Kleiner Ausspracheservice von Eroll Zejnullahu für Kommentatoren und Stadionsprecher

Heute um 13.00 Uhr gibt es die Pressekonferenz zum Spiel gegen Nürnberg am Montag (live auf AFTV).

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Die sinnlose Kollektivstrafe gegen Dresden betrifft doch nicht das Spiel gegen Union

Heute ist der letzte Tag der Transferperiode. Deadline Day wie es hyperventilierend bei Sky heißt. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir aus Unionsicht heute an den Fingernägeln knabbern müssen.

So aktiv wie dieses Jahr war Union lange nicht im Winter gewesen. Sebastian Polter ist gekommen. Verlassen haben den Klub: Christopher Lenz (Leihe nach Kiel und spielte am Wochenende im ersten Pflichtspiel 90 Minuten durch), Sören Brandy (Bielefeld), Christopher Quiring (Rostock) und Collin Quaner (Huddersfield). Mir reicht das und ich sehe weder bei möglichen Abgängen noch bei Zugängen wirklich Handlungsbedarf.

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Warum die mögliche Blocksperre für Dresden gegen Union eine sinnlose Strafe ist

Jens Keller hatte zum Ende des Trainingslagers ein Fazit gezogen und darin aus meiner Sicht ein paar wichtige Dinge gesagt:

  • Benny Kessel kann vielleicht nächste Woche wieder ins Training einsteigen, aber bei Maxi Thiel und Fabian Schönheim sieht das nicht nach einer schnellen Heilung aus
  • bei Sebastian Polter dürfte die Gewöhnung an das Keller’sche Trainingspensum und die Abstimmung der Laufwege noch etwas Zeit in Anspruch nehmen
  • Als Führungsspieler sieht er Toni Leistner, Felix Kroos, Steven Skrzybski und Sebastian Polter
  • Und als wichtigstes: Keller möchte die beste Rückrunde aller Zeiten aus der vergangenen Saison (32 Punkte) toppen

Jens Keller beim Testspiel gegen Wehen-Wiesbaden, Foto: Matze Koch

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Teve268 – Union kann sich für den Videobeweis qualifizieren

Union gewinnt schon wieder. Und das auswärts. 1:0 bei den Würzburger Kickers. Neben der fast schon üblichen Huldigung von Collin Quaner diskutieren wir aufgrund der Löschung von Fabian Schönheims Sperre den Videobeweis, der derzeit getestet wird.

Collin Quaner nach Abpfiff in Würzburg, Foto: Matze Koch

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Darum wurde Fabian Schönheims Sperre vom DFB gelöscht

“Ich kann mich nicht an so einen Fall erinnern. Wenn ich Gelb-Rot bekommen habe, war die Karte immer berechtigt”, sagte Trainer Jens Keller gestern mit einem Grinsen auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in Würzburg (Anpfiff am Mittwoch um 17.30 Uhr; die PK gibt es auf AFTV als Konserve). Nur kurze Zeit später hat der DFB die Sperre aufgehoben, was Union mit diesem Bild feierte:

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Teve249 – Bundesliga gegen Zweite Liga

Bundesliga gegen Zweite Liga war im Prinzip schon das 0:3 von Union in Leipzig. Und Bundesliga gegen Zweite Liga heißt es vor allem, wenn es um die Geldverteilung zwischen beiden Ligen geht. Hysterie und Geheimtreffen bestimmen das aktuelle Bild.

Foto: Matze Koch

Shownotes:

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Teve248 – Der rot-weiße Party-Busk

Union gewinnt 3:0 gegen 1860. Aber das Ergebnis trügt ein wenig, denn das Spiel stand fast bis zum Schluss auf der Kippe. Außerdem denken wir laut über die lauten Gedanken von 16 Bundesligaklubs nach, die mehr Geld für die erste Liga wollen.

1.FC Union Berlin - TSV 1860 München 3:0
Foto: Stefanie Fiebrig

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Collin Quaner ist nicht der Stürmer-Ersatz für Sebastian Polter

Neuzugang Nummer 5 ist da. Collin Quaner (23) kommt ablösefrei vom abgestiegenen VfR Aalen und erhält einen Zweijahresvertrag (Mitteilung des Vereins). Mit dem 1,91 Meter großen Angreifer kommt Athletik in den Sturm von Union. Keine gute Nachricht dürfte diese Verpflichtung für Bajram Nebihi sein, der sich in dieser Saison nicht annähernd bei Union durchsetzen konnte.


Foto: Matze Koch

Quaner hat für sein Alter eine beachtliche Transferhistorie (Bielefeld, Ingolstadt, Leihe nach Rostock, Ingolstadt, Aalen). Andererseits hat er aber auch in der Rückrunde in Aalen bewiesen, dass er unter schwierigen Umständen in der Lage ist, Tore zu schießen und aufzulegen. Ich würde ihn gerne gemeinsam mit Sebastian Polter sehen.

Über den Transfer schreiben: Berliner Zeitung, BZ/Bild

Ein Prinz bei Nico Schäfer

Außerdem gestern bei Nico Schäfer: Kenny Prince Redondo (20) von der Spielvereinigung Unterhaching. Sicher keine Personalie, die sofort Richtung Stammplatz schielt, aber Druck im Kader aufbaut und sich entwickeln kann. Wir erinnern uns, dass Trainer Norbert Düwel davon sprach, dass der Kader nicht nur qualitativ, sondern auch in der Breite aufgestockt werden muss, will man die hohen Ziele tatsächlich erreichen.

Die Lektion hat man in dieser Spielzeit gelernt, als mit Fabian Schönheim, Maxi Thiel, Sören Brandy und Benny Köhler zeitweise vier Stammspieler gleichzeitig ausfielen und das Team spielerisch arg limitiert war. Leider war das eine Zeit, in der die Mannschaft vielleicht noch nach oben hätte vorstoßen können.

Ich bin geneigt zum Thema Sebastian Polter nichts mehr zu schreiben, wenn sich nichts ereignet. Ob Mainz-Manager Christian Heidel nun etwas öffentlich sagt (unter anderem im Tagesspiegel) oder nicht, ändert an den Fakten wenig. Warten wir ab, wie die Kaderplanung in Mainz voranschreitet und ob Sebastian Polter beim Trainer dort eine Rolle spielt. Es ist eben eine Geduldsfrage.

#polter #groupies #fcunion #saisonabschluss #vip #party #drinksforfree

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Vereine können sich DFB-Strafen nicht einfach von Fans erstatten lassen

Kurz zur spannenden Frage, ob ein Verein sich Geldstrafen vom Verband von ausfindig gemachten Fans wiederholen kann. Das Landgericht Hannover hat das gestern (Hannoversche Allgemeine Zeitung) verneint. Die Begründung ist so deutlich, dass ich da von einer Ohrfeige für DFB und Verein sprechen würde.

Zum einen sei die Urteilsbegründung des DFB mangelhaft. Dann sei der Fan nicht an allen Vorfällen für die die Strafe ausgesprochen wurde, beteiligt gewesen. Außerdem sei die Geldstrafe an der Leistungsfähigkeit des Vereins und nicht des einzelnen Fans bemessen worden. Zudem sei eine parallele Gerichtsbarkeit des Verbandes zur allgemeinen in Deutschland gültigen Gerichtsbarkeit nicht zulässig. Und da der Fan sich die Karte beim VfL Wolfsburg gekauft habe, hätte es auch kein Vertragsverhältnis zwischen Hannover und dem Fan gegeben.

Über das Fehlverhalten des Fans wurde in einem separaten Strafverfahren entschieden. Das war eindeutig und gab 14 Monate auf Bewährung.

Teve128 [extra] – Fangipfel: Mehr Dialog wagen

Am 1. November trafen sich über 200 Fanvertreter beim 1. FC Union, um über ihre Position zum Konzeptpapier "Sicheres Stadionerlebnis" zu debattieren. Wie die Veranstaltung ablief, kann in der Chronologie des Fangipfels nachgelesen werden. Im Podcast reden Steffi und Sebastian darüber, wie der Fangipfel einzuordnen ist. Es geht um das "Diktat der Politik", wahrgenommenen Druck bei den Verbänden und die Sexyness von Maßnahmen wie den 10-Punkte-Plan (pdf).


Foto: Stefanie Fiebrig

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ShownotesIntro: Sven Brux erklärt, wie die Politik eine Lösung für das eigene Versagen fordert.Was ist eigentlich die InnenministerkonferenzWelche Befugnisse hat sie?Lorenz Caffier (Innenminister eines Bundeslandes, dessen bester Club in der dritten Liga spielt, stellt Forderungen an Erst- und Zweitligisten) — Der Beschluss der Innenministerkonferenz vom 1.5.2012/1.6.2012Das Nationale Konzept Sport und Sicherheit (NASS)Der Bericht des NASS für 2012Die Bundesregierung zum Thema GesichtsscannerDie Bundesregierung zu mobilen Massenkontrollen.

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Fangipfel in Berlin, November 2012

12.05 Uhr Union-Pressesprecher Christian Arbeit begrüßt die Teilnehmer des Fangipfels. Insgesamt sind über 250 Fanvertreter von 49 Vereinen anwesend. Erst einmal werden die Rahmenbedingungen der Berichterstattung geklärt. Liveberichterstattung ist nicht erwünscht, damit frei diskutiert werden kann. Deshalb gibt es diesen Beitrag erst nach Ende der Konferenz. Eingeladen waren die Fanvertreter der ersten drei Ligen, es sind aber auch Gruppen von Regionalligisten hier.

12.12 Uhr Der erste Beitrag kommt von Conny Laudamus: “Die aktuellen Entwicklungen im deutschen Vereinsfußballs”. Ausgangspunkt ist der Sicherheitsgipfel vom Juli, als 53 deutsche Profivereine auf Druck der Politik einen Verhaltenskodex unterschrieben haben. Davon ausgehend startete beim 1. FC Union eine Diskussion der organisierten Fans mit den Vereinsoffiziellen. Bewegung kommt in die Sache durch den Leak des DFL-Papiers “Sicheres Stadionerlebnis“, zu dem sich die einzelnen Vereine positionieren sollten.

12.23 Uhr Zusammenfassung der Fan-Kritik am angedachten Maßnahmenkatalog:

  • Mehr Strafen führen nicht zum gewünschten Erfolg. Verlängerung der Stadionverbote.
  • Kein Dialog mit den Fans.
  • Gegen Datenerfassung und – weitergabe
  • Erzwungener freiwilliger Fankodex mit vorgeschriebenen Inhalten. Bei Nichteinhaltung Sanktion.
  • Stehplätze als Druckmittel
  • Gegen pauschale Sanktionen

12.27 Uhr Schlusswort von Conny Laudamus: “Es geht um unseren Fußball. Deshalb wollen wir auch gefragt werden, wenn es uns betrifft.”

12.30 Uhr Christian Arbeit begrüßt auch die Vertreter von DFL und DFB.

12.34 Uhr Sig Zelt vom Eisernen Virus erläutert die Stellungnahme der DFL. Er sieht einen Fortschritt darin, dass es im Gegensatz zur Sicherheitskonferenz im Juli (ein Tag Vorlauf für interne Diskussionen für die Vereine) die Klubs beim Konzept “Sicheres Stadionerlebnis” genug Zeit für die Vereine gab, um eine Position zu finden. Mitte September kam das Konzept und bis 22.10. sollten Rückmeldungen aus den Klubs kommen. Am 12.12. war eigentlich eine Entscheidung geplant. In einer Stellungnahme vom 22.10. erklärt die DFL:

“Wir weisen noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei dem vorgestellten und versandten Entwurf weder um ein abschließendes Konzept noch um ein finales Arbeitsergebnis handelt. Es war ausdrücklich intendiert, dass die Mitglieder des Ligaverbandes im Rahmen individueller Entscheidungen das Gespräch mit Fangruppen und -vertreten suchen.”

12.44 Uhr Sig Zelt fordert, dass die Asymmetrie zwischen Verband, Vereinen und Fans aufgehoben wird und mehr auf die Belange der Fans geachtet wird.

12.51 Uhr Helge Meves zur Position von Politik und Polizei. Er kritisiert zunächst allgemein die Hysterie in der Berichterstattung als Nachgang zu Vorfällen. Zum Beispiel die Verknüpfung von Gewalt außerhalb des Stadions (Revierderby) mit der Situation in den Stadien.

13.01 Uhr Meves vergleicht Forderungen von innenpolitischen Hardlinern mit regierungsamtlichen Äußerungen. Ein Beispiel sind die Fanhäuser, die teilweise als Privilegien der Fans dargestellt werden, aber im Nationalen Konzept Sport und Sicherheit (pdf) als “unverzichtbar” dargestellt werden. Gleiches gilt für die Forderungen nach “Gesichts-Scannern”, die laut Bundesregierung (Antwort auf kleine Anfrage, pdf) aber gar nicht eingesetzt werden sollen. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern gäbe es eine Machbarkeitsstudie.

13.08 Uhr Meves weist darauf hin, dass die geplante Umsetzung des Konzepts “Sicheres Stadionerlebnis” zur nächsten Saison (2013/14) in den Bundestagswahlkampf platzt und mit einer Intensivierung der hysterischen Diskussion zu rechnen ist. Dazu bringt er ein Zitat von Bismarck: „Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.“

13.14 Uhr Jetzt ist erst einmal Mittagspause.

13.52 Uhr Andreas Rettig von der DFL (zukünftiger Geschäftsführer des Ligaverbandes) ist gefragt. Seine Statements:

“Ich wünsche mir von den Fans, dass die Loyalität gegenüber dem Fußball größer ist als die, Straftäter zu decken. Szenen wie gestern in Hannover sind beunruhigend. Aber ich möchte mich nicht der martialischen Sprache bedienen. Wir sollten auf dem Weg der verbalen Abrüstung sein.Da gehe ich gerne auch mit gutem Beispiel voran. Wichtiger ist es im Hintergrund in sachlichen Gesprächen und sachlich zu diskutieren. Das ist besser als von einem Superlativ zum nächsten zu rutschen. […] Ich verstehe die Kritik der Fans. Der Wahrnehmungsfehler oder unser Fehler beim Transport der Botschaft  gemacht haben war: Es ist kein in Stein gemeißeltes Papier. Deswegen wünschen wir uns auch diesen Dialog der hier stattfindet. So werden wir sicherlich zu einem Konsens kommen, der gemeinsam auf den Weg gebracht wird.”

14.12 Uhr Mitten in den Fangipfel platzt eine Pressemeldung vom DFB: “Gedankenaustausch von DFB, Liga und GdP“. Damit nicht gleich Missverständnisse auftreten, entschuldigt sich der Verband gleich zu Beginn, dass sich die Parteien “zu einem turnusgemäßen und seit langem terminierten Gespräch in Frankfurt am Main getroffen” haben.

14.16 Uhr Außerplanmäßig richtet Andreas Rettig einige Worte an die Fanvertreter. Er findet, dass die Unterteilung in gute und schlechte Vereine nicht zielführend ist. Das geht auf den Anfang zurück, als gezeigt wurde, wie welche Vereine Stellung zum Sicherheitskonzept genommen haben.

14.20 Uhr Rettig: “Es kann nicht funktionieren, ein Konzept auf alle 36 Vereine überzustülpen. Was bei Union ideal funktioniert, kann nicht überall genauso funktionieren. Wir müssen die positiven Kräfte stärken und alles dafür unternehmen, damit der Fußball so bleibt wie wir ihn uns wünschen. Wir brauchen mehr Geld für Prävention. Gerade die Arbeit der Fanprojekte kommt mir zu kurz. Wir müssen alle dazulernen.”

14.26 Uhr Rettig fordert ein Bündnis für den Fußball.

14.27 Uhr Jürgen Paepke (DFL-Justiziar, hat am Sicherheitskonzept mitgearbeitet) spricht. Er möchte Missverständnisse aufklären. Ein Punkt sind “Ganzkörperkontrollen”. Diese würden sich im Konzept nicht finden. Die Kontrollen an den Stadien seien Klub-Sache und die DFL wollte lediglich die “infrastrukturellen Voraussetzungen” verbessern. Klingt ziemlich defensiv. Ein Gegensatz zu den offenen dialogsuchenden Worten von Rettig. Ist aber sicher auch nicht einfach, schließlich ist Rettig noch nicht im Amt.

14.37 Uhr Bei den Fanvertretern kommt die kleinteilige Argumentation von Paepke nicht gut an. Vor allem nicht die Verharmlosung, dass bei Kontrollen “auch einmal die Jacke ausgezogen werden muss.” Paepke schiebt die Verantwortung den Heimvereinen und den Sicherheitsbehörden zu.

14.43 Uhr Paepke räumt Fehler bei der Kommunikation über die Verbindlichkeit des Fankodex ein. Punkte wie Gewaltfreiheit, Antirassismus und Akzeptanz der Versammlungsordnung würden bei Dialog zwischen Verein und Fans sowieso drin stehen. Es sei wohl falsch gewesen, das so darzustellen, als würde ein Fankodex inhaltlich vorgeschrieben.

14.47 Uhr Sowohl Rettig als auch Paepke bekommen ziemlich Gegenwind. Kurios: Die Fanvertreter beschweren sich über angedachte Kollektivstrafen, während Paepke erklärt, es ginge um weniger Kollektivstrafen. Wäre jetzt der passende Zeitpunkt für eine Arbeitsgruppe

14.56 Uhr Jetzt spricht Sven Brux (Sicherheitsbeauftragter, FC St. Pauli). Thema: Sebstreflexion der Fans und Fanvertreter.

15.03 Uhr Brux stellt die berühmte Frage: “Wem gehört der Fußball?” Er warnt sowohl die Fans als auch die Verbandsvertreter vor einer Spirale von Aktionen und Reaktionen, an deren Ende Fußball einfach nur noch unattraktiv werde. 50 Euro für das billigste Ticket oder Stadionverbote, der Effekt sei derselbe. Die Leute würden ausgegrenzt. Er fordert zudem auch mehr Verantwortung vom Staat. Gemünzt ist das auf das Bestreben von Kommunen, sich aus der Fanarbeit zurückzuziehen.

15.10 Uhr Brux fordert mehr Fanvertreter. Nicht nur eine Forderung an den Verband, wie auch immer legitimierte Fans (Wahlen, Delegation o.ä.) aufzunehmen. Sondern auch ein Appell an die Fans, sich in Klubgremien wählen zu lassen oder entsprechende Gremien zu schaffen.

15.13 Uhr Stadionverbote. Brux muss die als Sicherheitsbeauftragter auch aussprechen. Sieht sich in einer Position zwischen Fans, Polizei und Verein. Er sieht eine mangelnde Akzeptanz von Stadionverboten. Das Problem sei, das sie nicht gezielt, sondern auch auf Verdacht und kollektiv ausgesprochen werden. Kernforderung: Erwiesene Schuld muss maßgeblich sein. Sein zweiter Punkt: 95% aller Delikte, die ein Stadionverbot nach sich ziehen, fänden außerhalb des Stadions statt. Seine Forderung: Eine komplette Neuordnung von Stadionverboten.

15.23 Uhr Brux ist sehr kritisch beim Thema Pyro. Er hält das für eine symbolhafte Diskussion. Das Problem sei die Haftung für den Veranstalter. Der Vergleich mit der Loveparade-Katastrophe von Duisburg klingt erst schief. Aber Brux sagt: “Am Ende muss einer den Kopf dafür hinhalten, wenn etwas schiefgeht.”

Andererseits sei es unerträglich, dass er Wunderkerzen verbieten muss und gleichzeitig zu Silvester ohne Hemmungen geballert wird. Aber in den engen Stadien sieht er kaum eine Grundlage für das Abbrennen von Pyro. Gleichzeitig kritisiert er den vorzeitigen Abbruch der Gespräche für eine Legalisierung von Pyro durch den DFB. Einen Versuch wäre es wert gewesen. Beim Scheitern des Versuches wäre klar gewesen, was durchführbar ist.

15.30 Uhr Jetzt bekommen auch die Ultras ihr Fett weg: “Ihr müsst offener werden gegenüber den anderen Stadionbesuchern.” Brux fordert, dass die Ultras nicht gegen die Mehrheit im Stadion agieren. Sehr pointiert zeigt er Gemeinsamkeiten im Verhalten von Ultras und Polizei. “Ihr nennt es Solidarität, wenn ihr jemanden nicht verpfeift. Aber bei der Polizei ist es plötzlich Korpsgeist.”


Foto: Stefanie Fiebrig

15.34 Uhr Letzte Forderung: “Macht mehr Öffentlichkeitsarbeit. Ich kann die Rainer Wendts echt nicht mehr sehen. Wenn die ihre Polemik ungestraft auf die Bildschirme bringen dürfen, dann müssen wir auch hin.” Auch die Medien bekommen die Leviten gelesen: “Polizeigewerkschafter sind keine Polizeivertreter, sondern Klientelpolitiker.”

15.36 Uhr Brux: “Das Sicherheitskonzept muss in die Tonne gekloppt werden. Am besten wäre es, noch einmal von vorne anzufangen. Resettaste drücken. Paritätisch besetzt und ohne Zeitdruck diskutieren. Der Fußball sollte einfach mal all seine Medienmacht benutzen und den Politikern sagen: Das stimmt einfach nicht, was ihr erzählt.” Sehr viel Beifall. Interessant, weil Brux wirklich allen hier den Spiegel vorgehalten hat.


Foto: Stefanie Fiebrig

15.45 Uhr Puh. Ganz schön straffes Programm. Geht schon wieder weiter. Thomas Matscheroth von der Fan- und Mitgliederabteilung des 1. FC Union spricht über die Einflussmöglichkeiten im Vereinsfußball. Er fordert die Fans auf, auch die Klubvertreter, die an Konzepten bei der DFL arbeiten auch einmal zu fragen, was sie dort machen.

16.00 Uhr Kaffeepause. Zeit, mal kurz abzuschalten. Das Medienaufkommen ist aber auch so groß, dass viele für kurze Interviews in Beschlag genommen werden.

16.33 Uhr Gerade ist der Sicherheitsbeauftragte des DFB, Hendrik Große Lefert, angekommen und wird gleich in Diskussionen verwickelt.


Foto: Stefanie Fiebrig

 

16.45 Uhr Union-Sprecher Christian Arbeit liest von Fanvertretern zusammengestellte Forderungen vor. Die sollen am Ende der Veranstaltung in Text gegossen werden. Ein paar Kernforderungen:

An die Klubs:

  • mehr soziale Verantwortung (Beispiel Ticketpreise)
  • mehr Mitspracherechte für Fans in den Vereinen (Schaffung von Gremien)
  • Arbeit an der Basis

An die Verbände:

  • Dialog auf Augenhöhe
  • Transparenz
  • Keine Stehplatzdiskussion

Politik

  • Mehr Versachlichung in der Debatte
  • Keine Verknüpfung von Wahlkampf und Diskussion

Polizei

  • Deeskalation
  • Kennzeichnungspflicht
  • Verpflichtende Schulungen für Polizisten

16.57 Uhr Jetzt gibt es Wortmeldungen von Fanvertretern verschiedener Klubs. Ganz persönlich finde ich es angenehm, wie unaufgeregt hier die Diskussion verläuft. Bin sehr gespannt, wie die Rückwirkung in den Fanszenen funktioniert. Hier wurde in Richtung Verband gefordert, den Fanvertretern dafür auch Zeit zu lassen.

17.07 Uhr Es werden jetzt Debattenbeiträge zusammengestellt und vorgetragen. Stichpunktartig:

  • Gewaltfreiheit: Distanzierung von Gewalt
  • Sicheres Stadionerlebnis: Vereine verantwortlich für Stadionsicherheit. Verbände sollen die Rahmenbedingungen dafür schaffen.
  • Dialog: Dialog findet im Verein statt. Verbände sind Interessensvertreter der Klubs. Mehr präventive Arbeit durch Vereine.
  • Verbände in Verantwortung für Kulturgut Fußball: Aufnahme von Fanvertretern in Verbände.
  • Fans, Vereine und Verbände bilden Solidargemeinschaft Fußball: Maßnahmen
  • Pyrotechnik: Diskussionsbedarf unabhängig vom Ergebnis
  • Keine Instrumentalisierung des Fußballs durch Politik

17.13 Uhr Diskussion über die einzelnen Punkte. Teilweise wird über einzelne Worte debattiert. Sicher der schwierigste Teil der Veranstaltung.

17.27 Uhr Es wird tatsächlich sehr kleinteilig. Es geht um die Reihenfolge der Punkte. Außerdem ist es natürlich unmöglich einen Katalog zu formulieren, der allen zu hundert Prozent zusagen wird. DFL-Justiziar Jürgen Paepke (l.) und DFB-Sicherheitsbeauftragter Hendrik Große Lefert (r.) verfolgen das Ganze intensiv.


Foto: Stefanie Fiebrig

 

17.46 Uhr Während die Diskussion weiter sehr kleinteilig läuft, müssen sich einige Fans schon verabschieden. Morgen ist schließlich wieder ein Arbeitstag und die Rückwege aus Berlin ziemlich lang.

18.20 Uhr Thomas Schneider (Leiter Fanangelegenheiten, DFL) ergreift das Wort. Er meint, dass es unglücklich sei, pauschal ein “Papier” abzulehnen. Denn das Konzept “Sicheres Stadionerlebnis” sei nicht fest, sondern es werde noch weiter diskutiert. Mit Fananwälten, mit Vereinsvertretern usw. Wenn jetzt vom Fangipfel gefordert werde, das Konzept, obwohl es noch nicht fertig ist, soll am 12.12. abgelehnt werden, gebe es keinen Handlungsspielraum mehr. Er würde sich aber vom Fangipfel auf einen Dialog verpflichten lassen.

18.26 Uhr Das ist die neue Zusammenarbeit von DFL und Fans: Thomas Schneider (l., Leiter Fanangelegenheiten, DFL) hilft jetzt ein wenig beim Ausformulieren. Union-Sprecher Christian Arbeit ist schon etwas übermüdet. Verständlich, er kam erst spät von der Pokalniederlage in Offenbach zurück.


Foto: Stefanie Fiebrig

 

18.36 Uhr Thomas Schneider erläutert kurz und knackig, was geht: “Den Knall haben wir gehört. Aber jetzt müsst ihr uns auch Zeit geben, das zu verarbeiten. Jetzt befinden wir uns in einem Meinungsbildungsprozess. Das ist wie auf einem Basar. Die Politik hat zehn Jahre gefordert. Zuerst haben wir im Fußball kurz gedacht: Ui, das müssen wir wohl machen. Inzwischen findet ein Umdenken statt. Auch durch die Einmischung der Fans.”

18.40 Uhr So, jetzt ist die Kuh vom Eis. Der Fangipfel hat sich auf ein Papier geeinigt. Sobald wir es haben, stellen wir es hier ein. Union lässt sich nicht lumpen und spendiert zum Abschluss Freibier.

19.08 Uhr Hier das Abschlussdokument. Zunächst nur fix als Foto (Klick zur Vergrößerung).:

  

19.22 Uhr Jetzt gibt es die Abschlusserklärung auch als PDF.

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