Tag Archive for 'Dirk Zingler'

Infografikmassaker: Die Stadionbetriebs AG

Natürlich hätten wir die bisherigen Anteile an der “An der Alten Försterei” Stadionbetriebs AG gerne so originell dargestellt wie es der Spielbeobachter mit seinen Grafiken vormacht. Alleine unser Talent bricht sich an der ominösen Excel-Grenze. Deshalb gibt es beim Textilvergehen nur Torten. Aber es wird gegessen, was auf den Tisch kommt und wir hatten ja früher auch nichts. Nicht einmal Tortendiagramme.

 Aktuelle Anteile an Stadionbetriebs AG

Bei einem aktuellen Stammkapital von 3,5 Millionen Euro entsprechen die Anteile folgenden Beträgen.

1. FC Union Berlin: 2.004.100 €
Röfa Mobilbeton: 682.500 €
Hinze Stahl: 577.150 €
vierC Print: 229.600 €
Thomas Koch: 6.650 €

Anteile nach komplett erfolgreicher Kapitalerhöhung:

Sollten alle 10.000 vinkulierte Namensaktien zu 500 € an Sponsoren und Mitglieder verkauft werden, fließt der Stadionbetriebs AG ein zusätzliches Kapital von 5 Millionen Euro zu. Das Stammkapital erhöht sich auf 8,5 Millionen Euro. Dann verschieben sich die Anteile wie folgt:

Hier sind die 58% Stimmanteile sichtbar, von denen Dirk Zingler im Interview mit der Berliner Zeitung sprach, wenn alle 10.000 Aktien verkauft werden. Wenn man sich neben dem enormen Stimmanteil die Beschränkung von vinkulierten Namensaktien ansieht, wird klar welches Potential in dieser Kapitalerhöhung steckt. Änderungen werden nicht nur wegen der hohen Hürden (Änderung des Stadionnamens nur mit 2/3-Mehrheit der Aktionäre) nahezu unmöglich. Die Grundannahme hinter diesem Schritt der Kapitalerhöhung lautet, dass sich die spezielle Kultur des 1. FC Union Berlin im Stadion gründet. Wenn alles so klappt, wie sich das vorgestellt wird, können wir also nächstes Jahr folgende Plakette ans Stadion hängen: “Geschütztes Kulturgut seit dem 1.1.2012″.

Eine innere Aktionärsversammlung.

Irgendwie ist das schade. Da schaffen die Jungs ohne gelernten Stürmer (okay, Christian Stuff) nach sieben Monaten endlich einen Auswärtssieg und hinterher interessiert sich kaum einer dafür. Andererseits müssen wir aber auch zugeben: Zu Recht! Denn was Dirk Zingler der Berliner Zeitung erzählt hat, ist der feuchte Fantraum: Occupy Dein Stadion. Oder wie Bunki es formuliert: “Kauf auf, kauf auf, 1.FC Union!”

In der Küche sitzen und reden: Steffi, Bunki, Robert und Sebastian.

Themen:

Begrüßung; Bunki war in Braunschweig, auch dort wird gebaut; Unions Aufstellung ohne echten Stürmer: Defensiv oder mal was anderes?; Schapapang (Video); Ede quasi ein Weltstar; Spielanalyse; Zoundi die neue Allzweckwaffe?; Union aggressiv; Was die fehlende Direktverbindung zwischen Tirana und Baku mit der Alten Försterei zu tun hat; Braunschweig spielt wie Union in der Aufstiegssaison; Stadionbetriebsgesellschaft: Aus einer GmbH wurde eine AG; Wer ist Mitglied im Aufsichtsrat (wir lesen die Namen vor); Ziel und Zweck der AG; Bisherige Anteilseigner der AG: 1.FC Union 57,26%, Röfa 19,5%, Hinze Stahl 16,49%, VierC 6,56% und Thomas Koch 0,19%; Kapitalerhöhung mittels vinkulierter Namensaktien an Mitglieder und Sponsoren; Der Fan gibt wieder Geld. Aber gerne; 10.000 Aktien sind machbar; Kalkulierte Wachstumsgrenze zur Identifikationsbewahrung; Wir alle wünschen uns Club-Mate als Brustsponsor; Verwirrung, wie die Kapitalerhöhung funktioniert. So erklärt es Wikipedia, Wir haben irrtümlich angenommen, der Verein würde seine Anteile verkaufen. Das stimmt aber nicht; Wir werden alle Aktionäre; Nächste Podcasts nur noch mit unseren Bankberatern.

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(Länge: 61:25 Min; Dateigröße: 52,9 MB)

Tagesordnungspunkt: Zukunft

Spatzen haben es im Moment sehr schwer beim 1.FC Union. Schließlich mussten sie die ganze Zeit von den Dächern pfeifen (hier, hier und hier). Erst gestern gestattete der Verein den Berufsträllerern eine kurze Verschnaufpause und verkündete: Wir berufen eine außerordentliche Mitgliederversammlung zur Stadionzukunft ein.

Die Einladung selbst lädt zu Spekulationen ein und bietet sich als Einstieg in das Fach Kreml-Astrologie an. Denn wer sich Klarheit beim Blick auf die Tagesordnung erhofft hat, wird enttäuscht. Dort steht fett zwischen Begrüßung und Schluss eingeklemmt nur “Zukunft des Stadions an der Alten Försterei”. Dieses Thema pfoffen auch die armen Spatzen im scharfen Herbstwind vom Dach der Geschäftsstelle. Von “richtungsweisenden Veränderungen, welche die Fußballkultur im Stadion an der Alten Försterei betreffen”, ist bedeutungsschwanger die Rede. Es benötigt nicht viel Phantasie, um von dort eine Verbindung zur heiligen Kuh der Unioner herzustellen: Die Unantastbarkeit des Stadionnamens. Präsident Dirk Zingler selbst gab sein Wort, dass die Mitglieder über eine Änderung entscheiden würden.

Jenseits des Stadionnamens, der sicher nicht als alleinige Finanzierungsquelle taugen würde, geistern weitere Optionen herum, wie Geld für die neue Haupttribüne inklusive Funktionsgebäude (kolportierte Kosten zwischen 13 und 17 Millionen Euro) zu beschaffen wäre:

  • Sponsoren gehen für den Kauf von Logen und Business-Seats in Vorkasse
  • eine Bank gibt einen günstigen Kredit
  • Fan-Anleihe
  • Kapitalaufstockung der Stadionbetriebsgesellschaft mit einer Änderung der Gesellschaftsform (z.B. Aktiengesellschaft)
  • Einstieg eines Investors

Meinen persönlichen Überlegungen nach, fallen einige Optionen heraus. Eine Fan-Anleihe birgt drei Probleme. Sie ist ein Bankgeschäft, das von einem entsprechenden Institut durchgeführt werden muss. Das verdient naturgemäß daran. Die Summe der Anleihe muss durch die Fans aufgebracht werden. Dies scheint in einem traditionell strukturschwachen Gebiet wie Berlin bzw. Ostdeutschland schwer möglich. Vor allem, wenn der Blick auf den Erfolg der Hertha-Genuss-Scheine fällt. Von “geheimen” Investoren hat Union zudem wahrscheinlich genug. Letztes Problem: Auch Anleihen müssen zurückgezahlt werden. Gegen einen Einstieg eines Investors spricht neben der noch frischen ISP-Erfahrung auch der Wunsch nach Unabhängigkeit und nach Mehreinnahmen für den Verein. Nicht für einen Investor.

Zu deutlich sind die schlechten Erfahrungen mit Stadion-Neubauten in Dresden, Aachen oder Bielefeld. Dirk Zingler hat von Anfang an deutlich gemacht, mit dem Tribünenbau nicht die Zukunft des Vereins riskieren zu wollen. Andererseits prägt der bisherige Stadionausbau zwar nachdrücklich die Stimmung bei Union, bringt aber wenig Geld. Das wird auch bei Union mit dem Verkauf privilegierter Plätze verdient. Aus diesem Grund halte ich es für plausibel, dass Sponsoren in Vorkasse gehen würden. Zumal diese ausdrücklich mit einem separaten Brief zur außerordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen wurden: “…werden wir unsere Mitglieder darüber umfassend informieren. Gerne begrüßen wir auch Sie an diesem besonderen Tag.”

Ein Bank-Kredit für die Stadionbetriebsgesellschaft bzw. der Einstieg einer Bank in die Gesellschaft wäre auch denkbar. Der Verein selbst ist aufgrund der Verpflichtungen gegenüber Michael Kölmel sicher nicht besonders kreditwürdig. Interessant wird es, wenn es vielleicht darum geht, die Gesellschaftsform und damit die Stimmrechte an der Stadionbetriebsgesellschaft zu ändern.

Die entscheidende Frage zur Mitgliederversammlung lautet für mich: Wird nur über die Zukunft des Stadions informiert oder soll sie vielleicht doch auch beschlossen werden, vielleicht im Gefühlsüberschwang nach einer emotionalen Rede? Darüber schweigt sich die Einladung aus. Auf meine Nachfrage, ob vielleicht doch abgestimmt wird, gibt es aus dem Forsthaus nur die vielsagende Antwort: “Es wird zunächst informiert.” – “Es soll also nicht abgestimmt werden?” – “Es wird zunächst informiert.” Klar, das ist die offizielle Sprachregelung. Es klingt aber auch so, als ob der Fuß in der Hintertür steckt.

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert.

Vier. Zu. Null. Verloren. In Dresden. Dazu pfeifen die eigenen Fans, werfen mit Feuerzeugen und Bierbechern auf die Spieler. Ernüchtert sitzen wir mit Robert in unserer Küche. Wir diskutieren das Spiel der Mannschaft, das Verhalten der Fans und das Verhältnis zwischen Mannschaft und Anhängern. Dazu nehmen wir die Frage von Philipp auf, ob sich vielleicht das Anspruchsdenken bei den Fans verschoben habe. Die Aussprache beim Drachenbootcup und das Fantreffen mit Präsident Dirk Zingler sind weitere Themen.

O-Töne:
01:49 Min Uwe Neuhaus vor dem Spiel
02:08 Min SGD Eieiei
07:51 Min Uwe Neuhaus nach dem Spiel
21:07 Min Daniel Göhlert über einfache Fehler
22:16 Min Daniel Göhlert ist fassungslos
37:56 Min Torsten Mattuschka kneift die Arschbacken zusammen

Vielen Dank an AF.TV für die freundliche Genehmigung zur Verwendung der O-Töne.

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Das ist meine Biographie.

Der Aufruhr um den dreijährigen Wehrdienst von Unions Präsident Dirk Zingler beim Wachregiment des MfS in Berlin war groß. Sowohl medial als auch unter den Fans. Am Dienstag Abend stellte sich der Präsident beim monatlichen Fantreffen im General Dealer Club in Oberschöneweide den Fragen der Anhänger und zeigte seine Sicht auf Ereignisse der letzten Wochen und seinen fast 30 Jahre zurückliegenden Wehrdienst.

Vor Beginn saß Dirk Zingler alleine auf dem Rand der Bühne. In sich gekehrt. Es schien, als ob er selbst nicht genau wusste, wie ihm die rund 300 anwesenden Unionfans begegnen würden. Die vorher in Foren verlaufene Diskussion war kontrovers. Nicht jeder Vereinspräsident würde sich auf solch ein Risiko einlassen. Doch Zingler, und das wird schon in den ersten Minuten klar, treibt ein inneres Bedürfnis an. Er ist zuerst Fan und als zweites Präsident. Deswegen haben ihn die Ereignisse der letzten Wochen getroffen: “Vor allem hat mich der Zusammenhang, der zwischen meinen Wehrdienst und meiner Eigenschaft als Unionfan und Unionpräsident gezogen wurde, gestört. Ich wurde als Fan auf den Rängen geprägt. Das hatte nichts mit meiner Wehrdienstentscheidung zu tun.”

Das Mikrofon hält Dirk Zingler mit beiden Händen fest. Er sucht den Blickkontakt zu den Fans, die dicht gedrängt im Raum stehen. Viel Schärfe nimmt er schon dadurch aus der Veranstaltung, dass er keineswegs versucht, sich herauszuwinden. Er war kein Widerstandskämpfer in der DDR. Das ist klar. Sein Leben in der DDR war nichts besonderes und deshalb sagt er: “Ich kann nur mit meiner Biographie antworten. Die ist, wie sie ist. Dem einen gefällt sie, dem anderen nicht. Aber ich kann sie nicht ändern.” So spricht jemand, der offensichtlich mit sich im Reinen ist.

Zingler erzählt, wie er als 17-Jähriger zu Hause ausgezogen ist und in Berlin alleine gewohnt hat. Angesichts des grassierenden Wohnungsmangels in der DDR etwas besonderes. Etwas, das den Satz: “Ich habe früh sehr viel Freiheit genossen”, glaubhaft unterstreicht. Deshalb habe er sich bei seiner Musterung zu drei Jahren Wehrdienst bereit erklärt, wenn er in Berlin bleiben könne. Ob er beim MfS-Wachregiment dienen wolle, wurde er dort nicht gefragt. Die Frage stellten ihm zwei Männer von der Staatssicherheit, nachdem er aus dem Unterricht in der Berufsschule herausgeholt wurde. Der Handel war laut Zingler: 3 Jahre beim Wachregiment in Berlin und er könne seine Lehrzeit um ein halbes Jahr verkürzen. “Für mich war entscheidend, was ich wo tun muss. Aber mir war egal, ob das Ministerium Erich Mielke, Erich Honecker oder dem Papst unterstand.” Letztlich stand Dirk Zingler 183 Mal vor dem Regierungskrankenhaus Wache.

Die überwiegende Zahl der Fans teilt Zinglers Einschätzung. Doch, dass sie den Teil der Biographie aus der Zeitung erfahren mussten, hat sie verwundbar werden lassen. Sie haben Angst, noch mehr erfahren zu müssen. Ein Fan bringt das Gefühl auf den Punkt: “Dirk, war nach dem Wehrdienst noch etwas mit der Stasi? Ja oder nein?” Zingler verneint: “Ich habe im März 1986 meine Armeezeit beendet. Seitdem hatte ich keinen Kontakt mehr zum Ministerium.” Stasi und Union, das passe nicht zusammen, hat Zingler erzählt. Das war, als der Vertrag mit dem Investor ISP gekündigt wurde, weil der Geschäftsführer hauptamtlicher MfS-Mitarbeiter war. Ein Widerspruch? Nein, der Präsident steht auch heute noch dazu. Allerdings hätte man schon zeitiger öffentlich differenzieren müssen zwischen Wehrdienstleistenden beim MfS und IMs beziehungsweise Stasi-Angestellten. “Vielleicht war das eine vergebene Chance”, räumt er ein.

Die aufgeladene Bedeutung seines Wehrdienstes beim MfS sieht Zingler kritisch. Natürlich wisse er im Nachhinein mehr. Doch dass alle MfS-Wachsoldaten sogenannte “Hundertprozentige” gewesen seien, will er nicht bestätigen: “In meiner Wahrnehmung waren das alles ganz normale Leute.” Auch seine Familie sei nicht einfach systemtreu gewesen. Dann sagt Zingler einen Satz, der im Prinzip über jeder DDR-Biographie stehen kann: “Das Leben ist halt nicht so, wie es sich häufig von außen darstellt. Die Vielfältigkeit deutscher Biographien findet sich auch in meiner Familie.”

Es ist ihm immer noch anzumerken, wie unangenehm ihm der Fokus ist, in dem er steht. Aber er redet mit Verve, weil es ihm wichtig ist, bestimmte einfache Sichtweisen aufzubrechen. Der Vater war Betriebsdirektor, die Tante aber stellte einen Ausreiseantrag und konnte die DDR verlassen. Zingler selbst hat sich für drei Jahre als Zeitsoldat verpflichtet, sein Bruder aber hat den Dienst an der Waffe komplett verweigert und wurde Spatensoldat. Ein Stigma im sozialistischen Lebenslauf. Doch Zingler schmunzelt: “Der hat sich noch einen Gaudi daraus gemacht, zu meiner Vereidigung zu kommen.  In seiner Uniform mit dem Spaten darauf.” Aus heutiger Sicht ist diese Familiengeschichte vielleicht ein Widerspruch. In der DDR war sie Realität und Zingler stellt nicht ohne Stolz fest: “Aber trotzdem sind wir eine Familie und reden miteinander.” Ein Satz, der auch ohne weiteres auf Union zutreffen könnte.

Bei den Fragen und Statements der Fans hört Zingler aufmerksam zu. Die könnten unterschiedlicher kaum sein und werden teils hitzig vorgetragen. Vor allem, wenn es um die Rolle der Medien in dem Fall oder das Verhältnis zum BFC Dynamo geht. Doch Zingler bleibt immer ruhig. Ob er seine MfS-Akte schon gelesen habe, möchte ein Fan von ihm wissen. Der Präsident verneint vehement: “Es interessiert mich nicht, wie mich Stasi-Offiziere vor 30 Jahren eingeschätzt haben. Da soll sogar drin stehen, dass ich 73 Kilo gewogen habe. Meine Frau wollte das nicht glauben.”

Zum Schluss steigt Zingler im von der Menschenmenge aufgeheizten Saal von der Bühne. Mit einem Bier in der Hand steht er danach dort, wo er sich selbst viel lieber sieht. Bei den Fans.

Fotos: Robert Schmidl

Baustellenbesichtigung.

Union und der DFB-Pokal – Freunde sind sie immer noch nicht geworden. Auf der Baustelle des Essener Stadions unterlag der 1.FC Wundervoll gegen den Viertligisten Rot-Weiß Essen im Elfmeterschießen. Gemeinsam mit dem aus dem Urlaub zurückgekehrten Mathias und Hans-Martin nehmen wir das zum Anlass für eine Baustellenbesichtigung.

Das erste Wort gebührt aber den Siegern. Uwe Strootmann vom hervorragenden Blog Im Schatten der Tribüne erzählt uns im Interview seine Eindrücke vom Spiel und die Baustellen von Rot-Weiß Essen. Danach diskutieren wir das Spiel aus Union-Sicht. Mathias ist richtig erholt und streitbar, zumal der Ausblick auf die nächsten Spiele gegen Paderborn (10:0 Sieg im Pokal) und Dresden (4:3 Sieg nach 0:3 Rückstand) nicht zum Optimismus einlädt.

Neben den Baustellen in Spiel von Union ist auch das Fantreffen mit Präsident Dirk Zingler Thema. Wir sind uns nicht sicher, ob es dort thematisch bei ausbleibenden guten Ergebnissen nur um eine Auseinandersetzung mit der DDR-Vergangenheit gehen wird. Weitere schnell abzuarbeitende Baustellen sind die Prämienverhandlungen und die arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen mit dem ehemaligen Team-Manager Christian Beeck und dem ehemaligen U23-Trainer Theo Gries. Zuviel Arbeit für zuwenig Bauarbeiter?

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“Scheißtag. Sport frei!”

0:4 zu Hause gegen Fürth. Das spricht eine deutliche Sprache. Dazu noch ein beinahe schon traditionell verschossener Elfmeter gegen Fürth und ein wie letztes Jahr begeisterter Gästetrainer. Logisch, die Atmosphäre in der Alten Försterei gefällt mit drei gewonnenen Punkten gleich doppelt so gut. Torsten Mattuschka nennt das einen “Scheißtag” und verabschiedet sich mit “Sport frei!”

Weiterhin ferienbedingt dezimiert diskutieren wir mit Hans-Martin das Spiel gegen Fürth, die Vertragsverlängerung von Christopher Quiring und die Bauchpinselei von Fürths Trainer Michael Büskens.

Viel mehr Platz als die Niederlage nimmt die mediale und union-interne Diskussion um Dirk Zinglers Dienst beim Wachregiment des MfS ein. Wir bewerten zunächst noch einmal den Fakt an sich und schauen uns anschließend die Berichterstattung dazu vor allem in der Berliner Zeitung an. Dabei geht es um die Frage, ob dem freien Journalisten Matthias Wolf Hetze unterstellt werden kann. Ein weiteres Thema ist die Rede von Stadion- und Pressesprecher Christian Arbeit vor Spielbeginn, in der er seine Meinung zur Berichterstattung äußert. Dazu kommt noch ein anonymer Text im Stadionheft. Diesen Punkten stellen wir Thesen von Uwe Bremer (Berliner Morgenpost) gegenüber. Zum Schluss geht es noch um die Frage, ob Dirk Zingler nun als Präsident angeschlagen ist oder nicht.

Wir hoffen, dass sich der nächste Podcast nach dem Pokalspiel in Essen vor allem wieder um sportliche Themen dreht.

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O-Töne

  • 00:19 Min Mannschaftsaufstellung Fürth
  • 01:54 Min Mannschaftsaufstellung Union
  • 16:48 Min Christoph Menz über mögliche Aufholjagd
  • 18:57 Min Zusammenschnitt von Menz und Mattuschka über mögliches Spielergebnis
  • 26:14 Min Uwe Neuhaus und Michael Büskens über Atmosphäre bei Union
  • 62:55 Min Christian Arbeits Rede vor Anpfiff

Bilder:

Bilder: Stefanie Lamm

1.FC Union Berlin: Ein Fußballklub in der DDR

Die aktuelle Debatte um den dreijährigen Wehrdienst von Unions Präsidenten Dirk Zingler beim Wachregiment Felix Dserschinski des Ministeriums für Staatssicherheit haben wir zum Anlass für eine Sonderausgabe des Podcasts genommen.

Gemeinsam mit Tino Czerwinski (aka TeeCee, Moderator des Fantreffens bei Union) und Jan diskutieren wir die These, dass das transportierte Image von Union als “Anti-DDR-Verein” dazu geführt hat, die Fallhöhe für die Medienrelevanz von Zinglers Biographie herzustellen. Wir versuchen herauszufinden, wieviel von diesem Image Legende und wieviel tatsächlich Schnittmenge mit der erlebten Realität in der DDR ist. Zum Schluss überlegen wir, wie eine in unseren Augen überfällige Auseinandersetzung mit der Geschichte von Union in der DDR aussehen könnte.

Als Bonus gibt es ab 51:17 Min ein viertelstündiges Gespräch mit Andora, in dem er seine Sicht auf Unions Geschichte in der DDR schildert. Andora ist Popart-Künstler und Unionfan. Er wurde in der DDR zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt und später freigekauft.

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Die Tonqualität ist etwas anders als sonst. Das liegt daran, dass wir in einem Café in Köpenick bzw. in Mitte aufgenommen haben.

Neulich bei AF.tv

Am letzten Donnerstag war ***textilvergehen*** zu Gast bei AF.tv. Moderiert von Pressesprecher Christian Arbeit durften Tino Czerwinski, Gerald Karpa und ich Fragen an Dirk Zingler, den Präsidenten des 1.FC Union Berlin, stellen.

Nachdem die vergangene Saison mit einigen überraschenden Entscheidungen endete, war der Gesprächsbedarf der Unionfangemeinde enorm. Das spiegelte sich im Forum und auf diversen Internet-Plattformen wider und dürfte auch den Ausschlag dafür gegeben haben, dieses erste Interview zur neuen Spielzeit in einem etwas anderen Rahmen zu präsentieren. Während sonst mit Christian Arbeit oder Hannes Teubner Mitarbeiter der Pressestelle durch die Gespräche führen, waren es dieses Mal drei zwar dem Verein verbundene, aber eben nicht dort angestellte Personen, die nach Antworten suchten. Es mag anfangs etwas holpern, es ist dennoch der Blick von außen, der den Unterschied macht.

Erwartungsgemäß wurden denn auch recht ausführlich die Personalien Christian Beeck, Nico Schäfer und Theo Gries erörtert. In gewisser Weise war das therapeutisch. Vereinsführung und Fans starten hoffentlich befreiter, mit etwas weniger emotionalem Ballast in den heutigen Trainingsauftakt. Ein bißchen Zukunftsmusik gab es dennoch. Die neue Haupttribüne soll so schnell wie möglich gebaut werden. Aber, und das wünsche ich mir in Beton gegossen, “auf eine Art, die zu uns passt.”

Der zweiteilige Beitrag kostenfrei bei www.aftv-online.de anzusehen, setzt aber eine Registrierung voraus.

Die Neuhausrichtung von Union.

Eigentlich wollten wir uns mit Robert und Hans-Martin in Ruhe über Unions Saison unterhalten und zum Schluss das Phrasenschwein schlachten. Aber es kam mal wieder alles anders. Christian Beeck wurde entlassen. Nico Schäfer wurde angestellt. Wir ordnen das ein und überlegen, welche Auswirkungen dieser Wechsel auf die Weiterentwicklung des Vereins hat. Deswegen ist der ganze Podcast auch etwas länger geworden.

Das Phrasenschwein wurde trotzdem geschlachtet:

O-Töne im Podcast

00:20 Min – Dirk Zingler entlässt versehentlich Pressesprecher Christian Arbeit
01:35 Min – Dirk Zingler erklärt die Trennung von Christian Beeck
36:11 Min – Nico Schäfer spricht über seine Aufgaben bei Union
38:11 Min – Nico Schäfer erläutert Arbeit mit Verbänden
38:47 Min – Nico Schäfer redet über die Kaderzusammenstellung

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