Das war jetzt nicht der erwartete Transfer für diese Woche

Helmut Schulte hatte ja gehofft, alle Transfers noch vor dem Trainingslagerstart abwickeln zu können (wir erinnern uns: Akaki Gogia, Innenverteidiger und rechter Verteidiger fehlen noch). Nun gibt es wohl einen. Aber das war jetzt eher nicht so der Transfer, den wir uns für diese Woche noch erhofft haben: Laut Tagesspiegel wechselt Ali Abu-Alfa zu Mönchengladbach und erhält dort einen 3-Jahresvertrag. Dieser Transfer ist noch nicht bestätigt, aber im Gegensatz zu den Berliner Vereinen ist der Tagesspiegel bei Mönchengladbach gut vernetzt. Das wird schon so stimmen, dass der 17-Jährige von Unions A-Jugend an den Niederrhein wechselt. Schade für Union ist das allemal.

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Teve164 – Alle Choreographie sollte vom Volke ausgehen

Union spielt 0:0 in Cottbus und wir reden über Fahnenappell, Hooliganfreundschaften und Aktiengeschäfte.

Fahnenappell in Cottbus (Foto: unveu.de</a
Foto: unveu.de

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Intro: Krispin – Wir sind Union
00:00:00

Das Lied wurde im Studio Adlershof neu abgemischtPressesprecher Christian Arbeit, AFTV-Macher Hannes Teubner und Mannschaftskapitän Torsten Mattuschka sind BackgroundsängerGeros Vorhersage: "Die Nummer wird Karriere machen".

Fahnenappell in Cottbus

00:07:07

Vier aus dem Podcastteam (Gero, Robert, Hans-Martin und Steffi) waren in CottbusDas mit den FahnenStaatsbürgerkunde: Fritz Krauses Panzersperre in Frankfurt/OderVon Cottbus kennen wir nur Sandow, die BandNicht den BezirkOder die SG Dissenchen (wegen Tusche)Diskussion über Schiedsrichter Michael WeinerWo sind Collinas Erben, wenn man sie braucht? Im Urlaub…Aufstieg heißt bei Union Zweipunkteschnitt.

Die Verbindung zwischen Union und Gladbach

00:46:20

Herthafans zeigen homophobes Plakat gegen Anhänger von Mönchengladbach und UnionWie aus einer Hooliganfreundschaft eine Ultraverbindung wurdeSchon im Fall Crimark zeigte sich das enge Verhältnis zwischen beiden Gruppen.

700.000 Euro Minus. Wie stehen die Aktien?

00:59:04

Tagesordnung schlägt Übertrag des Minus von 690.615,96 Euro in das nächste Jahr vorAlles zur AG muss im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht werdenUnion will in den nächsten fünf Jahren bis zu zehn Prozent der Aktien zurückerwerben.

Verabschiedung und Outro

01:05:36

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Eisernes Abendgebet

Kaum meldet der Berliner Kurier, dass die Austragung der Montagspartie gegen Karlsruhe gefährdet sei, kommen sie wieder hoch die Erinnerungen. Im Februar 2001 war die Austragung des Halbfinales gegen Borussia Mönchengladbach gefährdet. Schnee bedeckte die noch nicht beheizte Rasenfläche. Es folgte ein Aufruf des Vereins zum Schneeschippen an die Fans, die dann auch tatkräftig mithalfen. Auch ich ließ das erste Semester an der Uni ohne mich weiterlaufen. Soviel Einsatz erweichte die Platzkommission, die Spielfläche doch freizugeben.

Was dann folgte ist Legende. Verlängerung und Elfmeterschießen. Begleitet vom großartigen Kommentar des Radioreportes des RBB: “Der Schiedsrichter zeigt dem Spieler noch einmal, wo sich ungefähr der Elfmeterpunkt befindet.” Denn die Spielfläche war ein einziger Matschhaufen. Danach: Pokalfinale. Europapokal. Woanders sind solche Namen ein Graus. Unioner bekommen aber bei den Namen Haka Valkeakovski oder Litex Lovetch immer noch Gänsehaut.

Und heute? Kein Aufruf zum Schneeschippen. Sondern angesichts der Verletztenliste ein ganz profaner Wunsch.

Danke Borussia, danke Hans Meyer!

Mein Namensvetter Jan auch berühmt berüchtigt unter dem Nick Skandal gibt sich die Ehre und schreibt das erste Mal für das Textilvergehen.  

Am Sonnabend den 7.August 15:30 schließt sich wieder ein kleiner Kreis in meinem Leben. Die Borussia aus Mönchengladbach ist zu Gast in unserem Schmuckkästchen.

Am 6.Februar 2001 gegen 20:00 kam ich zum ersten mal in meinem Leben in das Stadion “An der alten Försterei”. Damals war der VfL noch mein Verein. Dank des Onkels meiner Exfreundin, der sehr gut mit Hans Meyer befreundet ist, bekam ich noch zwei Freikarten über den damaligen Trainer der Gladbacher. Ich wollte “meine” Borussia siegen sehen und anfeuern.

Kurios an der ganzen Sache war, daß ich erstens kein Unioner kannte den ich mitnehmen konnte. Also ging ich mit einem Herthaner hin, der aber im Gegensatz zu mir klar für die Berliner war. Zweitens waren die Karten nicht für den Gästeblock sondern für die Waldseite. Na toll …

Ich war begeistert von der Atmosphäre im proppe vollen Stadion. Es war irre laut und Pyros brannten. Pyros sind ganz schick, wenn man weit weg steht und nicht direkt daneben. Aber ich war elektrisiert und nach ca. 15 Jahren war es toll wieder in einem Stadion zu sein. Aber so wirklich wohl fühlte ich mich bei den Ultras nicht. Einige Sprüche und Komentare gingen mir ziemlich auf den Zeiger.

Wie das mitreißende Spiel ausging wißt ihr ja. Ich war natürlich ziemlich geknickt. Trotzdem blieb die tolle Stimmung in meiner Erinnerung. Ich weiß nicht mehr genau wann, aber einige Wochen später war ich zum Punktspiel wieder da. Mein guter Kumpel Peking nahm mich mit, zu seinen Freunden auf die Gegengerade. Dort fühlte ich mich richtig wohl. Ich wurde von den Leuten super aufgenommen und natürlich gleich für das nächste Spiel verhaftet.

Nun stehe ich seit ca. neun Jahren immer an der gleichen Stelle und möchte kein Spiel mehr verpassen. Es ist nicht nur der Fußball, sondern auch die Leute die mich immer wieder zum Spiel verführen. Union ist eben eine Familie.

Danke Borussia, danke Hans Meyer!

Eingefrorenes Bier

„Hinsetzen! Hinsetzen! Hinsetzen!“ schallt es von hinten. Gerade wurde das Spiel angepfiffen und genau eine Viertelstunde vorher die Zuschauer gebeten, sich auf ihre Plätze zu begeben. Die Jungs, die vorher noch eifrig mit ihrer Fahne wedelten, sitzen brav auf ihrem Plastiksitz und harren der Dinge.

Borussia Mönchendgladbach zu Gast im Olympiastadion. Drei Punkte müssen her. Vor dem Stadion werden Aufholjäger-Shirts verkauft. Von Elektrisierung allerdings wenig zu spüren. Der innere Motor möchte einfach nicht anspringen bei diesen niedrigen Temperaturen. Aber mit Anpfiff ist der ganze Ärger über laute Musik, laute Stadionsprecher und laute Werbung dahin, die die Vorfreude auf das Spiel gar nicht erst haben aufkommen lassen. Jetzt wird geklatscht. Jetzt wird gesungen. Und das alles im Stehen. Und zwar bevor der Motor komplett einfriert.

gefrorenes_bier

Ganz oben am Oberring angekommen. Hier meckert keiner mehr, wenn die Zuschauer stehen. Denn da pfeift nur noch der Wind. Und unten versucht die Mannschaft, den Gladbacher Riegel zu knacken, ohne allerdings sich im Gegenzug völlig zu entblößen. Schreien. „Lauf Lutscher!“ – „Zur Grundlinie!“ – „Nun hilf ihm doch mal auf außen!“ Torchancen entstehen. Torchancen werden vergeben. Zufällig herausgespielt. Hier und da eine starke Einzelaktion. Allerdings kaum der Versuch, das Spiel auseinanderzuziehen.

Dingdong. Tor in Bremen. Dingdong. Tor in Nürnberg. Dingdong. Tor in Bochum. Eckballverhältnis wird präsentiert von Schlagmichtot. Dingdong. Swooosh. Die Schussgeschwindigkeit präsentiert von Kackmichzu. Was passiert eigentlich auf dem Feld? Elfmeter. Drobny hält. Der positive Schwung verpufft. Halbzeit. In der Zwischenzeit ist das Bier eingefroren. Schollen treiben auf der Oberfläche. Die Flüssigkeit ist mit Kristallen durchsetzt.

In der zweiten Hälfte beim Spiel auf die Ostkurve wird das Dilemma offenbar. Einige schöne Pässe kommen ob nicht abgestimmter Laufwege nicht an. Und ab Höhe Strafraum wird Richtung Tor abgebogen, anstatt über die Grundlinie den Ball in den Rücken der Abwehr zu spielen. Gladbach will nicht mehr als einen Punkt holen und Hertha fehlt die Idee eines eigenen Spiels.

Und immer wieder dingdong und swooosh. Konzentration auf das Spiel ist schwierig. Zwischendurch werden die Schalker mit Liebesgrüßen bedacht. Warum Schalke? Es geht um Hertha. Und da unten steht Gladbach. Jubel bei Bremer Toren gegen Bayern. Eigentlich momentan in einer anderen Welt. Abstiegskampf – Fehlanzeige. Konzentration aller auf ein Ziel – leider Fehlanzeige. Zu solchen Spielen müsste eigentlich das ganze Stadion die Ostkurve sein. Passend dazu eine Szene in der übervollen S-Bahn danach: Blau-weiße Massen stürzen hinein, hüpfen und schlagen gegen die Scheiben. Sie singen. Zwei Herthaner planen ihre Reise nach Lissabon. Plötzlich schreit der eine: “Könnt ihr mal ruhig sein alle!” Um sich danach etwas ruhiger aber verachtungsvoll über die “Erfolgsfans” aufzuregen. Auf Platz 18. Der Abstiegskampf ist wirklich noch nicht überall angekommen.