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Unions neue Kompetenz-Kompetenz

Der neue Mann an der Seite von Uwe Neuhaus heisst Nico Schäfer. Der 42-jährige, der zum 1.7. seine neue Rolle als „kaufmännisch-organisatorischer Leiter der Lizenzabteilung“; ein Titel, der jede Visitenkarte sprengt; antritt, beerbt damit offiziell Christian Beeck. Soweit die nüchternen Fakten.

Als Fan frage ich natürlich bei solchen, nach aussen hin, recht abrupt kommunizierten Wechseln, nach der Notwendigkeit und den Ursachen. Beides versuchte Dirk Zingler auf der heutigen Pressekonferenz zu beantworten.

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Die glorreichen Sieben.

Groß war das Lamento in der Hauptstadt, als der Abstieg von Hertha BSC feststand. Es sei eine Schande, dass ausgerechnet in Deutschland kein Hauptstadtverein in der obersten Spielklasse vertreten sei. Ganz so, als ob es vorher ein Bundesgesetz gegeben hätte, dass bis 1990 dem Bonner SC einen Stammplatz in der Bundesliga garantierte. Die Mär vom einzigen Hauptsstadtklub stimmt indes auch nur bedingt. Allerdings ist der Verweis auf den zweitklassigen FC Vaduz auch kein erstklassiger Freispruch.

Dafür kann Berlin für sich den Titel “Hauptstadt der Zweitklassigkeit” beanspruchen. Keine andere Stadt hat seit der Einführung der Spielklasse 1974 mehr Vereine in das Unterhaus entsandt. Dabei ist ein Teil dieser sieben Klubs mittlerweile in Spielklassen angekommen, die von den vergangenen Erfolgen wenig ahnen lassen.

Quelle: http://www.fussballdaten.de/zweiteliga/ewigetabelle

Spandauer SV

Viel bleibt dem Spandauer SV nicht. Aber den Titel der schlechtesten Mannschaft der zweiten Liga wird dem Verein niemand nehmen können. 1975 in die 2. Bundesliga Nord aufgestiegen, scheiterte die Mannschaft grandios und holte lediglich zwei Siege in 38 Partien. Ebenso wie Tasmania 1900 den Titel in der Bundesliga wohl für immer behalten wird, bleibt dieser auch beim SSV. Letzte Saison machte Spandau als Skandalnudel in der sechstklassigen Verbandsliga von sich reden, als der Verein wegen ausstehender Verbandsgebühren zeitweise vom Spielbetrieb suspendiert wurde oder im Ligaspiel aufgrund fehlender Spieler einfach der 56jährige Frank Marczewski eingesetzt, der 1976 noch mit dem SSV in der zweiten Bundesliga spielte. Mit zwei Siegen und sechs Punkten stand der Abstieg in die Landesliga fest.

Frank Marczewski mit dem Spandauer SV gegen den 1. FC Union II

SC Charlottenburg

Auch die große Zeit des SC Charlottenburg ist bereits Vergangenheit. Viel bekannter ist mittlerweile die Volleyballabteilung, die beständig mit Friedrichshafen um die Meisterschaft kämpft. Doch Ende der 70er Jahre stieg der SCC mit seiner Fußballmannschaft innerhalb von fünf Jahren vier Mal auf und stand in der Saison 83/84 in der 2. Bundesliga. Es folgte mit einem knappen Rückstand von zwei Punkten der sofortige Abstieg. Da tröstete auch eine positive Bilanz gegen Hertha (Sieg und Unentschieden) nicht. Andreas Köpke wechselte jedenfalls schnell den Verein und spielte ab der nächsten Saison bei Hertha BSC. Zweimal verpasste der SCC kurz darauf in der Aufstiegsrunde den Sprung in Liga zwei. Und ab Ende der 80er ging es bergab.

Heute spielt der SC Charlottenburg in der Landesliga. Einen Aufstieg in die zwei Klassen höhere Oberliga mag man ihm und seinen Anhängern allerdings angesichts solchen Liedgutes nicht wünschen. Die Polizei in Ostdeutschland ist da mittlerweile sehr sensibel:

Wir sind die Jungs vom SCC
wir sind ein stolzer Hieb
Und mancher der uns unterschätzt
schon auf der Strecke blieb

Refrain: “Schwarzes C” ist ok
“Schwarzes C” ist ok ja ja ja ja ja
“Schwarzes C” ist ok
wir sind ein stolzer Hieb

Quelle: www.scc-fussball.de

SC Wacker 04 Berlin

Vom Gründungsmitglied der zweiten Bundesliga ist nur noch ein Namensfragment geblieben. Der Verein wurde 1994 nach einem Konkurs aufgelöst und die Mitglieder traten dem Berliner FC Alemannia 90 bei, der seitdem als Berliner FC Alemannia 90 Wacker Fußball spielt. Nach der Gründung der zweiten Bundesliga spielte Wacker drei Spielzeiten in der neuen Spielklasse und gab letztmalig 1978/79 ein einjähriges Gastspiel. Diese Zeit ist identisch mit den Jahren, die Richard Golz in der dortigen Jugendabteilung verbrachte.

Heute geht es dem Verein um das Überleben in der 2. Abteilung der Landesliga, wo man dieses Jahr, Ironie der Geschichte, auf die ehemaligen Zweitligisten Spandauer SV und SC Charlottenburg trifft. Aus administrativer Sicht nicht unglücklich ist man darüber, dass Wacker 04 der Heimatverein von Bernd Schultz, dem derzeitigen Präsidenten des Berliner Fußballverbandes, ist.

SpVgg Blau-Weiß 1890 Berlin

Als sich der gesamte Westberliner Fußball Mitte der 80er Jahre dem Siechtum hingab, hielt Blau-Weiß 90 das Fähnchen hoch. Ab 1984 spielte der Verein im Profifußball. Als Tennis Borussia und Hertha BSC in die Amateurliga abstiegen, gelang dem Verein sogar der Aufstieg in die Bundesliga. Damit einher ging ein legendärer Auftritt im ZDF Sportstudio, als die Mannschaft mit dem Schlagersänger Bernhard Brink mitwippen durfte.

Sportlich in der Abstiegsrunde 1991/92 gerettet, entzog der DFB dem Verein die Lizenz für die neue Spielzeit, was Konkurs und Auflösung des Vereins zur Folge hatte. Die Traditionslinie setzt seitdem der SV Blau-Weiß 90 fort, der derzeit in der Berzirksliga wieder höhere Ziele ausgibt.

Tennis Borussia Berlin

Im Jahr der Gründung der zweiten Bundesliga spielte Tennis Borussia eine Etage höher und lernte das sogenannte Unterhaus nur im Falle des Abstieges kennen. Als die zweite Bundesliga 1981 eingleisig wurde, war der Verein ein Opfer der Reform und seiner vorher schlechteren Plazierungen. Ab da wurde bis auf die Saison 85/86 nur noch drittklassig gespielt.

1993 steigt Tennis Borussia in die zweite Liga auf, obwohl der 1. FC Union den Erfolg sportlich sicher hatte. Union hatte die Lizenzunterlagen mit einer gefälschten Bankbürgschaft erhalten. Darum, auf welchem Wege und unter welchen Umständen diese Informationen zum damaligen Präsidenten von Tebe, Jack White, kamen, ranken sich verschiedene Legenden. Fakt ist, dass White dem DFB die gefälschte Bürgschaft meldete und Tebe anstatt Union in der zweiten Liga antrat. Der Beginn einer tiefen Abneigung der beiden Anhängerschaften. Daran änderte auch der sofortige Abstieg der Charlottenburger nichts.

Ein zweites Intermezzo gab es von 1998 bis 2000, das allerdings mit den finanziellen Ungereimtheiten um die Göttinger Gruppe mit dem Lizenzentzug endete. Seitdem versucht der Klub immer wieder auf die Beine zu kommen. Aber eine solide Finanzierung hat sich seitdem nicht wieder gefunden. Letzte Saison wartete man vergeblich auf von einem nicht näher bekannten “Sponsor” zugesagte Gelder, die bis zum Schluß nicht ankamen. Die kurzfristige Präsentation von Werner Lorant als Sportdirektor half ebenso wenig. Seit diesem Jahr spielt der Verein wieder in der fünftklassigen Oberliga.

Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin

Berlins aktuelle Zweitligisten. Die Rollen sind klar verteilt. Hertha besaß mit Theo Gries einen der erfolgreichsten Torschützen der 2. Liga (123 Tore). Union besitzt mit Theo Gries als Trainer der eigenen U23-Mannschaft einen der erfolgreichsten Torschützen der 2. Liga (123 Tore).

Hertha kann wohl auf das zuschauerreichste Zweitligaspiel verweisen (75.000), als 1997 der 1. FC Kaiserslautern im Olympiastadion gastierte. Dafür verweist Union gerne auf die zuschauerreichste Stadionsanierung (ca. 2.000).

Union ist einer der wenigen Zweitligisten, die im Europapokal spielten (2001/02). Dafür spielte die Hertha deutlich erfolgreicher im Europapokal.

Ansonsten ist zum Verhältnis beider Vereine wenig zu sagen, da diese in ihrer bisherigen Verfassung noch kein einziges Pflichtspiel gegeneinander ausgetragen haben. Das letzte Aufeinandertreffen muss in der Saison 1949/50 in der damals letztmalig ausgetragenen Gesamtberliner Stadtmeisterschaft stattgefunden haben. Kurz darauf wurden die beiden Ostberliner Vereine zurückgezogen und die von Hanne Sobeck trainierte Mannschaft aus Oberschöneweide verließ den Ostsektor.

Bitte korrigieren Sie!

carsten_busch

Nüchtern betrachtet: Der 16. Spieltag

Uwe Neuhaus’ Wundertüte. Oder die Mannschaftsaufstellung des ersten 1. FC Wundervoll. Erstmalig standen alle vier Neuzugänge in der ersten Elf. Dabei auch überraschend Dominic Peitz, der mit Younga-Mouhani überzeugend die Doppelsechs besetzte. Mehr und mehr wirkt das Team auch stabilisiert und lässt sich nicht mehr einfach durcheinander wirbeln. Vorne wirkte Mosquera als sehr belebendes Element auch wenn er nicht zu einem erfolgreichen Abschluss kam. Und Brunnemann zeigte, welche Impulse er auf der Außenbahn für das Spiel nach vorne setzen kann. Schade, dass sich die Mannschaft nicht mit einem gegentorlosen Spiel für die sehr kompakte erste Hälfte belohnt hat. In Halbzeit zwei ließ man die Bielefelder besser ins Spiel kommen und kassierte das Gegentor erneut nach einem Standard. Diesmal einem Eckball. Aber vielleicht klappt das am Sonntag gegen den TSV 1860 München besser.

DSC Arminia Bielefeld – 1. FC Union Berlin 1:1 (0:0)

1:0 Kucera (57.)
1:1 Peitz (76.)

Gelbe Karten: Katongo, Bollmann, Fort – Peitz (1)
Platzverweis: Katongo (Gelb-Rot)

Zuschauer: 16.900

noten_16

Nüchtern betrachtet: Der 15. Spieltag

Freitag Abend. Noch nicht richtig von der Woche gelöst. Und schon sollte es losgehen. Ein Spiel, das zum Sicherheitspiel hochgejazzt wurde. Osten und so.

Die Aufstellung verwunderte etwas. Was hat Neuhaus vor? Und Stuff wieder in der Startelf? Das war unerwartet. Am Ende startete die Mannschaft mit einer Dreierkette und einem Fünfer-Mittelfeld davor. Und sie machte ihre Sache gut. Aber der Funke wollte dieses Mal nicht überspringen. Trotz Nebel und Pyro von der Waldseite. Beinahe drängte sich der Eindruck auf, dass den Zuschauern die Pleite gegen St. Pauli noch mehr in den Knochen saß als den Spielern. Oder vielleicht waren einige aus Träumereien aufgewacht?

Die Partie war nicht schön. Aber sie war eben auch nicht schlecht. Da spielten zwei Mannschaften gegeneinander, die beide momentan nicht viel Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten haben. Entsprechend waren Torraumszenen Mangelware. Union reichte ein direkter Freistoß von Mattuschka. Ballsicherung. Den Gegner nicht an den eigenen Strafraum kommen lassen. Und ab und zu überlegte Angriffe starten. Doch der letzte Pass kam nicht an. Fleißig waren Biran und Sahin vorne. Aber sie suchten zu selten den Abschluß und legten den Ball ab. Der angespielte Mitspieler stand allerdings selten besser zum Tor. Benyamina und Mosquera fehlten der Mannschaft als Anspielstationen.

In der zweiten Hälfte übernahm Cottbus das Spiel und bei Union begann die Angst vor einem Fehler. Konstruktive Spielzüge kamen kaum mehr zu Stande. Letztlich ging das 1:1 nach dem Spielverlauf in Ordnung. Aber freuen konnte sich niemand darüber. Bemben humpelte in der zweiten Halbzeit wohl angeschlagen über den Platz. Hoffentlich nichts Schlimmes. Der Mannschaft merkt man an, dass sie momentan für jedes kleinere Erfolgserlebnis enorm investieren muss. Für euphorischere Stimmung sorgte danach das Stück zum Spiel in der Freiheit 15.

1. FC Union Berlin – FC Energie Cottbus 1:1 (1:0)

1:0 Mattuschka (25.)
1:1 Kweuke (62.)

Gelbe Karten: Dogan (5) – Burca, Bittroff, Kruska

Zuschauer: 18.212

Noten_15

Nüchtern betrachtet: Der 14. Spieltag

71 oder 72 Minuten (auf eine gemeinsame Stoppuhr konnten sich die anwesenden Journalisten nicht einigen) soll sie am Montag gedauert haben die Analyse des Spiels bei St. Pauli. Das ganze Match wird Uwe Neuhaus seinen Spielern also nicht gezeigt haben. Wahrscheinlich wird er ihnen erklärt haben, dass 59% Ballbesitz während des Spieles zwar nett anzusehen sind, aber nichts über die Qualität des Spieles aussagen, wenn man mit dem Ballbesitz nichts anzufangen weiß. Das illustriert die Statistik über die erfolgreichen Pässe. Union hat 441 erfolgreiche (von 532) Pässe gespielt. St. Pauli kam mit 267 (370) erfolgreichen Pässen aus. Vor allem Pässe in der eigenen Hälfte spielte der Gastgeber mit 153 knapp 100 weniger als der 1. FC Wundervoll. Man mag also auf das Defensivverhalten der Jungs in rot-weiß eindreschen, aber das eigentliche Problem bestand darin, dass man über 90 Minuten nicht in der Lage war, einen zielstrebigen Angriff zu inszenieren. Jedenfalls, wenn man drei Punkte mitnehmen wollte.

Das schöne an der ganzen Sache ist, dass es nur wenige Tage bis zum nächsten Spiel sind. Und bei Tabellenplatz fünf brechen auch nicht gerade Depressionen aus. Also Vorfreude auf ein ausverkauftes Stadion am Freitag gegen Cottbus.

FC St. Pauli – 1. FC Union Berlin 3:0 (3:0)

1:0 Ebbers (9.)
2:0 Kalla (14.)
3:0 M. Kruse (39.)

Gelbe Karten: Younga-Mouhani (6.)

Zuschauer: 19.901 (ausverkauft)

Noten_14

Bei den Noten kommt Jan Glinker als Torhüter natürlich am besten weg. Christoph Menz hat das Glück, in der ersten Hälfte, als St. Pauli eigentlich jeden Angriff gefährlich vor das Tor brachte, nicht auf dem Platz gestanden zu haben. Rauw wurde deutlich schlechter als sein linker Gegenpart Kohlmann bewertet. Die gefährlichen Angriffe von St. Pauli wurden über die rechte Verteidigerseite initiiert. Aber auch offensiv lag unsere linke Seite brach. Als Vergleich ein Blick auf die geführten Zweikämpfe und Ballkontakte:

Kohlmann (2 erfolgreiche von 3 Zweikämpfen und 85 Ballkontakte)
Rauw (5 erfolgreiche von 14 Zweikämpfen und 85 Ballkontakte)

Parensen (6 erfolgreichen von 10 Zweikämpfen und 68 Ballkontakte)
Mattuschka (5 erfolgreiche von 16 Zweikämpfen und 98 Ballkontakte)

Nüchtern betrachtet: Der 13. Spieltag

Die Überschrift ist Quark. Dieses Spiel am Montag Abend kann ich nicht nüchtern betrachten und deshalb gibt es ausnahmsweise die Ich-Perspektive. Heute morgen bin ich aufgewacht und summte die ganze Zeit die Melodie zu “Union ist der geilste Klub der Welt!”. Was war passiert?

Das Stadion an der Alten Försterei war zum ersten Mal in einem Zweitligaspiel mit voller Auslastung ausverkauft. Die Gäste kamen zum familienfreundlichen Montagabendtermin zahlreich mit 2.200 Anhängern. Da zahlt es sich auch mal aus, dass es eigentlich kaum echte Berliner gibt und dafür viele Zugereiste. Vor mir auf der Gegengeraden steht ein kleiner Junge um die acht Jahre. “Und wo steht Papa?” – “Dein Vater steht da drüben bei denen aus Kaiserslautern. Das wollte er unbedingt”, antwortet die Begleitung. Ein wenig musste ich mir auch einen grinsen als die Gäste mit einer großen Blockfahne grüßten und unsere Ultras dem nichts entgegenzusetzen hatten.

kaiserslautern_blockfahne

Zum Spiel: Uwe Neuhaus setzte wohl auf Konterspiel und ließ die beiden Oldies Gebhardt und Bemben draußen. Kaiserslautern war der erwartet starke Gegner, der ähnlich wie vorher Fürth oder Karlsruhe, mit Pressing unsere Mannschaft bereits beim Spielaufbau störte. Dieses Mal ging unsere Mannschaft allerdings von Anfang ebenfalls engagiert in die Zweikämpfe. Und so war die gesamte erste Halbzeit eine Abnutzungsschlacht. Wenn auch eine ansehnliche, da niemand vorher vermutet hätte, Union würde Kaiserslautern spielerisch besiegen wollen. Die in der Länderspielpause geführte Diskussion über unseren Torhüter und die Innenverteidigung hinterließ bei mir die Nachwirkung, dass ich mehr auf das Zusammenspiel geachtet habe. Und vor allem in der ersten Hälfte gab es den einen oder anderen Moment, in dem die Absprache zwischen Glinker und den Innenverteidigern nicht klappte. Aus Situationen, in denen der Torhüter herausläuft und der Innneverteidiger noch vor dem Stürmer an den Ball kommt, sind die schönsten Eigentore entstanden. Gestern ging es gut. Dafür sorgte dann aber ein Standard für das Gegentor. Das kann man trainieren.

In der zweiten Hälfte zog sich Kaiserslautern nach einer Druckphase weit zurück und überließ Union das Spiel. Gebhardt kam für Mattuschka und damit bessere Anspiele in die Spitze. Denn bei allem Kampf fehlte in Halbzeit eins die Präzision im Zuspiel nach vorne. Ärgerlich, dass es Sahin wieder mal mit einer Flugeinlage im Strafraum probierte. Dieses Mal gab es Gelb dafür. Ein nach meiner Sicht klarer Elfmeter wurde kurze Zeit später nicht gegeben sondern als Freistoß von der Strafraumlinie ausgeführt. Über Zusammenhänge zu Sahins Fallsucht, die er gar nicht nötig hat, darf spekuliert werden. Daran hat es aber auch nicht gelegen. Nach dem Konter zum 2:0 war die Gegenwehr unserer Mannschaft erlahmt.

Dafür ging es auf den Rängen erst richtig los. Das ganze Stadion singt, wie es respektvoll von den anderen Fans heißt “unser Lied”. Erpelpelle nennt der Berliner solche Gefühlswallungen. “FC Union!” Das Spiel bereits abgepfiffen. “Unsere Liebe!” Die Lauterer Spieler haben sich für ihre Tabellenführung feiern lassen und gehen in die Kabine. “Unsere Mannschaft!” Und kaum einer verlässt das Stadion. “Unser Stolz!” Aufmuntern, der Spieler, die etwas die Schultern hängen lassen, weil trotz des Aufwandes nicht herausgesprungen ist. “Unser Verein!” Kinder stehen wie gebannt am Zaun, obwohl die Mannschaft, bereits vorbeigelaufen ist. “Union Berlin!”

Noten sind mir persönlich dieses Mal egal, da es eine geschlossene Leistung der gesamten Mannschaft war. Deswegen dazu keine Worte.

Update: Wer ein kurzes Filmchen vom Gesang nach dem Spiel sehen möchte, schaue mal bei den Supporters von St. Pauli vorbei, die sich unser Wohnzimmer angesehen haben.

1. FC Union Berlin – 1. FC Kaiserslautern 0:2 (0:1)

0:1 Amedick (30. Min)
0:2 Jendrisek (78. Min)

Gelbe Karten: Sahin (4), Göhlert (3) – Jendrisek

Zuschauer: 19.000 (ausverkauft)

Noten_13b

Nüchtern betrachtet: Der 12. Spieltag

Wie war das nochmal? Karlsruhe. Das ist, der gefühlten Zeit nach, sehr lange her. Dazwischen lagen der medial sehr stark begleitete Freitod von Robert Enke, die Qualifikation Frankreichs zur Handball-WM und letztlich wieder einmal das Café King.

Trotzdem noch einmal der nüchterne Blick zurück auf das Spiel im Wildpark. Ein Spiel mit zwei Gesichtern der eisernen Mannschaft. Die zweite Halbzeit war jedenfalls kämpferisch und spielerisch richtig gut. Daran könnte die Mannschaft anknüpfen am Montag vor vermutlich ausverkauftem Haus gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Karlsruher SC – 1. FC Union Berlin 3:2 (3:0)

1:0 Blum (14.)
2:0 A. Fink (24.)
3:0 A. Fink (32.)
3:1 Mattuschka (49.)
3:2 Sahin (71.)

Gelbe Karten: A. Fink, Staffeldt – Dogan (4), Sahin (3)
Zuschauer: 17.235

Dogan könnte sich also eventuell im nächsten Spiel seine fünfte gelbe Karte abholen. Ansonsten zeigt die Notenvergabe, dass jegliche Diskussion um Jan Glinker ein Jammern auf hohem Niveau ist. Klar ist, vor allem im Hinblick auf seine momentanen kleinen Verletzungen, dass die Mannschaft hinter dem ersten Torhüter nicht adäquat besetzt ist und dazu weiterhin der dritte Torhüter Christoph Haker verletzungsbedingt fehlt.

Noten_12

Nüchtern betrachtet: Der 10. Spieltag

Bergfest. Nach bereits zehn Spieltagen hat der 1. FC Wundervoll die Hälfte seiner Pflicht in der Tasche: 20 Punkte. Das Projekt Klassenerhalt ist auf einem guten Weg. Und das sehr unaufgeregt. So unaufgeregt, wie zum Beispiel Trainer Uwe Neuhaus zwei unserer drei Oldies gegen Aachen auf die Bank setzte. Bemben musste Rauw Platz machen und Gebhardt blieb für Parensen draußen. Die Kapitänsbinde übernahm mit Younga-Mouhani der letzte AlteMohikaner.

Dass aus einem eher durchschnittlichem ein amüsantes Spiel aus rot-weißer Sicht wurde, daran hatte Aachen Torhüter Stuckmann einen gehörigen Anteil. Als Dribbelkönig wird er wohl nicht mehr berühmt werden. Aber auch Glinker sah unglücklich beim Aachener Tor aus. Allerdings kein Torwartfehler. Mosquera war giftig und mit zwei Treffern und einer Vorbereitung ganz entscheidend am Erfolg beteiligt. Im Gegensatz zur schludrigen Chancenverwerung der letzten Spiele zeigte sich Union effektiv. Schlechte Nachricht zu Beginn des Spiels als sich auf Aachener Seite unser ehemaliger Spieler Florian Müller schwer verletzte und ausgewechselt werden musste. Diagnose: Kreuzbandriss. Gute Besserung!

Aachener TSV Alemannia 1900 – 1. FC Union Berlin 1:4 (0:2)

0:1 Mattuschka (34.)
0:2 Mosquera (44.)
1:2 Demai (65.)
1:3 Stuff (78.)
1:4 Mosquera (90.)

Gelbe Karten: Demai, Herzig, Kratz – Younga-Mouhani (5), Sahin (1)

Zuschauer: 26.050

Die linke Seite mit Kohlmann und Parensen zeigt sich wie schon mehrfach in dieser Saison sehr sicher. Vor allem Parensen mit schnellen Antritten, die Aachens Hintermannschaft vor Probleme stellten. Wie flexibel diese Aufstellung ist, zeigte sich beim Wechsel, als Sahin für Kohlmann kam. Parensen rückte nach hinten auf die Linksverteidigerposition und Sahin nahm seinen Platz ein. Rauw zeigte eine ordentliche Leistung auf der rechten Seite. Mannschaftsdienlich holte Younga-Mouhani seine fünfte gelbe Karte ab und fehlt damit im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt. Mal sehen, wie der Trainer die Mannschaft dann aufstellt. Vielleicht mit Rauw als Sechser und dann Bemben oder Schulz als rechte Verteidiger. Unser ehemaliger Kapitän Daniel Schulz kam in Aachen am Ende übrigens zu seinen ersten Zweitligaminuten.

Noch ein paar letzte Worte dem Schiedsrichter Robert Hartmann hinterher. Am Anfang ahndete er ein Handspiel eines Aachener Verteidigers am Boden nicht. Dass sein Assistent beim letzten Spiel übersah, dass der Ball klar im Aus war, lag nicht an ihm. Allerdings hätte er das Spiel unterbrechen müssen, da Aachens Torhüter Stuckmann einen zweiten Ball ins Spiel brachte. Zu diesem Zeitpunkt hatte er völlig die Übersicht verloren. Gut, dass der Treffer keinen Einfluss auf den Ausgang des Spieles hatte.

Noten_10

Nüchtern betrachtet: Der 9. Spieltag (Update)

Montag Abend. Flutlicht. Aber ansonsten so familienkompatibel und fanfreundlich, wie sich das die DFL vorstellt. Soll man doch schließlich lieber vor dem Televisor sitzen, wie die Jungs hier drüben. Mehr werde ich nicht mosern, denn der 1. FC Wundervoll ist sehr stark auf diese TV-Gelder angewiesen.
Toll war das Spiel. Vielleicht nicht vom Ergebnis her. Aber die Mannschaft hat sich nach einer verkorksten ersten Hälfte, in der gar nichts zusammenging, noch einmal aufgerafft. Unser Problemkind wird mehr und mehr die Abwehr, wobei da natürlich die Verhältnisse gewahrt bleiben müssen. Die zweite Liga ist eben auch eine Leistungsklasse höher und mit Fürth kam auch eine Spitzenmannschaft. Trotzdem schauderte es dem einen oder anderen bei den beiden Gegentoren, die jeweils nach Standards fielen. Das bedeutet, dass die Zuordnung nicht stimmte. Zusätzlich stellt sich auch die Frage, warum unsere nicht gerade kleingewachsenen Abwehrspieler in der ersten Halbzeit kein Kopfballduell gewinnen konnten. Es bleibt also Arbeit für den Trainer. Wobei sich die Auswahl für das Spiel am Sonntag in Aachen reduziert. Vier Spieler gingen aus dem Montagsspiel mit Verletzungen: Patrick Kohlmann, John-Jairo Mosquera, Kenan Sahin und Shergo Biran. Wobei es letzteren mit einer Schultereckgelenksprengung besonders schlimm erwischte. Einen Wunsch für das Spiel gegen Aachen? Mal wieder zu Null Spielen.

1. FC Union Berlin – SpVgg Greuther Fürth 1:2 (0:2)

0:1 Mauersberger (9.)
0:2 Nehrig (20.)
1:2 K. Sahin (57.)

Gelbe Karten: Younga-Mouhani (4), Gebhardt (3), Mattuschka (2) – N. Müller, Fürstner, Schröck

Zuschauer: 14.150

Uwe Neuhaus schickte die gleiche Aufstellung wie gegen Duisburg auf den Platz. Kurz nach der Pause wurde doppelt getauscht. Für Benyamina und Gebhardt kamen Biran und Sahin. Auffällig ist, dass Neuhaus gegen Fürth Bemben durchspielen ließ, anstatt Rauw zu bringen. Bemben hatte gegen die schnellen Fürther das eine oder andere Problem. Jan Glinker hatte als Torhüter eine Aktie am zweiten Gegentor, als er nicht aus dem Tor kam, um die durch den Fünfmeterraum segelnde Flanke zu entschärfen. Dafür zeigte er danach gute Aktionen.

Noten_09_c

Die fehlenden Noten ergeben sich aus dem für Printmedien ungünstigen Spieltermin und werden noch ergänzt. Außerdem erwarte ich noch Zensuren vom Notenörgler.
Update (22.10.2009 16:30): Die Noten vom Kicker sind drin.
Update (26.10.2009 19:43): Die Noten der Fuwo sind drin.