Teve328 – Das war Bunkerfußball

Union spielt 1:1 in einer zähen Partie gegen Heidenheim. Wir finden Erklärungen dafür, zufrieden sind wir allerdings nicht. Und überhaupt sind wir alle etwas erschöpft von dieser Saison.

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Ein zähes Spiel, ein Punkt und trotzdem gute Stimmung

Es gab sicher schon Spiele, die schöner anzusehen waren als das 1:1 gestern gegen Heidenheim. Angesichts der Tabellenkonstellation in der Zweiten Liga fand ich es schon ambitioniert, dass einige Leute durchaus ein Spiel mit vielen Torchancen erwartet haben. Es war ein zäher Abnutzungskampf und die ausgesprochen gute Laune auf den Rängen wich mehr und mehr der Erkenntnis, dass ein langer Atem nötig sein würde, um hier was mitzunehmen. Heidenheim war jedenfalls nicht angetreten, um spielerisch zu glänzen, sondern um keine Fehler zu machen. Und so sieht Fußball dann eben aus. Erst recht nachdem Marc Schnatterer verletzungsbedingt raus musste.

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Enormer Kraftaufwand, und trotzdem nur ein Punkt gegen Heidenheim.

Es bleibt anstrengend. Gleichzeitig kann niemand der Mannschaft oder den Fans vorwerfen, nicht alles gegeben zu haben. Ich will, dass es vorbei ist. Ich will mich darauf freuen, dass Jan Glinker und Steffen Baumgart in der nächsten Spielzeit zu uns kommen. Ich hab genug von dieser Saison.

Zentrale Probleme

Weil wir drüben auf Eiserne Ketten ein paar technische Probleme haben, gibt es mal hier die taktische Analyse zum Spiel am Nachmittag gegen Heidenheim, das Union mit einer Leistung auf gleichbleibend mittelmäßigem Niveau 1-1 spielt..

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31. Spieltag: 1. FC Union 1 – 1 Heidenheim – Peter Kurzweg wird mit seinem zweiten Startelf-Einsatz zum Heidenheim-Spezialisten

Überraschung

Auf Grund der Sperre von Marvin Friedrich, die eine Änderung der Startelf unvermeidlich machte, aber auch wegen Eigenheiten in Heidenheims Spielweise, war dies eines der Spiele, bei denen es im Vorfeld am schwierigsten war vorherzusagen, wie Union auflaufen würde. Mit einer Viererkette Friedrichs Position in der Abwehr schlicht wegfallen zu lassen war eine Option, oder besser zwei, denn der dort gesparte Spieler könnte in einer 433 Variante im Angriff, oder in irgendeinem 442 im Mittelfeld hinzukommen. Eine andere, ebenso variantenreiche, Option gaben Lennard Maloney und Micha Parensen: beide standen als möglicher direkter Ersatz für Friedrich bereit.

Doch die Aufstellung, für die sich André Hofschneider letztlich entschied, stand in keiner Vorschau, dafür aber in Person von Peter Kurzweg auf dem Platz. Der eigentliche Linksverteidiger Ersatz stand damit in dieser Zweitliga-Saison genau dann in der Startelf, wenn der Gegner Heidenheim hieß, aber nie als Linksverteidiger. Denn mit Kurzweg und wohl um die Defensive gegen Marc Schnatterer zu verstärken stellte Hofschneider auch das System um, auf ein 442 mit Raute, in dem Kurzweg links weiter auf dem Flügel spielte als Felix Kroos auf der rechten Seite.

Es steht sinnbildlich für André Hofschneiders Amtszeit im Ganzen, dass auch dieser Maßnahme nach nicht einmal zehn Minuten die Grundlage entzogen wurde, als Marc Schnatterer verletzt ausgewechselt werden musste. Kurzweg als zusätzliches defensivstarkes Element war nun weniger notwendig als zuvor, aber immer noch auf dem Platz. Es wäre aber unfair, die Probleme Unions, Offensivaktionen zu kreieren, an Kurzweg fest zu machen. Kurzweg hatte eine gute Aktion, als er Hedlund vor dessen Chance nach 24 Minuten gut Platz verschaffte und bediente. Es rechtfertigt aber andererseits seine Aufstellung auch nicht wirklich, auf die Chancen hinzuweisen, die er hatte und vergab. Davon gab es zwei, jeweils nach Läufen ins Sturmzentrum: ein Kopfball früh in der zweiten Halbzeit, und eine unsaubere Annahme eines Balles, den er besser Simon Hedlund überlassen hätte einige Minuten später unmittelbar nach der größten Chance von Heidenheim). Im Gegenteil: beide Aktionen wurden möglich, weil die Spitzen Hedlund und Skrzybski mit ihrem Tempo auf die Außen gehen und in der Mitte Räume öffnen, in die Mittelfeldspieler stoßen können. Aber die Eignung der Spieler in diesen Situationen zeigt sich eben (auch) in der Ausführung von, nicht (nur) der Beteiligung an solchen Aktionen. Kenny Prince Redondo traf aus einer Kopfballchance, die der von Kurzweg ähnlich sah.

Zentrales Problem

Immerhin waren diese Momente aber welche, in denen ein gewollter Mechanismus in Unions Offensivspiel funktionierte. Aus dem eigenen Spielaufbau heraus war das selten der Fall. Niemand hätte Arne Feick widersprechen können, als er nach dem Spiel sagte, Heidenheim habe das Spiel ohne Ball bis Mitte der zweiten Halbzeit gut kontrolliert habe: “Wir haben sehr, sehr wenig zugelassen, und Union ist auch nicht viel eingefallen.” Das lag auch daran, dass Union weiterhin keine Mittel hat, das eigene offensive Mittelfeld ins Spiel zu bringen.

Wo Zehner Dennis Daube Aktionen hatte, zeigt Unions Problem: nicht im Zehnerraum. Graphik von WhoScored.

Auf das Zurückfallen/Abkippen von Fürstner oder Kroos angesprochen sagte Marc Torrejón nach dem Spiel, es habe geholfen, sich aus dem Pressing der Heidenheimer Spitzen zu befreien. Das stimmt. Aber Heidenheims Pressing war nicht (durchgängig) so intensiv, dass diese Entlastung nötig gewesen wäre. Und wenn sie dazu führt, dass der Ball nur in ungefährlichen Räumen gehalten wird, hilft das dem Spiel insgesamt nicht. Denn wenn Fürstner und vor allem Kroos als zentrale Anspielstationen fehlten, führte das meistens dazu, dass Union über die Außenverteidiger weiterspielte. Es fiel Heidenheim dann recht leicht, auf Trimmel und Pedersen heraus zu schieben, sie an der Seitenauslinie zu stellen und Angriffe nicht wirklich entstehen zu lassen.

Mit diesen Problemen im Ballbesitzspiel kamen die vielversprechendsten Union Angriffe wieder zu Stande, wenn Bälle im zentralen Mittelfeld erobert und schnell nach vorn gespielt wurde, die ersten Aufbauphasen also weg fielen.

Wechsel

Nach dem positionsgetreuen Wechsel von Daube zu Gogia (der allerdings etwas mehr Aktionen im Zehnerraum hatte), wechselte Union mit der Einwechslung von Redondo und Philipp Hosiner das System, vor allem aber die Intensität und den Druck der Angriffsbemühungen, bei denen nun alle Offensiven deutlich aggressiver waren. Hosiner besetzte nun mit Hedlund das Angriffszentrum, Skrzybski den linken Flügel, während Redondo links zentraler spielte und so die Asymmetrie in Unions Spiel fortführte. Das in der entstehenden zehnminütigen Druckphase nur ein Tor fiel, war etwas unglücklich, insgesamt aber gerecht – Heidenheim hätte mit mehr etwas besser ausgespielten Kontern sehr gut auch öfter als nur ein Tor erzielen können.

Szene des Spiels

Die Doppelchance beider Mannschaften in der 53. und 54. Minute, als zunächst Trimmel den Ball nicht abschirmen konnte und Glatzel eine Großchance ermöglichte, dann Union über Kroos und Skrzybski konterte. Dass dabei wie auf der Gegenseite ein Verteidiger sich mittelmäßig geschickt anstellte, illustriert das Niveau des Spiels insgesamt, ebenso wie Kurzwegs Mangel an Übersicht und Ballkontrolle.

Endspiel 2/5

Ich könnte vor der Partie gegen Heidenheim heute um 13 Uhr von schlechten Vorzeichen sprechen, in dem ich wie der Tagesspiegel auf die vergangenen 3 Spiele gegen Frank Schmidts Mannschaft verweise, die Union verloren hat. Dann ist da noch die Umstellung in der Abwehr durch die Gelb-Sperre von Marvin Friedrich (der Kurier zählt auf, welche Optionen stattdessen in Frage kommen). Und zu zu allem Überfluss ist da noch die Meldung aus der Bild (nicht online), nach der Felix Kroos fraglich ist, da der Kapitän beim Abschlusstraining nicht dabei gewesen sein soll. Aber ich lasse mich davon nicht entmutigen. Probleme sind nur dornige Chancen oder so. Union hat heute die riesige Möglichkeit, den Klassenerhalt nahezu komplett klar zu machen. Und genau das ist es, wofür ich heute ins Stadion gehe.

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Anti-Fussball ist kein Alleinstellungsmerkmal

Als ich gestern zur Vorbereitung auf Unions Spiel morgen gegen Heidenheim anfing, mir ein Spiel von Heidenheim nochmal anzuschauen, musste ich mich überwinden, damit nicht nach fünf Sekunden wieder aufzuhören: Heidenheim hatte Anstoß – und nutzte den ersten Ballkontakt danach um den Ball 30 Meter in der gegnerischen Hälfte ins Aus zu schlagen. Das gelang mir, in dem ich mich daran erinnerte, dass Einwürfe des Gegners (tief) in dessen Hälfte ganz gute Situationen zum Pressing sind. Das hatte sich offenbar auch Heidenheim gedacht. Man fällt aber trotzdem ein bisschen vom Glauben an den Fußball ab, wenn man das sieht.

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Der Wechsel von Sebastian Polter zu Union hat sich für beide Seiten gelohnt

Ich weiß nicht, ob das Fahrsicherheitstraining, das einige Profis, Jens Keller und Busfahrer Sven Weinel gestern absolvierten, darauf vorbereiten soll, in den nächsten Wochen nicht ins Schlingern zu kommen. Aber vielleicht sollte ich auch einfach nicht von einer Sponsoren-Aktion auf die sportliche Situation schließen. Apropos schließen: Sebastian Polter hat gelernt, dass es besser ist, mit geschlossenen Fenstern durch eine Wassersäule zu fahren:

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Teve311 – Ein Hauch von Zidane wehte durch die Voith-Arena

Union verliert ein Freakspiel in Heidenheim mit 3:4 und wir überlegen, was wir eigentlich daraus mitnehmen können. Wir reden über Jakob Busks Fehler und Steven Skrzybskis Tore.

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Und wir dachten, Freakspiele gibt es nur gegen Nürnberg

“Wir haben sehr viele einfache Fehler gemacht. Sowohl in Ballbesitz als auch gegen den Ball. So haben wir Heidenheim aufgebaut. Durch die Fehler sind wir nicht ins Spiel gekommen.” Mit diesen Worten von Jens Keller nach der 3:4 Niederlage in Heidenheim könnte ich auch gleich wieder aufhören. Denn trotz der 3 Tore war das ein Spiel zum Vergessen, in dem wenig funktioniert hat. Und ganz ehrlich: Ich hatte das Label “Freakspiel” eigentlich für die Partien gegen Nürnberg reserviert. Dass ich das jetzt noch einmal rausholen musste, passt mir gar nicht.

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Seitenverkehrt

Nach der letzten Länderspielpause des Jahres steht in der zweiten Liga zwar kein so absurd dichtes Programm wie etwa in der Premier League, aber doch eine entscheidende Saisonphase an. Und die beginnt für Union mit einer der längeren Auswärtsfahrten, nach Heidenheim, natürlich nicht ohne die obligatorischen Reiseselfies:

Heidenheim wir kommen🛫 @marcelhartel7 @cihankahraman36 @peterkurzweg13

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