Die Hall of Fame des deutschen Fußballs ist vor allem eine Hall of Fame des westdeutschen Fußballs

Die Länderspielpause ist endgültig vorbei. Heute beginnt wieder die Zweite Liga. Für Union ist allerdings noch Zeit, erst am Montag geht es in Hamburg gegen den HSV. Das Wuhlesyndikat hat den kleinen Hinweis an alle Hamburg-Fahrer im Programm, sich einen Zehner mehr einzupacken. Es dürfte einen schönen Schal dafür geben.

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Felix Kroos gibt Entwarnung, aber sein Einsatz für das St.-Pauli-Spiel ist noch nicht sicher

Felix Kroos selbst sagte gestern auf Twitter Bescheid, dass es ihm nach seiner wahrscheinlichen Gehirnerschütterung beim Pokalsieg am Sonntag in Jena (4:2) wieder besser gehe. Aber sicher ist sein Einsatz nicht, wie Urs Fischer in der BZ sagte: “Wenn es Richtung Gehirnerschütterung geht, sind die ersten zwei, drei Tage entscheidend. Er wird Mittwoch individuell trainieren, dann schauen wir.” Einerseits ist das vielleicht gerade ein Rückschlag für den Mittelfeldspieler, der sich einen Startelfplatz erkämpfen will und den überraschenderweise mit der Zehnerposition noch einen Platz weiter vorne finden kann, als wir das zu Beginn der Vorbereitung angenommen hatten. Da waren wir alle der Meinung, er würde von der 6 auf die 8 rutschen. Doch diese Position hat zunächst einmal Grischa Prömel im Griff.

Twitter: @felixkroos18

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In Berlin ist Wetter, da ist es gut, dass Union zuerst auswärts in Ingolstadt spielt

Statt am Morgen als erstes zu schauen, was so über Union geschrieben wird, schaue ich mittlerweile immer nach den neuesten Unwetterwarnungen von KATWARN. Auf unserem Hof hat sich neben der Tischtennisplatte ein stattlicher Teich gebildet und ich bin jetzt doch froh, dass Union mit einem Auswärtsspiel in die Saison startet. Nächste Woche sieht es auf dem Waldweg vielleicht besser aus als jetzt (das Foto von Steffi ist von Dienstagmorgen):

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#wegzurarbeitfoto #alteförsterei

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Stromausfall und Verkehrskollaps

Stromausfall im Südosten Berlins (wegen einer defekten Hochspannungsleitung) und auch Union war betroffen. Während die Mitarbeiter erst Jenga auf dem Parkplatz spielten und dann nach Hause durften (Kurier), durften die Spieler trotzdem trainieren.

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Berliner Polizei lässt Union eine Israel-Fahne beim 2:2 gegen Ingolstadt abhängen

Gestern mussten Ingolstädter Anhänger eine Israel-Fahne im Stadion an der Alten Försterei abhängen, die sie zur Unterstützung ihres Spielers Almog Cohen angebracht hatten.

Wir haben beim Verein nachgefragt, was passiert ist. Union stellt die Situation wie folgt dar:

Unions Sicherheitsbeauftragter hat die Aufforderung des Einsatzleiters, die Isreal-Flagge abzuhängen, mit der Polizei diskutiert. Die bestand aber auf das Abhängen der Fahne. Begründet wurde das mit einer sogenannten “Berliner Linie”, die politische Neutralität bei Großveranstaltungen vorsehen würde. Dies würde laut Polizei auch im Olympiastadion so umgesetzt. Union hatte die theoretische Möglichkeit sich mit dem Hausrecht über diese Anordnung hinwegzusetzen, entschied sich aber dagegen, da die Polizei die Anweisung ausdrücklich mit “Gefahrenabwehr” begründete.

Innensenator verspricht eine zügige Auswertung

In Bild/BZ wird dieser Vorfall ebenso thematisiert: Dort wird der oberste Dienstherr der Berliner Polizei, Innensenator Frank Henkel wie folgt zitiert: “Ich unterstelle keine böse Absicht. Dennoch halte ich das für die falsche Entscheidung. Die Polizei wird das zügig auswerten. Sollte sich eine Fehlentscheidung bestätigen, wird sich die Polizei bei den Betroffenen entschuldigen.” Dass das Abhängen auf Anweisung der Polizei stattfand bestätigte ein Sprecher der Berliner Polizei.

Der Innensenator befindet sich gerade auf Besuch in Israel und wird heute die Gedenkstätte Yad Vashem besuchen. Vielleicht findet er dabei auch ein bisschen Zeit, über die “Berliner Linie” nachzudenken. Es ist kaum anzunehmen, dass die Polizei solch eine Handlungsanweisung ohne das Wissen von Henkels Behörde entwickelt.

Für Union war dieser Vorfall gestern übrigens ein Beweis, wichtig der vor kurzem eingeschlagene offensive Weg bei Twitter und Facebook ist. Durch das Mitteilen der Gründe für das Abhängen hielt sich die Welle der Empörung in Grenzen.

Mein Senf dazu: Wenn die Polizei prinzipiell alle Staatsflaggen verbieten würde, hätte ich damit kein Problem. Dann trifft es halt alle. Aber das Verbieten einer einzelnen Flagge halte ich für absolut daneben. Die Begründung “Gefahrenabwehr” ist dabei gerade im Zusammenhang mit Spielen in der Alten Försterei mehr als lächerlich.

Am Montag Vormittag hat sich Berlins Polizeipräsident für das Vorgehen der Polizei entschuldigt: “Es ist Aufgabe der Polizei, die Meinungsfreiheit zu schützen. Die Aufforderung zum Einrollen der Flagge war eine Fehlentscheidung, für die ich die Betroffenen um Entschuldigung bitte.” Weitergehende Fragen zu einer sogenannten “Berliner Linie” bleiben aber unbeantwortet. (Die Entschuldigung thematisieren auch Berliner Zeitung, Morgenpost)

Jopek mit Sonntagstreffern gegen Ingolstadt

Wenn das 2:2 gegen Ingolstadt ein Fingerzeig für die nächste Saison war, freue ich mich sehr darauf. Spielfreude und Angriffslust. Das hat mir Spaß gemacht. Zum Thema frühes Gegentor: Dieses mal wartete die Mannschaft nicht, bis es passierte, sondern spielte sofort munter nach vorne. Passiert ist es trotzdem. Vielleicht das nächste Mal einfach mit Anpfiff den Ball ins eigene Netz jagen …

Für Björn Jopek, der beide Union-Tore erzielte, war das vielleicht der Befreiungsschlag, der ihn von seinen von außen so scheinenden Selbstzweifeln befreit. Talent und Potential hat er. Das zeigte sich beim ersten Treffer, den er über (!) den etwas zu weit vor dem Tor stehenden Keeper in den Kasten schoss.

jopekFoto: Tobi/unveu.de

Petition an die DFL für Skrzybski

Beim zweiten Tor möchte ich einen Antrag bei der DFL darauf stellen, dass Steven Skrzybksi den Assist zugeschrieben bekommt. Nur weil sich der Stürmer in der Mauer duckte, fand Jopeks Ball den Weg ins Tor. Das sollte eine offizielle Torvorlage wert sein.

Dieses Spiel alleine wird sicher nicht die Zukunft von Björn Jopek bei Union entscheiden. Aber jeder konnte sehen, was ein selbstbewusster Jopek zu leisten im Stande ist.

Vom Spiel berichten auch Berliner Zeitung, Tagesspiegel, Kurier, Bild/BZ und Morgenpost.

BVG setzte zum Spiel Sonder-Straßenbahnen ein

Ich vermute, dass es vor allem an der Sperrung der Bahnhofstraße lag, aber gestern wurden wir Zeuge, wie die BVG zum Spiel extra Straßenbahnen für Union einsetzte. Geht doch! Und danke an Tobias für das Zusenden des Fotos.

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Foto: Tobias Mille

Updates:

  • 12.00 Uhr Ein Absatz mit der Entschuldigung von Berlins Polizeipräsident für das Abhängen der Israel-Fahne wurde eingefügt.

Was Fürstners Verpflichtung für Parensen, Polter und Jopek bedeutet

Das nenne ich mal eine ganz schnelle Einigung. Nur eine Woche nach dem Besuch von Stephan Fürstner im Stadion an der Alten Försterei kam die Unterschrift unter den Vertrag zwischen dem defensiven Mittelfeldspieler und Union. Persönlich hätte ich bei einem 27 Jahre alten Profi durchaus eine längere Vertragslaufzeit als zwei Jahre erwartet. Aber wahrscheinlich wollen beide abwarten, ob der gemeinsame Wunsch Aufstiegskampf (nicht nur oben mal anklopfen) auch verwirklicht werden kann. Für diesen Fall gibt es eine leistungsbezogene Option auf ein weiteres Jahr. Artikel dazu findet ihr bei Kurier und Bild.

Union - F¸rth 2014/15Foto: Matze Koch

Mein Lieblingskommentar zu Fürstner kommt von Benjamin, der auf unserer Seite bei Facebook kommentiert hat:

Fürstner ist so ein Spieler den man lieber im eigenen Team hat. Er geht dahin, wo es weh tut und langt mal zu. Ähnlich wie Brandy. Bei uns kann er alles machen, wofür wir ihn woanders hassten.

Mit der Verpflichtung dürfte die ständig vakante Stelle des Sechsers seit dem Weggang von Markus Karl wieder eindeutig besetzt sein. Ja, Damir Kreilach hat dort lange gespielt und kann das auch, doch wäre dadurch das offensive Potential des Kapitäns verschenkt. Der Vertrag hat aber noch weitere Bedeutungen neben der Besetzung einer offenen Planstelle. Für die möglichen Gespräche mit Stürmer Sebastian Polter ist das ein deutliches Zeichen, dass Union sich qualitativ verstärken möchte, um oben anzugreifen. Könnte ein Mosaiksteinchen dafür sein, um Polter zum Bleiben zu überreden, wenn Mainz ihn nicht haben möchte. Ich hebe mal die Kurier-Prognose für einen Polterverbleib von 20 auf 21 Prozent ;)

Union Training 2014/15Foto: Matze Koch

Sehr direkte Auswirkungen hat die Verpflichtung auf die Verhandlungen mit Michael Parensen (28) über eine Vertragsverlängerung. Dabei wäre wichtig zu wissen, was der Allrounder in seiner Karriere als Fußballprofi noch vorhat. Ich kann mir eine Verlängerung gut vorstellen. Dann allerdings nicht mehr als klare Nummer eins auf einer Position, sondern als Backup für viele. Schnelligkeit und Kopfballstärke sind nicht seine Stärke, was einen Einsatz auf der linken Abwehrseite immer mehr zu einem Risiko macht. Einen Abschied halte ich aus objektiver Sicht ebenfalls für möglich (die Morgenpost auch), auch wenn das emotional sehr schwer wäre. Kaum jemand hat sprichwörtlich so seine Knochen für Union hingehalten wie Michael Parensen. Aber vielleicht geht er und bleibt gleichzeitig. Das wäre dann das, was Torsten Mattuschka nicht geschafft hat.

Bleibt noch Jopek. Dem Jungen alleine für die Doppelsechs einen neuen Vertrag geben, halte ich für verschenkt. Gemessen an dem Potential. Woran es liegt, dass er es momentan nicht abrufen kann, weiß ich nicht, doch mir blutet das Herz ein bisschen. Vor allem, wenn ich an seine Leistungen vor seinem Kreuzbandriss denke. Die Mannschaft wird solche Leute im Team brauchen, wenn es darum geht, sich gegen massiert stehende Vereine durchzuspielen. Norbert Düwel, übernehmen Sie!

Weitere Nachrichten: Im Kicker stand, dass Präsident Dirk Zingler und Trainer Norbert Düwel die Top20 bzw. Top21 (Relegationsplatz) anpeilen. Das ist nicht neu, aber wichtig für alle bei Union, sich dieses Ziel noch einmal in Erinnerung zu rufen: Wenn extern (Sponsoren/mögliche Anteilseigner einer noch auszugliedernden Kapitalgesellschaft) nicht mehr Geld zufließt, können die Einnahmen durch sportliche Erfolge gesteigert werden. Ich mag die etwas offensivere Herangehensweise im Vergleich zum ewigen “oben mitspielen und mal sehen, was dann geht” unter Uwe Neuhaus. Vom finanziellen Volumen hatte Union schließlich 2013/14 einen Aufstiegskader.

Sonst so: Christopher Trimmel war wieder nicht im Kader für Österreich (BZ). Und Simon Terodde will in die Bundesliga (Kicker). Dafür hätte er aber auch bei Union bleiben können.

Die BVG plant an der Straßenbahn-Haltestelle am Stadion herum (Berliner Zeitung). Ich lese vor allem viel “soll” und andere Absichtserklärungen, garniert mit etwas “wenn” und “könnte” heraus. Am Ende läuft es bestimmt darauf hinaus, dass Dirk Zingler persönlich den Betonmischer vorfährt, um die Haltestelle zu verlängern und die BVG fährt zur Eröffnung mit dieser Straßenbahn vor …

herthatramFoto: Sebastian Fiebrig