Noch ein Termin vor Gericht

Denis Prychynenko trifft sich zu einem Termin vor dem Arbeitsgericht mit Union. Der Verteidiger will laut Bild seine ordentliche Teilnahme am Mannschaftstraining erstreiten. Das hatte sein Anwalt Dirk Greiser bereits vor drei Wochen angekündigt und ist deshalb auch nicht überraschend. Die Strategie des Anwalts sieht meiner Ansicht nach klar nach Konfrontation aus, um die besten Konditionen für seinen Klienten herauszuholen. Das ist seine Aufgabe und deshalb nicht verwerflich. So hat er bei der Entlassung von Hertha-Torwarttrainer Christian Fiedler vor zwei Jahren über 500.000 Euro herausgeholt.

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Eine gute Nachricht und ein gesprächiger Anwalt

Es gibt sie noch die guten Nachrichten: Die Deutsche Bahn hat (aus welchen Gründen auch immer) ihren Widerstand gegen den Regionalbahnhof in Köpenick aufgegeben. Das teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung dem Abgeordnetenhaus mit. Aber bevor jetzt übermäßiger Jubel ausbricht: Es beginnt jetzt erst einmal ein neues Planfeststellungsverfahren. Es dauert also noch ein paar Jahre, bis wir vom Alex oder Ostkreuz mit der Regionalbahn zu Union fahren können. Ursprünglich sollte der Bahnhof bereits 2007 fertig sein, doch dann hatte die Deutsche Bahn plötzlich kein Interesse mehr. Was für den Sinneswandel gesorgt hat, ist nicht klar.

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Rolle rückwärts bei Prychynenko und Nebihi

Wenn ich mir etwas wünschen dürfte bei Union, dann wäre das wohl, dass die aktuell nervenden Themen beigelegt (Abfindungsverhandlung mit Norbert Düwel, Vereinswechsel von aussortierten Spielern) und Kader-Entscheidungen (wer hat Perspektive, wer kommt) getroffen werden können. Denn ich will endlich Fortschritt sehen und Weiterentwicklung. Das Warten macht mich gerade etwas wahnsinnig.

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Unions Abwehr: Drei Verletzte und ein Rätsel

Das interessanteste weil drängendste Problem, über das wir momentan sprechen müssen, ist die Personalsituation in der Defensive. Durch Leistners Verletzung (Diagnose kommt heute nach dem MRT), sowie die langfristigen Ausfälle von Michael Parensen und Fabian Schönheim bleiben nur noch vier Spieler. Zu wenig für Abwechslung in der Viererkette.


Foto: Matze Koch

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Denis Prychynenko: Ein Spieler auf der Suche nach einer Fußball-Heimat

Als Denis Prychynenko im Juli 2013 zurück in die Ukraine kam, konnte der junge Deutsche mit ukrainischen Wurzeln nicht ahnen, dass die Stadt seines neuen Vereins acht Monate später von Russland annektiert wird. Es war aber alles andere als überraschend, dass Prychynenko auf die Krim wechselt, denn seine Familie kommt von der mittlerweile umstrittenen Halbinsel. Sein Vater Sergej wurde nicht nur in Simferopol geboren. Er spielte mit seinem Bruder Wladimir zusammen für den bekannten lokalen Verein Tawrija Simferopol – und beide wurden zu Legenden des zukünftigen ukrainischen Meisters.

Wladimir blieb jahrelang der Krim und Tawrija treu. Nach seiner Laufbahn als Spieler betreute er den Verein aus Simferopol in verschiedenen Funktionen als Trainer, sein Sohn Stanislaw spielte auch für Tawrija und ist mittlerweile russischer Staatsbürger. Sergej zog dagegen mit seiner Frau Elena nach Deutschland.


Foto: Matze Koch

Dort kam Denis Prychynenko auf die Welt, der neben der deutschen bis 2010 auch die ukrainische Staatsbürgerschaft besaß. Die hat er nicht zuletzt deswegen aufgegeben, weil er für die deutsche Nationalmannschaft spielen wollte. „Ich habe den deutschen Pass und mein Traum war es immer, für Deutschland spielen zu dürfen“, sagte Prychynenko in einem Interview vom Oktober 2011. Allerdings spielte Denis dreimal für die ukrainische U17, bis er den Pass abgab.

Ausgebildet wurde der gelernte defensiver Mittelfeldspieler bei Energie Cottbus und Tennis Borussia. Prychynenko zeigte schon damals sein Talent und war auf dem DFB-Zettel, doch Berufungen in die deutschen Jugend-Nationalmannschaften kamen nie. 2009 wechselte Prychynenko dann nach Schottland, wo er zunächst für die U19 von Hearts spielte. In seiner zweiten Saison wurde er zum besten Spieler der Saison ernannt – die U19 von Hearts wurde Zweiter hinter Celtic.


Foto: Matze Koch

Wegen vieler Verletzungen konnte sich Prychenenko aber nicht im A-Kader durchsetzen und verließ anschließend Schottland in Richtung Krim. Das Interesse des FC Sewastopol, der gerade in die höchste ukrainische Liga aufstieg, war groß. Auch Denis selbst, der sich mehr und mehr zum Innenverteidiger entwickelte, wollte zurück in die Ukraine – und insbesondere auf die geliebte Halbinsel. Der Wechsel war also von beiden Seiten gewünscht.

Als Mensch konnte sich Prychynenko in Sewastopol gut durchsetzen. Der Potsdamer war sehr kommunikativ und passte ganz gut in das ambitionierte Team, das in der näheren Zukunft fest mit einer Europapokal-Teilnahme rechnete. Doch so einfach war es nicht. Prychynenko wurde wieder vor allem als Innenverteidiger eingesetzt, spielte aber nicht immer fehlerlos und war nicht beweglich genug. Außerdem kämpfte er weiter mit Verletzungen – und dann kam der März 2014, der faktisch das Ende für den FC Sewastopol bedeutete.


Foto: Matze Koch

„Mir haben die ukrainische Liga, der FC Sewastopol und vor allem die Stadt sehr gefallen. Aber die Situation war so, dass das Team nicht mehr existierte. Und ich musste den nächsten Schritt machen“, sagte Prychynenko vor seinem Wechsel nach ZSKA Sofia. In Bulgarien war Denis erfolgreich, auch wenn er nicht viel spielte.

Prychynenko ist mittlerweile 23 und hatte sehr viel Unglück in seiner bisherigen Karriere. Doch am Talent und an der Professionalität wird Denis mit Sicherheit nicht scheitern. Die Position des Innenverteidigers ist ihm momentan viel lieber, es bleibt aber offen, ob sie Prychenenko wirklich mehr liegt als das defensive Mittelfeld. Vielleicht wird die Zeit beim 1.FC Union auch endlich den erhofften Durchbruch bringen, auf den die ganze fußballverrückte Familie von Prychynenko hofft.

Der Abschied von Polter ist kein Abschied vom Saisonziel

Eigentlich könnte ich heute kurz Pause machen, mich stattdessen mit einem Kaffee in den Garten setzen und in die Morgensonne blinzeln. Denn während gestern sowohl in Mainz als auch bei den Queens Park Rangers mit der Saisonvorbereitung begonnen wurde, passierte bei der Personalie Sebastian Polter exakt nichts. Aber es ist ja noch Zeit.

Ich traue mich immer noch nicht, tschüss zu sagen. Ist ja noch nicht offiziell. Aber an eine Polter-Rückkehr glaube ich auch nicht mehr. Durch welche Trauerphase gehe ich jetzt eigentlich, wenn ich wehmütig durch die alten Instagram-Fotos scrolle?

Währenddessen fragen sich alle, wer denn jetzt im Sturm spielen soll. Der Kurier macht sich da auch seine Gedanken und bringt auch Systemumstellungen ohne echten Stürmer ins Spiel. Ich halte das für gar nicht so absurd, allerdings müsste dann die Riege dahinter auch treffsicher sein. Außer Kreilach und Brandy haben das noch nicht so viele beweisen können. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass sich Düwel darauf verlässt. Da wird sicher noch Verstärkung kommen.

Bild/BZ fragt sich, ob Union auch ohne Polter aufsteigen kann. Die Frage kann ich ganz einfach beantworten: Ja, Union kann auch ohne Polter aufsteigen. Aber leichter wird es sicher nicht. Gute, durchsetzungsfähige Stürmer in der Zweiten Liga zu finden, ist eine Kunst für sich.

Das gleiche gilt auch für Linksverteidiger. Deshalb trainiert jetzt mit Pascal Itter ein Rechtsverteidiger zur Probe mit 😀 Er hat sicher auch eine Testspielgenehmigung. Im Gegensatz zu Denis Prychynenko. Laut Kurier fährt der ukrainische Innenverteidiger am Freitag ins Trainingslager nach Österreich mit, wenn der Zettel von seinem insolventen Noch-Klub aus Bulgarien da ist.

Der aktuelle Dauerkartencount liegt bei 7.000 verkauften Saisontickets.

Wichtigste Aufgabe: Hinten dicht halten

Für Union geht es heute ins Kurztrainingslager nach Neuruppin. Bis Sonntag bleibt die Mannschaft dort und tritt am Sonnabend um 17 Uhr beim dortigen MSV an.

Vorher gibt es noch eine gute Nachricht von gestern: Collin Quaner kann nach seiner Gesichtsverletzung wieder trainieren (BZ und Kurier).

Seit gestern trainiert noch Denis Prychynenko zur Probe mit. Kommt der Ukrainer tatsächlich, wäre das spätestens der Moment, in dem Fabian Schönheim sich die linke Außenbahn noch einmal genauer anschauen sollte. Wobei ich glaube, dass der Trainer sich da sowieso schon festgelegt hat. Mehr zu Prychynenko gibt’s im Kurier und Bild zu lesen.

Sollte der ablösefreie Ukrainer nicht verpflichtet werden, haben Daniel Haas und Mo Amsif schon eine andere Idee, wie sie hinten dicht halten:

Fussball, Herren,  Saison 2015/16, 2. Bundesliga, 1. FC Union Berlin, Training, v. l. Torwart Steve Kroll (1. FC Union), Torwart Daniel Haas (1. FC Union), Torwart Mohamed Amsif (Union), 24.06. 2015, Foto: Matthias Koch
Foto: Matze Koch

Wen Wasserstandsmeldungen interessieren: Laut dem letzten Satz in der Bild hat Polter Angebote von Rasenballsport Leipzig und dem SC Freiburg ausgeschlagen. Das deckt sich allerdings auch mit seiner Aussage von vor ein paar Wochen, dass er Zweite Liga nur bei Union spielen würde. Nichts Neues also.