Christopher Trimmel artikuliert Unions Problembewusstsein

Der Sieg von Union gegen Ingolstadt war nicht unbedingt souverän. An der Weise, in der er das nicht war, fand ich interessant, als wie groß Trainer Urs Fischer oder Kapitän Christopher Trimmel die Rolle fehlenden Selbstvertrauens und Mutes dargestellt haben. Beides sei sowohl im Aufbauspiel als auch im Pressing erkennbar gewesen. Das ist bemerkenswert, weil Union ja alle Gründe zu haben scheint, selbstbewusst zu sein. Darauf kommt es im Fußball aber nicht so sehr im großen Ganzen, sondern in ganz spezifischen Entscheidungen an.

Trimmel

Christopher Trimmel sprach nach dem Spiel unter anderem über die Schwächen im schwimmenden Pressing.

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Jens Keller: Fußballgott oder nicht?

Medial spielte in den vergangenen Tagen die erstmalige Rückkehr von Jens Keller erwartbar die große Rolle. Denn schließlich hat der frühere Uniontrainer nach seiner überraschenden Entlassung im Dezember 2017 die Alte Försterei nicht mehr betreten. Und das, obwohl er noch eine Weile in Köpenick gelebt hatte. Aber es hätte sich auch komisch angefühlt. Eine Frage, die ich mir stelle: Wird Jens Keller heute das Wort Fußballgott hören, wenn er von Stadionsprecher Christian Arbeit aufgerufen wird? Das ist ja ein ganz guter Indikator, der anzeigt, in welchem Verhältnis die Trennung von Union vonstatten ging. Und da ist die Spannbreite von Markus Karl (dem bis heute vorgehalten wird, erst ewige Treue und Vertragsverlängerung geschworen zu haben, um sich dann bei der nächstbesten Möglichkeit einem potentiellen Bundesliga-Aufsteiger anzuschließen) bis hin zu Steffen Baumgart schon sehr groß.

Jens Keller im Gespräch mit dem Vereins-TV AFTV im Mai 2017, Screenshot: AFTV

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Ingolstadt unter Jens Keller kommt Union bekannt vor

Seit Jens Keller bei Ingolstadt Trainer wurde, hat sich die Lage dort gefühlt verbessert. In der Tat hat Ingolstadt in den 9 Spielen seitdem drei Punkte mehr geholt (11 Punkte) als in den 15 davor (8 Punkte). Damit hat Ingolstadt in der Tabelle aber eben nur einen Platz gut gemacht, von 18 auf 17, und hat den Vorhersagen des Projekts 538 zufolge immer noch eine 50-prozentige Chance, abzusteigen.

Keller Union

Einiges an Jens Kellers Ingolstadt Mannschaft erinnert an sein Union, Foto: Matze Koch

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Flüche besiegen kann Urs Fischer also auch

Ich konnte gestern beim 2:1 in Ingolstadt gar nicht hinschauen, als Sebastian Andersson zum Elfmeter antrat. Irgendwie hatte ich kein gutes Gefühl. Und dann dauerte die Ausführung noch so ewig. Fast so, als wollte der Stürmer noch bis zur ominösen 44. Minute warten, in der Union in dieser Saison so häufig traf. Am Ende war es die 43. Minute und irgendwie schummelte Andersson den Ball unter Ingolstadts Keeper Marco Knaller hindurch zum 1:0. Es war die Belohnung für eine unglaublich starke erste Halbzeit, in der Union sich nur vorwerfen lassen musste, die zahlreichen guten Möglichkeiten nicht genutzt zu haben. Ich habe in dieser Saison noch keine perfektere erste Hälfte gesehen. Und ganz nebenbei besiegt Urs Fischers Team damit im 13. Zweitliga-Jahr den Montagsauswärtsfluch. Denn bis gestern konnte Union bei Auswärtspielen am Montag nicht gewinnnen.

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Liebe Winterpause, ich bin sowas von bereit für dich – du machst dir ja kein Bild …

Ich weiß, dass die Zeiten schon mal schlechter waren. Aber besser eben auch.

André Hofschneider spricht Klartext und gibt allen etwas zum Nachdenken mit

Nachdem gestern der letzte Arbeitstag vor Weihnachten war, gab es beim Pressegespräch mit Trainer André Hofschneider noch ein paar direkte Hinweise des Coaches, die vor allem in der Morgenpost ausführlich dokumentiert sind:

  • er hat keinen Kapitänswechsel vor, es sei denn Felix Kroos will das selbst
  • im Tor sieht er Verbesserungspotential
  • er hält die Defensive für gut besetzt, aber Fabian Schönheim müsse sich angesichts der vielen Verletzungen fragen, ob er sich genau so gut um seinen Körper kümmere wie Marc Torrejon (der gab bereits Entwarnung nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung, Kurier)
  • Toni Leistner müsse auch seinen eigenen Ansprüchen entsprechend spielen

André Hofschneider beim Pressegspräch, Foto: Matze Koch

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Kämpfen hat geklappt, das mit dem Siegen leider nicht

Zuallererst: Ich bin heiser. Und ich gehe davon aus, dass ich damit nicht alleine bin. Was ich gestern gesehen habe, waren Team und Anhänger, die die Situation angenommen haben, auch wenn nicht jeder mit dem Weg, der dorthin geführt hat, einverstanden ist. Und ich habe eine Mannschaft gesehen, die zumindest bis zum 1:0 ihren Plan für das Spiel umgesetzt hat (welcher das war, hat Daniel bei Eiserne Ketten gut dargestellt) und der auch danach der Wille und Kampf nicht abzusprechen war. Mein Gefühl war, dass bei Union der Kopf zu arbeiten angefangen hat, als Kristian Pedersen vor dem 1:1 einen langen Ball so unglücklich unterlaufen hat, dass sein Gegenspieler freien Weg Richtung Tor hatte. Ab da war mein Eindruck, dass alle dachten: “Hauptsache nicht verlieren!” Die Angst vor Fehlern war den Spielern anzumerken. Und deshalb bin ich jetzt auch froh, dass es heißt: Endlich Winterpause!

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Teve298 – Sebastian Polter kann mit seinem Hintern sehr raumgreifend sein

Union gewinnt am ersten Spieltag 1:0 in Ingolstadt. Wir schauen uns an, ob wir aus dieser Partie schon etwas für die Saison ableiten können. Außerdem diskutieren wir über die neuen Regeln bei der Kartenvergabe.

Screenshot: AFTV

Der Name, der mir zwischendurch nicht eingefallen ist, war Achim.

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Sebastian Polter und die Frage nach sinnvollen Fouls

Der für mich spannendste Text des Tages steht heute in der Bild. Dort wird Sebastian Polter wie folgt zitiert:

Wir müssen abgewichster sein, den Ball häufiger auf die Tribüne schlagen, ein Foul mehr ziehen, mal länger liegen bleiben.

Er fordert damit im Prinzip das, was Ingolstadt durchaus vorgemacht hat. Jede Unterbrechung bringt in gewissen Phasen den Gegner aus den Konzept, lässt ihn nicht in den Spielfluss kommen und gibt der eigenen Mannschaft die Möglichkeit, sich zu sortieren.

poltiFoto: Tobi/unveu.de

Ich mochte das Liegenbleiben der Ingolstädter nicht. Es ist auch nicht die Spielweise, die ich von Union sehen möchte. Aber meiner Meinung nach fordert Polter vor allem ein clevereres Verhalten. Die Bild sieht Union bereits jetzt als unfairstes Team der Zweiten Liga und führt als Argument die Zahl der Verwarnungen und Platzverweise an (64 Mal Gelb und sechs Mal Gelb-Rot oder glatt Rot).

Das greift für mich zu kurz. Erstens ist es eine Frage, wo Fouls gespielt wird. Im gegnerischen Drittel gibt es durch die Regelauslegung kaum Verwarnungen für Fouls, weil sie selten als taktisch ausgelegt werden. Kommt das Foul 20 Meter weiter rings um die Mittellinie sieht das schon anders aus.

Aber trotzdem hat die Bild recht: Union gehört zu den Mannschaften mit den meisten Fouls (aktuell 553). Mehr haben nur Nürnberg und Leipzig gezogen. Die Teams auf den Aufstiegsplätzen kommen mit weniger gepfiffenen Unsportlichkeiten aus: Ingolstadt 477, Kaiserslautern 508, Karlsruhe 506.

Ich sehe aber Polters Ansage vor allem in die Richtung, dass die Spielkontrolle auch mal mit Unterbrechungen behalten werden kann und das Spieltempo selbst bestimmt werden kann. Cleverness halt. Polter gehört übrigens zu den Spielern, die die meisten Fouls verüben (72, gleichauf mit Poulsen aus Leipzig und Stiefler aus Sandhausen).

 

Der Wirbel um die abgehängte Israel-Fahne beruhigt sich

Spätestens mit der offiziellen Stellungnahme des FC Ingolstadt nach der Entschuldigung des Berliner Polizei-Präsidenten hat sich die Aufregung sehr gelegt. Am Sonntag hatte der Einsatzleiter beim Ingolstadtspiel unter dem Hinweis “Gefahrenabwehr” verlangt, dass Union als Veranstalter ein Israel-Fahne am Gästeblock entfernen soll.

Fragen stellen muss sich jetzt vor allem die Polizei nach ihrer Fähigkeit, Situationen korrekt einzuschätzen und mit möglichen Handlungsanweisungen (die Sprache war von einer “Berliner Linie”) in Einklang zu bringen. Bis jetzt sieht die Darstellung der Polizei aber eher danach aus, als sei es eine bedauerliche Einzelfallentscheidung des Einsatzleiters gewesen. Ich prophezeie mal, dass wir nicht mehr an Aufklärung aus den Reihen der Polizei bekommen werden.

Zu diesem Thema auch: Der israelische Botschafter meldet sich zu Wort (Bild) und auch Tagesspiegel und Kurier vermelden den Vorfall.

Union zahlt für Regionalliga-Derby

Für die Ausschreitungen beim Viertliga-Derby zwischen Union und dem BFC hat das Sportgericht des NOFV Geldstrafen ausgesprochen. Union muss 2.500 Euro zahlen und der BFC 3.500 Euro. In der Strafe für den BFC Dynamo ist Abbrennen von Pyro beim Spiel gegen Babelsberg enthalten.

Ich weine nach dem Abmelden der U23 vom Spielbetrieb der Regionalliga und vor allem dem NOFV als Veranstalter keine Träne nach. Aber wer diese Liga liebt, der wird auch diesen Text vom Vice Magazine lieben: Fear and Loathing in der Regionalliga-Nordost.

Meistgeklickter Link

Gestern hat hier der BZ-Text am meisten interessiert: Aufregung um Israel-Fahne in der Alten Försterei 

Der Podcast ist wieder da

Nach vier Wochen Sendepause sind wir wieder da. In Teve222 – Terodde ist nach Bochum, weil er nicht ins Berghain kam reden wir über das 2:2 gegen Ingolstadt, Jopeks möglichen Durchbruch nach einer Seuchensaison für ihn, die Lizenzbedingungen (nein, wir haben auch keine Ahnung), die bisherigen Verpflichtungen für die neue Saison und die abgehängte Israel-Fahne.

 

Teve222 – Terodde ist nach Bochum, weil er nicht ins Berghain kam

Themen ohne Ende: 2:2 in Ingolstadt und vielleicht der Beginn des Comebacks von Björn Jopek, das Abhängen einer Israel-Fahne im Stadion, eine Lizenz mit Bedingungen und BAP im Stadion.

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2:2 #fcunion #adaf

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