Christopher Trimmel bewertet Kurzfilme und Michael Parensen beantwortet Fragen

Die Länderspielpause ist vorbei und nun geht es langsam los mit der Vorbereitung auf das wichtige Heimspiel gegen den SC Paderborn mit seinem Trainer Steffen Baumgart. Sebastian Andersson hat allerdings noch ein Länderspiel am Dienstag. Vielleicht klappt es dann mit einem Einsatz, denn der schwedische Angreifer wurde gegen Rumänien (2:1 für Schweden) nicht eine Minute eingesetzt (Kurier).* Auch wenn der Kicker (nicht online) das Thema mit Suleiman Abdullahi in der Position des Mittelstürmers beim Testspiel in Erfurt aufnimmt, glaube ich nicht daran, dass Urs Fischer Anderssons Position dort in Frage stellt.

Sebastian Andersson trifft zum 1:0 per Elfmeter gegen Ingolstadt, Foto: Matze Koch

Weiterlesen

Verlosung: Gewinnt ein von Michael Parensen signiertes UNVEU-Magazin!

Das UNVEU-Magazin des Kuriers war ursprünglich mal angetreten, um Geschichten über Unioner zu schreiben, die Unioner lesen wollen. Und das ist dann selten der Hausbesuch bei irgendeinem Star, sondern zielt mehr auf den emotionalen Bereich, den wir alle gerne mit Union-Familie bezeichnen. Dieser Fokus ist in den vergangenen Heften etwas verloren gegangen. Um so mehr habe ich mich gefreut, dass bei der aktuellen Ausgabe mit Co-Chefredaktuer Michael Parensen ein Heft herausgekommen ist, das wieder genau das liefert.

Die 3 von Michael Parensen signierten UNVEU-Magazine, Foto: Sebastian Fiebrig

Weiterlesen

Euphorisches Chillen und wir verlosen 3 unveu-Magazine

Was habe ich gestern alles gemacht, um ein bisschen runterzukommen. Ich war mit dem Jungunioner (“Ich komme erstmal nicht mit ins Stadion. Ist mir zu laut.”) in der Bibliothek, habe Flaschen weggebracht, war im Supermarkt, dann bei seinem Schwimmkurs, bei Ikea und zum Schluss das absolute Gegenteil von Euphorie: im Baumarkt. Und trotzdem pfiff ich beim Abendessen unwillkürlich: “So’ne Scheiße, so’ne Scheiße, wir steigen auf …”

Weiterlesen

Das Pech von Felix Kroos ist Eroll Zejnullahus große Chance

Der Tagesspiegel berichtet, dass Felix Kroos verletzungsbedingt in Berlin geblieben ist. Das ist einerseits schade, weil der Kapitän bis zu seiner Auswechslung wegen Gelb-Rot-Gefahr in München als sehr aggressiver Zweikämpfer gefiel und sich das Ziel gesteckt hatte, endlich auch mal über 90 Minuten zu spielen (Kurier).

Eroll Zejnullahu kommt beim Spiel gegen den KSC für Felix Kroos; Foto: Matze Koch

Weiterlesen

Ein komplett anderes Union-Magazin

Wir haben zwar schon im vergangenen Podcast über das Union-Magazin u.n.v.e.u. vom Berliner Kurier gesprochen, aber ich möchte es hier noch einmal detaillierter machen. Gerade weil das Ergebnis, das vor mir liegt, mich etwas überrascht hat. Denn es ist nicht nur interessant, was auf den 84 Seiten zu finden ist. Es spricht auch Bände, worauf hier verzichtet wurde. Hier gibt es keine Spielerportraits, keine Präsidenten-Interviews mit sportlichen Zielen für die Saison und auch kein Mannschaftsfoto. All das treten wir gewöhnlich nach drei Tagen in die Tonne, weil es nicht mehr aktuell ist. Der Kurier scheint das gewusst zu haben und hat ein komplett anderes Magazin gemacht.

Weiterlesen

Teve235 – Alufolie im Schuh

Heimspieldebüt von Sascha Lewandowski, doch Union verliert mit 1:2 gegen Fürth. Hätte nicht sein müssen. Außerdem schauen wir uns das Union-Magazin u.n.v.e.u. vom berliner Kurier an.

Foto: Matze Koch

On Air:

avatar Stefanie Fiebrig Amazon Wishlist Icon
avatar Sebastian Fiebrig Paypal Icon Amazon Wishlist Icon
avatar Gero Langisch Amazon Wishlist Icon
Bewertet unseren Podcast oder schreibt Rezensionen bei iTunes oder auf Panoptikum.io

Ihr könnt den Textilvergehen-Podcast auch bei Spotify oder Deezer hören und abonnieren.

Keine Episode mehr verpassen!

Unter welchen Umständen bleibt Sebastian Polter?

Das ist die große Frage, die nach jedem Tor des 23-Jährigen Angreifers gestellt wird: Unter welchen Umständen bleibt Sebastian Polter? Der Kurier gibt uns darauf heute folgende Antwort: 20 Prozent Bleibewahrscheinlichkeit. Die Zahl vor den Prozenten ist Quatsch, das weiß auch der Kurier. Aber sie symbolisiert die Chancen von Union ganz gut. Denn Polter ist “Eigentum” von Mainz 05 und wenn bis Saisonende gar nichts passiert, ist er ab 1. Juli dort wieder Spieler.

Foto: Stefanie Fiebrig

Ob er in Mainz eine realistische Chance hat oder haben wird, kann ich nicht vernünftig beurteilen, würde aber eher sagen: Nein. Wenn sich die Rheinhessen die Frage auch so beantworten, ginge es für sie darum, den Vertrag des Stürmers (aktuell bis 2017 an Mainz gebunden) zu beenden. Mit einer vernünftigen Ablöse selbstverständlich.

Eine marktwertgerechte Ablöse (siebenstellig) wird Union so nicht bieten können. Und hier kommen wir zum Knackpunkt. Denn auf eine angemessene Ablöse wird Mainz zwar pochen können, aber sie können Polter nicht dazu zwingen, einfach irgendwo zu unterschreiben. Wenn Mainz also nein sagt, muss Polter ja sagen. Und zwar zu Union. Nur dann kann überhaupt etwas funktionieren. Vorher braucht Nico Schäfer gar nicht erst in die Schatulle im Forsthaus lunschen, ob genug Geld da ist.

Die Bedingungen für Polter nennt Bunki im Kuriertext sehr klar: Quasi eine Dauerspielerlaubnis, familiäres Umfeld und meiner Meinung nach das Wichtigste für eine junge Familie: Die Aussicht, auf absehbare Zeit mal nicht umziehen zu müssen.

Die Frage ist nicht, was Polter will, sondern, was Union will

Aber es gibt eine Frage, die der Kurier nicht benennt, und die meiner Ansicht nach Union dem Spieler Sebastian Polter und als Verein sich selbst beantworten muss: Wohin geht die sportliche Reise? Was sind die Ziele von Union? Es gibt Spieler mit längeren Verträgen, die ganz klar mit Union in die Bundesliga wollen. Ein Bleiben von Polter würde mir signalisieren, dass der Verein das auch will. Doch wie signalisieren Norbert Düwel, Nico Schäfer und Dirk Zingler dieses Ziel Sebastian Polter? Das ist für mich die große Frage im Poker um den Stürmer.

Für Union wäre der Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga die nächste große Erzählung nach dem “Marsch zurück in die Zweite Liga” und dem “Stadionbau”. Ob der Verein als Gesamtkonstrukt dafür finanziell und mental bereit ist, vermag ich nicht zu sagen. Aber ohne probieren, wird man es nicht herausfinden. Aber nur mit diesem Ziel wird Union überhaupt eine 20-prozentige Chance auf den Verbleib von Sebastian Polter haben.

Der Stürmer kann übrigens auch im Tor spielen. Kleiner Tipp für Norbert Düwel ;)

Und was schreiben die anderen?

Die Berliner Zeitung und der Tagesspiegel beschreiben die Erleichterung nach dem Sieg vom Freitag und mahnen, dass der Klassenerhalt noch nicht sicher sei. Der Tagesspiegel jagt mir dabei im dritten Absatz einen riesigen Schreck ein. Stimmen die Eintragungen in meinem Familienkalender etwa nicht?

Nach der Länderspielpause spielt Union gegen die beiden Abstiegskandidaten Erzgebirge Aue und den VfR Aalen. Anschließend geht es zum SV Sandhausen, der ebenfalls noch nicht durch ist.

Kurzer Check im Spielplan. Das nächste Spiel bleibt gegen Sandhausen und danach kommt Aalen. Aue ist erst die sechstnächste Partie. Und zwar am 9. Mai.

Die BZ/Bild macht was mit Torhütern.

Teve040 – AF.TV – Fernsehen aus der Alten Försterei

Im zweiten Teil des Podcasts unterhalten wir uns mit Hannes Teubner von AF.TV über das Vereinsfernsehen von Union. Dabei geht es auch um Interessenkonflikte und eine Diskussion, die die FAZ unter dem Titel "Zensurbehörde Bundesliga" führt. Den Gegenpart gibt entsprechend Mathias Bunkus (Berliner Kurier), der AF.TV nicht nur positiv sieht.

On Air:

avatar Sebastian Fiebrig Paypal Icon Amazon Wishlist Icon
avatar Stefanie Fiebrig Amazon Wishlist Icon
avatar Robert Schmidl Amazon Wishlist Icon
avatar Hannes Teubner
avatar Mathias Bunkus
Bewertet unseren Podcast oder schreibt Rezensionen bei iTunes oder auf Panoptikum.io

Ihr könnt den Textilvergehen-Podcast auch bei Spotify oder Deezer hören und abonnieren.

Keine Episode mehr verpassen!

“Schön. Und da machen wir jetzt ´ne Zeitung draus.”

Das sind sicher die Schlussworte einer jeden Redaktionskonferenz bei allen Zeitungen dieser Welt, nachdem die Ressortleiter vorgetragen haben, wie die Zeitung von morgen aussehen soll. Hier unterscheiden sich Boulevardpresse und ihr Gegenstück, wie immer dessen korrekte Bezeichnung lauten mag, kein Stück. Worin aber sonst?

Die Sportredaktion des Berliner Kurier lud gestern ins Verlagshaus des Berliner Verlages, um solche und andere Fragen zu beantworten. Der Einladung vorausgegangen war eine Meinungsverschiedenheit zwischen Fußballfans des 1.FC Union Berlin und zwei Redakteuren darüber, welche Themen eine Zeitung behandeln darf, und mit welcher Haltung dies zu geschehen habe. “Kommt her, ich erklär´ gerne, wie hier gearbeitet wird”, war die erstaunliche Antwort des Ressortleiters Sport, Andreas Lorenz. Zu dem Treffen nicht erschienen sind diejenigen, die sich beschwert hatten. Statt dessen kam eine übersichtliche Anzahl tatsächlich Interessierter.

Guter Boulevard, böser Boulevard. Wer in der Schule Heinrich Bölls “Die verlorene Ehre der Katharina Blum” gelesen hat, und seine logische Fortsetzung, das BILDblog, kennt, der findet für letzteres täglich frische, triftige Argumente. Die spannendere Frage lautet demzufolge: Gibt es gute Boulevardpresse, und was soll das bitteschön sein?

Als Boulevardjournalismus oder Boulevardzeitung wird gemeinhin bezeichnet, was als “unseriöse Veröffentlichung” gilt. Legt man den Pressekodex als Maßstab an, so trägt inzwischen beinahe jede deutschsprachige, journalistische Publikation boulevardeske Züge. Gemeint ist damit vor allem, dass Boulevard selten die kritische Distanz sucht, sondern emotionale Themen auch als solche bearbeitet, ohne Fakten von Meinungen zu trennen und oftmals selbst Stellung bezieht. Wenn allerdings bei der Redaktionskonferenz entschieden werden muss, ob ein Beitrag in die Politik oder ins Vermischte gehört, ist man unsicher, ob das ein originäres Problem der Medienberichterstattung oder nicht vielmehr eines der Politik ist.

Sport galt lange Zeit als intellektuell niederes Betätigungsfeld des Journalismus. Sport war in Zahlen und Tabellen erfassbar und also ungeeignet für Reflektion, Distanz, “seriösen” Journalismus. Sport wird heute als hochemotionale Angelegenheit gehandelt. Eine Fußballweltmeisterschaft wird auf den Titelblättern aller Printerzeugnisse ausgetragen, Boulevard oder nicht. Illustriert wird das allerorten mit jeweils denselben Fotos aus den nämlichen Agenturen. Es ist keine Seltenheit, dass ein freier Sportjournalist für den Tagesspiegel und die Bild schreibt, für die B.Z. und die taz. Sportler werden als Popstars behandelt, hüben wie drüben. Es unterscheiden sich Wortwahl und Satzlänge, aber auch die Süddeutsche und die Frankfurter Allgemeine Zeitung bemühen Klischees, wenn sie über internationalen Fußball schreiben. Die Grenzen fließen.

Fragt man Andreas Lorenz, welche Meldungen es bei ihm ins Blatt schaffen, nennt er zwei Kriterien: Es muss den Leser interessieren, und es muss eine gewisse Relevanz haben. Wenn ein ein Testverfahren bei den Lesern ergibt, dass der Fünfzeiler über den BFC Dynamo der meistgelesene Text auf einer Doppelseite ist, ist das Leserinteresse indiziert. Über die Relevanz der Oberliga mag man streiten. Am Ende geht es wie überall darum, das Blatt zu verkaufen – egal, ob es Frankfurter Rundschau oder Berliner Kurier heißt.

“Eine Zeitung ist wie ein Supermarkt”, sagt Lorenz weiter. “Ich muss alles anbieten, auch wenn nur ein Bruchteil genutzt wird.” Nachdem die meisten Leser via Fernsehen und Internet über die Fakten von Sportereignissen ohnehin informiert sind, ist nach seiner Ansicht die zentrale Aufgabe des Journalisten, “das zu liefern, was andere gar nicht liefern können.” Dies dürfte genau die Stelle sein, an der sich die Meinungen spalten. “Ich gehe da hin, wo normaler Weise die Tür zu ist” kann eine Geschichte über die Fußpflegerin von Union sein. Es kann genauso gut ein Dokumentarfilm von Emir Kusturica über Diego Maradona sein. Hinsichtlich der Grenzen gilt das oben Gesagte.

Der Boulevard hat die Homestory dann im Sportteil, wenn der sich selbst darstellende Prominente Sportler ist. “Und trotzdem gucken alle, welches Duschgel der benutzt”, entgegnet Andreas Lorenz auf die Bemerkung, das interessiere doch niemanden. Verlust an Intimsphäre? Nicht angesichts dessen, was der durchschnittliche, nichtprominente Privatmensch im Zuge so alltäglicher Verrichtungen wie sich bei Fußballspielen filmen lassen, sich in der U-Bahn filmen lasssen, sich beim Geldabheben filmen lassen, ungewollt an Privatheit verliert. Die Idee, einen bekannten Sportler privatim darzustellen, ist aber keine Spezialität von Boulevardzeitungen. Woanders heißt das Porträt und steht im Feuilleton. Voyeurismus ist für alle da.

Was den Boulevard tatsächlich charakterisiert, ist seine Haltung dem Leser gegenüber. Kuriergeschichten sind so gestaltet, dass sie leicht konsumierbar sind. Das schließt den Sportteil ein. Der Leser “soll sich an den Artikeln nicht abarbeiten” ist die positive Formulierung dafür. Griffige Überschriften, große Bilder, kurze Texte. Andreas Lorenz will seine Leser unterhalten, sagt er. Ein bißchen auch “an die Hand nehmen”. Das ist Geschmackssache, nicht jeder Leser möchte an die Hand genommen werden, und manch einer liest Zeitung nicht allein zum Zeitvertreib.

Auch unter diesen Prämissen ist jedoch das Arbeiten nach journalistischen Grundregeln möglich. Wie der Pressekodex interpretiert wird, kann innerhalb eines Verlagshauses von Zeitung zu Zeitung, von Ressort zu Ressort, von Redakteur zu Redakteur variieren. Der Generalvorwurf “ihr arbeitet nicht journalistisch” an “den Boulevard” scheint in seiner Absolutheit jedenfalls nicht haltbar.