Es ist noch viel zu früh für ein Fazit

Da wir schon direkt nach dem 0:1 gegen Wolfsburg unseren Podcast aufgenommen hatten, habe ich schon längst mit der Partie abgeschlossen. Eine Stunde darüber geredet und ich bin fertig damit. Ab jetzt wird nach vorne geschaut. Ich möchte weder darüber sinnieren, warum es nun mit dem Klassenerhalt klappt oder eben nicht. Wer sich allerdings noch ein bisschen mit der Deutung der Partie beschäftigen möchte, wird von den Berliner Medien ausreichend bedient. Die Morgenpost findet Dinge, die Mut machen. Der Kurier hofft, dass Union schnell lernt. Die Berliner Zeitung kommt sich nach 4 Niederlagen in Folge ein bisschen vor wie bei Und täglich grüßt das Murmeltier und die Bild meint (noch nicht online), dass Mitspielen alleine nicht reicht. Alles in allem hat Urs Fischer aber die Quintessenz schon direkt nach dem Abpfiff gesagt, als er zu Ecki Häuser von Sky sagte: “Man muss auch mal einen reinhauen.”

Christopher Lenz und Michael Parensen vom 1. FC Union Berlin nach Abpfiff des 0:1 in Wolfsburg

Christopher Lenz und Michael Parensen nach Abpfiff des 0:1 in Wolfsburg, Foto: Matze Koch

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Warum Vergleiche mit Hertha gerade nichts bringen und es für ein erstes Fazit noch zu früh ist

So langsam schüttele ich das 1:2 gegen Werder und die Videobeweis-Unterbrechungen aus den Knochen. Vielleicht war ich einfach nur schlecht gelaunt und konnte deswegen bestimmte Themen nicht an mir abperlen lassen wie sonst. Bei uns in der Uckermark liegt um einen Baum schon brav gestapelt etwas Holz, dass ich vielleicht in solchen Momenten kamingerecht bearbeiten sollte …

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Einmal ist Urs Fischer richtig laut geworden, aber er verrät nicht wann

Der RBB und der Kurier versorgen uns vor Jahresende mit einem Rückblick auf die bisherige Saison aus der Perspektive von Trainer Urs Fischer. In den Zitaten beim Kurier verrät der Schweizer, dass er einmal bei einem Hinrundenspiel in der Halbzeit laut geworden sei. Ich kann mir das beim Trainer kaum vorstellen, der ja immer so überlegt und bedächtig daherkommt. Aber es hatte vielleicht den Überraschungs-Effekt beim Team. Aber Urs Fischer wäre nicht Urs Fischer, wenn er das in Frage kommende Spiel nicht für sich behalten würde. Wenn er beim RBB erzählt: “Ich glaube, man darf auch ein bisschen träumen. Aber man sollte mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben, denn gewonnen ist noch gar nichts”, hören wir aber wieder den Urs Fischer, wie wir ihn kennen.

Trainer Urs Fischer, Foto: Matze Koch

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Graue Mäuse sind auch was feines.

Die Saison ist fast zu Ende. Jetzt könnten Trainer oder Spieler ein Fazit ziehen. Wir haben uns aber gedacht, wir überlassen das den Journalisten, die Union das ganze Jahr über verfolgt haben. Bis zum letzten Spieltag am 15.Mai in Karlsruhe wird jeden Tag ein Berliner Sportjournalist beim Textilvergehen sein Saisonfazit ziehen.

Mathias Bunkus (Berliner Kurier) verfolgt Union seit 1999.

Es ist schwer, etwas nach einem so packenden Derby gegen Cottbus zu sagen, das im Prinzip vieles von dem  übertüncht hat, was in dieser Saison dürftig war. Wenn man den Verein als im unteren finanziellen Drittel angesiedelt betrachtet, dann muss man sagen: Klasse gehalten am 31. Spieltag, einen Spieltag früher als im Vorjahr – sehr zufriedenstellend. Wenn man die ganzen Verletzten sieht und deshalb nie, wie Team-Manager Beeck auch sagte, sechs Wochen am Stück mit der kompletten Mannschaft arbeiten konnte, dann muss man sagen: À la bonne heure.

Wenn man allerdings sieht, wie statisch die Mannschaft teilweise spielt und wie der sichere Ball nach hinten gespielt wird, anstatt schnell nach vorne zu spielen, dann fehlt etwas, das den modernen Fußball ausmacht. Die Mannschaft hat sich stabilisiert. Eine Weiterentwicklung, die der Verein sieht, sehe ich nicht. Der Verjüngungsversuch ist zum Teil gelungen, aber eben nicht ganz. Mit Menz wurde ein Youngster eingebaut, der sich wirklich gut entwickelt hat. Außerdem haben wir Christopher Quiring gesehen, der wahrscheinlich selbst nicht weiß, wie schnell er ist. Da sage ich: Geil, das brauchen wir! Das erklärt auch, warum Thomik auf der Position das Nachsehen hatte. Beide haben ein ähnliches Spiel. Aber Quiring ist einfach billiger.

Ich sehe viele Ansätze, aber auch viele Baustellen. Nächste Saison wird die zweite Liga noch enger. Das wird noch einmal so ein Jahr, wo Union kämpfen und hängen wird. Vielleicht darf man einfach nicht zuviel erwarten. Grundsätzlich kann man aber zufrieden sein. Union hatte seine Highlights, ist Stadtmeister und auch Spreemeister geworden, weil ja mit Hertha und Cottbus, sämtliche Vereine, die an der Spree liegen in den direkten Duellen nicht siegen konnten. Aber ich kann auch die unsäglichen Spiele wie in Paderborn oder Düsseldorf nicht vergessen. Positiv ist aber, dass der Verein am Anfang der Saison nicht in Hektik oder gar Panik verfallen ist, als man kurzzeitig unter dem Strich stand.

Ich weiß, dass Union auch in der nächsten Saison ein schweres Jahr haben wird und man zufrieden sein muss, dass der Verein in dieser 2.Liga ist. Ich selber träume aber davon, dass Union mal aus Versehen aufsteigt und wir ein Jahr das Abenteuer Bundesliga erleben dürfen. Aber im Ernst: Eine Weiterentwicklung wäre es, wenn Union für die zweite Liga den Status einer grauen Maus erlangen würde. Das ist nicht abwertend gemeint. Union sollte ein Synonym für die zweite Liga werden. Das ist für mich in der Sportstadt Berlin auch kein Problem, weil Union konkurrenzlos ist. Union ist eine Marke für sich. Und wer Fußball pur erleben möchte, der kann eben nur zu Union gehen.