“Nein! Zack, zack in den Raum!”, ruft Unions Trainer Uwe Neuhaus und unterbricht die Übung am Mittwoch gleich zu Beginn. Patrick Zoundi sollte nach Pass von Marc Pfertzel von außen mit dem Ball am Fuß in Richtung Strafraum ziehen und nicht einfach auf der Grundlinie der Kugel hinterher rennen. Gestenreich erklärt der Coach seine Vorstellungen vom schnellen, dynamischen Spiel in der Offensive. Das Mittel der Wahl gegen Alemannia Aachen unter Trainer Friedhelm Funkel. Bei der Wiederholung der Übung zieht Zoundi am Strafraum-Eck einen Verteidiger auf sich, passt zu Savran, der Glinker im Tor keine Chance lässt.
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Die Sonne scheint über dem Plattenbau an diesem 2. August. Das Sportforum Hohenschönhausen hat schon glanzvollere Zeiten erlebt. Auf einem Nebenplatz testet der frühere DDR-Serienmeister BFC Dynamo für die neue Oberliga-Saison. Mit Trainer Heiko Bonan und dem ehemaligen Union-Stürmer Shergo Biran soll die Qualifikation für die neue Regionalliga klappen. Der Gegner ist an diesem Dienstag Grün-Weiß Lübben.
Länderspielpause ist vorbei und Union fiedelt den FC Ingolstadt weg. Und ganz nebenbei verblassen dank des zauberhaften Kohle-Tusche-Silvio-Tores die Erinnerungen an Kostadin Vidolov.
Zu Gast sind Mathias, Hans-Martin und Robert. Wir diskutieren viel. Ganz viel. Deswegen gibt es heute die Themen mal in einer etwas anderen Form.
Themen
Die Stadionbauer-Organisatorin Sylvia Weisheit geht und wir sagen “Tschüss”. Jan Glinker ist die neue alte Nummer eins. Bunki informiert über Karim Benyaminas zweites Länderspiel. Wir diskutieren Unions Spielsystem gegen Ingolstadt. 4-4-2 oder 4-1-4-1 oder 4-1-3-2 oder 4-1-3-1-1? Bunki schweift zum FC Bayern ab. Tusche und Silvio gehören zusammen wie Fix und Fax. Santi Kolk versteht keinen Spaß. “In der Alten Försterei wird Fußball eher gearbeitet” – Klischee oder Realität? Hat Union ein gefühltes Auswärtsproblem? An einem 4:1 gibt es auch etwas zu kritisieren, findet Hans-Martin. Wir machen eine Trinkpause. Wir haben eine Idee, wie Jérôme Polenz und Uwe Neuhaus wieder ganz nah zueinander finden. Robert und Hans-Martin wetten, wer mehr Tore schießt: Mosquera oder Terodde. Hans-Martin hat dabei eine Idee, warum Simon Terodde keine Tore schießt. “Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren” – wie ist der Stand der Initiative?
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Es gibt Tage wie diesen Dienstag. Ich freue mich über Sonnenschein an einem freien Tag und kann ganz ruhig schlafen. Und das obwohl morgen das wichtige und schwere Testspiel gegen SSV Köpenick-Oberspree ansteht. Ein sehr unangenehmer Gegner aus dem Haifischbecken Landesliga.
Fußballerisch ist nichts los. Ich streife durch das Internet und stoße plötzlich auf den Text “Die Allerletzten“. Darin geht es um eine Statistik, welche Vereine wie häufig den letzten Platz in der Bundesliga belegt haben. Und ich genieße es endlich, dass Union noch nie Bundesliga gespielt hat. Den Spitzenplatz in der Liste nach absoluten Spieltagen als Tabllenletzter belegt übrigens der andere Berliner Verein. Aber der hat auch einige Jahre Vorsprung. Na wartet!
Der Löwen-Fluch genießt bei Unions Chef-Trainer Uwe Neuhaus höchste Priorität. Denn die Bilanz gegen den säumigsten Mieter der Allianz-Arena ist miserabel. Dreimal hingefahren und nicht einen mickrigen Punkt mitgenommen. Deshalb lud Neuhaus heute Co-Trainer Hofschneider und U23-Trainer Engin Yanova zum großen Krisengipfel ins Forsthaus.
(Uwe Neuhaus sitzt am Schreibtisch seines Büros unter dem Dach und raucht. Das Fenster ist angeklappt.)
Hofschneider: Zu Friedenszeiten hatten wir das Problem mit 1860 bei Union noch nicht.
Neuhaus (rollt die Augen): Zum Punkt, André. Wir machen uns doch total lächerlich, wenn das so weitergeht. Ständig ruft der Wolf von der Berliner Zeitung an und fragt, ob man nicht sagen könne, dass wir ein Problem mit der Abwehr haben. Ich traue mich schon gar nicht mehr, die Zeitung aufzuschlagen.
Hofschneider: Mit der Presse hatten wir zu Friedenszeiten auch keine Probleme.
Yanova (hustet): Trainer, ich mache mal das Fenster weiter auf.
Neuhaus (schließt das Fenster): Wer hier das Fenster öffnet, entscheide immer noch ich.
Hofschneider: Zu Friedenszeiten hatten wir hier überhaupt keine Fenster.
Neuhaus (zündet sich erneut eine Zigarette an): Ich brauche eine kreative Lösung. Los, Leute! Denkt nach!
(Hofschneider holt eine Packung Karo aus dem Campingbeutel und fängt auch an zu rauchen)
Yanova: Wenn wir gegen die im Grünwalder Stadion spielen würden, klappt es bestimmt. Wir müssen die nur aus der Allianz-Arena rausbekommen.
Neuhaus: Jungs, ich habe eine Idee. Wenn wir die aus der Allianz-Arena rauswerfen, können die dort nicht mehr spielen und müssen ins Grünwalder. Das alte Ding liegt uns bestimmt. (Er springt auf, öffnet die Tür und ruft Nico Schäfer, den kaufmännisch-organisatorischen Leiter der Lizenzabteilung.)
Schäfer (betritt energisch den Raum und ruft): Uwe, Du bist gefeuert!
Neuhaus: Was?
Schäfer: Scheeeeerz! Weißt Du noch damals in Essen? Das waren noch Zeiten!
Neuhaus (zündet sich wieder eine Zigarette an): Nico, wir brauchen Anteile an der Stadiongesellschaft in München, damit wir 1860 den Mietvertrag kündigen können.
Schäfer: Der Wurst-Uli entlässt keine solventen Mieter. Seit 1860 den Scheich hat, brauchen wir mit unseren Alu-Chips gar nicht erst nach München zu trampen.
Neuhaus (zündet sich wieder eine Zigarette an): War halt so eine Schnapsidee von dem Yanova. Okay, Nico. Kannst Dich weiter um den Verkauf von Jérôme Polenz kümmern.
(Schäfer geht ab.)
Hofschneider: Zu Friedenszeiten gab es Scheichs nur beim Kinderfasching der BSG Turbine EKB Treptow.
Neuhaus (zündet sich wieder eine Zigarette an und redet mit sich selbst): Vielleicht hat der Wolf doch Recht und ich sollte mir die Gegner mal vorher persönlich ansehen. Vielleicht klappt es ja dann bei den Löwen…
Yanova (röchelnd): Vielleicht einfach nicht mehr mit der besten Mannschaft antreten und stattdessen eine teambildende Maßnahme durchführen.
Neuhaus (bläst Yanova den Rauch ins Gesicht): Ich hab es! Wir treten einfach nicht mehr mit der besten Mannschaft an.
Hofschneider: Zu Friedenszeiten hätte es das nicht gegeben.
Neuhaus (zündet die komplette Zigarettenschachtel an): Ich verfüge hiermit. Ab jetzt spielt gegen 1860 nur noch unsere U23. (Zu Yanova) Ihr werdet zwar dadurch nicht Tabellenführer in der Oberliga bleiben, aber Du sollst ja auch ausbilden und nicht erfolgreich sein. Den Rest erklärt Dir unser Zonen-Scout.
Alle Profis fahren mit dem Co-Trainer nach Ahlbeck. André, Du kennst den Weg ja noch aus Friedenszeiten. Ich komme mit einem Modell der Allianz-Arena nach, die Tusche als teambildende Maßnahme alleine maßstabsgetreu am Strand nachbaut. Nee, doch ohne Modell. Zeit zum Ansehen des Stadions hatte er beim letzten Spiel ja genug. (Welterobererlachen. Vorhang.)
Ach! Zehnsechzig München. Kein gutes Pflaster für Union. Wird Zeit, dass die Guten vom 1.FC Union in diesem Stadion gegen einen anderen Verein spielen. Denn gegen die Blauen gibt es nichts zu holen. Nichts. Nada. Ничего.
Zu Gast sind Mathias und Robert. Wir diskutieren das Spiel und Menz wird als Schuldiger auserkoren. Wer Union schon eine Weile verfolgt, weiß dass darin vor allem Zuneigung steckt. Trotzdem hadern wir mit den null Punkten. Weitere Themen sind ein Testspieler (Platero), die Vertragsverlängerung von Ede und eine Trophäe für Christopher Quiring.
O-Töne
02:29 Min Christoph Menz ist untröstlich
06:43 Min Michael Parensen ist fassungslos
07:26 Min Uwe Neuhaus leitet die Fragen an die Spieler weiter
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Es ist Wahlkampf in Berlin. Da liegt es auf der Hand, den Straßenwahlkampf ins Netz zu verlagern. Allerdings macht das Wählerstatements nicht durchdachter. Das gleiche gilt auch für den Wahlkämpfer. Stellvertretend dafür stehen die Berliner Grünen, denen im Netz eine Aufgabe gestellt werden kann. Zum Beispiel diese:
Sicher ist das Ansinnen dieser “Aufgabe” schwer zu erkennen. Kommt die Aktion doch ähnlich subtil daher wie der Wunsch einiger BVB-Fans, das Schalker Stadion in Google Street View unkenntlich zu machen. Aber zu jedem Spaß gibt es eben auch jemanden, der ihn ernstnimmt. In dem Fall Heiko Thomas, Kandidat der Grünen für das Berliner Abgeordnetenhaus.
Mögliche Antworten gibt es viele. Zum Beispiel diese: Ein Verein kann nicht mit einem anderen zwangsfusioniert werden. So charmant die Idee auch durch die Brille eines anderen Vereins sein mag. Doch darauf geht Heiko Thomas nicht ein. Es wäre auch eine viel zu klare Antwort. Vereine können innerhalb strenger Regeln durch die Innenminister verboten werden. Auch das ist nicht die Antwort. Die müsste eigentlich lauten: “Wir können das nicht regeln.” Stattdessen kommt etwas überraschend daher:
Es gehört zum guten Ton, sich zu bedanken. Allerdings nicht in Berlin. Und schon gar nicht für sinnfreie Aufgaben. Dafür wurde hier der Ausspruch erfunden: “Mir kann keener, aber mich könnse alle!”
Wie Heiko Thomas, der immerhin bei der letzten Bundestagswahl kandidierte, darauf kommt, dass eine Fusion das Stasi-Problem sicher nicht lösen würde, bleibt sein Geheimnis. Suggeriert er doch damit, dass sowohl der 1.FC Union als auch der BFC Dynamo zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands noch ein “Stasi-Problem” hätten. Das trifft bei Lichte betrachtet aber auf keinen der beiden Vereine zu. Überhaupt wird es nicht einfach sein, noch “Stasi-Probleme” in Deutschland zu finden. Schließlich wurde das Ministerium für Staatssicherheit bereits 1990 aufgelöst.
Die große Kunst der Fettnäpfchentreterei ist übrigens, nicht nur auf solch leicht durchschaubare Provokationen hereinzufallen, sondern sich ihnen auch noch anzubiedern. Ich hoffe, dass Heiko Thomas das Spiel von Hertha gegen Nürnberg ausreichend genossen hat.
Ein 2:1 Sieg gegen Bochum und alles ist gut. Wirklich? Gemeinsam mit Hans-Martin und Mathias diskutieren wir die Grundstimmung beim 1.FC Union. Neben dem Spielgeschehen geht es aber auch um die Frage, ob es nur mit einem solchem Kraftakt wie gegen den VfL in der zweiten Liga geht. Schließlich gingen einige Spieler die letzten zehn Minuten arg auf dem Zahnfleisch. Ein bisschen Boulevard-Inhalt gibt es zum Schluss: Warum wechselte Marcel Höttecke die Frisur?
O-Töne:
07:29 Min Michael Parensen über die (wiedererkämpfte) Liebe der Fans
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Vier. Zu. Null. Verloren. In Dresden. Dazu pfeifen die eigenen Fans, werfen mit Feuerzeugen und Bierbechern auf die Spieler. Ernüchtert sitzen wir mit Robert in unserer Küche. Wir diskutieren das Spiel der Mannschaft, das Verhalten der Fans und das Verhältnis zwischen Mannschaft und Anhängern. Dazu nehmen wir die Frage von Philipp auf, ob sich vielleicht das Anspruchsdenken bei den Fans verschoben habe. Die Aussprache beim Drachenbootcup und das Fantreffen mit Präsident Dirk Zingler sind weitere Themen.
O-Töne:
01:49 Min Uwe Neuhaus vor dem Spiel
02:08 Min SGD Eieiei
07:51 Min Uwe Neuhaus nach dem Spiel
21:07 Min Daniel Göhlert über einfache Fehler
22:16 Min Daniel Göhlert ist fassungslos
37:56 Min Torsten Mattuschka kneift die Arschbacken zusammen
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Alles wird gut. Auch die Ergebnisses des 1.FC Union. Beseelt sitzen wir mit Robert und Hans-Martin nach dem schönen 3:0 Sieg über Paderborn zusammen und lassen die Kasse des Phrasenschweines klingeln. Denn nichts macht erfolgreicher als Erfolg. Oder zufriedener.
Thematisch hangeln wir uns am Spiel entlang, reden über die Tore von Christian Stuff und Christopher Quiring. Glücklich machen uns die aktiven Außenspieler, unter anderem bedingt durch das Comeback von Michael Parensen und der taktischen Versetzung von Christoph Menz, die das flügellahme Spiel in Essen verblassen lassen. Kilian Pruschkes Debüt finden wir gut. Vor allem, wenn man bedenkt, welches Stigma Herthas U23-Keeper Sascha Burchert nach seinem Profidebüt anhaftet.
Es ist aber auch nicht alles toll. Die Abstimmungsprobleme in der Rückwärtsbewegung hat Paderborn nicht ausgenutzt. Geteilter Meinung sind wir auch über das Transparent “UNzufrieden”, das in Anspielung auf die Initialen von Cheftrainer Uwe Neuhaus vor dem Spiel gezeigt wurde. Das macht aber nichts, denn nach dem Spiel sind wir alle unzufrieden.
Abseits vom ersten Saisonsieg reden wir über die Ehrung von Keeper Marcel Höttecke als “Unioner des Jahres” und was das über die Leistung in der letzten Saison aussagt. Im Nachklapp zu den im letzten Podcast benannten Baustellen betrachten wir deren Schließung und überlegen, was der Einsatz des aussortierten Jérôme “der macht nie wieder ein Spiel für Union” Polenz beim Saisonauftakt der U23 über dessen Perspektive im Verein aussagt.
O-Töne:
00:20 Min Aufstellung SC Paderborn
01:47 Min Aufstellung 1.FC Union
05:45 Min Unsere Mannschaft, unser Stolz, unser Verein
12:34 Min Christian Stuff über sein Kopfballtor
21:18 Min Uwe Neuhaus über Ballgeschiebe nach 3:0
28:41 Min Michael Parensen über das Spiel
32:27 Min Michael Parensen und Christian Stuff über Kreis nach Spiel
52:36 Min Uwe Neuhaus über Krankenstand von Höttecke/Glinker
62:46 Min Auszeichnung Hötteckes als “Unioner des Jahres”
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