Ein Schritt weiter zur Abschaffung der Montagsspiele

“Nun doch: Zweitligisten wollen Montagsspiele abschaffen”, titelte der Kicker am Abend. Wir erinnern uns, dass beim letzten Treffen Im Oktober das Stimmungsbild der Zweitligisten nicht so war, dass der Montagabend ersatzlos gestrichen wird. Es fand sich für diesen Vorschlag keine Mehrheit. Dann wurde gefragt, ob es nicht vielleicht die Möglichkeit eines anderen Termins statt Montag geben würde. Und man wollte den Samstagabend als exklusiven Spieltermin für die Zweite Liga prüfen. Das war der Stand von Oktober, wie ihr ihn beispielsweise noch einmal im Kurier nachlesen könnt. Und ganz ehrlich kann ich den bisherigen Berichten noch nicht entnehmen, dass sich etwas grundsätzlich geändert hat. Im Kicker steht, dass man diese Option Samstagabend statt Montagabend nun prüft. Meine Vermutung ist, dass sich jetzt vor allem das Abstimmungsverhalten geändert hat und dieses Mal nicht nur ein Stimmungsbild erhoben wurde, sondern ein konkreter Auftrag an die DFL ging. Aber das ist nur eine Vermutung und vielleicht gibt es ja bald mehr Informationen.

Präsident Dirk Zingler auf der Mitgliederversammlung am 28.11. 2018, Foto: Matze Koch

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#354 – Der Schmiedebach des Tages

Union gewinnt 3:1 gegen Darmstadt. Ein Spiel, dass vom bundesweiten Stimmungsboykott geprägt war. Dafür hat sich Sebastian Andersson mit Toren wieder Selbstvertrauen geholt und wir feiern Manuel Schmiedebach.

Manuel Schmiedebach im Zweikampf gegen Johannes Wurtz, Foto: Foto: SF/Matze Koch

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Unbesiegbar, unbesiegbar, unbesieeeeegbar FCU

“Du nimmst das mit dem Boykott aber ganz schön ernst!”, sagte der Mann, der neben mir an der alten Anzeigetafel stand. Sebastian Andersson hatte gerade das 1:0 erzielt und ich war in Gedanken vertieft. Ich hatte überlegt, ob Stadionsprecher Christian Arbeit nicht auch hätte boykottieren müssen, statt die gewohnte Liturgie nach einem Torerfolg zu bringen. Er musste natürlich nicht boykottieren, denn es hieß ja, dass es ein Stimmungsboykott der organisierten Fans war und nicht der Stadionsprecher. Doch die Worte waren natürlich darauf ausgerichtet, dass doch so etwas wie Stimmung aufkam. Das waren die Gedanken, die mich beschäftigten, als um mich herum alle jubelten.

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Fanprotest und die Angst vor 4 Gelbsperren auf einmal

Es wird ruhig heute im Stadion werden. Allerdings nur in der ersten Halbzeit, wenn geschwiegen wird aus Protest. Gegen die Montagsspiele und für fangerechte Anstoßzeiten. Warum die angekündigte Abschaffung der ohnehin nur 5 Montagsspiele in der Bundesliga ab der Saison 2021nicht dazu führt, dass der Protest eingestellt wird, wird unter anderem hier beim Wuhlesyndikat erklärt:

Fanprotest am 7. Spieltag, Foto: Michael Hundt/Matze Koch

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Zu den Fanprotesten gibt es differenzierte Positionen – und absurde Kritik

So ganz bin ich noch nicht darüber hinweg, wie Unions Spiel gegen Kiel am Dienstag gelaufen ist. Und falls jemand Gefahr läuft, das nicht mehr so genau vor Augen zu haben: Steffis Fotos sind immer toll, aber diesmal besonders empfehlenswert.

Manuel Schmiedebach bemüht sich, Kiels Angriffsbemühungen zu neutralisieren. Foto: Stefanie Fiebrig

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Für mehr Bodenhaftung.

Wir sind verwöhnt, bei Union. Ich dachte nicht, dass ich das einmal schreiben würde. Es geht uns gut, sportlich und finanziell. Wir sind so ungeheuer verwöhnt, dass wir uns beschweren, wenn unser Trainingsauftakt auf einem Fußballplatz stattfindet. Erinnert sich außer mir noch jemand an den Trainingsauftakt im Winter, Georgi Wasilev war eben wieder zurück? Wir standen auf Kunstrasen und fanden das in Ordnung. Wir waren froh, überhaupt einen Trainer zu haben. Und einen Kunstrasenplatz. Ich möchte nicht dorthin zurück.

Foto: Koch

Jetzt haben wir dieses schöne Stadion. Es müsste uns glücklich machen. Wir müssten die ganze Zeit besoffen sein vor Freude. Statt dessen streiten wir uns, seitdem es da ist, was darin sein darf und was nicht. Es ist etwas zu viel Stadion für nur 17 Heimspiele. Das Milchmädchen muss die Kosten nicht mal schriftlich addieren. Sollen wir einfach wieder Gras drüber wuchern lassen? Oder lieber Butterblumen?

Gegen den modernen Fußball

Ein paar von uns sind gegen den modernen Fußball, gegen Club Mate, gegen Prenzlauer Berg und können Jute nicht von Baumwolle unterscheiden. Als Zeichen dessen beschweren sie sich, wenn sie an einem ganz normalen Fußballplatz stehen, statt in einem modernen Zweitligastadion. Das wäre lustig, wenn es nicht so ernst gemeint wäre. Denn: Ich verstehe diejenigen, die Aktien gekauft haben, um mitbestimmen zu können. Ich habe das auch getan. Eine Aktie gekauft. Nicht: Mitbestimmt.

Mir ist auf meiner Aktie ein WM-Wohnzimmer gewachsen. Das war eine Überraschung. Ich hasse Überraschungen. Ich kucke am liebsten mit meinem Hausmeister Fußball, und zwar zuhause. Wir unterstützen die Berliner-Pilsner-Brauerei, Club100 und verschiedene Wurstfabrikanten. Finden wir gut, reicht uns. Und jetzt hab ich dieses Wohnzimmer. Ich hab´s mir nicht ausgesucht, es ist einfach da. Aber ey: Schicke Tapete! Ich vermute, wenn sie´s in vier Jahren in anderen Städten nachbauen, sind wir die ersten, die großfressig fragen: Und wer hat´s erfunden?

Ein Bier, ein Schnaps, ein paar auf´s Maul

Ich möchte dieses Stadion behalten. Ich möchte, dass es seinen Namen behält. Dies beides sind meine Werte. Denn Werte, das hört man in letzter Zeit überall, sind das, um was es geht. Schade, dass es so unmöglich scheint, sie konkret zu benennen. Ich würde mir Listen wünschen! 10 Dinge, die sich nicht verändern dürfen, während sich die ganze Welt verändert. Ich möchte nur dies unverändert lassen: Dass ich an Heimspieltagen ins Stadion An der Alten Försterei gehen kann, um dort Fußball zu sehen. Wenn der Weg dahin über Marketing führt, über ein WM-Wohnzimmer: Go for it! Ich werde damit zurecht kommen.

Was beim Stadionbau funktioniert hat, war die Idee, alle mitzunehmen. Das wird schwieriger, je größer dieses “alle” wird. Etwas ist aus dem Gleichgewicht geraten. Etwas ist kaputt in der Kommunikation. Wir beleidigen uns gegenseitig und sagen doch “Unionfamilie”. Es ist die Art von Familie, die Zickenschulze aus Bernau hat. Ein Bier, ein Schnaps, ein paar auf´s Maul. So möchte ich die Saison nicht beginnen.

Vielen Dank.