Guten Tag, mein Name ist Sebastian Polter, und ich bin hier, um Ihren Strafraum anzuzünden!

Heute gibt´s mehr Bilder als sonst. Nicht nur, weil mehr einfach mehr ist – sondern vor allem deshalb, weil Sebastian und Daniel sich Verteidigerfotos gewünscht haben. So´ne schöne Defensive, und nie gibt´s Bilder davon. Das kann natürlich nicht so bleiben. Jetzt haben sie genug Material für einen Christopher-Lenz-Dia-Vortrag. Weil am Ende aber Grischa Prömel und Sebastian Polter kurz mal alles abgefackelt haben, was rumstand, ufert es in eine Bilderflut aus. Zu Recht, wie ich finde.

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Krönung ohne Titel.

Manche Dinge passieren einfach. Mit dem Abpfiff im Berliner Olympiastadion beim Stande von 1:2 für den 1. FC Union bei Hertha BSC ist etwas passiert. Der 1. FC Union Berlin ist nach außen hin ein professioneller Verein. Er ist Teil der Vermarktungsmaschine DFL und unterwirft sich ihren Regeln.

Trotzdem rennt Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union, mit Abpfiff auf das Spielfeld und möchte seine Freude teilen. Trainer Uwe Neuhaus steht selbst noch unter Strom und weiß mit der menschgewordenen Freude, die vorher mal sein Vorgesetzter war, nichts anzufangen. Nebenan nimmt Teammanager Christian Beeck eine Mitarbeiterin erst in den Arm und hebt sie dann hoch. Presse- und Stadionsprecher Christian Arbeit weint. Der Moderator des Vereinsfernsehens muss sich ebenfalls Tränen aus den Augen wischen.

Nüchtern betrachtet sind sie alle Funktionsträger oder Angestellte. Betrachtet man die Menschen dahinter, sind sie zum einen vielleicht auch Fans. Aber vor allem sind sie angekommen. Aus der vierten Liga. Dort, wo es kein Geld und keine professionellen Strukturen gibt. Auf dem Rasen des Olympiastadions sind sie angekommen, wo sie hinwollten. Raus aus der Ostnische. Einen eigenen selbstbestimmten Weg beschreitend. Die Jubelschreie sind das “Wir sind wieder wer” des 1. FC Union Berlin.

Bilder: Stefanie Lamm