So soll das neue Stadion an der Alten Försterei aussehen oder wie Dirk Zingler sagt: “Affengeil”

Dirk Zingler schaute ernst. Etwas zurückgelehnt im weißen Hemd, das Sakko hatte er angesichts der hohen Temperaturen in der Eisern Lounge bereits ausgezogen, beobachte der Union-Präsident den Film, den er bestimmt schon zig Mal in verschiedenen Varianten gesehen hatte. Aus seinem Blick war nicht zu schließen, was in dem Moment in ihm vorging. Auch zwei Plätze neben ihm versuchte Dirk Thieme jegliche Regungen zu verbergen. Der Vorstandsvorsitzende der Stadion AG legte aber während des Films seine Hand vor den Mund, fast so als würde er sich selbst nicht trauen, seinen Gefühlen gegenüber die Oberhand zu behalten. Und es war auch schwer. Der Pathos tropfte kräftig vom Monitor und aus den Lautsprecherboxen, sei es durch Bilder aus der Vergangenheit des Stadions seit 1920, sei es durch mitreißende Spielszenen, die wir alle hier miterleben durften oder einfach nur durch die sehr getragene Musik, zu der auch Bruce Willis in Slow Motion mit seiner Crew zur bereitstehenden Rakete hätte schreiten können, um in den nächsten Minuten nicht weniger als den kompletten Planeten zu retten.

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Warum dauert der Wechsel von Akaki Gogia eigentlich so lange?

Okay, der wichtigste Termin findet heute Abend statt, wenn um 19.30 Uhr endlich die Pläne zum Ausbau des Stadions und der Entwicklung der Infrastruktur auf dem Stadiongelände vorgestellt werden. Die Eckpunkte kennen wir: Mehr Sitzplätze (auf insgesamt 8000, wie die auch von Union mitverabschiedete Lizenzveränderung vorschreibt) und mehr Stehplätze, so dass das Fassungsvermögen auf über 30.000 steigt, um der aktuell hohen Auslastung gerecht zu werden (Morgenpost). Dazu dürfte das Fanhaus kommen und von einem Bürogebäude für die Mitarbeiter war ja auch mal die Rede. Interessant wird werden, in welchem Zeitraum das umgesetzt wird und wie hoch die Einschränkungen im laufenden Ligabetrieb werden. Das heißt aber nicht, dass morgen schon im Stadion Hacke und Spaten in die Hand genommen werden. Pressesprecher Christian Arbeit hatte schon im vergangenen Jahr von einem Baubeginn frühestens im Sommer 2018 gesprochen. Das dürfte an den Genehmigungen liegen. Vielleicht werden die einfach zu genehmigenden Bauten (Fanhaus, Bürogebäude) vorgezogen. Heute Abend sind wir schlauer.

Hier ein Rückblick darauf, wie das Stadion im Jahr 2000 noch vor Errichtung der Flutlichtmasten aussah:

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Teve262 – Der Beckham von Berlin und der Messi von Hirschgarten

Union verliert das erste Spiel der Saison in Bochum mit 1:2. Was war gut? Was könnte besser sein? Und muss schon der Alarmknopf gedrückt werden?

Holger Wehlage als Spieler von Rot-Weiß Essen, Foto: Matze Koch

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Union stoppt Baumaßnahmen an Fanhaus und Internat

“Die bereits begonnenen Umbauarbeiten an den bisher für das Fanhaus und das Internat vorgesehenen Gebäuden wurden bis auf Weiteres gestoppt.” Diese Nachricht von Union hat mich gestern doch kurz verwirrt. Schließlich sollte laut Planung in den ehemaligen Lidl-Supermarkt neben dem Stadion das Fanhaus einziehen und gegenüber von der Abseitsfalle das Internat für das Nachwuchsleistungszentrum entstehen. Jetzt liegt das alles für ein paar Wochen auf Eis.

Das angedachte Fanhaus im ehemaligen Lidl, Foto: Matze Koch

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Abschied von der Notunterkunft: Wie geht’s weiter mit dem Fanhaus?

fanhaus_nukFoto: Hupe/union-foto.de

Ich zitiere union-foto zum Abschied der letzten Bewohner der Notunterkunft im Fanhaus:

Am 21.4.2016 verabschiedeten sich Bewohner, freiwillige Helfer, Sozialarbeiter und Mitarbeiter des Internationalen Bund (IB) vom Fanhaus neben dem Stadion An der Alten Försterei. Der 1. FC Union Berlin hatte sein geplantes Fanhaus im Herbst 2015 als Notunterkunft für Geflüchtete zur Verfügung gestellt. Diese bedankten sich beim Verein mit einer selbst gemaltem Tafel und mit einem Namensbaum, der mit über 100 Union Miniaturtrikots geschmückt war. Jedes Trikot trug den Namen eines Geflüchteten. union-foto.de schließt sich dem Dank an und zollt den vielen Menschen, die mit viel Herz dabei waren, großen Respekt. Den geflüchteten Menschen wünschen wir ein Leben in Frieden und Glück.

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Beim Fanhaus soll jetzt doch alles nach Plan laufen

Beim Thema Fanhaus soll jetzt doch alles nach Plan verlaufen und die Bewohner bis 30. April neue Unterkünfte zugewiesen bekommen. Das sagte Peter Herrmanns vom Internationalen Bund, der die Unterkunft als Träger betreut, der Nachrichtenagentur dpa.

In der Unterkunft in der Alfred-Randt-Straße, die auch vom Internationalen Bund betreut wird, haben Toni Leistner und Steven Skrzybski einen Kickertisch, eine Torwand und eine Airhockey-Platte übergeben. Noch viel mehr Fotos davon gibt es bei union-foto.de.


Screenshot: Toni Leistner/Facebook

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Darum wird André Hofschneider erst einmal Scout

Was wird eigentlich aus André Hofschneider? Er solle sich auf die Ausbildung zum Fußball-Lehrer konzentrieren, stand in der Meldung zur Verpflichtung von Jens Keller. Wir wissen, dass die zehnmonatige Ausbildung zum Fußball-Lehrer aufwändig ist, und mit mehreren Tagen in der Woche in Hennef zu Buche schlägt (hier gibt es Details zur Trainerausbildung und hier den Rahmenplan für Hofschneiders Jahrgang). Dazu kommt noch Hospitationszeit bei anderen Vereinen. Für eine Vollzeitaufgabe ist dabei sicher keine Zeit. Und es spricht für die Ehrlichkeit zwischen Hofschneider und Union, dass beide das auch so sehen. Dafür wird er nun in seiner übrigen Zeit als Scout arbeiten und vielleicht auch mal den Umstand genießen dürfen, ein Wochenende zu haben.

Hier die Artikel zu Hofschneiders Zukunft:

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Nur Zeichen setzen oder einfach mal machen?

Union stellt das Fanhaus als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung. Doch wie kam es dazu:

Als St. Pauli sich am Mittwoch der Bild-Aktion “Wir helfen” aus nachvollziehbaren Gründe verschloss, reagierte der Chefredakteur so:

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Dirk Thieme – Einer muss es ja machen

Christopher Quiring war auf Kuba und hat dort wegen der Sonne nur drinnen trainiert. Das könnt ihr alles in Bild/BZ lesen. Bevor am Sonntag um 15 Uhr die Saisonvorbereitung im Stadion an der Alten Försterei startet, kommt noch ein Text von Steffi über Dirk Thieme, der eine der Personen ist, der wir dieses Stadion so verdanken, wie es uns am Sonntag wieder begrüßen wird. Der Text erschien zuerst im November 2012 im Köpenicker Magazin Maulbeerblatt. Zu dieser Zeit war die Haupttribüne noch im Bau.

Was man auf der Baustelle an der Alten Försterei zuallerletzt vermutet, ist Milchkaffee. Es gibt ihn aber. In dem Container, in dem das Planungsbüro von Dirk Thieme derzeit arbeitet, steht zwischen Rechnern, Druckern, Materialproben, Papierbergen und Männern in karierten Flanellhemden eine Kaffeemaschine, die so etwas kann. Kein Bier, kein Gebrüll. Schon am Eingang wird darauf geachtet, dass alle ihre Bauhelme tragen.


Foto: Matze Koch

Dirk Thieme ist federführend verantwortlich für den Bau der neuen Haupttribüne, man kann ihn getrost den Vater der Baustelle nennen. „Weißt Du, wo hier die Gasleitung lang geht?“, wird er gefragt. „Na klar!“, sagt er und zeichnet eine Linie in die Luft. Solche Fragen sind vernünftig, vernünftige Fragen werden sofort beantwortet.

Soll er über sich sprechen, über seine Arbeit, wird er erst einmal still, überlegt. Er biegt eine Büroklammer auf und zu. Wieder auf. Zu. Hinter ihm ragt der imposante Rohbau der neuen Tribüne empor. Er zeigt aus dem Fenster. „Die Leute nehmen das doch wahr! Es ist doch nicht so, dass ich den Finger heben muss: ‚Habt ihr eigentlich schon mal gesehen, dass wir drei Stadionseiten gemacht haben, und ein Dach drüber haben?‘ Das sehen die doch alle! Insofern kann ich mich zurückhalten. Wozu sollte ich mich in den Vordergrund spielen?“ Die Büroklammer ist inzwischen nur mehr ein Stück Draht. „Ich habe auch nicht vor, nochmal irgendwann ein neues Stadion zu bauen. Ich brauch‘ diese Werbung nicht.“


Foto: Matze Koch

Ausschreibungen, Vergabe der Bauleistungen, Bauüberwachung sind seine Aufgaben als Vertragspartner der Stadion AG. Dirk Thieme ist sowohl Vorstandsvorsitzender der Stadion AG als auch Präsidiumsmitglied des 1. FC Union Berlin. „Ich setze nicht nur um, was der Bauherr möchte, ich definiere auf der anderen Seite gegenüber den Planern, was der Bauherr möchte.“

Ihm ist bewusst, dass diese Doppelfunktion mit Skepsis betrachtet wird. Er weiß auch, dass er den Zweiflern nur mit unbedingter Transparenz entgegentreten kann. Transparenz heißt: Reden. Erklären. Kommunizieren. Er trägt das mit Fassung. „Wenn man das mit Aktien macht, muss man bestimmte Spielregeln einhalten. Die sind nicht grundlos da.“


Foto: Matze Koch

In den Stadionbau ist er so reingerutscht. „Ich habe eine sehr gute Erziehung genossen. Meine Mutter hat mir aber offenbar nicht beigebracht, nein zu sagen. Und deswegen habe ich mir jede Menge aufhalsen lassen.“ Vom Fan zum Fanvertreter. Vom Fanvertreter in den Aufsichtsrat. Von dort ins Präsidium. Es ist die Geschichte von einem, der Schritt für Schritt Verantwortung übernimmt für das, was ihm wichtig ist. Der Dinge erledigt, die eben erledigt werden müssen. Der mit seinem Fußballverein erwachsen geworden ist.

Erwachsensein bringt vor allem Fragen mit sich. „Was passiert denn, wenn der Elfmeter jetzt an den Pfosten fliegt? Das Spiel verloren geht, oder nicht gewonnen wird? Was hat das für Konsequenzen? Da rattern im Kopf immer Zahlen ab, und Szenarien.“ Erwachsensein heißt Selbstdisziplin. „Ich bin der Typ, der nach dem Spiel in den Keller geht und dann da jubelt und auf Knien grätscht.“ Wer im Präsidium sitzt, der repräsentiert. Ob er will oder nicht. „Als Fan konnte ich jubeln und rumpöbeln. Das geht heute nicht mehr.“


Foto: Matze Koch

Erwachsensein heißt schließlich, „dass die Freude, die man empfindet, noch viel größer ist, als es sonst der Fall gewesen wäre, weil man so unter Druck steht“.

Dirk Thieme ist ein pragmatischer Mensch. Er setzt seinen Helm auf und ist froh, wieder auf seine Baustelle zu kommen. Zu tun hat er genug. „Da gibt‘s schon noch das eine oder andere. Das Fanhaus ist ein Thema, das Nachwuchsleistungszentrum ist ein zweites Thema. Wir müssen uns im Bereich unserer Büroräume irgendwie erweitern. Wir denken aktuell darüber nach, wie wir das bewerkstelligen. Da gibt es schon noch Handlungsbedarf.“ Und einer muss es ja machen.

Das Fanhaus soll bis Weihnachten fertig sein

Wir haben uns ganz fest vorgenommen, am Sonntag auch das im Bau befindliche Fanhaus neben dem Stadion zu besuchen. Dann kamen allerdings gutes Wetter, ein riesiger Garten in Brandenburg und ein angefeuerter Grill dazwischen. Aber dafür waren Bild/BZ vor Ort.

Fassen wir zusammen: Mit etwas Glück wird das Fanhaus vielleicht schon zum Weihnachtssingen eröffnen, es wird Gastronomie und Live-Fußball von 16-24 Uhr anbieten. Persönlich hoffe ich, dass das Fanhaus so etwas wie ein Jugendklub für Union wird und gerade den Fans zwischen 13 und 25 auch eine Art zu Hause wird. Ich bin sehr gespannt, wie das alles funktioniert.

Spiel gegen Crystal Palace

Am 18. Juli spielt Union gegen Crystal Palace als Abschluss-Spiel der Saisonvorbereitung. Damit die Anhänger des Premier-League-Klubs Bescheid wissen, warum sie mit dem Billigflieger nach Berlin jetten sollen, gibt es auf der Website von Crystal Palace eine kurze Liste, was Union eigentlich ist: 7 Things You Need To Know About Union Berlin

Ich bin ein Fan von solchen Listen, weil mit zunehmender geographischer Entfernung von Union alle Grau- und Zwischentöne abfallen und am Ende so etwas wie der Kern übrig bleibt. In dem Fall ist das: Rufname die Eisernen (the Iron Ones), Nina Hagen ist eine Punksängerin, Bluten für Union, Stadionbau, Stehplätze, Weihnachtssingen, WM-Wohnzimmer.

Auch wenn die Liste vielleicht auch in Zusammenarbeit mit der PR-Abteilung von Union zusammengestellt wurde, finde ich das ganz spannend. Denn das sind Punkte, die uns unabhängig vom sportlichen Abschneiden definieren. Ich hätte aber nichts gegen einen sportlichen Punkt. Wie wäre es mit der Entdeckung der Düwel-Boys in dieser Saison?

Bei Crystal Palace wird übrigens auch gesungen, was ich sehr schön finde.