Teve266 – Collin, wir müssen uns entschuldigen

Union holt auf sehr beeindruckende Art und Weise ein 4:0 gegen den KSC und damit den ersten dieser Zweitliga-Saison. Wir entschuldigen uns bei Collin Quaner und freuen uns mit ihm.

Collin Quaner jubelt nach seinem Tor zum 2:0, Foto: Matze Koch

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Drachenbootrennen 2016

Jetzt habe ich da so oft zugesehen, dass ich glaube, ich kann das auch. Nächstes Jahr muss ich auch niemanden mehr einschulen. Es wird Zeit für ein Boot. Arbeitstitel: Die Komischen aus dem Internet.

Jens Keller mag das Wort “Keller-Fußball” nicht

Gemessen an den Texten die bisher in dieser Saison nach Spielen verfasst wurden, ist das geradezu euphorisch, was heute die Berliner Medien zu Union schreiben. Und nach dem 4:0 gegen den KSC muss ich sagen: Zu recht. Denn das, was ich in der Aufzeichnung gesehen habe, war eine Mannschaft, die sich in der Hitze des Samstag in keiner Minute zurückgezogen hat, um mal durchzuschnaufen, sondern permanent gelaufen ist. Während ich mir das angesehen habe, dachte ich auch kurz an Simon Hedlund und daran, dass die körperlichen Ansprüche von Jens Keller tatsächlich deutlich höher sein könnten, als sie der Neuzugang in der schwedischen Liga gewohnt war.

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Jens Keller: Simon Hedlund steht gegen den KSC nicht im Kader

Jens Keller machte aus der Personalie Simon Hedlund auf der PK vor dem Spiel am Samstag gegen den KSC (Aufzeichnung bei AFTV) keinen Hehl. “Ich verrate ihnen mal ein Geheimnis: Simon Hedlund wird nicht im Kader stehen”, sagte der Trainer. Die Nachfragen zielten vor allem darauf, herauszufinden, wie denn der Fitnesszustand des schwedischen Neuzugangs sei und warum er, mitten aus dem Spielbetrieb kommend, solche Anpassungsprobleme im Training hätte.

Simon Hedlund bei seiner Vorstellung bei Union; Foto: Matze Koch

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Teve074 – Beziehungsstatus: Es ist kompliziert

Vier. Zu. Null. Verloren. In Dresden. Dazu pfeifen die eigenen Fans, werfen mit Feuerzeugen und Bierbechern auf die Spieler. Ernüchtert sitzen wir mit Robert in unserer Küche. Wir diskutieren das Spiel der Mannschaft, das Verhalten der Fans und das Verhältnis zwischen Mannschaft und Anhängern. Dazu nehmen wir die Frage von Philipp auf, ob sich vielleicht das Anspruchsdenken bei den Fans verschoben habe. Die Aussprache beim Drachenbootcup und das Fantreffen mit Präsident Dirk Zingler sind weitere Themen.

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Drachen, Boot und Rennen

Vom Müggelturm schweift der Blick über den Langen See hinüber zu Villen und Häusern von Rudervereinen vorbei. Herren, die sich nur der Ausübung des reinen Sports verpflichtet sahen, fuhren auf der Regatta-Strecke in Berlin-Grünau ihre Ruder- und Segelregatten, während die Damen sich herausputzten. Wenn die Union-Supporter vom “Eisernen Virus” zu ihrem Geburtstag zum alljährlichen Drachenbootrennen rufen, steht die Szenerie im krassen Widerspruch zur Gründungszeit der Sportanlage. Dann steht neben dem sportlichen Wettstreit vor allem der Spaß im Zentrum.

Schon beim Betreten der Anlage des 8. Union Drachenboot-Fun-Cups sieht es aus, als ob römische Feldherren ihre Lager aufgeschlagen haben. Fast jedes der 33 Teams hat sein eigenes Zelt am Ufer aufgebaut und wartet auf den Start. Auf der zu den Olympischen Spielen 1936 erbauten Tribüne lümmeln sich Unioner im Schatten, während die Drachenboote in der Sonne ihre drei Vorläufe über 200m fahren. Neben den vielen Fanklubs treten auch die Geschäftsstelle, das Nachwuchsleistungszentrum und die Betriebsgesellschaft des Stadions an. Wie viele Fans haben sich auch Teile der sportlichen Leitung die Nacht auf der Autobahn um die Ohren geschlagen, um am Rennen teilnehmen zu können.

Während das Team der Geschäftsstelle im ersten Rennen das Nachwuchsleistungszentrum noch knapp schlagen kann, verliert das Team im zweiten Lauf den Steuermann, der hinterherschwimmt. Präsident Dirk Zingler erklärt das Ergebnis kurzerhand zum Streichresultat und setzt sich im letzten Lauf selbst an die Trommel um den Takt vorzugeben. Einen solchen Wechsel hat die Stadionbetriebsgesellschaft nicht nötig. Ebenso wie auf der Stadionbaustelle hat Sylvia Weisheit auch hier die Männer im Griff und gibt mit einem Lächeln eisern das Tempo vor. Auf das sportliche Ziel beim Drachenbootrennen angesprochen, äußerte der Pressesprecher der Stadionbetriebsgesellschaft nur: “Das ist eine nichtöffentliche Gesellschaft.”

Die lockere und gelöste Atmosphäre auf dem Gelände mit einer schützenswerten Anzeigetafel erinnert an einen Familienausflug. Der Ehrgeiz der meisten Teams lässt sich an der Anfeuerung einer Trommlerin festmachen, die ihre Mannschaft mit “Los ihr Luschen!” ins Boot treibt. Zur Abkühlung wird einfach ins Wasser gesprungen. Und der Aufsichtsratschef Antonio Hurtado bereitet eine Paella zu. Manchmal wird der Blick in die Seele eines Sportvereins erst abseits vom Wettkampf klar.

Bilder: Stefanie Lamm