Testspiel-Sieg gegen Babelsberg (9:1) am 12.10. 2018, Foto: Matze Koch

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Mit der Verpflichtung von Robert Zulj wird es eng für Eroll Zejnullahu und Marcel Hartel

Wenn wir heute in die Berliner Medien schauen, dann lernen wir viel über Robert Zulj, den Union gestern als einjährige Leihe von Hoffenheim verpflichtet hat (Vereinsmitteilung). Wir erfahren, dass der Offensivspieler gerne auf der Zehn spielt, aber auch auf der Acht oder im Sturmzentrum zum Einsatz kommen kann, dass er sich das WM-Finale im Kroatientrikot in Frankfurt angesehen hat und vor allem spielen möchte und deshalb diesen Schritt zurück in die Zweite Liga unternommen hat. Wer Probleme mit der Aussprache hat, kann sich den Namen hier vorsprechen lassen.

Wie schnell es für Fußballprofis geht, zeigen die neuesten zwei Bilder in Robert Zuljs Instagram-Account; Screenshot Instagram @robertzulj

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Viking gibt den Transfer von Julian Ryerson zu Union schon mal bekannt

Nach dem 0:3 in London bei QPR steht Rafal Gikiewicz nun als Nummer 1 endgültig fest und die Berliner Medien schauen sich vor allem an, welche Spieler sich in die Startelf gespielt haben. In jedem Text wird klar, dass die endgültige Überzeugung noch fehlt, dass das Team jetzt schon an seinem Leistungslimit angekommen ist. Dafür gibt es mit den vielen Verletzungen in der Defensive und der noch andauernden Abwesenheit von Sebastian Polter auch einige Gründe. Pragmatismus dürfte der Weg für die nächsten Wochen sein. Es geht darum, Punkte zu sammeln und darüber als Team zusammenzufinden.

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“Ist was Cooles, wenn man seine Fratze auf dem Buch sieht”

Nachdem die theoretische Aufstiegsmöglichkeit auch ad acta gelegt wurde, beschäftigt die Berliner Medien vor allem, was im nächsten Jahr anders werden muss, damit es dann mit dem Aufstieg klappt. Einig sind sich alle, dass gerade die Konkurrenzsituation auf verschiedenen Positionen gestärkt werden muss. So dass die Startelf sich nicht quasi automatisch aufstellt und bei Ausfällen auch gleichwertiger Ersatz da ist. Hier die Texte dazu:

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Der Umbruch in der zweiten Reihe

Bild und Kurier diskutieren heute die Kaderplanung bei Union und kommen auf folgende Spieler, mit denen Union nicht verlängern wird:

  • Benny Köhler
  • Benny Kessel
  • Adrian Nikci
  • Emanuel Pogatetz
  • Roberto Puncec
  • Raffael Korte
  • Maximilian Thiel

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Norbert Düwels Henne-Ei-Problem

Norbert Düwel hat gestern seinen 18er-Kader für die Partie gegen Kaiserslautern am Sonntag (13.30 Uhr) bekanntgegeben. Warum zwei Tage vor dem Spiel, wurde der Trainer gefragt. “Weil wir es diesmal einfach so gemacht haben”, antwortete Düwel auf der Pressekonferenz. Ich verbuche das mal weiter unter “Routinen brechen”.

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Hört auf, Steven Skrzybski ein Talent zu nennen!

Die Morgenpost berichtet ausführlich über die Entwicklung von Skrzybski. Ein schöner Text. Es ist die Überschrift, die eine normale Betrachtung des Angreifers erschwert: “Union-Trainer Düwel setzt auf Talent Skrzybski”. Das nervt mich. Der Angreifer ist nicht mehr der kleine Steven. Genau dieses Labels führen dazu, dass Spielern geraten wird, ihren Jugendverein zu verlassen. Weil sie als selbstverständlich wahrgenommen werden, weil ihre Leistung nicht gewürdigt wird.

Foto: Stefanie Fiebrig

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Der Kader ist zu klein. Und zu müde. Und zu klein.

Wenn Union so etwas wie eine Religion wäre und Norbert Düwel der Prediger (oder irgend etwas anderes; ich bin in Kirchenfragen nicht besonders sicher), dann wären die Kollegen Sportjournalisten so etwas wie der Chor. Und immer wenn der Pfarrer Trainer anhebt und sagt “Der Kader” schallt es von rechts “Er ist zu klein”, um gleich von links ergänzt zu werden “Und zu müde.” Und immer wieder. Ich stelle mir das schön dramatisch vor.

So dramatisch ist es dann aber natürlich in der Wirklichkeit nicht. Fangen wir bei der Fraktion “Der Kader ist zu klein” an. Die teilt sich in den Glashalbvoll-Flügel (Bild/BZ), die sieht, wie Steven Skrzybski nach Jahren im Wartestand und mit den Labels “Eigengewächs” und “Talent” versehen, sich in die Startelf spielt und Tore schießt. Sonst war es jedes Jahr dasselbe: Es ist Frühling, die Unionstürmer schwächeln oder sind verletzt und statt die Chance ergreifen zu können, verletzt sich auch Skrzybski (ich klopfe auf Holz).

Die Glashalbleer-Fraktion wird von der Berliner Zeitung vertreten, die das Montagstraining so schildert: “Nur vier Feldspieler haben sich eingefunden; sie spurten unter Aufsicht des Assistenztrainers im Dreieck.” Nun liegt der Rest nicht im Krankenhaus Köpenick, aber der Kader ist tatsächlich etwas kleiner. Allerdings spielten die Winterabgänge (Özbek, Nemec, Dausch) sportlich keine Rolle, so dass es nicht fair wäre, sie jetzt aufzuzählen. Bleiben Köhler (Krebs), Thiel (Schulterverletzung) und Brandy (Schulter, aber was eigentlich genau?), die ausfallen. Drei Spieler, die getrost zur Top-14 des Kaders gezählt werden können und müssen.

Foto: unveu.de

Aber das heißt nicht, dass der Kader zu klein ist. Es heißt meiner Meinung nach, dass Union schlicht Pech hatte, dass die Kalkulation an der Sollbruchstelle (Defensives Mittelfeld/Linke Verteidigerposition) nicht aufgegangen ist. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Wie viel Geld war der Verein willens, im Winter auszugeben und wie war die Angebotslage? Ich vermute, dass das auf der Linksverteidigerposition (dort war Michael Parensen vorgesehen, der jetzt durch Benjamin Köhlers Krebserkrankung im defensiven Mittelfeld aushilft) schlicht kein Spieler zu dem von Union präferierten Preis vorhanden war und sich der Verein deswegen entschlossen hat, auf den Sommer 2015 zu warten. Denn für welche Ziele hätte Union mehr Geld ausgeben sollen? Aufstieg? Unerreichbar. Klassenerhalt? Dafür ist der Kader gut genug. DFB-Pokal? Europa-Cup?

Kommen wir zur anderen Hälfte des Chors. “Der Kader ist müde.” 17 Mal ist Union in dieser Saison schon in Rückstand geraten. Offensichtlich ist die Mannschaft nicht wach, wenn sie auf den Platz geht. Vielleicht sollte Düwel mal zu Jürgen Klinsmann ins Ansprache-Bootcamp gehen. Oder vielleicht zu diesen Hilfsmitteln greifen.

Foto: Sebastian Fiebrig

Auch hier sind Bild/BZ auf der motivierenden Seite. Denn Rückstände in den ersten fünf Minuten gab es erst drei mal in dieser Saison. Und es sind noch elf Partien, um sich an diesem Punkt zu verbessern. Analytisch ist das jetzt nicht gerade Champions-League, aber das war Jürgen Klinsmanns Capitano-Ansprache auch nicht. Und sie hat funktioniert.

Auch die Morgenpost singt im Chor gegen die Müdigkeit und findet als positives Zeichen, dass Union immerhin den Willen habe, Spiele auch umzubiegen. Das ist acht Mal gelungen (Unentschieden oder sogar noch Sieg). Doch auch hier erfahren wir nicht die Gründe für die Rückstände. Wo ist die Spielverlagerung, wenn ich sie mal brauche? In Leipzig war es meiner TV-Ansicht nach eine Mischung aus frühem Pressing durch Rasenballsport und aufgerückten oder nicht ihre Position haltenden Außenverteidigern. Da hätte ich gerne etwas mehr Analyse. Aber vielleicht hat ja der eine oder andere Leser Expertise und bekommt das ohne den Satz “Wir müssen die individuellen Fehler abstellen” hin.