#354 – Der Schmiedebach des Tages

Union gewinnt 3:1 gegen Darmstadt. Ein Spiel, dass vom bundesweiten Stimmungsboykott geprägt war. Dafür hat sich Sebastian Andersson mit Toren wieder Selbstvertrauen geholt und wir feiern Manuel Schmiedebach.

Manuel Schmiedebach im Zweikampf gegen Johannes Wurtz, Foto: Foto: SF/Matze Koch

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Unbesiegbar, unbesiegbar, unbesieeeeegbar FCU

“Du nimmst das mit dem Boykott aber ganz schön ernst!”, sagte der Mann, der neben mir an der alten Anzeigetafel stand. Sebastian Andersson hatte gerade das 1:0 erzielt und ich war in Gedanken vertieft. Ich hatte überlegt, ob Stadionsprecher Christian Arbeit nicht auch hätte boykottieren müssen, statt die gewohnte Liturgie nach einem Torerfolg zu bringen. Er musste natürlich nicht boykottieren, denn es hieß ja, dass es ein Stimmungsboykott der organisierten Fans war und nicht der Stadionsprecher. Doch die Worte waren natürlich darauf ausgerichtet, dass doch so etwas wie Stimmung aufkam. Das waren die Gedanken, die mich beschäftigten, als um mich herum alle jubelten.

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Fanprotest und die Angst vor 4 Gelbsperren auf einmal

Es wird ruhig heute im Stadion werden. Allerdings nur in der ersten Halbzeit, wenn geschwiegen wird aus Protest. Gegen die Montagsspiele und für fangerechte Anstoßzeiten. Warum die angekündigte Abschaffung der ohnehin nur 5 Montagsspiele in der Bundesliga ab der Saison 2021nicht dazu führt, dass der Protest eingestellt wird, wird unter anderem hier beim Wuhlesyndikat erklärt:

Fanprotest am 7. Spieltag, Foto: Michael Hundt/Matze Koch

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Grenzüberschreitung

Norbert Düwel hat seinem Team das freie Wochenende gestrichen (BZ). Natürlich schwebt jetzt das Wort Straftraining über allem. Aber wir sind ja nicht mehr in den 80ern oder 90ern. Der Trainer kann sich die Maßnahme erlauben, weil das nächste Spiel erst am Freitag ist. Wären weniger Tage zwischen den Spielen, würde sich Düwel mit Laufeinheiten nur ein Eigentor schießen. Ich glaube, dass die Botschaft des 0:5 auch ohne zusätzliche Trainingseinheiten angekommen ist.

Was weiterhin überhaupt nicht geht, sind solche Überschriften wie in der BZ:


F
oto: Screenshot von bz-berlin.de

Das hat für mich zwei Gründe: Die Spieler haben ihre Arbeit nicht so gemacht, wie das erwartet wurde. Auch von ihnen. Aber das passiert uns im Job genau so. Und es ist demütigend, dafür so bezeichnet zu werden. Das ist, als ob so etwas wie Menschenwürde (nicht ohne Grund ein hohes Gut) für Fußballprofis nicht gelten würde. Gegen einen gepflegten Anschiss ist nichts einzuwenden, doch Nachtreten geht gar nicht. Das ist peinlich.

Der zweite Grund ist der erste in kurz: Robert Enke.

Trend oder Ausrutscher?

Analytischer unterwegs sind Kurier und Morgenpost. Natürlich bekommt Norbert Düwel die Torwartentscheidung noch einmal vorgehalten. Doch auffällig ist, dass Spieler nicht ihre Leistung bringen, bei denen es aktuell um eine mögliche Vertragsverlängerung geht. Die Morgenpost zählt fünf Spieler auf, die beim 0:5 auf dem Platz standen: Michael Parensen, Christopher Quiring, Martin Kobylanski, Steven Skrzybski und Björn Kopplin.

Während bei Torhütern das Thema Verunsicherung immer debattiert wird, scheint es bei Feldspielern keine größere Rolle zu spielen. Dabei würde ich das im Falle der fünf Unionspieler ohne Vertrag über den Sommer 2015 hinaus gelten lassen. Sie durchleben eine Phase der Unsicherheit. Die Profis müssen beispielsweise bis 1. April vorsorglich ihre Wohnung kündigen, wenn ihr Vertrag am 30. Juni ausläuft und sie im Falle eines Wechsels nicht zusätzlich bezahlen wollen. Hängen die Arbeitsstelle von Frau/Freundin und auch noch Kinder dran, wird es komplizierter. Den Kopf frei haben stelle ich mir anders vor. Jeder, der selbst mit befristeten Arbeitsverträgen zu tun hat, wird das nachvollziehen können.

Foto: Matze Koch

Der Kurier beschönigt nichts und vergleicht die Auftritte von Union in Nürnberg, Leipzig und Darmstadt mit denen eines Absteigers. Daran gibt es auch nichts zu kritteln. Die nächsten drei Spiele (St. Pauli, Sandhausen und Aalen) entscheiden für mich darüber, ob wir uns in dieser Saison noch einmal mit Abstiegskampf beschäftigen müssen.

Dead Klub Walking

Nachher um 13.30 Uhr ist Anpfiff der Regionalliga-Partie zwischen UnionZwee und dem BFC Dynamo. Laut Kurier verstärken Bajram Nebihi, Eroll Zejnullahu und Valmir Sulejmani die Zweite Mannschaft. Vorbei ist die Zeit, dass uns das aufgeregt hat, wenn Klubs ihre zweite Mannschaft mit Profis verstärken …

Für mich hat das Spiel null Relevanz, aber ich verstehe die emotionale Bedeutung für viele Unionfans. Für mich ist der BFC so ein bisschen wie ein Zombie. Tot, aber bewegt sich noch. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser Klub jemals wieder richtig auf die Beine kommt. Da kann der Verein noch so viele gute und wichtige soziale Projekte stemmen, er wird immer die Labels MfS und Hooligans an sich haften haben. Und sollte er diese jemals loswerden, dann bleibt er deshalb berlinweit so unbedeutend wie Fortuna Pankow.

Es ist nie schön, wenn vor einem Fußballspiel erst einmal die Zahlen der eingesetzten Polizisten herunter gerattert werden (Kurier, Morgenpost). Also passt auf euch auf, wenn ihr hingeht. Wäre prima, wenn wir morgen keine Polizeimeldung wie diese vom Herthaspiel gestern lesen müssen.

Ich bin heute mit Kind beim Bundesligaknaller Wolfsburg – Freiburg vor Ort. Gefahrenstufe Null oder drunter ;)

Und sonst so?

Sticker War in den Alpen:

stickerwarFoto: immnski