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“Kiekt euch dit an – so wird jekämpft!”

Mit diesen Worten wurde gestern die Mannschaft des 1.FC Union Berlin beim alljährlichen Drachenbootrennen der Unioner begrüßt. “Begrüßt” heißt nicht unbedingt “Willkommen geheißen”. Nach der Niederlage in Dresden war die Stimmung fühlbar angespannt. Dennoch kam man schließlich miteinander ins Gespräch. Umlagert wurde vor allem Torsten Mattuschka, bevor sich Uwe Neuhaus (“… und jetzt schnappen wir uns den Coach”) den Fragen der Fans stellte. Viel zu erklären hatten beide Seiten. Etwa, seit wann es bei Union üblich ist, die eigene Mannschaft auszupfeifen und mit Bechern und Feuerzeugen zu bewerfen. Aber auch die Ursachen für das Dresdner Debakel.

Und wie jetzt weiter? Heile, heile Gänschen? Sicherlich ist nicht alles wieder gut, weil man mal drüber geredet hat. Dem beiderseitigen Verständnis hat es aber gewiss nicht geschadet. Ein geschickter diplomatischer Zug allemal, denn es fällt schwer, “die Mannschaft” pauschal zu beschimpfen, wenn sie einem in Gestalt von Christian Stuff, Michael Parensen, Jan Glinker und Christopher Quiring gegenüber steht.

Den Werfern von Gegenständen sei gesagt, dass diese wunderbare Stadt andere sehr schöne Stadien für sie bereit hält. Und andere Bundesländer erst! Und Europa ist auch sowas von groß! Ich gehe zum 1.FC Union Berlin, nicht zum 1. FC Nullachtfuffzehn. Den Unterschied machen die Fans, nicht der Fußball.

Das Tor zum Herzen.

Die Alte Försterei ausverkauft. Das Flutlicht angeschaltet. Die zweite Hälfte läuft schon lange an diesem 17. September 2010. Gute 60 Jahre nach dem letzten Pflichtspiel gegeneinander steht es im Berliner Derby zwischen dem 1.FC Union und Hertha BSC 0:1. Dem frühen Tor von Peter Niemeyer folgt ein Spiel von Union, das niemand für möglich gehalten hat. Zweifel an der Mannschaft nach dem Pokal-Aus in der ersten Runde gegen Halle und den mageren Ergebnissen in der Liga werden vom Team weggerannt. Hertha spielt, als ob sie von einem Auto angefahren wurden. Die Spieler wanken. Doch sie fallen nicht.

Eine knappe Viertelstunde vor Abpfiff geht der Kapitän. Sein potentieller Nachfolger kommt. Mattuschka macht Platz für den leichtfüßigen Santi Kolk. Knapp fünf Minuten nach seiner Auswechslung nimmt der Holländer den Ball unweit der Mittellinie an. Er wird nicht angegriffen. Dann macht Santi, was er kann. Er sieht den Platz. Und läuft einfach los. Keiner geht ihm entgegen. Er nimmt Fahrt auf. Als sich ihm dann Mijatovic in den Weg stellt, hält er einfach drauf. Aus vielleicht 20 Metern. Danach passiert etwas, was alle im Stadion so gesehen haben. So und nicht anders. Wie in Zeitlupe fliegt der Ball. Ebenso langsam scheint Maikel Aerts zu fallen. So lang er sich auch streckt, der Ball dreht sich von den Torwarthandschuhen des holländischen Keepers weg in das Tor. Das Zuckertor.

Santis Treffer ist die Erfüllung einer Sehnsucht. Endlich ein Treffen auf Augenhöhe. Kein Freundschaftsspiel, wo der Eintritt auch mit Ost-Mark bezahlt werden konnte wie 1990. Kein Benefizspiel vor einigen hundert Fans im Olympiastadion, weil in Köpenick mal wieder die Pläne hoch flogen, aber das Geld knapp war. Keine Pflichtspiele in der Regionalliga gegen Hertha BSC II. Nein. Auch kein schönes Stadioneröffnungsspiel, das nur noch mehr die Sehnsucht nach dem richtigen, dem echten Spiel geweckt hat. Nein, es geht in der gleichen Liga gegeneinander. Zwar nicht unter den gleichen Voraussetzungen, aber unter den gleichen Wettkampfbedingungen. Um drei Punkte. Und um ein kleines bisschen mehr.

Für die drei Punkte hat es nicht gereicht. Es blieb beim 1:1. Aber das kleine bisschen mehr war nach der Partie im Gesicht von Werner Gegenbauer zu lesen. Mit verschränkten Armen an die Wand des heillos überfüllten Medien-Containers gelehnt, verfolgte der Präsident von Hertha die Ausführungen von Markus Babbel auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Seine Augen schauten ins Leere. Der Mund ein Strich. Worte mussten nicht gewechselt werden, um zu sehen, was in Gegenbauer vorgeht.

Der Rest sind Zahlen, die nichts über die Zuneigung zu Santi Kolk aussagen. Sieben Spiele über volle 90 Minuten. Insgesamt vier Tore geschossen. Einmal mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. Die Rolle des Anführers konnte er weder auf dem Spielfeld noch daneben ausführen. Die blieb Mattuschka vorbehalten. War er auf dem Platz, sah es aus, als würden seine Mitspieler nicht verstehen, was Santi spielen will. Dazu immer wieder Verletzungen. Für eine längere Reha ist er wieder zurück nach Holland gegangen. Er wohnte lieber am Potsdamer Platz als in der Nähe des Stadions. So ganz ist Kolk nie beim 1.FC Union angekommen. Am Ende sah es so aus, als hätte er richtig Heimweh gehabt. Obwohl ihn alle immer herbeigesehnt haben. Kolk und Union – Eine Liebe, die keine Beziehung geworden ist.

Mach’s gut, Santi. Danke für das Tor. Und das kleine bisschen mehr.

Testspielweltmeister.

Der 1.FC Union Berlin gewinnt auch sein letztes Testspiel gegen Heart of Midlothian mit 3:0. Zwei Fragen drängen sich auf. Wie hat uns Silvio gefallen, und was sind diese Siege wert?

Zumindest für das Selbstvertrauen sind sie wichtig. Uwe Neuhaus zeigt sich denn auch keineswegs enttäuscht vom schottischen Team. Dessen Qualität sei trainingsbedingt nicht durchgängig gegeben gewesen. Individuelle Klasse bescheinigt er speziell Mehdi Taouil, dem Zehner der Hearts. Insgesamt sei es aber vor allem eine konzentrierte Leistung seiner eigenen Mannschaft gewesen. Mit Simon Terodde und Silvio stünden zwei anspielbereite Stürmer zur Verfügung, die die Lücke finden und als Typen optimal zusammenpassen. Auch Simon Terodde sieht in seinem Sturmkollegen Silvio eine echte Bereicherung und zitiert die sprichwörtliche Konkurrenz, die das Geschäft belebt. Besonders, wenn John-Jairo Mosquera und Santi Kolk wieder fit sind. Spannend wird, wie sich Halil Savran hier einfügt. Letztlich kann Uwe Neuhaus auf die Frage “Wie sieht es im Sturm aus?” freundlich lächelnd mit “Gut!” antworten und gelassen auf die nun folgende Trainingswoche verweisen.

Silvio selbst schätzt seinen derzeitigen Fitnesszustand auf etwa 80%. Vom Team fühlt er sich gut angenommen, Eingewöhnungsschwierigkeiten hat er keine. Der Umweg Schweiz hat es ihm ermöglicht, sich an europäischen Fußball zu gewöhnen, sagt er. Neuhaus traut Silvio noch wesentlich mehr zu als das, was er heute gezeigt hat. Einer, der im Zweifel nicht auf den Pfiff wartet, sondern erst einmal wieder aufsteht und den Ball im Tor versenkt, wird aber wohl kaum Mühe haben, in Köpenick Freunde zu finden.

Michael Parensen, der dazu neigt, sich zu übernehmen, hat sich gefreut, überhaupt auf dem Platz zu stehen. “War schön, mal wieder bei der Mannschaft zu sein, die Wettkampfschnelligkeit zu erfahren.” Er will sich dennoch zurücknehmen, in Ruhe fit werden. Ihm fehlt ein Jahr, sagt sein Trainer. Läuft man Gefahr, nach sechs Siegen in Folge überheblich zu werden? “Die Testspielsiege waren super”, meint Parensen, “aber entscheidend ist es, am Freitag da zu sein. Die Saison wird kein Selbstläufer.”

Freuen wir uns trotzdem drauf? Aber hallo!

Wie ein Mannschaftsfoto entsteht.

Das alljährliche Mannschaftsfoto. Für die Spieler ist es wahrscheinlich ein noch anstrengenderer Termin als der berüchtigte Laktattest. Auf dem Platz steht die Mannschaft “Fußballspieler” der Mannschaft “Fotografen” gegenüber. Das Team in rot findet seine Ordnung recht schnell, was man über die Fotografen nicht sagen kann. Fotografen sind generell keine Teamplayer und stehen sich meist gegenseitig im Bild. Typische Sätze sind “Kopp runter!”, “Weg da!” und “Rück doch mal zur Seite!” Allerdings verlieren die Köpenicker Fußballspieler bei der Seitenwahl und müssen zur Strafe nun in die Sonne blinzeln. Kein Wunder, dass das zunächst freundliche Lächeln alsbald in angestrengtes Gesichtstillhalten übergeht. Die Presseabteilung assistiert an den Linien und achtet darauf, dass nonverbale Meinungsäußerungen wie das beliebte Blankziehen unterbleiben. Anschließend geht es eins gegen eins, Porträtaufnahmen. Die Fotografen schreiten unter Verrenkungen die Reihe ab. Strafrunden gibt es für die neuen Spieler. Die müssen für ein Extra-Foto auf eher unnatürliche Weise zu sechst einen Ball festhalten. Wer das überstanden hat, darf duschen und hat für die kommendenden 364 Tage fotofrei. Allerdings nur, wenn er über den Rest der Saison in keiner Weise auffällt.

Testspielsiegesserie.

Union gewinnt 4:0 gegen Carl Zeiss Jena. Getestet wird erneut vor allem, wie man Ausfälle verkraftet. Wenn es nach dem Spiel heißt “Ich habe Torsten Mattuschka nicht vermisst”, bedeutet das nichts im Hinblick auf Mattuschka. Vielmehr haben Markus Karl und Christoph Menz ihre Sache sehr gut gemacht. Steven Skrzybski möchten wir öfter sehen.

Zum Angriff bereit.

Das gewonnene Testspiel gegen Pogon Szczecin (1:0 durch Neuzugang Markus Karl) wollte Trainer Uwe Neuhaus nutzen, um langsam seine Stammelf zu formen. Die Aufmerksamkeit zog allerdings nicht das Spiel auf sich. Die polnischen Fans stellten sich selbst in den Mittelpunkt und ließen erahnen, wie der Schwerpunkt der Berichterstattung vor der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine aussehen wird.

Extra für die verspäteten Fans aus Szczecin wurde der Anpfiff um 30 Minuten nach hinten verschoben. Kurz nach Anpfiff gab es Probleme, als die nachrückenden polnischen Fans den Eintritt nicht zahlen wollten. Teilweise wurde in Zloty bezahlt, am Ende wurden sie ohne Eintritt durchgelassen. Die Situation eskalierte in einem Pfefferspray-Einsatz, der sowohl Polizei als auch Fans traf. Eltern mit Kindern, die den Fanblock verlassen wollten, durften auf die Sitzplatztribüne. Ein erschreckendes Bild des Gewaltexzess: Bei einer Schlägerei unter den polnischen Fans wird der bereits zu Boden gegangene Gegner noch mehrfach mit dem Fuß gegen den Kopf getreten.

Die Situation beruhight sich erst zur Hälfte der ersten Halbzeit. Die Fans hängen Zaunfahnen auf. Auf einer steht: “Elite Wyjazdow – Na atakcje gotow!” (Elite Reisen – Zum Angriff bereit!) Der Eindruck, dass sich hier das hässliche Gesicht der deutschen Fanszene der 80er und 90er Jahre zu Gast ist, bleibt. Zumal der glücklose John-Jairo Mosquera noch mit Affenrufen verunglimpft wird.

Als Markus Karl nach einer hübschen Freistoßvariante von Mattuschka das 1:0 köpft, gibt es kein Halten mehr. Allerdings wieder im polnischen Block. Neben den üblichen bengalischen Feuern, werden mehrere starke Böller auf das Spielfeld geworfen. Die Ordner bringen sich in Sicherheit. Bundesligaschiedsrichter Felix Zwayer unterbricht die Partie. Unverständlich, dass die Ultras von Union in dem Moment rufen: “Pyrotechnik ist kein Verbrechen!” Der Initiative “Pyrotechnik legalisieren” erweist sie damit keinen Dienst. Denn diese ächtet aufgrund der Verletzungsgefahr Böllerwürfe im Stadion und setzt sich bei DFB und DFL für kontrolliertes Abbrennen von Pyrotechnik ein.

Während in deutschen Stadien in solchen Momenten Spieler und Verantwortliche auf die Fans zugehen, um sie zu beruhigen, ist hier der Schiedsrichter das Ziel der Spieler. Alles sei nicht so schlimm. Zwayer ist allerdings nicht gewillt, sich in Verhandlungen zu begeben. Als Szczecins Trainer Marun Sasal seinen Spieler Blazej Radler nach der Auswechslung zur Halbzeit in der Mitte der zweite Hälfte wieder einwechseln will, bricht es aus ihm heraus. Er schreit den Trainer an: “Do you understand, what I say? If you don’t accept my decisions, you won’t play here anymore!”

Lust auf die Europameisterschaft im nächsten Jahr kommt nicht auf. Die Fans in Polen sehen sich massiven Repressionen ausgesetzt. Ob das die jeweils richtigen Antworten auf die Probleme in den Stadien in Polen sind, sei dahingestellt. Argumente für eine Lockerung der Maßnahmen lieferten die Fans aus Szczecin jedenfalls nicht. Uwe Neuhaus gab sich im Gespräch nach dem Spiel sehr unaufgeregt: “Ich finde es nicht so schlimm. Wenn man sich in Europa umguckt, ist das fast Gang und Gebe. Die Fans haben in jedem Spiel eine solche Phase, in denen zwei Minuten auf sie geachtet wird. Und diese Zeit sollen sie bekommen.” So kann man das sicher sehen. Allerdings grenzen solche Vorfälle diejenigen aus, die Fußball in einer Atmosphäre sehen wollen, die sich nicht in den Extremen Hooliganismus oder Langnese-Familienblock bewegt.

Update: Ein Video, dass die polnische Sicht zeigt. Ohne die ganzen negativen Erscheinungen, die im Text beschrieben wurden. Dafür ist sichtbar, wie die Böllerwürfe auf die Person wirkten, die die Kamera hielt. (Danke für den Hinweis an @mycrsoft)

Aller Anfang ist leicht.

Saisonauftakt. Für Fans und Mannschaft der entspannteste Moment des gesamten Jahres.

Wie man Eindrücke gewinnt.

Das erste Training nach der Sommerpause ist traditionell öffentlich. Es dient vor allem dazu, sich mit den neuen Gesichtern vertraut zu machen. Eindrücke von der spielerischen Qualität der Mannschaft gewinnt der Zuschauer daraus selten. Um so interessanter ist das Trainergespräch im Anschluss. Den Medienvertretern stand ein sichtlich erholter, ungewohnt offener Uwe Neuhaus Rede und Antwort. Sein Saisonfazit fiel dabei sehr persönlich aus.

Der für alle Positionen ausgerufene Konkurrenzkampf schließt die Torhüterposition ein. Die Situation in der letzten Saison habe beiden Torhütern nicht gut getan, so Uwe Neuhaus. Hier möchte er dieses Mal frühzeitig klare Verhältnisse schaffen.

Konkurrenz ganz anderer Art erhält Ahmed Madouni, der gestern nicht dabei war. Mit Marc Pfertzel und Patrick Zoundi verstärken zwei weitere Französisch-Muttersprachler das Team. Auf seinen Akzent angesprochen versichert Marc Pfertzel allerdings glaubhaft “isch mache das nischt absischtlisch”.

Simon Terodde

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Markus Karl

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Marc Pfertzel

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Uwe Neuhaus

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Neulich bei AF.tv

Am letzten Donnerstag war ***textilvergehen*** zu Gast bei AF.tv. Moderiert von Pressesprecher Christian Arbeit durften Tino Czerwinski, Gerald Karpa und ich Fragen an Dirk Zingler, den Präsidenten des 1.FC Union Berlin, stellen.

Nachdem die vergangene Saison mit einigen überraschenden Entscheidungen endete, war der Gesprächsbedarf der Unionfangemeinde enorm. Das spiegelte sich im Forum und auf diversen Internet-Plattformen wider und dürfte auch den Ausschlag dafür gegeben haben, dieses erste Interview zur neuen Spielzeit in einem etwas anderen Rahmen zu präsentieren. Während sonst mit Christian Arbeit oder Hannes Teubner Mitarbeiter der Pressestelle durch die Gespräche führen, waren es dieses Mal drei zwar dem Verein verbundene, aber eben nicht dort angestellte Personen, die nach Antworten suchten. Es mag anfangs etwas holpern, es ist dennoch der Blick von außen, der den Unterschied macht.

Erwartungsgemäß wurden denn auch recht ausführlich die Personalien Christian Beeck, Nico Schäfer und Theo Gries erörtert. In gewisser Weise war das therapeutisch. Vereinsführung und Fans starten hoffentlich befreiter, mit etwas weniger emotionalem Ballast in den heutigen Trainingsauftakt. Ein bißchen Zukunftsmusik gab es dennoch. Die neue Haupttribüne soll so schnell wie möglich gebaut werden. Aber, und das wünsche ich mir in Beton gegossen, “auf eine Art, die zu uns passt.”

Der zweiteilige Beitrag kostenfrei bei www.aftv-online.de anzusehen, setzt aber eine Registrierung voraus.

Grüße aus dem Sommerloch

Noch drei Tage, dann geht es wieder richtig los beim 1. FC Union. Endlich. Wir wagen uns ebenfalls aus dem Sommerloch und werden beim Trainingsauftakt am Montag entspannt durchzählen, wer das rot-weiße Trikot in der neuen Saison auftragen wird. Vier neue Spieler, dazu sieben Spieler aus der neuen U23 Mannschaft.

Der Applaus für Jérôme Polenz, so er denn beim Trainingsauftakt einlaufen darf, wird sich vielleicht in Grenzen halten. Schließlich blockiert er nach seiner Aussortierung im Winter eine Stelle im Kader. Und bis zum Schluss der Transferzeit am 31. August ist eine quälend lange Zeit. Mal sehen, wer in dem Poker den längeren Atem hat – Spieler oder Verein.

Ansonsten tat sich in der Sommerpause nicht viel. Bis auf die Aufreger um Santi Kolk, Tom Persich und Matias Concha passierte gar nichts. Ob das gut oder schlecht ist, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Union steht zu Saisonbeginn der 2. Liga am 15. Juli in Konkurrenz mit der Frauen-WM. Hinzu kommt die verstärkte mediale Zuwendung zu Hertha, die sich wieder auf den Bundesligabetrieb vorbereiten. Es wird spannend sein, zu sehen wie Union trotzdem weiter seinen eigenen Weg in Berlin gehen wird, ohne in der Aufmerksamkeit abzurutschen.