Teve183 – Aber die Wurst war gut

Sollte noch wer von der Relegation geträumt haben, so kann er spätestens jetzt den Rest der Saison genießen. In Aue gab es eine 2:3-Niederlage, drei merkwürdige Elfmeter und dafür ein paar, die nicht gegeben wurden. Aber wenigstens die Wurst war gut.


Foto: Koch

Shownotes

Teve182 – Wir machen das mit der Spielkultur

Kaum ist der Aufstieg öffentlich abgehakt, wirbelt Trainer Uwe Neuhaus sein Team durcheinander. Die Mannschaft gewinnt souverän 2:0 gegen Cottbus und wir sind schon versöhnt. Außerdem waren wir beim 11mm Fußballfilm-Festival.

Foto: Koch

Shownotes

Intro

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Das 2:0 gegen Cottbus

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Jörg BöhmeNeuhaus wirbelt die Startelf durcheinanderMehr Spielkultur bei UnionRené Rennos Fußballtraining-BlogRené Rennos Geheimnis: „Geld verdienen im Internet“Lob für Christopher QuiringInterview mit drei Union-AnhängerinnenBrandy.

Der ewige Kampf gegen die Zaunpinkler

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Sicherheitsleute gegen ZaunpinklerSchilder haben nicht geholfenWo sind die Festivaltoiletten?.

Zurück zum Spiel: Wer vermisst Cottbus?

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Cottbuser Fans verdienen sich RespektMosquera nicht mehr bei Cottbus, jetzt in PortugalBaris Özbek hat eine schlechteren Ruf als er verdientBrandy hat nur drei Tore in elf Spielen gegen Union geschossen..

Verabschiedung

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Kino: Shortkicks bei 11mm

Shortkicks heißt der Kurzfilm-Wettbewerb des 11mm-Festivals. Eine prominent besetzte Jury ermittelt den besten Fußballkurzfilm des Jahres. Sieben Filme traten an, klarer Sieger wurde der Animationsfilm “I love Hooligans” von Jan-Dirk Bouw.

“Wer möchte nicht in den Armen seines Liebsten sterben?” ist ein Satz aus diesem Film, der lange nachhallt. Erzählt wird die Geschichte eines homosexuellen Mannes aus der Hooligan-Szene, der gelernt hat, nicht aufzufallen, weil sich seine beiden Welten auf eine lebensbedrohende Art nicht miteinander vertragen. Seine Entscheidung für die Szene um den Fußball ist zugleich eine Entscheidung gegen eine Beziehung.

Ursprünglich plante Bouw einen anderen Film, sagte er bei der Preisverleihung. Auf der Suche nach einem schwulen Fußballspieler stellte der ihm seinen jetzigen Protagonisten vor. Der wiederum wollte seine Biografie publik machen, aber ohne seine Identität preis zu geben. Jan-Dirk Bouw hat die Herausforderung angenommen und eine als Animationsfilm verkleidete Dokumentation gemacht, sehr dicht erzählt und mit Bildern zwischen Brutalität und Poesie, die man schwer wieder los wird.

Kino: Fla x Flu – 40 Minutos Antes do Nada

Flamengo gegen Fluminense oder kurz Fla-Flu ist das historische Duell der beiden bekanntesten Clubs aus Rio de Janeiro. Fla-Flu habe es schon 40 Minuten vor der Entstehung der Welt gegeben, lautet ein geflügeltes Wort, das sich die Anhänger beider Seiten zu eigen gemacht haben. Seit über 100 Jahren sind sie einander in inniger Feindschaft verbunden, und so kann man tatsächlich über mehrere Generationen hinweg Fans und Spieler dazu befragen, wie sie zueinander stehen.

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Die Dokumentation arbeitet denn auch überwiegend mit Interviews. Ehemalige Spieler wie Romario, Assis, Zico erzählen, wie sie die Spiele wahrgenommen haben. Fans erklären, warum es für sie nur dieser und nicht der andere Verein sein konnte. Die meisten gegen die besten Fans, heißt es da. “Flamengo ist groß, enorm, absolut. Egal was die anderen Vereine gewinnen, sie werden nie so groß sein.” Dem setzt die andere Seite entgegen, es sei sehr schön, dass Flamengo in der Überzahl sei, denn das sind “Viele Feinde, die unseren Sieg sehen”. Flamengo gilt als laut, Fluminense als elegant. Bis zu diesem Punkt ist der Film lediglich die Abbildung einer alten Rivalität ohne überraschendes Moment. Man hasst sich “aus Gründen”, und es ist doch eher Zufall, ob man Flamengo oder Fluminense unterstützt.

Dann aber hatte Regisseur Renato Terra die Idee, die vermeintlichen Gegner miteinander zu konfrontieren. Die Reaktionen könnten unterschiedlicher kaum ausfallen. “Que coisa”, sagt einer der älteren Fans – und danach gar nichts mehr. Von Gelächter bis Tränen, von “Schönes Trikot” bis “Es dreht mir den Magen um”, von Schweigen bis Anektdotenerzählen löst dieser Trick des Filmemachers alle denkbaren Reaktionen aus. Ab diesem Augenblick vermittelt der Film tatsächlich eine Ahnung davon, was Fla-Flu ausmacht.

Es ist der zweite Film aus dem Themenschwerpunkt Brasilien, den ich bei 11mm gesehen habe. Es ist zugleich der zweite, bei dem mir auffiel, welches Gewicht dort die Meinungen von Fans haben, wieviel Zeit ihnen in den Filmen eingeräumt wird – im Verhältnis kaum weniger als den Spielern. Es ist eine andere Perspektive als die, die ich aus der täglichen Berichterstattung gewohnt bin, aus der sich sowohl Futebol total als auch Fla x Flu dem Fußball nähern. Fans sind hier nicht das winkende Hintergrundelement, sondern der Motor. Sie sind der Grund, warum Fußball veranstaltet wird. Deshalb zählen ihre Stimmen. Ich mag das.

Kino: Futebol total

Ganz knapp sind die deutschen Untertitel fertig geworden, gerade pünktlich zum Beginn der Aufführung. Der Dokumentarfilm “Futebol total” von Carlos Niemeyer entstammt einem brasilianischen Archiv, dessen Produktionen in Europa bisher nicht gezeigt wurden. “Futebol total” begleitet die brasilianische Nationalmannschaft durch die Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland.

Niemeyers Fußballreportage zeichnet sich durch eine große Nähe zum Objekt seiner Berichterstattung aus. Das ist ganz wörtlich gemeint. Extreme Nahaufnahmen vom Spielfeld, aber auch von Zuschauern auf der Straße, in Kneipen oder Stadien, Begleitern der Nationalmannschaft, die das Hotel belagern, sind kaum möglich. Beim Ansehen fürchtet man stets um den Kameramann. Das brasilianische Fußballpublikum spielt in “Futebol total” eine ebenso wichtige Rolle wie das Team selbst. Die Leute kommentieren die Leistungen der Mannschaft, diskutieren die Aufstellung, reagieren auf Spielsituationen. Manchmal ist das komisch, aber nie lächerlich.

Der Film hat Längen, aber auch unerhörte, großartige Bilder. Letztlich genau das, was Sönke Wortmanns Sommermärchen fehlt.

Kino: The Class of ´92

The Class of ´92 feiert das Manchester United von Ryan Giggs, David Beckham, Paul Scholes, Nicky Butt und den Neville-Brüdern Phil und Gary. In der Saison 95/96 entschied Alex Ferguson, sie von der Jugendmannschaft in den Profikader zu berufen. In dem Dokumentarfilm von Ben und Gabe Turner werden die Anfänge der Jungprofis bis zum Championsleague-Finale 1999 nachgezeichnet. Zugleich werden die Entwicklung einer Mannschaft und die Veränderungen im England der 90er Jahre sichtbar gemacht. Ganz nebenher ist es ein Film über das Älterwerden (nur in wenigen Fällen: über das Erwachsenwerden).

Um die Teenagerjahre seiner Protagonisten zu zeigen, greift der Film auf Archivmaterial zurück. Dagegen geschnitten werden neue Interviews, in denen Giggs und Kollegen aus der Nachkarriere-Perspektive ihre Jugend bei Manchester United beschreiben. Initiationsriten, besondere Fußballmomente, Jugendsünden. Aber sie charakterisieren auch einander und wirken gerade dabei noch immer wie ein Team. Zwar entsteht trotz der Anekdoten, die sie erzählen, nicht der Eindruck, man kenne sie jetzt persönlich. David Beckham bleibt der, den seine Mitspieler als “zu hübsch für Fußball” empfanden und dessen popkulturelle Anwandlungen sie eher mit Sorge betrachteten. Es entwickelt sich aber ein Gespür dafür, warum diese Mannschaft soviel Erfolg hatte: Weil selbst David Beckham ein Teamplayer war. Am Ende entsteht das Bild von sechs recht unbekümmerten Teenagern, die sich gemeinsam und nicht als Konkurrenten in das Abenteuer Profifußball stürzen.

Zwei besondere Kommentatoren hat der Film. Eric Cantona, der eben dieser stark verjüngten Mannschaft von Manchester United angehörte. Im Film nimmt er die Rolle des bärbeißigen Teddys ein, den man hat, weil man ihn schon immer hatte, und sagt im gewohnt französischen Englisch rätselhafte Sachen. Der zweite Kommentator ist Zinedine Zidane: Sparsam mit Worten, höflich und elegant in jeder Geste. Beide sind für das Verständnis des Films nicht zwingend nötig, sie sind gewissermaßen die Kirsche auf der Sahnehaube der Torte.

Ich habe schon Filme an ihrem Superstaraufgebot sterben sehen: Dieser gehört nicht dazu. Deshalb, weil der Fokus bei den Hauptpersonen bleibt und niemand mehr Zeit bekommt, nur weil er prominenter ist. Die Einbettung in den zeitgeschichtlichen Kontext funktioniert ebenfalls sehr gut, weil Tony Blair England erklärt. Wer sich für englischen Fußball in den 90ern interessiert, wird viel Freude an The Class of ´92 haben.

Wer´s gestern verpasst hat: Der Film läuft heute um 22:00 noch einmal auf dem 11-mm-Festival im Kino Babylon, Berlin Mitte.

Union fürs Leben und Mütterchen Tusche

Die Premiere “Union fürs Leben” am Donnerstagabend im Kino Babylon (Bilder von der Uraufführung) wird sicher eine Erwartung nicht erfüllt haben. Der Dokumentarfilm, der das Fußballfilmfestival 11mm eröffnete, ist kein Fußballfilm. Union spielt zwar die Hauptrolle, aber der Fußball nicht. Union ist das, was die Protagonisten im Film zusammenhält. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Anschau-Empfehlung.

Dazu eine kurze Linkliste:

Foto: Pfeiffer

Mütterchen Tusche

Meine Tante stammt aus Perm. Das ist kurz vor dem Ural. Immer wenn wir gemeinsam Union sehen, muss sie heftig lachen. Das liegt an Torsten Mattuschka. Immer wenn der Kapitän durch das Bild pflügt und der Kommentator seinen Namen nennt, kichert sie. Leise sagt sie dann immer wieder zu sich: “Maaatuschka, hihihi.” Damit wird der aktuell etwas bärbeißig daherkommende Tusche leben müssen, dass jeder halbwegs Slawischsprechende weiß, dass der Union-Kapitän eigentlich “Mütterchen” heißt.

Der Kurier kümmert sich um Marco Gebhardt. Warum? Er spielte für beide Klubs. Das reicht. Mich irritiert ja darin vor allem der Satz: “Dass Union hoch wollte und das öffentlich machte, sieht er positiv: „Ich finde es gut, dass der Verein das gesagt hat und welchen Weg er geht.“ Dass es am Ende nicht reicht, ist überhaupt nicht schlimm.” Ist mir neu, dass Union das öffentlich gemacht hat. Es war eher so wie bei des Kaisers neue Kleider. Jeder hat es gesehen, was das Ziel war, aber es auszusprechen traute sich niemand. Es gibt sogar ein Video, das zeigt, was passiert, wenn jemand bei Union von Aufstieg spricht.

Ansonsten sollten wir alle mal prüfen, ob Jörg Böhme noch einen Spielerpass hat. Den Grund hat die BZ.

Heimspielkino.

Grüner Rasen anstelle des roten Teppichs, das hat inzwischen Tradition vor dem Kino Babylon. Hereinspaziert sind zum Auftakt des 11mm-Fußballfilmfestivals vor allem Unioner. Der Dokumentarfilm “Union für´s Leben” von Rouven Rech und Frank Marten Pfeiffer feierte heute Abend Premiere, und beide Vorstellungen waren komplett ausverkauft. Berliner Pilsner, Eberswalder vom Grill, Torsten Mattuschka, die Reservebank, Dirk Zingler, AF-TV – alles ganz wie in der Alten Försterei. Nur das Sitzen war etwas ungewohnt.

Ein Glücksgriff, ein Heimspiel ist dieser Eröffnungsfilm. Er porträtiert genau und doch mit leichter Hand fünf Menschen, die zu Union gehören. Es ist zugleich ein Berlin-Film, eingerahmt von Fußball in Köpenick. Genau der richtige Film also, um sich auf die kommenden fünf Tage einzustimmen.

Teve181 – Mentales Saisonende

Der 1. FC Union verliert 1:2 in Sandhausen und Trainer Uwe Neuhaus damit jegliche Hoffnung auf den Aufstieg. Wir geben dem Trainer (wie fast immer) recht und suchen Trost in all dem, was Union neben Fußball ausmacht.


Foto: Koch

Shownotes

Teve180 – Uwe Seeler macht sich Sorgen um den Union-Aufstieg

1:1 ist mittlerweile das Standardergebnis von Union. Zum vierten Mal in den sieben Spielen dieses Jahres endet eine Partie so. Auch die gegen Paderborn. Wir diskutieren schon die nächste Saison und fragen uns, wie denn der nächste Schritt aussieht. Dabei hilft uns als Gast Florian vom HSV-Podcast Rautenradio. Und das, obwohl er keine Ahnung von Auf- und Abstiegen hat.

Foto: Koch

Shownotes