Natürlich stellt sich erst jetzt heraus, dass Rafal Gikiewicz tatsächlich mal Stürmer war

Wir sind alle noch nicht damit fertig, Rafal Gikiewicz für sein Tor zu feiern. Auch die Berliner Medien nicht. Dabei kommen erwartbare Informationshäppchen zu Tage, wie dass Gikiewicz in der Jugend auch im Sturm gespielt hat. Sein Zwillingsbruder ist übrigens weiter Stürmer (Transfermarkt). Ob dieses Tor es wahrscheinlicher macht, dass Gikiewicz für Polens Nationalmannschaft in Frage kommt, wie in einigen Berichten angedeutet-bis-eingefordert wird, sei mal dahingestellt. Ohnehin hätte er aktuell nur eine Chance, den mittelmäßig beliebten Posten als dritter Torhüter zu besetzen.

Torwart Rafal Gikiewicz gibt den Jubel der Fans an seine Mitspieler weiter, Foto: SF/Matze Koch

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#348 – Fünf Herzen, null Geldsäcke

Beim 1:1 gegen Heidenheim überwiegt auch bei uns die Freude über den späten Ausgleich durch den Torhüter Rafal Gikiewicz. Aber ein offensiver Plan A wäre auch toll. Außerdem diskutieren wir ausführlich Unions Vorschläge zur Veränderung des Profifußballs.

Union-Präsident Dirk Zingler vor dem Spiel gegen Heidenheim bei Sky, Foto: SF/Matze Koch

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Wenn es vorne nicht klappt, gibt es immer noch Rafal “Alles muss man selber machen” Gikiewicz

Ich habe mir zu Hause fast die Hand gebrochen, so stark schlug ich mit der Hand immer wieder auf den Tisch, nachdem Rafal Gikiewicz in der Nachspielzeit zum 1:1 traf (ich hatte aber Glück, im Gegensatz zu Mario Gomez, der sich vor 11 Jahren bei einer solchen Aktion tatsächlich die Hand brach). Es war so ein Moment, in dem ich nicht wusste, wohin mit meinen Gefühlen. Wie viel lieber hätte ich mir Bier über den Kopf gießen lassen, wäre wie wahnsinnig herumgesprungen und hätte alle umarmt. Aber ich hatte mich aus Vernunftgründen dafür entschieden, lieber an einer Präsentation zu arbeiten. Selbst schuld. Dafür kann ich mich an diesem Bild nicht mehr satt sehen, auf dem den Heidenheimer Spielern das Entsetzen ins Gesicht geschrieben steht.

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Wenn Sebastian Polter mit seinem Comeback-Tor auch noch das “Tor des Monats” holt, wäre das Märchen perfekt

Ich habe als erste Amtshandlung heute morgen für Sebastian Polter für das Tor des Monats in der Sportschau gestimmt. Schade, dass nur die Tore gezeigt werden. Denn wenn noch die Geschichte von Sebastian Polter mit den 7 Monaten Verletzungszeit und der Diskussion um eine vielleicht noch nicht so treffsichere Offensive vor der Partie dazu erzählt werden würde, könnte Unions Stürmer mit einem Ergebnis rechnen, das jeden Parteitag in den Schatten stellt. Aber so müssen wir alle ran für das Zweite Union-Tor des Monats in der Sportschau-Geschichte (das erste könnt ihr hier sehen inklusive Zersägen der Medaille).

Abstimmen könnt ihr direkt hier.

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Heidenheim ist nicht nur Marc Schnatterer

Es ist verständlich, wenn jemand bei Spielern des 1. FC Heidenheim nur Marc Schnatterer einfällt. Auch in Heidenheims letztem Spiel bestimmte er die Schlagzeilen, als er mit einem direkten Freistoß (was sonst?) kurz vor Schluss das 3-2 Siegtor für Heidenheim schoss.

Marc Schnatterer, Foto: Matze Koch

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Unions Thesen und Vorschläge: Einige wollen debattieren, manche Bundesliga-Manager aber lieber nicht

Na, seid ihr bereit für ein bisschen DFL-Astrologie? Denn die Deutsche Fußball-Liga hat gestern eine kurze Veröffentlichung gemacht, die sich durchaus als Replik auf Unions Thesen und Vorschläge zur Veränderung im deutschen Profifußball lesen lässt:

Im Rahmen von fünf Regionalkonferenzen haben die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga in den vergangenen Wochen über eine Strukturreform des DFL Deutsche Fußball Liga e.V. diskutiert. In einer offenen Atmosphäre fand dabei auf Initiative von DFL-Vizepräsident Peter Peters ein konstruktiver und umfassender Austausch statt. Ab Ende Oktober soll nun die weitere Abstimmung unter den Clubs stattfinden, damit eine Antragsstellung von Club-Seite auf den Weg gebracht werden kann. Ein Antrag seitens des DFL-Präsidiums oder der DFL GmbH wird nicht erfolgen. Für eine Satzungsänderung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich.

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Teve328 – Das war Bunkerfußball

Union spielt 1:1 in einer zähen Partie gegen Heidenheim. Wir finden Erklärungen dafür, zufrieden sind wir allerdings nicht. Und überhaupt sind wir alle etwas erschöpft von dieser Saison.

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Foto: Stefanie Fiebrig

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Ein zähes Spiel, ein Punkt und trotzdem gute Stimmung

Es gab sicher schon Spiele, die schöner anzusehen waren als das 1:1 gestern gegen Heidenheim. Angesichts der Tabellenkonstellation in der Zweiten Liga fand ich es schon ambitioniert, dass einige Leute durchaus ein Spiel mit vielen Torchancen erwartet haben. Es war ein zäher Abnutzungskampf und die ausgesprochen gute Laune auf den Rängen wich mehr und mehr der Erkenntnis, dass ein langer Atem nötig sein würde, um hier was mitzunehmen. Heidenheim war jedenfalls nicht angetreten, um spielerisch zu glänzen, sondern um keine Fehler zu machen. Und so sieht Fußball dann eben aus. Erst recht nachdem Marc Schnatterer verletzungsbedingt raus musste.

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Enormer Kraftaufwand, und trotzdem nur ein Punkt gegen Heidenheim.

Es bleibt anstrengend. Gleichzeitig kann niemand der Mannschaft oder den Fans vorwerfen, nicht alles gegeben zu haben. Ich will, dass es vorbei ist. Ich will mich darauf freuen, dass Jan Glinker und Steffen Baumgart in der nächsten Spielzeit zu uns kommen. Ich hab genug von dieser Saison.

Zentrale Probleme

Weil wir drüben auf Eiserne Ketten ein paar technische Probleme haben, gibt es mal hier die taktische Analyse zum Spiel am Nachmittag gegen Heidenheim, das Union mit einer Leistung auf gleichbleibend mittelmäßigem Niveau 1-1 spielt..

fcufch

31. Spieltag: 1. FC Union 1 – 1 Heidenheim – Peter Kurzweg wird mit seinem zweiten Startelf-Einsatz zum Heidenheim-Spezialisten

Überraschung

Auf Grund der Sperre von Marvin Friedrich, die eine Änderung der Startelf unvermeidlich machte, aber auch wegen Eigenheiten in Heidenheims Spielweise, war dies eines der Spiele, bei denen es im Vorfeld am schwierigsten war vorherzusagen, wie Union auflaufen würde. Mit einer Viererkette Friedrichs Position in der Abwehr schlicht wegfallen zu lassen war eine Option, oder besser zwei, denn der dort gesparte Spieler könnte in einer 433 Variante im Angriff, oder in irgendeinem 442 im Mittelfeld hinzukommen. Eine andere, ebenso variantenreiche, Option gaben Lennard Maloney und Micha Parensen: beide standen als möglicher direkter Ersatz für Friedrich bereit.

Doch die Aufstellung, für die sich André Hofschneider letztlich entschied, stand in keiner Vorschau, dafür aber in Person von Peter Kurzweg auf dem Platz. Der eigentliche Linksverteidiger Ersatz stand damit in dieser Zweitliga-Saison genau dann in der Startelf, wenn der Gegner Heidenheim hieß, aber nie als Linksverteidiger. Denn mit Kurzweg und wohl um die Defensive gegen Marc Schnatterer zu verstärken stellte Hofschneider auch das System um, auf ein 442 mit Raute, in dem Kurzweg links weiter auf dem Flügel spielte als Felix Kroos auf der rechten Seite.

Es steht sinnbildlich für André Hofschneiders Amtszeit im Ganzen, dass auch dieser Maßnahme nach nicht einmal zehn Minuten die Grundlage entzogen wurde, als Marc Schnatterer verletzt ausgewechselt werden musste. Kurzweg als zusätzliches defensivstarkes Element war nun weniger notwendig als zuvor, aber immer noch auf dem Platz. Es wäre aber unfair, die Probleme Unions, Offensivaktionen zu kreieren, an Kurzweg fest zu machen. Kurzweg hatte eine gute Aktion, als er Hedlund vor dessen Chance nach 24 Minuten gut Platz verschaffte und bediente. Es rechtfertigt aber andererseits seine Aufstellung auch nicht wirklich, auf die Chancen hinzuweisen, die er hatte und vergab. Davon gab es zwei, jeweils nach Läufen ins Sturmzentrum: ein Kopfball früh in der zweiten Halbzeit, und eine unsaubere Annahme eines Balles, den er besser Simon Hedlund überlassen hätte einige Minuten später unmittelbar nach der größten Chance von Heidenheim). Im Gegenteil: beide Aktionen wurden möglich, weil die Spitzen Hedlund und Skrzybski mit ihrem Tempo auf die Außen gehen und in der Mitte Räume öffnen, in die Mittelfeldspieler stoßen können. Aber die Eignung der Spieler in diesen Situationen zeigt sich eben (auch) in der Ausführung von, nicht (nur) der Beteiligung an solchen Aktionen. Kenny Prince Redondo traf aus einer Kopfballchance, die der von Kurzweg ähnlich sah.

Zentrales Problem

Immerhin waren diese Momente aber welche, in denen ein gewollter Mechanismus in Unions Offensivspiel funktionierte. Aus dem eigenen Spielaufbau heraus war das selten der Fall. Niemand hätte Arne Feick widersprechen können, als er nach dem Spiel sagte, Heidenheim habe das Spiel ohne Ball bis Mitte der zweiten Halbzeit gut kontrolliert habe: “Wir haben sehr, sehr wenig zugelassen, und Union ist auch nicht viel eingefallen.” Das lag auch daran, dass Union weiterhin keine Mittel hat, das eigene offensive Mittelfeld ins Spiel zu bringen.

Wo Zehner Dennis Daube Aktionen hatte, zeigt Unions Problem: nicht im Zehnerraum. Graphik von WhoScored.

Auf das Zurückfallen/Abkippen von Fürstner oder Kroos angesprochen sagte Marc Torrejón nach dem Spiel, es habe geholfen, sich aus dem Pressing der Heidenheimer Spitzen zu befreien. Das stimmt. Aber Heidenheims Pressing war nicht (durchgängig) so intensiv, dass diese Entlastung nötig gewesen wäre. Und wenn sie dazu führt, dass der Ball nur in ungefährlichen Räumen gehalten wird, hilft das dem Spiel insgesamt nicht. Denn wenn Fürstner und vor allem Kroos als zentrale Anspielstationen fehlten, führte das meistens dazu, dass Union über die Außenverteidiger weiterspielte. Es fiel Heidenheim dann recht leicht, auf Trimmel und Pedersen heraus zu schieben, sie an der Seitenauslinie zu stellen und Angriffe nicht wirklich entstehen zu lassen.

Mit diesen Problemen im Ballbesitzspiel kamen die vielversprechendsten Union Angriffe wieder zu Stande, wenn Bälle im zentralen Mittelfeld erobert und schnell nach vorn gespielt wurde, die ersten Aufbauphasen also weg fielen.

Wechsel

Nach dem positionsgetreuen Wechsel von Daube zu Gogia (der allerdings etwas mehr Aktionen im Zehnerraum hatte), wechselte Union mit der Einwechslung von Redondo und Philipp Hosiner das System, vor allem aber die Intensität und den Druck der Angriffsbemühungen, bei denen nun alle Offensiven deutlich aggressiver waren. Hosiner besetzte nun mit Hedlund das Angriffszentrum, Skrzybski den linken Flügel, während Redondo links zentraler spielte und so die Asymmetrie in Unions Spiel fortführte. Das in der entstehenden zehnminütigen Druckphase nur ein Tor fiel, war etwas unglücklich, insgesamt aber gerecht – Heidenheim hätte mit mehr etwas besser ausgespielten Kontern sehr gut auch öfter als nur ein Tor erzielen können.

Szene des Spiels

Die Doppelchance beider Mannschaften in der 53. und 54. Minute, als zunächst Trimmel den Ball nicht abschirmen konnte und Glatzel eine Großchance ermöglichte, dann Union über Kroos und Skrzybski konterte. Dass dabei wie auf der Gegenseite ein Verteidiger sich mittelmäßig geschickt anstellte, illustriert das Niveau des Spiels insgesamt, ebenso wie Kurzwegs Mangel an Übersicht und Ballkontrolle.