Teve081 – Bitte bleiben Sie gesund!

Alle sind sie wieder da. Naja, fast alle und so richtig hundertprozentig gesund sind sie auch nicht alle. Weil es aber trotzdem zu einem 2:0 gegen den Karlsruher SC gereicht hat, vergeben wir das größte Kompliment, das Berlin und Brandenburg zu bieten haben: "Kannste nich meckern!" Themen: Intro; Gesamteindruck vom Spiel (Uwe Neuhaus bei der Pressekonferenz, O-Ton: 03.15 Min); Das zweite Tor kann nicht früh genug fallen; Christian Stuff hat sich wieder weh getan (O-Ton: 10:30 Min); Wenn Innenverteidigung, dann Trapp (Marc Pfertzel lobt Maurice, O-Ton: 12:42 Min); Unions erstes Tor des Monats: Danke Silvio!; Freistoßfestival; Chrissie Quiring spielt Füße schwindelig (O-Ton zum Tor: 24:43 Min); Unions Stürmer und Sebastians Bart; Savrans allervorletzte Chance; Pro Söldnermentalität; Robert lobt Markus Karl; Neuhaus weiß, wie er "Uwe, Uwe"-Rufe zu nehmen hat (O-Ton: 40:28 Min); Wie wird's Wetter: Ausblick auf die nächsten Spiele (Stuff will immer gewinnen, O-Ton: 60:01 Min); Nächstes Ziel: Auswärtssieg, doch zu mehr lässt sich Neuhaus nicht hinreißen (O-Ton: 62:55 Min); Weil es so schön war, noch einmal: Das lustigste Union-Interview aller Zeiten (Danke an Matze Koch)

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Wenn kämpfen nicht mehr reicht.

“Nein! Zack, zack in den Raum!”, ruft Unions Trainer Uwe Neuhaus und unterbricht die Übung am Mittwoch gleich zu Beginn. Patrick Zoundi sollte nach Pass von Marc Pfertzel von außen mit dem Ball am Fuß in Richtung Strafraum ziehen und nicht einfach auf der Grundlinie der Kugel hinterher rennen. Gestenreich erklärt der Coach seine Vorstellungen vom schnellen, dynamischen Spiel in der Offensive. Das Mittel der Wahl gegen Alemannia Aachen unter Trainer Friedhelm Funkel. Bei der Wiederholung der Übung zieht Zoundi am Strafraum-Eck einen Verteidiger auf sich, passt zu Savran, der Glinker im Tor keine Chance lässt.

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Teve061 – Gute Strafen, schlechte Strafen

Trainer Uwe Neuhaus hat gewarnt. Allerdings vor dem Gegner und nicht vor dem Schiedsrichter. So kam es gegen Arminia Bielefeld wieder zu einem Spiel, wie es für Union typisch ist. Leidenschaft. Kampf. Willensstärke. Alles Attribute, die in der Vorwoche nicht unbedingt mit dem neuverlegten Rasen in Verbindung gebracht wurden.

Wir reden über Bestrafungen von und mit dem Schiedsrichter. Und im Zusammenhang mit der Spendenaktion für die Geldstrafe für das Abbrennen von Pyro im Derby gegen Hertha diskutieren wir gute Strafen und schlechte Strafen. Aber es gibt auch schönes zu berichten. Auf wundersame Weise schossen nämlich zwei Stürmer die Tore für Union beim 2:2 gegen Bielefeld.

Themenliste:

  • 00:00 Was passiert mit dem Geld aus unserem Phrasenschwein?
  • 02:00 Union mit Schiedsrichter bestraft. Wir hadern.
  • 19:05 Gute Strafen, schlechte Strafen. Der Umgang mit den unterschiedlichen DFB-Strafen.
  • 28:00 Die Absage des Testspiels gegen RB Leipzig.
  • 40:33 Was ist mit dem Bunki-Countdown (Punkte bis Klassenerhalt)?
  • 45:32 Das Positive: Stürmertore.

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Teve051 – Gewinner und Verlierer

Natürlich sprechen wir im letzten Podcast des Jahres über das am Ende erfolgreiche Spiel gegen den Karlsruher SC. Aber noch viel natürlicher ziehen wir ein Saisonfazit. Wir haben die Idee der Kollegen vom Herthablog der Berliner Morgenpost übernommen, und jeder hatte die Möglichkeit, aus seiner Sicht drei Gewinner und Verlierer aus dem Kader des 1. FC Wundervoll zu benennen. Dabei gibt es einige Überraschungen. Zum Schluss schauen wir noch ein wenig in die Glaskugel und überlegen, was nach der Freigabe für Polenz und Sahin in der Transferperiode passieren kann. Die Themen mit Zeitangabe: 04:34 Wie war das Spiel? Haben wir in der zweiten Hälfte ein neues Sturmduo gesehen? (mit O-Ton von Halil Savran) 53:50 Hinrundenfazit: Gewinner und Verlierer (mit O-Ton von Karim Benyamina) 101:20 An- und Verkauf. Was passiert in der Winterpause?

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Teve049 – Union gegen Bochum. Mehr als nur eine Szene

In der medialen Aufbereitung wird das Spiel zwischen Union und Bochum auf den Zweikampf zwischen Macchambes Younga-Mouhani und Matias Concha reduziert. Das ist zwar ein Thema im Podcast, aber wir widmen uns auch einem Schiedsrichter, der von Beginn an keine klare Haltung zum Spiel entwickelte und dann vor allem den Schlüsselszenen aus sportlicher Sicht. Die erste war der Fehler von Unions Torhüter Jan Glinker beim 0:1 durch Christoph Dabrowski. Zwei Fragen sind dabei wichtig: Wie hätte der Torhüter entscheiden sollen? Und wie geht es bei Union weiter für  Jan Glinker. Mit der Verletzung von Daniel Göhlert und dem Wechsel in der ersten Halbzeit gab Boné Uaferro sein Debüt in der Profimannschaft. Wir unterhalten uns über die ersten Eindrücke des Juniorenspielers und überlegen, wer beim nächsten Spiel in Cottbus in der Innenverteidigung spielen könnte. Die Themen mit Zeitangabe: 06:40 Wie war das Spiel? 20:12 Die Situation mit Younga-Mouhani und Concha (mit O-Ton von Younga-Mouhani) 37:55 Jan Glinkers Fehler beim 0:1 (mit O-Tönen von Trainer Uwe Neuhaus und dem Torschützen Christoph Dabrowski) 56:12 Lange nicht gesehen: Kenan Sahin und Halil Savran 72:47 Wo sind unsere Innenverteidiger und wie war das Debüt von Boné Uaferro?

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Trainingseinheit: Selbstbewusstsein durch Torerfolg.

Etwas überraschend hatte der 1. FC Union nach dem Testspiel am Freitag gegen den eigenen Nachwuchs für diesen Dienstag einen weiteren Test anberaumt. Um die Belastung vor dem Ligaspiel in drei Tagen gegen Aue nicht allzu hoch werden zu lassen, wurde bis auf die Torhüterposition zur Halbzeit komplett durchgewechselt.

Ziel des Spiels war es sicherlich, den Stürmern nach dem Ausfall von Santi Kolk, die Möglichkeit zu geben, sich für die Startelf zu empfehlen. Mit der Auswahl des Gegners, des in dieser Saison sieglosen Landesligisten SSV Köpenick-Oberspree, war auch die zweite Intention der sportlichen Leitung klar. Die bisher nicht besonders treffsicheren Stürmer sollten sich Selbstbewusstsein durch Tore holen. Dem 10:0 Ergebnis nach scheint dies auch funktioniert zu haben.

In der ersten Halbzeit gelang dem Duo Savran/Skrzybski vor dem Tor nicht viel. Beide trafen zum Anfang des Spiels zunächst den Pfosten und machten danach jeweils ein Tor. Savran war eindeutig bemühter und bissiger, aber vor dem Tor manches Mal ein bißchen zu eigensinnig. Mit etwas Glück hätte Köpenick-Oberspree kurz vor der Halbzeit sogar einen Treffer erzielen können. Aber der ehemalige Unioner Gert Müller verpasste die Hereingabe.

Trainer Uwe Neuhaus scheint mit einer schwierigeren ersten Hälfte gerechnet zu haben und brachte seine nominell stärksten Stürmer erst für die zweite Halbzeit, als der Gegner sturmreif war. Doch das erste Tor in der 47. Minute zum 4:0 machte Hofmann, der für einige Verwirrung sorgte. Denn es war nicht der auf dem Spielplan stehende Maximilian Hoffmann, der als offensiver Mittelfeldspieler auf dem Platz stand, sondern der A-Jugendspieler Oliver Hofmann. Nicht die einzige Anekdote, die für Heiterkeit sorgte. So trug der Nachwuchsspieler Kiminu Mayoungou kurzerhand das Trikot mit der Nummer 25, auf dem Malinowski stand.

Das Kalkül von Neuhaus ging auch auf. Karim Benyamina holte sich mit drei Treffern Selbstvertrauen für die anstehenden Partien. Sorgenkind Mosquera hatte gute Szenen, bei denen jeweils wenig zu einem Treffer fehlte. Mitte der zweiten Halbzeit startete er aus dem Mittelfeld, lief den Gegenspielern davon und schob im eins gegen eins am ansonsten sehr gut haltenden SSV-Torhüter vorbei ein. Ob dieser Treffer das allseits und lang herbeigesehnte Platzen des Knotens bei Unions Sorgenstürmer war, wird sich zeigen.

Bilder: Stefanie Lamm

Teuer erkauft.

Vom kuscheligen Platz auf der Couch, am Tresen oder auch von den Zuschauerrängen sagen sich solche Sätze ganz leicht, wenn die Ergebnisse mal nicht stimmen. Die Spieler müssten Gras fressen. Und jetzt müsse dorthin gegangen werden, wo es weh tue.

Beim 2:0 des 1. FC Union Berlin über den MSV Duisburg musste der medial schon mit dem perfekten Moment seiner Entlassung konfrontierte Trainer Uwe Neuhaus drei Mal gezwungenermaßen auswechseln. Und die Zuschauer bekamen plastisch illustriert, was sich auch hinter der Phrase “Gras fressen” verbergen kann.

Ahmed Madouni

Der neue Abwehrchef blieb kurz vor Ende der ersten Hälfte nach einem Zusammenprall mit dem eigenen Torhüter liegen. Neben dem Tor von Jan Glinker wurde er behandelt. Duisburgs Angriffe ließen in der Zeit Erinnerungen an das Spiel in Osnabrück wach werden. Dort kassierte Union ein Gegentor, als der Innenverteidiger Göhlert außerhalb des Platzes behandelt wurde. Dann das Zeichen zur Bank. Wechsel. Wie im Heimspiel gegen Hertha, als Rauw verletzt vom Platz musste, kam Göhlert kalt ins Team. Madouni ging mit schmerzverzerrtem Blick und Eisbeutel auf der Schulter zur Kabine.

Nach der Pressekonferenz verblüffte Trainer Neuhaus die Journalisten mit einer kleinen Ausführung über die verschiedenen Grade einer Schultereckgelenksprengung. Niemand wusste etwas mit seinen Begriffen Tossy 1, Tossy 2 und Tossy 3 anzufangen. Aber ganz sicher wird diese Woche bei den Nachfragen nach der Diagnose von Madouni von Seiten der Journalisten mit der Rockwood-Einteilung gekontert.

Michael Parensen

Frisch von einer mehr als langwierigen Verletzung im linken Knie genesen, zeigte Parensen im Spiel gegen Hertha und Osnabrück wie wichtig er für das Aufbauspiel von Union ist. Er ging auch gegen Duisburg keinem Zweikampf aus dem Weg. Bei einem Zusammenprall in der zweiten Halbzeit mit Duisburgs Julian Koch, der erst gar nicht so schlimm aussah, blieb Parensen liegen. Koch fiel beim Zusammenprall auf das lädierte linke Knie des Unioners.

Wieder das Handzeichen für eine Auswechslung. Von den Rängen kamen Anfeuerungsrufe und es berührte wohl alle im Stadion als der weinende Michael Parensen auf einer Trage aus dem Stadion getragen wurde. Fast alle Mitspieler versuchten ihn auf dem Weg aus dem Stadion zu trösten und gute Besserung zu wünschen. Aber auch dieser Bruch wurde von der Mannschaft bewältigt.

Der Moment der Auswechslung von Michael Parensen im Stadion
[audio:http://www.textilvergehen.de/audio/2010_09_26_union_duisburg_auswechslung_parensen.mp3]

Halil Savran

Erst im Nachhinein erklärte Uwe Neuhaus, dass auch seine dritte Auswechslung nicht freiwillig erfolgte. Savran wurde von Wadenkrämpfen geplagt und musste in der 71. Minute durch Mosquera ersetzt werden. Für Uwe Neuhaus war das Spiel gegen Duisburg damit eine Partie, in der er nicht durch Einwechslungen eigene Impulse setzen konnte.

Santi Kolk

Der Abgang des Holländers passt nicht ganz in diese Kategorie, da er selbst verschuldet war. Allerdings passt er doch wieder hinein, denn er schwächt Union im nächsten Auswärtsspiel bei 1860 und zwingt Uwe Neuhaus neben den beiden Umstellungen für die verletzten Parensen und Madouni zu einem dritten Personalwechsel.

Kolk erhielt zwei Minuten vor Schluss nach einem kurzen Gefecht mit einem Duisburger Spieler vom Schiedsrichter die gelbe Karte. Noch während der Referee ihm die Karte zeigte applaudierte der Holländer und machte eine Handbewegung, die wohl dem Duisburger Spieler signalisieren sollte, dieser hätte sich vorher fallengelassen. Ob die Gesten dem Schiedsrichter oder dem Gegenspieler galten, war unwichtig, denn Kolk erhielt prompt die gelb-rote Karte.

Der Holländer gab sich danach zerknirscht, erkärte allerdings, er hätte nicht gewusst, dass man in Deutschland für Händeklatschen eine gelbe Karte erhalten würde. Kapitän Mattuschka, der beim Schiedsrichter nach eigenen Angaben noch “Fingerspitzengefühl” gefordert hatte, stellte Kolk allerdings auf Nachfrage keinen Rabatt für die Strafe für die Mannschaftskasse in Aussicht, denn das wüsste dieser bestimmt, dass es für solche Aktionen Gelb gibt.

Bilder: Stefanie Lamm

“Siegen tut gut.”

Im Gegensatz zu den als Testspiel deklarierten Aufeinandertreffen in der Vorbereitung gegen hochkrätige Mannschaften war der 1:3 Sieg am Freitag im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion gegen den Drittligisten SV Babelsberg 03 ein echter Test. Während Bauarbeiter auf der Tribüne des kleinen Stadions mit den einknickbaren Flutlichtmasten bohrten und hämmerten, schraubte auch Uwe Neuhaus an seiner Startelf. Zu statisch und ausrechenbar war in den ersten drei Pflichtspielen der Saison der Spielaufbau. Und echte Spielkontrolle, wie sie der Trainer fordert, konnte auch nicht gewonnen werden. So ging es vor allem um Selbstvertrauen oder wie Neuhaus es nach dem Spiel zusammenfasste: “Siegen tut gut.”

Für den rückengeplagten Daniel Göhlert rückte Bernd Rauw in die Innenverteidigung. Auf die linke Außenverteidigerposition rückte die Allzweckwaffe Christoph Menz und auf der rechten Position spielte erstmals seit mehr als einem halben Jahr wieder Paul Thomik, der sich zuletzt bei Unions U23 in der Oberliga Wettkampfpraxis holte. Auf die Sechserposition rückte Dominic Peitz und davor standen Mattuschka, Kolk und Quiring. Im Sturm stand die von vielen geforderte Doppelspitze mit Savran und Benyamina.

Für die Spieler ging es darum, sich für einen Platz in der Startformation gegen Paderborn zu empfehlen. Aus dieser Sicht wird sich Karim Benyamina ärgern. Zu lässig wollte er den von Savran von links hineingebrachten Ball aus fünf Meter Entfernung ins Tor schieben. So konnte der Ball auf der Linie von einem Verteidiger geklärt werden. Savran hingegen nahm seine Chance an und erzielte zwei Tore. Eins aus abseitsverdächtiger Position nach einem langen Freistoß von Mattuschka, den Madouni Peitz durchließ. Das zweite nach einem schönen Pass von Kolk auf Benyamina, der zwar etwas zu sehr nach rechts abgedrängt wurde, um selbst zum Torschuss zu kommen, aber auf Savran ablegte. Das zwischenzeitliche 2:0 besorgte Ahmed Madouni wiederum nach einem langen Freistoß von Mattuschka, als er am langen Pfosten den Ball im Springen über die Torlinie bugsierte.

Vom Ergebnis abgesehen, war das Spiel auch in anderer Hinsicht ein gelungener Test. Die Abwehr stand hinten meistens sicher, was aber auch am harmlosen Angriff der Babelsberger lag. Allein bei Eckbällen und hohen Flanken geht die Orientierung verloren. Bei fast jeder Ecke kam Babelsberg zum Schuß. Interessant zu sehen, dass bei Ballbesitz Union die beiden Außenverteidiger Menz und Thomik das Mittelfeld überliefen, um vorne ein Überzahlspiel zu generieren. Hinten rückten dann Rauw und Madouni auf die Außenpositionen. Peitz ließ sich in die Mitte zurückfallen und machte dann die Dreierkette perfekt. Wie diese Verteidigung bei einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung reagiert hätte, konnte man nicht sehen, da Babelsberg Kontersituationen im Prinzip nicht ausspielte.

Zum Spielbeginn gab es Diskussionen darum, ob Neuhaus im Mittelfeld eine Raute mit Peitz als defensivem Part oder einem Dreier-Mittelfeld spielen ließ. Die Antwort lautet: sowohl als auch. In der Vorwärtsbewegung stand Kolk vor den beiden Außenspielern Mattuschka und Quiring. In der Rückwärtsbewegung war häufig der Versuch zu beobachten, die Linie zu halten. Letzten Endes ist es aufgrund der Ähnlichkeit müßig, darüber zu diskutieren, ob Neuhaus die Mannschaft mit der Formation 4-1-3-2 oder 4-4-2 auf das Feld geschickt hat. Zu sehen war, dass sich im Spielaufbau deutlich mehr Anspielpositionen anboten und die Mannschaft dieses System deutlich mehr verinnerlicht hat als das vorher so magere 4-2-3-1. Uwe Neuhaus spielte den Systemwechsel danach allerdings runter “Das hat man sofort bei den beiden Standardsituationen gesehen, dass zwei Stürmer wirkungsvoller sind. – Aber natürlich hat sich Benyamina so wohler gefühlt.”

Als Gewinner des Spiels darf sich ohne Zweifel Halil Savran sehen, der von Uwe Neuhaus danach auch für seine Robustheit in den Zweikämpfen gelobt wurde: “Da ist jeder Verteidiger auf der Hut, weil er anderen auch weh tun kann. Er hat seinen Torinstinkt bewiesen und war gerade auch hinten heraus konditionell ganz gut dabei. Das war schon ein gutes Spiel von ihm.” Neben Thomik, der konditionell nicht nicht ganz auf der Höhe ist, gab es noch einen zweiten Langzeitverletzten, der sein erstes Spiel bestritt. Michael Parensen kam in der zweiten Halbzeit für Christoph Menz. Bei den Gesprächen nach dem Spiel kam dieser nicht mehr aus dem Grinsen heraus: “Das ist schön. Dafür habe ich ein halbes Jahr alleine trainiert, war im Wald und mit dem Fitness-Coach im Kraftraum. Jetzt bin ich einfach glücklich, das ich wieder auf dem Platz stehen kann mit den anderen zusammen. Und da ist es relativ egal, wie es für mich gelaufen ist. Wichtig ist, einfach wieder dabei gewesen zu sein und den Rasen zu schnuppern.”

Bei so vielen glücklichen Gesichtern gab es auch Spieler, für die es nicht so gut gelaufen ist. Marcel Höttecke als zweiter Torhüter bekam keine erneute Chance, und der in Spielen zuvor glücklos agierende John-Jairo Mosquera wurde nicht einmal eingewechselt.

Bilder: Stefanie Lamm

Berliner Fenster

Später Nachmittag. Die U7 macht auf ihrer langen Reise von Spandau nach Rudow Halt am Fehrbelliner Platz. Monoton quält sich eine Stimme durch den Waggon: “Entschuldigen Sie die kurze Störung. Ich bin seit… Sie brauchen gar nicht so zu schauen. Mir macht das auch keinen Spaß. …wohnungslos und bitte um eine kleine Spende.” Die Fahrgäste wissen vor Hitze nicht, wohin mit sich. Gedanklich ist keiner mehr in der U-Bahn, sondern bereits im Urlaub. “Ach, ich habe da auch keinen Bock drauf!” sagt der um Almosen bettelnde Obdachlose und verlässt fluchend die Bahn. Das Warnsignal heult auf, die Türen schließen sich. Der Zug setzt sich und die Menschen in Bewegung.

Ein Kind schaut aus dem Fenster in den dunklen Schacht der U-Bahn. Ein anderes schreit. Regungslos daneben die Mutter. Bis ihr der Geduldsfaden reißt und sie das Kind im Kinderwagen festzurrt. Ziellos schwirren die Gedanken umher. Der Blick schweift. Nur nicht das Gegenüber ansehen. Wer sitzt, schaut nach oben in die, Berliner Fenster genannten, Monitore. Für echte Nachrichten ist kein Platz in diesen Meldungen, die selten mehr als zwei Sätze lang sind. Und doch lässt eine Überschrift kurz stutzen: “Neuhaus fordert mehr Tore von Savran”.

Halil Savran

Die Bahn hält wieder. Zeit, frische Luft und Gedanken hineinzulassen. Die Auflösung kommt in einer kurzen Meldung. Savran hat am Sonnabend sein erstes Testspiel für den 1. FC Wundervoll gemacht und dabei kein Tor geschossen. Ganz im Gegenteil: Er hat zwei großartige Chancen liegenlassen. Schade für ihn. Aber das ist noch kein Drama. Also alles im grünen Bereich. Die Fahrt kann weitergehen. Eine Schlagzeile, gratis für das Berliner Fenster am Sonntag: “Savran noch immer ohne Pflichtspieltor”.

Teve030 – Mir steht jedes Trikot!

Man denkt, man wär bei Heidi Klum, irgendwo im Bild hat sich das Topmodel versteckt, und man soll es jetzt suchen. Es war dann aber doch das 11Freunde-WM Quartier, das sich doyoufootball und der 1.FC Union zur Präsentation der neuen Trikots ausgesucht haben. Man kann nun einwenden “Öax, das ist ja nur für hippe Leute, die hippe Magazine lesen – wat is´n mit normalen Menschen” – aber einwenden kann man ja praktisch immer irgend etwas, und verglichen mit den zu solchen Anlässen üblichen Arkaden, Passagen oder Sportarenen war das eine ganz vortreffliche Wahl.

Es war im Vorfeld klar, wie die Trikots aussehen würden. Dachte ich. Und dann habe ich sie gesehen. Sind genau wie auf der Zeichnung, bloß ganz anders. Klare Farben. Extreme Straßentauglichkeit speziell bei dem Grünen. Hosen, Stutzen und Trikot immer einheitlich in einer Farbe. Keine komischen Karos. Dass man das mal als Pluspunkt vermerken würde!

Befragt, ob die so in Ordnung wären, sagt Karim Benyamina “Mir steht jedes Trikot”, aber auch Jan Glinker (“Das Lila stand nur Buschi, mir nicht”) will seines diese Saison anziehen. Burlington, übrigens. Da kann sich die Strickjacke von Mehmet Scholl mal ein Beispiel dran nehmen.

O-Töne zur Trikotvorstellung vor allem vom Geschäftsführer von doyoufootball, Bernd vom Geldern, im Podcast:

On Air:

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