Rafal Gikiewicz: “Ich habe Respekt vor der Bundesliga, aber keine Angst”

Das muss also Bundesliga sein. Am Sonntag ein zweieinhalb Seiten langes Interview mit Neven Subotic in der Bild am Sonntag und heute ein doppelseitiges Interview mit Rafal Gikiewicz im Kicker. Beides Medien, die Union gewöhnlich links liegen lassen haben. Weil der Klub eben keine Bundesliga gespielt hat. Unions Keeper lässt im  Gespräch einiges blicken. Zuerst den altbekannten Ehrgeiz, wenn er über die 4 Punkte spricht, die er aus den ersten drei Spielen holen will (“Ich habe Respekt vor der Bundesliga, aber keine Angst”). Einen großen Teil des lesenswerten Gesprächs geht es allerdings um den Charakter von Rafal Gikiewicz. Darum, dass er lauter ist. Darum, dass er Dinge direkter anspricht. Der Keeper sagt darüber: “Sie [die Mannschaft] braucht wahrscheinlich nicht fünf Gikiewiczs, aber einen, der in einer schwierigen Phase Klartext spricht.”

Saison 2019/20, Testspiel zwischen dem 1. FC Union Berlin - SV Guntamatic Ried in Windischgarsten (3:0), Torwart Rafal Gikiewicz (1. FC Union) nach dem Spiel, 12.07. 2019

Torwart Rafal Gikiewicz nach dem Testspiel gegen Ried am 12.07. 2019, Foto: Matze Koch

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Neven Subotic passt vom Charakter perfekt zu Union. Hoffentlich klappt es auch als Spieler

Auch das dritte Testspiel gewann Union. Dieses Mal 3:0 gegen Linz (Highlights bei AFTV). Dabei fälschte Sebastian Polter beim 2:0 einen Hackenschuss von Michael Parensen so ab, dass die Kugel dem Keeper durch die Beine ins Tor rutschte. Für den Angreifer hätte es allerdings zuvor schon einige Chancen für Treffer gegeben, die er allesamt vergab (Längerer Spielbericht beim Kurier inklusive Hinweis, welchem Fan Marcel Hartel das Bier wegschoss, oder auf der Vereinsseite).

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Vom Fußball-Klassenkampf zu rechtlichen Schritten gegen den Mietendeckel

Wenn Union gehofft hat, mit dem Interview von Präsident Dirk Zingler in Berliner Zeitung/Kurier endlich für Ruhe im Karton zu sorgen, dann ist das gründlich misslungen. Wenn Zingler hingegen mit dem Wort “Fußball-Klassenkampf” das Thema Hauptsponsor Aroundtown in den Hintergrund drücken wollte, dann hat das vielleicht sogar geklappt. Jedenfalls sind einige Redakteure aufgewacht und scheinen plötzlich den Kommunismus auf dem Vormarsch zu sehen. Die Bild/BZ schreibt “Was will Unions Klub-Boss mit seinen erschreckenden Aussagen bezwecken?” und “Herr Zingler, das ist einfach nur traurig”. Das klingt in meinen Ohren nach Frontstadt-Rhetorik und ist für mich mal wieder ein Beleg dafür, dass Bild-Berlin-Sportchef Robert Matiebel und Dirk Zingler sicher keine Freunde mehr werden, der in dem Text so ziemlich alles gegen den Union-Präsidenten auslegt, was er finden kann. Aber auch die Welt schreibt über das Thema und bezieht sogar Christopher Quirings Wessi-Zitat mit ein.

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Gibt es für ungenutzte Dauerkarten bessere Lösungen als den Ticketzweitmarkt?

Ich stand in der vergangenen Saison mindestens zweimal vor der Herausforderung, dass ich meine Dauerkarte nicht nutzen konnte. Einmal habe ich sie ganz einfach in Unions Ticketzweitmarkt eingestellt, doch das andere Mal ging das nicht und ich hätte sie gerne weitergegeben, damit sie jemand anderes nutzen kann. Aber das wäre mit solch einem organisatorischen Mehraufwand verbunden gewesen (jemanden finden, verabreden, Karte übergeben und dann hoffentlich auch wieder zurückbekommen), dass sie für das eine Spiel verloren und ich ein “No show” war, wie das in der Bundesliga heißt, wenn Dauerkartenbesitzer nicht zum Spiel kommen. Auf Twitter hat @nusajaz überlegt, wie man das selbst organisieren würde.

Twitter: @nusajaz

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Die Regionalliga-Reform ist einerseits tot und gleichzeitig nicht totzukriegen

Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer hat das Wochenende frei und wenn ich so durch die Insta-Stories blättere, scheinen viele das für einen Kurztrip zu nutzen. Rafal Gikiewicz ist mit Frau und Kindern beispielsweise fix nach Venedig gefahren und schaukelt auf einer Gondel durch die Stadt.

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#LaFamilia♥️

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Dirk Zingler hält 30.000 Union-Mitglieder innerhalb der nächsten 5 Jahre für möglich

Die Bild (€, Bezahl-Link) hat für ihre Rubrik “Mein Klub in 5 Jahren” mit Präsident Dirk Zingler gesprochen. Beim Titel der Rubrik hatte ich erst an ein Vorstellungsgespräch gedacht, bei dem sich die Klubs wie in Höhle-der-Löwen einem Investor vorstellen. Aber es ist ganz harmlos. Dirk Zingler weicht eigentlich in keiner Antwort von dem ab, was wir bereits wissen. Aber er begründet jede Maßnahme wie beispielsweise den Stadionausbau noch einmal ausführlich. Der sei Grundlage, dass Union wirtschaftlich bisher durch die Stadionkapazität gesetzte Grenzen überschreiten könne und allein der Klub davon profitiert, da Union zur absoluten Minderheit der Vereine zählt (nur Schalke und der BVB machen das auch so), die beispielsweise Catering für das Stadion und VIPs komplett selbst abwickeln. Wird mehr Geld verdient, macht sich also nicht ein Zwischenhändler sich die Taschen voll.

Präsident Dirk Zingler, Foto: SF/Matze Koch

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Die Freiheit, die Rummenigge den Klubs bei 50+1 geben will, ist keine echte Freiheit

Union verliert das Testspiel in Kiel mit 2:3. Es liegt auf der Hand, hier von einer Enttäuschung zu schreiben. Denn schließlich stand bei Holstein Kiel mit Rafael Czichos nur ein Stammspieler in der Startelf, während Union beinahe in Bestbesetzung (Marc Torrejon musste in der Verteidigung passen) antrat. Und drei Gegentore sind wieder einmal zu viel. Auch wenn Trainer André Hofschneider darauf hinweist, dass der zweite Gegentreffer durch einen abgefälschten Schuss und der dritte durch einen Elfmeter zustande kam. Es muss ein sehr munteres Spiel ohne Härte gewesen sein, wenn ich nach dem Zusammenschnitt auf AFTV oder dem Holstein-Kiel-Podkast 1912.fm gehe.

Hier die Medienberichte vom Spiel:

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Kommt der Videoassistent schon in der nächsten Zweitliga-Saison?

Am Donnerstag findet die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga statt. Dabei geht es vor allem um die 50+1-Regel, wobei mir noch nicht ganz klar ist, was in der Sache genau am Donnerstag herauskommen soll. Union-Präsident Dirk Zingler hatte erst am Dienstag per E-Mail an die Mitglieder die Vereinsposition noch einmal klar formuliert. Trotzdem ist einige Nervosität zu spüren. Denn auf die Berichterstattung der Bild, dass der Antrag von Martin Kind auf Ausnahme von 50+1 wegen zu geringer finanzieller Zuwendungen in den vergangenen 20 Jahren hätte abgelehnt werden müssen, reagierte der Ligaverband mit einer eigenen Stellungnahme. Ein sachlicher Austausch solle auf der Mitgliederversammlung erschwert werden, schreibt die DFL. Mir stellt sich die Frage, was genau denn nun mit welchem Ziel diskutiert werden soll? Soll 50+1 abgeschafft werden, wie beispielsweise die Initiative 50plus1bleibt.de befürchtet? Soll 50+1 gestärkt werden? Die DFL schreibt, dass nur der Verfahrensverlauf der Diskussion diskutiert werden soll. Aber mit welchem Ziel denn? Unklar. Klar ist nur, dass für eine mögliche Satzungsänderung der DFL eine Zweidrittelmehrheit unter den 36 Profiklubs notwendig wäre.

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Post von Dirk und Stevies Ehrlichkeit

Der 2:1-Sieg von Aue gegen Fürth gestern Abend hat für die engste Zweite Liga aller Zeiten gesorgt. Oder eben für so etwas wie den spannendsten Kampf gegen den Relegationsplatz 16. Ich kann darauf verzichten, und ich glaube, dass alle bei Union auch keinen Bock darauf haben, jetzt die Saison noch in die andere Richtung spannend zu machen. Fakt ist, dass Union jetzt 3 Punkte von Platz 16 trennen und nur Siege und keine Unentschieden dabei helfen, sich nicht ins Schlamassel hineinziehen zu lassen.

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“Ich bin immer mit im Boot und da möchte ich auch gerne sein”

Wenn es Spieler gab, denen wir am Samstag die Tore wirklich von ganzem Herzen gegönnt haben, dann waren es Felix Kroos und Philipp Hosiner. Das geht auch den Berliner Medien so, die einträchtig über dieses Thema schreiben:

Philipp Hosiners Tor zum zwischenzeitlichen 2:1 gegen Regensburg, Foto: Stefanie Fiebrig

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