Kein Wiedersehen mit Patrick Kohlmann

Unioner und Relegation … Erst schafft es am Montag der KSC mit Dominic Peitz nicht. Dann kassiert Kiel gestern mit Patrick Kohlmann in der 90. Minute das 1:2 bei 1860 und muss deshalb mindestens noch ein Jahr 3. Liga spielen. Kommentar von einem unserer Leser:

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Zu jeder gut klingenden Geschichte gehört natürlich immer jemand, der sie mit Fakten kaputt macht 😄

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Wie auch immer: Wenn ich sehe, dass Chaos-Vereine wie der HSV und der TSV 1860 sich in der Relegation retten konnten, wird mein Gerechtigkeitsempfinden arg strapaziert. Schade, ich glaube, dass wir alle gerne noch einmal Patrick Kohlmann im Stadion an der Alten Försterei begrüßt hätten.unioninenglischkohlmann
Foto: Union in Englisch/Facebook

Keine Wasserstandsmeldung zum Thema Sebastian Polter

Wer glaubt eigentlich, was Christian Heidel in Bild/BZ zum Thema Sebastian Polter sagt?

Wir haben keinen Druck, entscheiden da zur Zeit nichts. Gerade Stürmer können wir gebrauchen, da ist unsere Planung nicht abgeschlossen.

Ich nehme dem Mainzer Manager kein Wort ab. Und vielleicht sollte ihm jemand sagen, dass die Zeiten, in denen medial bei Transferaktivitäten Druck aufgebaut werden konnte, vorbei sind. Ich lehne mich jedenfalls entspannt zurück und trinke meinen Kaffee.

Beat Cancer

Stattdessen freue ich mich über das Bild von Lisa Görsdorf, die sich wieder ins Training stürzt. Das ist eine verdammt gute Nachricht.

 

Treffen sich ein Düwel-Skeptiker und einer vom Team Düwel

So könnte das Streitgespräch zwischen den beiden Svens im Kurier anfangen. Doch die zwei treffen sich nicht zum ersten Mal und sind sich aktuell einig.

Zum Abschluss gibt es noch ein Bild der Angler Jan Glinker und Daniel Haas: Petri heil.

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Foto: Jan Glinker/Facebook

Abschied von den Björns und Mainz liest entspannt die SMS von Polter

Der letzte Spieltag hat immer etwas vom letzten Schultag vor den Ferien. Eigentlich ist alles erledigt, aber trotzdem kommen noch einmal alle zusammen. So auch bei Union. Die Partie am Sonntag gegen Braunschweig ist das einzige Spiel, das nichts mit Auf- oder Abstieg zu tun hat. Aber es gibt allen die Möglichkeit, sich noch einmal richtig zu verabschieden. Vor allem von Spielern, die gar nicht mehr oder nur in einem anderen Trikot an die Alte Försterei zurückkommen.

 

Mit Sicherheit sind das Valmir Sulejmani, David Hollwitz, Martin Kobylanski, Mario Eggimann, Björn Kopplin und Björn Jopek (Vereinsmeldung und BZ). Ich verstehe jeden, der enttäuscht ist, dass die beiden Björns gehen müssen. Aber sportlich und finanziell (in solchen Fällen wird gerne vom Gesamtpaket gesprochen) passte es nicht mehr.

Jemand, der auch nicht mehr zu Union passte, spielt mittlerweile mit David Villa zusammen …

 

Ein Denkmal reißt sich selbst ein

Und jemand, der sich nicht mehr bei Union gebraucht gefühlt hat, spricht in der Bild über die Saison von Union: Torsten Mattuschka. Ich bin vom Inhalt nicht überwältigt und der Meinung, dass sich der ehemalige Kapitän mit jedem Interview dieser Art ein Stück selbst demontiert. Mir fehlt irgendwie die Antwort auf die Frage, ob er die Mannschaft in einer sehr zerbrechlichen Situation im Stich gelassen hat, weil ihm sein persönliches Wohl wichtiger war, anstatt sich durchzubeißen.

Mir wäre es sehr lieb, ihn als den Tusche, der neun Jahre bei Union war, im Kopf zu behalten und nicht als grumpy Ex-Spieler, der aus der brandenburgischen Provinz ein- bis zweimal im Jahr seinen Senf zum Verein abgibt.

 

Mainz wie es simst und entspannt

Um wieder auf den Abschied zurückzukommen: Sebastian Polter wird nicht verabschiedet. In Mainz hat Manager Christian Heidel laut Allgemeiner Zeitung sehr entspannt auf die mediale Offensive des Angreifers reagiert. Verständlich. Denn erstens hat Mainz einen gültigen Vertrag mit dem Stürmer und außerdem kann der Mainzer Manager die mediale Klaviatur mindestens genauso gut spielen wie Sebastian Polter.

Fassen wir also zusammen: Sebastian Polter hat vor zehn Tagen eine Nachricht an Christian Heidel (Der Tagesspiegel schreibt von 14 Tagen) geschrieben. Der hatte aber noch keine Zeit, zu antworten. Die Transferperiode dauert bis Ende August.

Oh man, ich hoffe, dass wir jetzt nicht zwei Monate lang nur Wasserstandsmeldungen lesen werden.

Berliner Pokal-Finale und ein Nicht-Wunschgegner

Was ich auch nicht hoffe: Dass der BFC (gestern mit 1:0 Pokalsieger über Tasmania) in der ersten Runde Union oder Hertha zugelost wird. Heidenheim wäre doch auch ein prima Gegner für den Oberligisten Regionalligisten aus Hohenschönhausen.

Sebastian Polter will bei Union bleiben

Was wir bisher wissen:

  • Sebastian Polter möchte bei Union bleiben und nicht mehr zu Mainz zurück
  • Der Stürmer hat noch einen Vertrag in Mainz bis 2017
  • Die Blumen zur Verabschiedung von Sebastian Polter am Sonntag wurden abbestellt

Sebastian Polter legt sich fest

Als gestern Abend das BZ-Interview mit Sebastian Polter durch das Netz ging, in dem der Angreifer sagte, dass er gerne bei Union bleiben würde, habe ich nicht nur bei mir dieses Kribbeln gespürt.

https://twitter.com/perk1n/status/600776247371821058

Was war passiert? Mit einer Breitsalve an Interviews in Bild/BZ und Kicker hat der Stürmer deutlich gemacht, dass er in der nächsten Saison nicht mehr bei Mainz spielen möchte. Und zwar so laut, dass 05-Manager Christian Heidel das unmöglich überhören kann (was wohl auch Ziel der Aktion war).

Dabei bediente Sebastian Polter sich einer Klarheit, die bei Profis in der Öffentlichkeit kaum noch zu finden ist:

Seit einem Jahr warte ich auf eine SMS, es gab keine einzige Rückmeldung. Das ist enttäuschend. Ich habe dreizehn Tore geschossen, sieben vorgelegt – alles, was sich Mainz und ich von der Ausleihe erhoffen konnten. Da fehlt mir der Rückhalt. Das sind für mich klare Signale, dass Mainz mich nicht möchte und deshalb will ich auch nicht zurück. (BZ)

Bei dieser Aussage sollte der Fakt, dass er vertraglich bis 2017 bei Mainz gebunden ist, allerdings nicht vergessen werden.

 

Wenn Zweite Liga, dann Union

Und allein für dieses Statement dürfte sich Sebastian Polter der Unterstützung am Sonntag gegen Braunschweig sicher sein:

Zu Union zu gehen, war das Beste, was ich machen konnte. Hier bekomme ich die Wertschätzung, die ich mir immer erhofft habe. Vom Präsidium, dem Trainer, der Mannschaft, den Fans. Union ist genau der Verein, der den Fußball verkörpert, für den ich stehe und den ich auf den Platz kriegen möchte. Genau so, wie Union Fußball lebt, stelle ich mir das vor.

Wenn ich in der 2. Liga spiele, dann nur bei Union. (Kicker)

Auf der Klaviatur unserer Fangefühle kann der Stürmer genauso gut spielen wie auf dem Rasen an der Alten Försterei.

Während Norbert Düwel sich in der Frage Sebastian Polter öffentlich immer in Optimismus übte, habe ich mich in Zurückhaltung geübt. Einfach weil die Fakten so stark gegen Union gesprochen haben. Und selbst jetzt haben sie sich noch nicht geändert. Mainz ist und bleibt der entscheidende Punkt.

 

Manager Christian Heidel hatte für Polter einen Vierjahresvertrag ausgehandelt und über eine Million Euro bezahlt. Es ist klar, dass dort irgendwo auch die Grenze liegt, die der Verein für Polter aufrufen wird. Ebenso klar ist für mich, dass Union sich diese Summe wohl kaum wird leisten können und Mainz vielleicht auf irgendeine Weise in Zukunft an der Leistung des Stürmers beteiligt sein wird (Beteiligung an zukünftiger Ablöse, Beteiligung bei Erfolgen wie Aufstieg oder Torschützenkönig, etc.). Gesetzt dem Fall, dass Mainz nicht einen Klub anbringt, der deutlich mehr zu zahlen bereit ist und Polter eine ordentliche Perspektive in der Bundesliga oder Premier League gibt.

Union kann eine Perspektive für Polter sein, aber mit Grenzen

Ich schätze an Polter, dass er ehrlich ist. Klar, fühlt er sich bei Union wohl. Aber Union ist eben Zweitligist und wird sich für ihn wohl so weit gestreckt haben, wie für keinen Spieler bisher in der Vereinsgeschichte. All das ist hinfällig mit einer Dauer-Spielperspektive eine Etage höher. Und das ist vielleicht auch merkwürdigerweise der Vorteil, den Union hat. Polter hat (familiär bedingt) keine Lust, weiter jedes Jahr umzuziehen und weiß, dass er nur spielend besser wird und sich präsentieren kann. Manche Spieler glänzen erst in der Zweiten Liga so deutlich, dass sie attraktiv werden (Daniel Ginczek, Ronny von Hertha, etc.).

Ich mache mir keine Illusionen. Selbst wenn Sebastian Polter bei Union bleibt und er nächste Saison weiter so spielt, wird er kaum noch ein drittes Jahr in Köpenick bleiben. Es sei denn Union steigt doch auf. Aber das Thema möchte ich hier nicht aufmachen … 😄

Wichtig an der Entscheidung ist, dass Spieler daran glauben, sich mit Union weiterentwickeln zu können, den Aufstieg für möglich halten und neben den finanziellen Aspekten Union auch mit weichen Aspekten punkten kann. Das ist vielleicht ein Unterschied zu der Situation mit Markus Karl vor zwei Jahren.

 

Für Union zudem wichtig: Sebastian Polter hat sich in nur einem Jahr mit gerade einmal 24 Jahren zu einer Führungsfigur entwickelt, die fast schon der unter Torsten Mattuschka ähnlich ist. Im Team, vor Journalisten und meiner Wahrnehmung nach auch beim Publikum. Das ist bemerkenswert, welch eine Identifikationsfigur ein Leihspieler werden kann. Das habe ich zuletzt bei Daniel Teixeira erlebt.

Und sonst so

Steffen Baumgart heuert als Trainer beim Berliner AK an (Kurier). Der Regionalliga-Klub scheint sich zu einer Anlaufstelle für Ex-Unioner zu entwickeln.