Teve058 – Nananananananana – now Chinedu Ede!

Nach dem 0:1 Sieg in Duisburg unterhalten wir uns über eine starke mannschaftliche Leistung. Themenliste:
  • Spielanalyse (mit O-Tönen der Trainer Uwe Neuhaus und Milan Sasic)
  • Einzelkritik zu Chinedu Ede, Ahmed Madouni, Christian Stuff, Marcel Höttecke
  • Ab wann zahlt Union wieder Ablösesummen für Spieler?

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Teve039 – Große Erwartungen

Manchmal liest man vor dem Spiel die Mannschaftsaufstellung und staunt. Dann diskutiert man mit dem Nebenmann, wie das wohl gemeint sein könnte. Am liebsten möchte man es sofort in Lego bauen - einfach, um es sich besser vorstellen zu können. Wir besprechen das Spiel gegen den MSV Duisburg und fassen uns dabei nicht ganz so kurz wie Milan Šašiç ("Die wo arbeiten mehr, da geht der Ball auch im Tor."). Weil wir uns im Gegenteil ziemlich viel zu sagen hatten, erscheint dieser Podcast in zwei Teilen. Und mit Lego gebaut haben wir außerdem.

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Teuer erkauft.

Vom kuscheligen Platz auf der Couch, am Tresen oder auch von den Zuschauerrängen sagen sich solche Sätze ganz leicht, wenn die Ergebnisse mal nicht stimmen. Die Spieler müssten Gras fressen. Und jetzt müsse dorthin gegangen werden, wo es weh tue.

Beim 2:0 des 1. FC Union Berlin über den MSV Duisburg musste der medial schon mit dem perfekten Moment seiner Entlassung konfrontierte Trainer Uwe Neuhaus drei Mal gezwungenermaßen auswechseln. Und die Zuschauer bekamen plastisch illustriert, was sich auch hinter der Phrase “Gras fressen” verbergen kann.

Ahmed Madouni

Der neue Abwehrchef blieb kurz vor Ende der ersten Hälfte nach einem Zusammenprall mit dem eigenen Torhüter liegen. Neben dem Tor von Jan Glinker wurde er behandelt. Duisburgs Angriffe ließen in der Zeit Erinnerungen an das Spiel in Osnabrück wach werden. Dort kassierte Union ein Gegentor, als der Innenverteidiger Göhlert außerhalb des Platzes behandelt wurde. Dann das Zeichen zur Bank. Wechsel. Wie im Heimspiel gegen Hertha, als Rauw verletzt vom Platz musste, kam Göhlert kalt ins Team. Madouni ging mit schmerzverzerrtem Blick und Eisbeutel auf der Schulter zur Kabine.

Nach der Pressekonferenz verblüffte Trainer Neuhaus die Journalisten mit einer kleinen Ausführung über die verschiedenen Grade einer Schultereckgelenksprengung. Niemand wusste etwas mit seinen Begriffen Tossy 1, Tossy 2 und Tossy 3 anzufangen. Aber ganz sicher wird diese Woche bei den Nachfragen nach der Diagnose von Madouni von Seiten der Journalisten mit der Rockwood-Einteilung gekontert.

Michael Parensen

Frisch von einer mehr als langwierigen Verletzung im linken Knie genesen, zeigte Parensen im Spiel gegen Hertha und Osnabrück wie wichtig er für das Aufbauspiel von Union ist. Er ging auch gegen Duisburg keinem Zweikampf aus dem Weg. Bei einem Zusammenprall in der zweiten Halbzeit mit Duisburgs Julian Koch, der erst gar nicht so schlimm aussah, blieb Parensen liegen. Koch fiel beim Zusammenprall auf das lädierte linke Knie des Unioners.

Wieder das Handzeichen für eine Auswechslung. Von den Rängen kamen Anfeuerungsrufe und es berührte wohl alle im Stadion als der weinende Michael Parensen auf einer Trage aus dem Stadion getragen wurde. Fast alle Mitspieler versuchten ihn auf dem Weg aus dem Stadion zu trösten und gute Besserung zu wünschen. Aber auch dieser Bruch wurde von der Mannschaft bewältigt.

Der Moment der Auswechslung von Michael Parensen im Stadion
[audio:http://www.textilvergehen.de/audio/2010_09_26_union_duisburg_auswechslung_parensen.mp3]

Halil Savran

Erst im Nachhinein erklärte Uwe Neuhaus, dass auch seine dritte Auswechslung nicht freiwillig erfolgte. Savran wurde von Wadenkrämpfen geplagt und musste in der 71. Minute durch Mosquera ersetzt werden. Für Uwe Neuhaus war das Spiel gegen Duisburg damit eine Partie, in der er nicht durch Einwechslungen eigene Impulse setzen konnte.

Santi Kolk

Der Abgang des Holländers passt nicht ganz in diese Kategorie, da er selbst verschuldet war. Allerdings passt er doch wieder hinein, denn er schwächt Union im nächsten Auswärtsspiel bei 1860 und zwingt Uwe Neuhaus neben den beiden Umstellungen für die verletzten Parensen und Madouni zu einem dritten Personalwechsel.

Kolk erhielt zwei Minuten vor Schluss nach einem kurzen Gefecht mit einem Duisburger Spieler vom Schiedsrichter die gelbe Karte. Noch während der Referee ihm die Karte zeigte applaudierte der Holländer und machte eine Handbewegung, die wohl dem Duisburger Spieler signalisieren sollte, dieser hätte sich vorher fallengelassen. Ob die Gesten dem Schiedsrichter oder dem Gegenspieler galten, war unwichtig, denn Kolk erhielt prompt die gelb-rote Karte.

Der Holländer gab sich danach zerknirscht, erkärte allerdings, er hätte nicht gewusst, dass man in Deutschland für Händeklatschen eine gelbe Karte erhalten würde. Kapitän Mattuschka, der beim Schiedsrichter nach eigenen Angaben noch “Fingerspitzengefühl” gefordert hatte, stellte Kolk allerdings auf Nachfrage keinen Rabatt für die Strafe für die Mannschaftskasse in Aussicht, denn das wüsste dieser bestimmt, dass es für solche Aktionen Gelb gibt.

Bilder: Stefanie Lamm

Don’t Panic!

For a long period of my life I believed that the Zebra was closer to a dog than a horse and that they communicated with a complicated clicking language. This was proved to me as being utter nonsense whilst watching “Stripes”, a crappy film about a racing zebra that later comes on to a hot female horse. I don’t think that Disney would have sanctioned an ending to a film with inter species relationships, it would be a step too far, so I changed my scientific opinion. Anyway, all of this useless information is helpful to illustrate why a lifetime spent on the high Veldt working with the fauna wouldnt have worked. But thats the wonder of this game we love. I would never be allowed to write for well regarded zoology publications due to my glaringly obvious lack of any knowledge about the subject, whereas one quote from the Tagesspiegel describing me as a football writer, and bobs your uncle, I’m fully qualified to tell Uwe Neuhaus, a man who has managed and played professional football for his whole working life, how to set up a team to beat Duisburg. The zebras.

English tactical brain

So, with that in mind, this is what I would do for Sundays game, and it is unremittingly English. Apologies Herr Neuhaus in advance, but I think its time for 4-4-2. Simple tactics for a simple game.  In the Bundesliga both Stuttgart and Monchengladbach are playing what you would call a classic 4-4-2, and no-one would have the sheer balls to suggest that it’s working out particularly well for either, but it’s worked out okay so far for Kaiserslautern, who are playing the same fast and defined systen that made them look so much better than everybody else last year in the zweiteliga. It can work in this league, the key is a bit of pace and a bit of ball retention and movement. Union have the players for it, and it could be a cathartic process to say, “hey fuck it if they score a couple of goals, but we’ll just have to score more”, Helenio Herrera would go mental but why not try a reversal in the mindset of a team that is losing belief in the simple things that they were doing so well at the start of last season.

We’ll start at the back. All four goals Osnabruck scored on Wednesday came from defensive errors. There’s little that Herr Neuhaus can do about it, if you train all week on something and then Göhlert or Madouni simply let their marker go free in the box. So take the pressure off a bit, and try and make the opposition defenders deal with the tricky balls, both through the middle and from the wings. Dominic Peitz, while  making Terry Butcher look undermotivated, needs more time to pick a pass out than most. It’s not his job. He’s a destroyer- my friend Dave loves Peitz and has nicknamed him “the Tree”, it’s quite apt- but his inclusion already makes the back four infer that they are not up to the job and need a babysitter. Think of it as a proto-Marxist manouevre, an arm around the shoulder, “Madouni (mate), you have nothing to lose but your chains”. I like Madouni. I like the way he shouts at his colleagues, there is something very English about him as an old fashioned centre half (he would certainly fit into the stereotypes of what is required from one in the home of football), but he can pass the ball quickly and succinctly.

Michael Parensen and Torsten Mattuschka, equally, can then have the space in which to move the ball. Either forward to Benyamina’s feet, or out wide to try and get Mosquera into the box where he is at his most dangerous. For this you need Brunneman on the left and (heres the gamble) Quiring on the right. With his pace Quiring could get behind most defenses in this league, and if he can start getting the crosses in could become a real secret weapon in Köpenick. His presense would mean that behind him Christoph Menz would have to stay disciplined, but he repaid the trust Neuhaus put in him in spades against Hertha, so why not let him rise to the occasion again? Brunnemann and Kohlmann have built up a good understanding on the left, and that side should be one of Unions strongest outlets.

So, and lets be honest, that just leaves the question of the strikers and I would give a final throw of the dice to Mosquera and Benyamina. Mosquera’s first touch always was a a bit clumsy to say the least, so get him into the box where he can be a real handful. Again with Benyamina, he doesn’t like to drop back or out wide chasing the ball around. Get it to his feet where he can use his pace to run at the Duisburg defenders while Mosquera pulls them around with his gangling movement.

It’s only the 6th game of the season and, in the immortal words of the Hitchikers guide to the galaxy, Don’t panic. It needn’t be written in large friendly letters, even though they do help. After the same amount of games last year Frankfurt had just a single point too and they stayed up. Unfortunately it is the default position of the football fan. We all know what is wrong, and we all know how to win every game. Down the pub I have reconciled the bipolarities of Menotti and Billardo whilst equally being able to be pragmatic and build ateam around Roberto Baggio at the same time. The armchair is a very easy place to coach from indeed. So Uwe, if you’re reading this feel free to ignore it. Don’t panic and stick to your job mate, chances are you’re better at it than most of us.

Blendendes Derby

Nimmt man die Zeit, in der die Brötchen im Mediencontainer bei Union verschwinden, als Indikator, dann ist das Spiel gegen Hertha BSC in eine solche Kategorie einzuordnen wie vielleicht letztmalig das Halbfinale gegen Borussia Mönchengladbach. Das letzte Brötchen wurde knapp 75 Minuten vor dem Anpfiff verspiesen. Knapp 60 Minuten vor Spielbeginn versuchten noch einige Leute von Sky den letzten Kaffee aus der Kanne zu kippen. Erfolglos, wie die Kaffeelache darunter verriet.

Ansonsten war das nicht der Tag, an dem Objektivität zu den Kernbereichen der Sportberichterstattung gehörte. Ein Mitarbeiter vom Deutschlandfunk hatte sich zum Beispiel seinen Herthaschal um die Tasche gebunden. Wir trugen die Derby-Shirts. Und als Santi Kolk nicht angegriffen durch das Mittelfeld der Hertha spazierte und dann zum 1:1 traf, jubelte auch ein Teil der Presse. Der andere Teil hatte bereits in der zweiten Minute die Arme heben können, als ein langer Freistoß von Rukavytsya die Abwehr von Union in tiefe Verwirrung stürzte. Torgüter Glinker macht zwei Schritte nach vorn und zwei zurück. An einem anderen Ort zu einer anderen Zeit vielleicht der Beginn einer vielversprechenden Diskokarriere. Beim Fußball steht das allerdings sinnbildlich für Unentschlossenheit. Madouni, so sieht es aus, verliert Niemeyer aus den Augen. Und nach dem 0:1 brüllt Brunnemann den eigenen Torhüter an. Danach das große Zittern. Nicht auf den Rängen, sondern auf dem Rasen.

Nach dem Spiel darf sich Union bei Hertha bedanken. Diese präsentierte sich trotz Führung wie ein Aufbaugegner zur rechten Zeit. Sie überließ der Heimmannschaft das Spielfeld und so konnte diese Stück für Stück Ballsicherheit gewinnen. War vorher bereits ein Sicherheitspass über fünf Meter ein Problem, so gelangen vor allem über die mit Parensen endlich wieder komplette linke Seite Kombinationen, in die sich auch Mosquera einbringen konnte. So etwas war in den ersten vier Pflichtspielen dieses Jahr nicht zu sehen gewesen.

Festmachen kann man diese Spielentwicklung an Spielern wie Christoph Menz und Dominic Peitz. Menz war in der ersten halben Stunde die Nervosität in Person. Er musste von Madouni über die Mittellinie geschubst werden, um sich in das Offensivspiel einzureihen, und sich anschreien lassen. Und Peitz führte Zweikämpfe, denen man zwar das Bemühen nicht absprechen konnte, über denen aber die ganze Zeit der Präfix “un” zu schweben schien: Unglücklich. Ungeschickt. Als Rauw verletzt das Spielfeld verließ, zeigte Uwe Neuhaus Peitz mit symbolischem Klatschen auf die Wangen an: Aufwachen! Für den Rest des Spieles konnte mit Peitz die Kopfballhoheit im defensiven Mittelfeld gewonnen werden. Ein Mittel, um die langen Bälle auf Friend zu verhindern. Und Christoph Menz hätte seine zum Schluss gute Leistung noch mit einem Tor krönen können. Aber vielleicht hat er sich nach dem Spiel einfach bei Ramos bedankt, das dieser ihn defensiv nicht beschäftigt hat.

Trotzdem darf nichts darüber hinwegtäuschen, dass Union nicht drei Punkte aus dem Spiel mitgenommen hat und nach vier Spielen in der zweiten Liga immer noch sieglos dasteht. Das am Anfang kämpferische und zum Schluss auch spielerische Engagement muss sich in den nächsten beiden Spielen bestätigen. Das brachte auch Karim Benyamina zum Ausdruck, als er auf die Frage eines Reporters, wie die Spieler das Derbyergebnis feiern würden, ironisch antwortete: “Wir werden heute Abend richtig saufen und dann das Spiel gegen Osnabrück abschenken!”

Bilder: Stefanie Lamm

Teve034 – Nichts reimt sich auf Paderborn

Taktische Umstellung. Wechsel auf einigen Positionen. Und am Ende bleiben null Tore. Wie immer in Paderborn. Dazu noch null Punkte.

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Taktisch auf der WM-Welle

Für 7.475 Zuschauer ging die Fußballsaison mit dem ersten ernstzunehmenden Test gegen Deportivo La Coruña bereits richtig los. Trainer Uwe Neuhaus hatte bereits vorher angekündigt, dieses mal nicht zur Halbzeit komplett zu tauschen. Und so war die Erwartung da, man könne schon eine Ahnung der Startelf für die neue Saison bekommen. Und so sah sie aus.

Passen mussten wegen kleinerer Blessuren Kenan Sahin, John-Jairo Mosquera und Chinedu Ede. Von der Tribüne auch zugeschaut hatte der schon lange verletzte Michael Parensen. Uwe Neuhaus entschied sich für das schon bei der Weltmeisterschaft sehr populäre 4-2-3-1-System. Dieses wird für die Stürmer zu einem starken Verdrängungskampf führen, den Sahin wohl nur bestehen kann, wenn er sich tatsächlich auf die linke Seite orientiert. Den durch die Neueinkäufe vermuteten Anstieg der spielerischen Qualität in der Breite der Mannschaft konnte man gestern bereits in Ansätzen bestaunen. In Erinnerung blieb zum Beispiel eine schnelle Ballstaffette, die Polenz nach Balleroberung einleitete, und die über Younga-Mouhani und Brunnemann zu Benyamina führte. Der konnte den Ball zwar nicht am zweiten Verteidiger vorbeibringen, aber nährte die Hoffnung, dass ein schnelles Umschalten von Abwehr und Angriff nun auch wieder zum Repertoire von Union gehören wird. Dazu gehört auch das schnelle Passpiel, anstatt mit Ball die Dribblings zu suchen.

Ansonsten galt es für Union vor allem die Spanier vom Tor wegzuhalten, was die erste halbe Stunde ganz gut gelang. Beiden Mannschaften war aber auch die fehlende Frische anzumerken. Ganz im Gegensatz dazu das Publikum, das die Sommerpause für eine Erholung genutzt hatte und bereits von der Lautstärke und dem Gesang her auf Punktspielniveau angekommen war. Ab der 30. Minute nahm der Druck von La Coruña zu, und die beiden Gegentore fielen beinahe zwangsläufig.

Zur zweiten Halbzeit wechselte Neuhaus Savran für Benyamina ein, der vorne kaum zur Geltung kam. Außerdem kam Kolk für Kohlmann. Dies sorgte für einige Umstellungen, die auf der Grafik zu erkennen sind. Menz rückte für Kohlmann in die Viererkette und Mattuschka spielte den offensiveren Sechser, während Kolk dessen Platz in der Zentrale einnahm.

Union kam in der zweiten Halbzeit offensiv besser zurecht und hatte in der 49. Minute den ersten Torschuss zu verzeichnen. Ob das an der Umstellung des Trainers lag oder an den sechs Wechseln zur Halbzeit bei La Coruna, ist sicher müßig zu diskutieren. Auf der rechten Außenbahn gefielen Polenz und Quiring, die ihre offensiven Aufgaben mit einem bis dahin nicht gekannten Tempo erledigten. Allerdings musste der umsichtige Madouni des öfteren aufgrund der Ausflüge von Polenz nach außen rücken und im Prinzip auf eine Dreierkette umschalten, um die Lücken in der Abwehr nicht zu groß werden zu lassen. Vielleicht war es das, was Trainer Neuhaus zu der Einschätzung veranlasste, Polenz hätte noch Konzentrationsmängel gehabt.

Überhaupt Madouni. Er dirigierte die Abwehr und gab Kommandos, als würde er schon seit Ewigkeiten Teil der Mannschaft sein. Jan Glinker im Tor wird sicher sehr dankbar für einen solchen Abwehrchef sein. Und nachdem Uwe Neuhaus sich vorletzte Woche auf die Kapitänsfrage angesprochen dahingehend geäußert hat, dass er in den letzten Jahren eher kein glückliches Händchen bei der Auswahl gehabt hätte, wäre es nachvollziehbar sein, wenn er mit Madouni einem Neuzugang das Amt überträgt. Denn der wird seinen Stammplatz sicher haben und strahlt eine Souveränität auf dem Platz aus.

Was die einzelnen Positionen anbetrifft, waren noch keine klaren Konturen oder Hackordnungen abzusehen. Überraschend war der Einsatz von Christoph Menz, der weiterhin Unions Allzweckspieler zu sein scheint. Ihm bleibt für die persönliche Entwicklung eine bessere Profilierung seiner Spielposition zu wünschen.

Teve031 – Jetzt geht wieder alles von vorne los.

Zum offiziellen Trainingsauftakt prasselte die Sonne so kräftig von oben, dass die Würstchen schnell gewendet werden mussten, damit sie sich an der Kohleglut abkühlen konnten. Auch die zahlreichen Zuschauer beim Training, die Zahlen schwanken zwischen 1000 und 3000 Besuchern, suchten ihr Heil im Schatten der kleinen Haupttribüne. Kurzzeitig sorgten die Ordner für Verwirrung, als sie den Zuschauern die mitgebrachten Getränkeflaschen abnahmen. Dafür gab es dann eine wortreiche Entschuldigung von Vereinsseite, die das Malheur zum eigenen Bedauern erst spät bemerkte.

Torhüter beim Aufwärmen Trainingsauftakt 12.07.2010

Trotzdem war die Stimmung sowohl auf den Rängen als auch bei den einzeln vorgestellten Spielern und Mannschaftsbetreuern ausgelassen. Die drei Torhüter führten ihre Trikots in jeweils unterschiedlichen Farben vor. Dabei ragte der neuverpflichtete Marcel Höttecke von Dortmunds U23 nicht nur wegen des schwarzen Jerseys heraus. Seine Statur ließ ein breites Gemurmel bei den Anhängern erklingen.

Nach einem kurzen Aufwärmprogramm gab es ein Trainingsspiel zwischen roten und grünen Trikots. Während grün zunächst die bessere Figur machte und schnell 2:0 durch Tore von Jérôme Polenz Chinedu Ede (Danke für den hinweis im Kommentar) und John-Jairo Mosquera führte, zeigte die rotgewandete Mannschaft Steherqualitäten. Den Anschlusstreffer markierte Halil Savran und den Ausgleich der zunächst mit sich unzufrieden wirkende Karim Benyamina. Aber wirkliche Rückschlüsse konnte man aus dem Spiel nicht ziehen. Vielleicht nur den, dass, sollte die Mannschaft von Verletzungen verschont bleiben, das spielerische Element offensichtlich gestärkt wurde.

Pressesprecher Christian Arbeit interviewte beim Auslaufen die einzelnen Neuzugänge. Beim Doppel Ahmed Madouni und Santi Kolk mischte sich nach einer Bemerkung des Niederländers über die Trainingsmethoden Uwe Neuhaus ein.

Nach dem Spiel nahm sich Trainer Uwe Neuhaus etwas Zeit, um Stellung zu verschiedenen Themen zu geben.

Erster Eindruck von Santi Kolk

Er hat die Woche in Oberhof nicht mitmachen können, weil die Sache da noch nicht perfekt war. Wir wollen ihm ein bißchen Zeit geben, um sich einzufinden. Im Trainingsspiel war das nicht einfach, da er nicht wußte, was er machen soll. Er wollte der Rolle, die von ihm erwartet wird, gerecht werden. Aber man hat gesehen, dass das nicht nur auf ihn, sondern auch auf die anderen zutrifft, die hier auch mal wieder den Ball gesehen haben. Den einen oder anderen hat es gewundert, dass der Ball noch rund ist.

Einschätzung zu Halil Savran

So, wie ich ihn kennengelernt habe und wie er sich im Trainingslager und im heutigen Spiel gegeben hat, ist er von seinem Naturell her ein absoluter Kämpfertyp. Er beißt sich in die Aufgabe hinein, steckt nie auf und kann der Mannschaft durch seinen unbedingten Einsatzwillen sicherlich weiterhelfen. Er selbst ist ja aufgestiegen und weiß, dass es für ihn schwer wird. Aber er ist bereit, jede Aufgabe anzugehen und ich bin davon überzeugt, dass er jede Woche seine Chance suchen wird. Er wird immer wieder angreifen und die anderen Stürmer unter Druck setzen.

Ich weiß nicht, ob er am ersten Spieltag dabei sein wird oder am zweiten oder dritten. Aber auf eines ist Verlass: Auf seine Mentalität und seine Einstellung. Er steckt nie auf.

Das zweite Jahr ist das schwerste

Ist das so? – Es könnte sein, wenn man die Aufgabe nicht konzentriert genug angeht und sich auf der sicheren Seite wähnt. Das betrifft jeden einzelnen Spieler, aber auch den Trainerstab. Wenn wir in der täglichen Trainingsarbeit unsere Aufgaben vernachlässigen, dann kann das zweite Jahr nicht nur das schwierigste, sondern auch das letzte sein.

Aber dessen sind wir uns bewusst. Wir werden die Sache so angehen, dass wir die Mannschaft in die Pflicht nehmen, jeden Tag ordentlich und gründlich zu arbeiten. Und dann bin ich davon überzeugt, dass wir eine gute Saison spielen.

Das Derby gegen Hertha früh in der Saison

So gehe ich nicht an die Sache heran. Mir ist es egal, wann wir Hertha zu Hause hoffentlich schlagen. Wir dürfen die Saison nicht auf zwei Spiele reduzieren. Schon beim ersten Spiel in Aachen müssen alle Lampen glühen. So müssen wir in die Saison gehen. Wir dürfen nicht darauf warten, dass irgendwann Hertha kommt und dann irgendwann das Rückspiel. Da verpassen wir den Rest der Saison.

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